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2.196 Eselsohren, 292 Bücher, keine auf dem Wunschzettel, 43 Rezensionen, 0 Tags, 194 Bewertungen (Ø 4,48), 7 Gruppen, 15 Freunde
pandoras Rezensionen
Rezension vom 17.05.2013 (2)
Schon immer hat Esmeralda gefühlt, dass sie anders ist. Sie fühlt sich allein, unverstanden und fehl am Platz. Ihr ist es nicht möglich die gleiche Liebe ihren Eltern entgegenzubringen, wie sie von ihnen erfährt. Einziger Halt war immer ihr Bruder, doch der studiert jetzt in London und das Gefühl des Alleinseins – des Andersseins verstärkt sich Zunehmens, besonders seitdem sie in dem Familienanwesen in Loughrigg sind. Ihr inneres Gefühl bestätigt ihr mehr und mehr, dass tief in ihr ein Geheimnis schlummert, welches ihr Leben für immer verändern wird. Welches ihre eine Erklärung gibt, für das Gefühl, dass sie über Jahre begleitet. Ihre Träume werden immer realistischer und in diesen Träumen spürt sie endlich das Gefühl, des Geborgenseins. Aus unerklärlichen Gründen zieht es Esmé auf den Dachboden, wo ihr ein sonderbares grünes Licht den Weg weist. Dort findet sie alte Bilder auf denen neben ihren Bruder noch zwei Jungs zu sehen sind, die ihr unbekannt sind. Wer sind sie und wieso überkommt ihren Bruder eine solche Trauer, als sie ihn danach fragt? Und was hat es mit diesem Licht auf sich?
„Die Wächter von Avalon – Die Prophezeiung“ ist der Auftakt einer Trilogie von Amanda Koch rund um das sagenumworbene Avalon.
Das Cover ist ein absolutes Highlight. Es ist in grün gehalten und durch eine aufgerissene Seite, kann man in eine andere Welt blicken. Beim Lesen des Buches bekommt man mehr und mehr Ahnung von der Bedeutung dieser Szene. Passender kann ein Cover nicht sein.
Die Autorin hat mit ihrem Werk eine komplexe, teilweise sehr bildgewaltige Geschichte erschaffen, entstanden aus einer Traumsequenz, so die Autorin selbst. Es fällt einem leicht, die Augen zu schließen und Teil der Faszination um Avalon zu werden. Ich hatte die Bilder gut vor Augen. Die Geschehnisse passieren abwechselnd in der realen Welt und der fiktiven, dabei ist der Autorin der Wechsel gut gelungen, so dass man als Leser stets gut weiß, wo und mit wem man sich gerade befindet. An manchen Stellen passieren die Ereignisse jedoch sehr schnell auf einander, so dass dem Leser kaum Zeit zum Nachdenken bleibt. Insbesondere am Anfang, als man in die Welt der Wächter und von Avalon und Amaduria eingeführt wird, hatte ich meine Probleme mit dem Verständnis und ich musste so manche Stelle zweimal lesen. Allerdings denke ich, dass es besonders bei Werken aus dem Genre des Fantasy und High Fantasy ganz normal ist. Die Autoren erschaffen schließlich eine, dem Leser, vollkommen unbekannte Welt, mit außergewöhnlichen Namen, Wörtern und einer eigenen Geschichte. Man benötigt eine Weile, um in dieser Welt anzukommen und sich da auch wohlzufühlen. Daraus bedingt fällt das Lesen an manchen Stellen nicht so leicht und man wird etwas im Lesefluß gehindert. Ist man aber einmal mit den ganzen vertraut, bemerkt man das Amanda Koch ein wunderbares Werk geschaffen hat.
Die Protagonisten Esmé und Raven waren für mich zunächst schwer einzuschätzen und der Zugang zu den Beiden fiel mir schwer. Beide kamen zunächst unnahbar rüber.Während des Lesens konnte ich sie etwas besser kennenlernen. Beide Charaktere sind starke Persönlichkeiten, die aber auch mal Schwäche zu lassen. Jedoch dir große Verbundenheit mit ihnen ist bei mir nicht angekommen. Ich hoffe, dass dies im zweiten Teil anders wird.
