Rezension vom 19.05.2012
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Nur wenige Sekunden können darüber entscheiden wie sich der Rest deines Lebens gestaltet.
Ein Motorradunfall entscheidet, dass Hannes ins Koma fällt und seine Hirnaktivität darauf schließen lässt, dass er womöglich nie wieder der muntere junge Mann sein wird, der er vor seinem Unfall gewesen ist. Sein bester Freund Uli weicht ihm nicht von der Seite, besucht ihn sooft er kann und betet dafür das Hannes bald wieder aktiv am Leben teilnehmen kann. Diese tragische Zeit verarbeitet Uli indem er seinem besten Freund Briefe schreibt. Diese beinhalten das Alltägliche, die Veränderungen der Freunde und der Familie und seine Gedanken und Hoffnungen. Leichte Verbesserungen des Gesundheitszustandes und das Überwinden einer Lungenentzündung lassen darauf hoffen, dass Hannes bald wieder mit Uli reden kann und doch soll alles anders kommen ...
Meine Meinung
Der Roman ist eine gelungene Darstellung des wahren Lebens. Er zeigt auf, wie unterschiedlich die Menschen auf Schiksalsschläge reagieren. Tiefe Trauer, Wut, Hoffnungslosigkeit, das Bedürfnis wegzusehen und das Verdrängen der Realität. Rita Falk ist es gelungen zu zeigen wie unterschiedlich wir Menschen mit einer Tragödie, die im eigenen Familien- bzw. Freundeskreis auftritt, umgehen. Ich habe bei diesem Roman Emotionen pur erwartet und doch konnte ich für mich selbst nur Ansätze feststellen. Immer dann wenn Uli anfing über seine Gefühle zu sprechen bzw. zu schreiben brach er ab mit einem "naja so ist das halt". Einerseits ist er so emotional an seinen Freund gebunden und doch bekommt er im Buch keinen Raum um ausführlich das auszusprechen was er fühlt. Des Weiteren hat mich der Anfang und auch das Ende des Buches gestört. Der Anfang erschien mir teilweise wie ein Ende, bis zur Mitte des Buches wusste ich, dass sich der Zustand nicht verbessern würde. Das Ende war mir einfach zu abrupt und zu abgeklärt. Ein Traumgespräch und Uli ist über seinen größten Schmerz hinweg, die Beerdigung findet ohne Uli statt, alles kommt Schlag auf Schlag und Zack ist es vorbei. Jetzt mal ehrlich, da sitzt Uli monatelang am Bett seines besten Freundes, hofft und bangt auf dessen Genesung und dann so ein abgeklärtes und meiner Meinung nach emotionsloes Ende mit einem Hauch von Kitsch, da die Briefe später von der Tochter gelesen werden sollen? Das fand ich wirklich schade. Die genannten Kritikpunkte und noch weitere kleinere Dinge haben mich dann dazu veranlasst gegen den Strom zu schwimmen und dem Buch nur 3 Sterne zu verleihen.
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