Neben diesen beiden Protagonisten trifft man noch auf eine Handvoll andere Charaktere, in erster Linie aus der fiktiven Welt. Bisher spielen sie eher eine unbedeutende Rolle, so dass die Charaktere auch nur oberflächlich bleiben. Jedoch find ich dies nicht tragisch, denn diese Tatsache lässt viel Spiel für die Fortsetzung.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es ein Buch ist, dass mit allen aufwarten kann: viel Gefühl, Geheimnisse, Tragik, Spannung und dass alles verpackt in eine fantastische, märchenhaften Geschichte. Der Einstieg fällt einem nicht ganz so leicht, aber das Ende ist einfach gigantisch und das war der Zeitpunkt, wo ich so richtig angekommen bin – der Punkt der mich komplett berührt hat und mir sogar einige Tränen entlocken konnte.
Es ist definitiv ein Buch, welches ich weiterempfehlen kann und werde. Für alle, die auch am Beginn Startschwierigkeiten haben, der Rat auf keinen Fall aufgeben. Es lohnt sich wirklich. Ich freue mich auf die Fortsetzung und bin sehr gespannt, was die Helden da erleben werden und welche Geheimnisse noch zu Tage gefördert werden. Zumindest wurden schon diverse Weichen von der Autorin gestellt.
Was ich sehr angenehm fand, war die Tatsache, dass uns die Autorin den Leser nicht mit einen riesen Cliffhanger zurück gelassen hat, sondern, die Ereignisse, die ins Rollen geraten sind, alle abgehandelt hat, so dass man am Ende sogar ein kleines Happy End findet: Danke Amanda.
Rezension vom 10.05.2013 (2)
Der neue Thriller „Stirb, mein Prinz“ von Tania Carven ist der dritte Roman rund um das Ermittlerduo Phil Brennan und Marina Esposito
Das Cover des Thrillers ist, in jeden Fall, ein Eye-Catcher. Es ist überwiegend in einen warmem und intensivem Pink gehalten. Der Titel ist in großen, schwarzen Buchstaben quer über das Cover platziert und darüber in 3D-Effekt ist ein gerissenes Seil dargestellt. Auch der Klappentext verspricht ein spannendes Lesevergnügen.
Doch ist es das auch?
Zum Inhalt:
Auf einem, scheinbar längst verlassenen, Grundstück sollen neue Miethäuser entstehen. Um dieses Vorhaben in die Tat umsetzten zu können, müssen zunächst zwei verfallene Häuser abgerissen werden. Bei diesem Vorhaben stoßen die Bauarbeiter auf eine erschütternde Entdeckung. Im Keller des einen Hauses finden sie einen Käfig, gebaut aus Knochen und darin wird ein vollkommen verwahrloster und verängstigter Junge gefunden.
Das Team um Phil Brennan wird auf den Plan gerufen. Sind die Knochen etwa Menschknochen? Wie alt sind sie? Was ist mit dem Jungen? Und was hat es mit den rituellen Zeichen und Blumen auf sich, die ebenfalls im Keller gefunden Worten.
Bei der Suche nach der Antwort auf all die Fragen, stoßen sie immer mehr Türen auf. Nicht nur, dass sie einem Menschenhändelerring auf die Schliche kommen, verfolgen sie auch die Spur eines Serienmörders, der jahrzehntelang Menschen, auf eine rituelle Weise, opfert.
Doch irgendwer versucht ihre Ermittlungen zu boykottieren. Wer steckt dahinter und vor allem warum. Kaum sind ein paar Fragen beantwortet, tauchen die nächsten auf.
Der erfahrene Kommissar Brennan stößt bei diesem Fall schnell an seine eigenen Grenzen. Immer wieder tauchen Erinnerungsfetzen auf. Nach und nach erwacht etwas in ihm und er muss sich seiner eigenen Vergangenheit stellen.
Meine Meinung:
Mit ihrem Plot greift die Autorin zwar altbekanntes auf, aber letztlich gibt es zu sagen, dass sich die Handlungen in verschiedenen Bücher, egal welchen Genres, sich wieder und wieder wiederholen. Wichtig ist die Umsetzung und Frau Carven hat dies auf eine beeindruckende Weise getan.
Bereits auf den ersten Seiten bekommt der Leser eine Ahnung von dem, was zu erwarten ist: Gänsehaut und Spannung. Aufgeteilt ist das Buch in vier Teile, die sich grob einteilen lassen können, in Entdeckung der Vorkommnisse und erste Berührungen mit dem Fall, Nachforschungen und Näherkommen des Täters, Erkenntnis und Showdown. Der vierte Teil ist eher ein Prolog in dem man als Leser noch einen kurzen Einblick bekommt, was nach der Ergreifung des Täters mit den beteiligten Personen passiert. Für mich absolut stimmig und nach einem atemlosen Lesevergnügen, kommt man zum Durchatmen und kann das Buch allmählich auslesen.
Diese Teile sind wiederum in einzelne, kurze Kapitel unterteilt. Erst vor kurzem habe ich ein Buch gelesen, welches ebenfalls in kurze Kapitel unterteilt war, da fand ich es störend, da es den Lesefluss bedeutend gestört hat. Tania Carver dagegen hat dies viel besser gelöst. In ihrem Thriller fand ich es sogar passend, da man so Einblicke in die Handlungen und Denkweisen der verschiedenen Charaktere bekam und somit einen Rundumblick erhielt. Die Handlungsstränge griffen gut ineinander und man hatte auch nicht das Gefühl, dass Fragen offen blieben. Der ständige Wechsel der Sichtweisen und Handlungen fachten die Spannung und Neugier des Lesers umso mehr an, da die Autorin geschickte Cliffhanger eingebaut hat.
Der Stil von Tania Carven ist mitreizend und spannend. Sie weiß es Details, Orte und Handlungen auf eine einfache, aber dennoch nicht langweilige, und vor allem spannend Art darzustellen. Zum Beispiel bekommt man eine pure Gänsehaut, als die Bauarbeiter das Haus das erste Mal betreten. Man kann sich die Umgebung, den Dreck, den Gestank gut vorstellen. Und man kann die Begebenheiten sehr gut vor dem geistigen Auge sehen.
Die Charaktere sind vielfältig und doch sind sie alle sehr gut und authentisch herausgearbeitet. Man kann sich als Leser gut in die einzelnen Personen hineinversetzen, beginnt sie zu lieben und zu hassen – wird sogar immer wieder von den Handlungsweisen einiger Personen überrascht.
Wie bereits eingangs bemerkt, ist dies bereits der dritte Auftrag von für Phil und Marina. An einigen Stellen im Buch, deutet die Autorin zwar Ereignisse und Handlungen aus den vorangegangenen Büchern an. Da dies mein erstes Buch der Autorin ist, hatte ich dies nicht gewusst, aber eben durch die eine oder andere Bemerkung hatte ich den Schluss gezogen, dass die beiden sympathischen Ermittler nicht das erste Mal auf den Plan gerufen wurden. Jedoch ist es absolut kein Problem, wenn man die bisherigen Bücher von Tania Carven nicht kennt. Die bisherigen Geschehnisse werden zwar ab und an eingeflochten, tun aber den Verständnis keinen Abbruch und stehen auch nicht unmittelbar mit der eigentlichen Handlung im Zusammenhang.
Zum Schluss einen kleinen Kritikpunkt. Für mich war relativ schnell klar, wer letztendlich der Serienmörder ist. Zwar konnte ich die Zusammenhänge nicht ganz klar sehen und auch wurde meine Vermutung hier und da erschüttert, aber letztendlich zeigte es sich, dass ich richtig lag. Auch wenn die Zusammenhänge am Ende doch anders aussahen, als gedacht.
Auch war leicht zu durchschauen, wer hinter der Person steckt, die versucht die Ermittlungen zu boykottieren. Aber das hat mein Lesevergnügen in keinen Fall und zu keinem Zeitpunkt getrübt. Ganz im Gegenteil. Ich fand „Stirb, mein Prinz“ spannend, teilweise schaurig und erschreckend, zu welchen abgrundtiefen Scheußlichkeiten Menschen fähig sind. Immer wieder wusste die Autorin einen zu verwirren und machte es durchweg spannend.
Fazit:
Um auf meine eingangs gestellte Frage zurück zu kommen, kann ich diese eindeutig mit JA beantworten. Bei dem neusten Werk von Tania Carven handelt es sich um ein Buch mit viel Spannung und Nervenkitzel. Nur erschließt sich mir am Ende nicht der Titel des Buches. Ich konnte letztlich keinen wirklichen Zusammenhang zwischen dem Buchtitel „Stirb, mein Prinz“ und der Handlung erkennen. Der Originaltitel „Cage of Bones“ ist da viel passender.
Aber letztendlich zählt der Inhalt und die Umsetzung, die ist absolut gelungen und das Lesen hat mit großen Vergnügen bereitet. In meinen Augen eine absolute Empfehlung für Liebhaber des Genres. Und für mich steht fest, dies ist zwar das erste Werk der Autorin, welches ich gelesen haben, aber bei weiten nicht das Letzte.
Rezension vom 26.04.2013 (4)
Zum Inhalt:
Eva erwacht aus dem Schlaf. Um sich herum findet sie nur Dunkelheit. Langsam steigt die Panik in ihr auf. Sie streckt ihre Arme aus und trifft auf Wände aus Holz, egal in welche Richtung sie fast. Panik steigt in ihr auf – sie ist eingesperrt, lebendig begraben. Sie versucht sich zu befreien: schlägt, kratzt, schreit.
Dann endlich ist da wieder das wohl bekannte Licht ihres Schlafzimmers. Sie liegt in ihrem Bett. Erleichtert atmet sie auf: Alles nur ein Traum. Doch wo kommen dann die Verletzungen an ihren Armen her?
Gleichzeitig wird ihre Halbschwester ermordet aufgefunden. Sie wurde lebendig begraben. Ein Zufall?
Meine Meinung:
Dieser Plot hört sich genau nach dem Stoff an, aus dem gute Thriller gemacht sind. Das Spiel mit den Ängsten der Menschheit ist genau das richtige für ein bisschen Nervenkitzel. Wer gerät nicht ins Schwitzen bei dem Gedanken, aufzuwachen und festzustellen, man ist in einem Sarg gefangen. Man kann sich nicht befreien – niemand hört deine Schreie. Also ich persönlich bekomme da Beklemmungen und genau dieses Gefühl tat sich bei mir auf, als ich die Leseprobe zu „Der Sarg“ gelesen hatte. Nach den ersten Seiten stand für mich fest: Das Buch muss ich einfach lesen. Bei der Verlosung eines Rezensionsexemplars bei Lovleybooks.de hatte ich Glück und durfte es tatsächlich lesen. Mit großen Erwartungen bin ich an das Buch gegangen und am Ende bin ich etwas enttäuscht zurück geblieben.
Die Grundidee des Thrillers – nämlich das Spiel mit den Urängsten der Menschen – ist fantastisch gelungen. Auch versteht sich Arno Strobel darin, den Leser immer wieder aufs Neue zu verwirren. Doch leider fehlte mir die Tiefe in der Geschichte. Durch seinen recht einfachen Schreibstil liest sich das Buch sehr schnell und flüssig. Die Kapitel sind sehr kurz und hierbei empfand ich, dass gewisse Aspekte zu schnell abgehandelt wurden und teilweise nicht ausgereift waren, obwohl darin viel mehr Potenzial lag. Oft wurden die Sichtweisen in den einzelnen Kapiteln gewechselt, was ich an sich gut finde, nur dass hier oft, der Anschluss an das Vorangegangene fehlte.
In einigen Kapiteln wechselt die Sichtweise. So bekommt man nicht nur in die Geschehnisse und Gedankenwelt von Eva, sondern man wird Teil der Ermittlungen, bekommt auch Einblicke in das kranke Hirn des Täters, ohne dass dadurch die wahre Identität des Täters preisgegeben wird. Die Charaktere waren sehr vielzählig. Allerdings konnte ich zu keinen einen Bezug aufbauen und die Protagonistin Eva blieb für mich die ganze Zeit unnahbar und störrisch. Die Kommissare und deren Ermittlungsarbeiten waren für mich oft fragwürdig und nicht nachtvollziehbar. So wurden ganz offensichtliche Details einfach übersehen, welche mir als Leser nicht entgangen sind und die mich schon rechtzeitig zum Täter geführt haben. Zwar waren immer wieder Momente, in denen ich an meiner Lösung zweifelte und sie vielleicht auch nicht hundertprozentig zusammen puzzeln konnte, aber letztendlich wurde mir gezeigt, dass ich richtig lag. Es lag einfach auf der Hand. Vieles war einfach zu offensichtlich und berechenbar. Diesen Aspekt empfinde ich als absolut störend und nichtzufriedenstellend beim Lesen eines Thrillers.
Trotz dieser recht negativen Aspekte, war es definitiv nicht kurzweilig. Allerdings hat es Arno Strobel bei mir nicht geschafft mich so richtig in den Bann zu ziehen, so dass ich mit fiebern würde. So hatte ich auch keine Probleme, das Buch aus der Hand zu legen. Nur etwa in der Mitte des Buches, hatte ich für ein paar Seiten genau das Gefühl. Aber nach genau ein paar Seiten war es wieder vorbei. Wirklich Schade.
Das Ende kam dann auch viel zu schnell und zu überstürzt. Es wirkt so, als wenn der Autor gehetzt wurde und fertig werden musste. Und so kam es zu einem kurzen Showdown.
Fazit:
Ein Buch mit enormem Potenzial, welches nicht ausgereizt wurde, mich aber nicht gelangweilt hat.
Ich habe bei mehreren Rezensionen, von Lesern, die auch die vorangegangenen Werke des Autors gelesen haben, dass dieses Werk von Arno Strobel eher schwächer ist, als seine anderen Bücher. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, dass ich mich noch an den anderen Werken versuchen werde. Ich bin noch nicht ganz bereit den Autor aufzugeben.
Rezension vom 28.03.2013 (4)
Was ist der Stoff aus dem Legenden entstehen? Ist es nicht immer so, dass Legenden entstehen, durch Dinge und Geschehnisse, die man hören, sehen und glauben möchte? Und genau dies trifft in den Fall auf Willie Sutton, geb. 1901 in Irish Town (Brooklyn) – gestorben 1980 in Florida, zu.
J.R. Moehringer erzählt in seinen Roman „Knapp am Herz vorbei“, auf beeindruckende Weise, das Leben des notorischen Bankräubers Willy „The Actor“ Sutton. Und am Ende wird klar, wieso er zur Legende geworden ist.
Weihnachten 1969 wird Willie Sutton wird nach 17 Jahren Gefängnis im Alter von 68 Jahren begnadigt. Seine Entlassung wird von einem Großaufgebot der Medien verfolgt und jeder möchte ein Interview mit dem betagten Bankräuber führen. Doch Willy ist nur bereit ein Interview zu geben. Und so begibt er sich gemeinsam mit einem Journalisten und einem Fotografen auf eine Reise, zu den wichtigsten Stationen seines Lebens. Zurück in den Straßen New Yorks wird alles wieder lebendig und die Zeiger der Uhren scheinen sich rückwärts zu drehen, denn an den Orten seiner Erfolge und Misserfolge, erwacht das Vergangene wieder zum Leben.
In diesem bewegenden Roman, wird man Zeitzeuge wie ein ganz gewöhnlicher Junge nach und nach zum Gesetzesbrecher wird – Opfer seiner Zeit. Einer Zeit in den die Banken korrumpieren. Die Börsen wieder und wieder zusammen brechen, weil die wirklich einflussreichen Menschen sich verspekulieren. Daraus resultiert hohe Arbeitslosigkeit, Armut, Verzweiflung und Bitterkeit in der Bevölkerung. Der Hass auf die Banken wächst und aus der Verzweiflung heraus wächst der Gedanke sich an den Banken auf eine gewisse Weise zu rächen. Die Aktualität der Thematik, ist dabei nicht von der Hand zu weisen.
Willy wird zum Bankräuber, doch stets bleibt er seinen Prinzipien treu: Keine Waffen und niemand wird verletzt. Bei seinen Überfällen und auch bei seinen Ausbrüchen bewies er stets Intelligenz und eine gewisse Überlegenheit. Während der vielen Stationen seines Lebens: seinen Versuchen ein ehrliches Leben aufzubauen, um doch wieder zu scheitern, den Misshandlungen bei der Festnahme, seinen Aufenthalten in den Gefängnissen, seinen brillanten Fluchten und bei der ewigen Sehnsucht nach der Frau, der er sein Herz geschenkt hat, lernt man Willy mehr und mehr lieben – schließt ihn mehr und mehr ins Herz und hofft immer darauf, dass alles gut ausgeht. Hofft darauf, dass er es endlich schafft sein Leben auf die Reihe zu bekommen und vor allem hofft man darauf, dass er endlich sein Glück mit Beth findet.
Während der einzelnen Episoden wechselt die Erzählebene immer wieder an den Weihnachtstag 1969 und man bekommt immer wieder wirklich amüsante Dialoge zwischen den beiden Journalisten und Willy zu lesen. Diese Abschnitte unterscheiden sich bedeutend von den Rückblenden. Sie sind belebt und witzig, während die Erinnerungen eher eine melancholische Stimmung haben. Die Übergänge sind fließend und passen jeweils ins Geschehen, so dass es dem Lesefluss nicht behindert.
Am Ende des Buches wird dann deutlich wieso Willy zur Legende wurde und er nicht umsonst den Beiname „The Actor“ hatte. Sein Leben wirkt wie ein guter alter Film, in dem er das Drehbuch geschrieben hat. Willy gibt stets nur so viel bekannt, wie er bereit ist preis zu geben. Während seiner Inhaftierung hat Willy zwei Biografien geschrieben, die nicht unterschiedlicher sein können. Und genau auf diesen Aspekt stößt der Leser im letzten Teil. Man bekommt mehr und mehr den Eindruck, dass doch nicht alles so passiert ist, wie Willy zu einen glauben lassen will. Es kommt immer mehr zu Widersprüchen und Ungereimtheiten in Willys Erinnerungen und Schilderungen. Und da erinnert man sich daran, dass der Autor bereits am Anfang des Buches vermerkt hat, dass über das wahre Leben des Mr. Sutton nicht viel bekannt ist und er die Dinge so darstellt, wie er glaubt, dass es gewesen sein konnte. Allerdings stellt er alles so überzeugend dar, dass man selbst möchte, dass es genauso gewesen ist. Seine Erzählungen wecken in einem das Gefühl selbst Teil der Geschichte zu sein. Am Ende hält Moehringer dann noch eine Überraschung bereit, die verwirrt und zum Nachdenken anregt. Und auf gewisse Weise in einem den Wunsch wachsen lässt, dieses Buch noch einmal zu lesen, um vielleicht gewisse Aspekte nun mit anderen Augen zu sehen.
Abschließend kann ich sagen, dass dieses Buch für mich eine rießen Überraschung ist. Dank eines Versehens bin ich in den Genuss gekommen, dieses Buch zu lesen, welches ich im Normalfall noch nicht mal in die Hand genommen hätte. Vielen Dank an dieser Stelle an den Fischer-Verlag. J.R. Moerhringer hat einen eigensinnigen Schreibstil, den man auf keinen Fall, als leichte Kost bezeichnen kann. Am Anfang benötigt man ein wenig damit zurechtzukommen, aber ist einem dies einmal gelungen, kann man jede Zeile genießen.
Und genau das habe ich getan.
Rezension vom 09.02.2013 (6)
Was ist wenn all die Sagen und Märchen über Elfen, Zauberer, Gnome und Trolle doch nicht nur das sind, was sie scheinen zu sein und es all diese fabelhaften Wesen wirklich gibt?
Mit „Hinter verborgenen Pfaden“ lässt die Autorin Kerstin Hornung diese Wesen nicht nur in ihren Roman auferstehen und wahr werden, sondern sie schafft es auch den Leser zu verzaubern und mit zunehmen in eine fantastische Welt, die von ihrer lebendigen und ergreifenden Erzählung lebt.
Der Schreibstil ist flüssig, ohne unnötige Abschweifungen und unnötigen Details. Immer wieder bedient sich die Autorin epischer Metaphern – ein wahres Lesevergnügen. Die Autorin schafft es sprachlich zu verzaubern und es gab so intensive Momente, an dem man einfach nur den Atem angehalten hat, vor Rührung.
Im ersten Teil der Trilogie muss der 15 jährige Philip erfahren, dass die Figuren aus seinen viel geliebten Büchern keineswegs nur Mythen und Sagen sind. Gemeinsam mit seinem Lehrer macht er sich auf den Weg, um einen Weg ins Reich der Elben zu finden, um Hilfe für eine kranke Elbin und ihrem neugeborenen Kind zu holen. Schnell wird klar, dass es nicht nur ein Problem ist, den Weg und das Tor nach Pal’dor zu finden, sondern dass auch andere großes Interesse an den, im verborgenen lebenden, Volk der Elben haben. Der König hat die Elben zu seinen Feinden erklärt. Und um sein Ziel zu erreich, hat er, die einst verbannten, Zauberer zurück in sein Reich geholt und mit ihnen ihre grässlichen Gnome, die rücksichtslos über das Land herfallen und alles töten was ihnen in den Weg kommt. Und so endet die Wanderung, welche als Abenteuer anfing, in einer Flucht vor den Leuten des Königs, den Zauberern und auf der Suche nach Verbündeten.
Die Geschichte ist in verschiedene Erzählstränge aufgegliedert, die sich in den einzelnen Kapiteln abwechseln. Man lernt viele verschiedene Charaktere kennen, aber man hat nie das Gefühl, dass es zu viel ist und man dies nicht mehr zuordnen kann. Und am Ende fügen sich diese Stränge zu einem Ganzen zusammen. Üblicherweise wird man in Büchern aus dem Bereich Fantasy / High-Fantasy mit vielen neuen und unbekannten Begriffen / Namen überhäuft. Auch hier ist es notwendig, aber Kerstin Hornung ist es gelungen, den Leser ganz langsam in ihrer Welt einzuführen. Gemeinsam mit den netten Protagonisten Philip, lernt man nach und nach ein Stückchen der Elbengeschichte kennen. Man wird nicht kalt ins Wasser geschmissen, sondern sehr behutsam herangeführt, so dass man ganz schnell keine Probleme mehr hatte, die Zusammenhänge zu verstehen. Zu keinen Zeitpunkt verliert man den roten Faden.
Kerstin Hornung entführt uns in eine fantastische und sagenumworbene Welt, in der man für kurze Zeit seine Heimat findet und es einem schwer fällt wieder daraus aufzutauchen. Beim Lesen spürt man die Leidenschaft, die die Autorin in diese Geschichte projiziert hat. Mit ihren Charakteren hat sie authentische Charaktere erschaffen, die man im Laufe lieben und manchmal auch hassen lernt, man fiebert und leidet mit ihnen, man wird von deren Neugier angesteckt und man hält der Atem an, wenn einer der liebgewonnenen Charakteren in Gefahr ist. Auf ihrer Reise erleben die Protagonisten eine Menge und man merkt wie sie daraus lernen und wachsen.
Das Buch ist durchweg spannend. Es kommt immer wieder zu unerwarteten Wendungen, die diesen Spannungsbogen aufrechterhalten. Die Autorin kann einen in dem einem Moment die Brutalität eines Zauberers aufzeigen, einen den Irrsinn eines Königs nahebringen und im nächsten so einfühlsam, die Verzweiflung der Elben aufzeigen und lässt einem die Verbundenheit und die Liebe, die sie für einander empfinden, spüren.
Am Ende bleiben viel Fragen offen, so dass man gespannt auf die Fortsetzung ist. Und somit fiebere ich den Tag entgegen, an den ich mit Philip wieder auf Reisen gehen kann.
Rezension vom 03.02.2013 (11)
Warum sollten immer nur Jungs Piraten sein?
In "Pink Pirates und der Prinzenkuchen" schlüpfen jetzt auch mal Mädchen in diese Rolle. Allerdings können Lulu, Lotta und Lila ihr Mädchensein nicht ganz hinter sich lassen, denn ihre Lieblingsfarbe ist natürlich pink. Und so ist es auch kein Wunder, dass ihr Schiff die "Pink Pearl" nennt, die Segel rosa sind und Gardinen, in rosa, die Bullaugen zieren. Allerdings können sie sich nicht mit den eigentlichen Lebensstil eines Piraten anfreunden und so beschließen sie, dass sie Piratinnen sind, die anderen in Seenot helfen wollen.
Als sie sich auf Fahrt befinden um einen wirklich gefürchteten Piraten eine Torte zu liefern, denn Lulus Torten sind weltbekannt und heißbegehrt, treffen sie auf ein Schiff in Not. Schnell eilen sie zur Hilfe. Als sie an dem fremden Schiff festmachen, stellen sie fest, dass es das Schiff von Prinz Divo ist, dessen gesamte Mannschaft meutert. Grund hierfür ist, dass der Prinz egoistischer Weise seine Geburtstagstorte (fast) allein aufgegessen hat. Nun befinden sich die drei Piratinnen in einer Zwickmühle. Sollen Sie den Prinzen helfen?
Das Buch kommt mit einer witzigen Idee daher. Haben mich bei der Leseprobe noch die Dialoge gestört, muss ich jetzt, nach mehrmaligen Lesen, feststellen, dass sie passend und kindgerecht sind. – ja sogar richtig niedlich. Meine Tochter gefällt das Abenteuer von Lulu, Lotta und Lila. Die Illustrationen sind durchgehend liebevoll gestaltet. Die Farben sind ganz auf die Bedürfnisse kleiner Mädchen ausgelegt. Und es steckt ganz viele Liebe zum Detail darinnen. Auch für Kinder, die noch nicht lesen können, ist dieses Buch eine große Bereicherung, da die süßen Bilder ihre Geschichte auch ohne Text erzählen.
Rezension vom 29.01.2013 (13)
Noch einmal geht es zusammen mit Gwendolyn und Gideon auf eine Reise durch die Zeit. Noch einmal durfte man mit ihnen gemeinsam die Mysterien um die Prophezeiung der Zeitreisenden erforschen, um letztendlich dem Chronographen sein Geheimnis zu entlocken. Noch einmal hieß es gemeinsam mit Gwendolyn leiden, lachen und vor allem lieben. Ein letztes Mal gab es Momente in dem man einfach den Atem anhalten musste, in den man um das Leben der so lieb gewonnen Personen bangte – Momente in dem man „ah“ und „oh“ und „aha“ ausrief, vor lauter Staunen und unerwarteten Erkenntnissen. Es gab endlich lang ersehnte Momente, in dem ein das Herz warm wurde, in den man sich für Gwendolyn freute und einfach nur dahin schmachtete, allerdings auch mit ihr gemeinsam litt. Und natürlich gab es wieder so viele erfrischende Momente, in dem man fast Tränen gelacht hat. Immer wieder an den passenden Stellen, zwischen all der Aufregung und Spannung, kamen von den lieb gewonnen Wasserspeier Dämon Xemerius ein Einwurf, dass man gar nicht anders konnte als zu Schmunzeln – ja sogar laut aufzulachen.
Der letzte Teil der Trilogie knüpft wieder nahtlos an die Geschehnisse seines Vorgängers an. Und ist wirklich der Höhepunkt dieser wunderschönen Trilogie. Wie bereits eingangs erwähnt, wartet „Smaragdgrün“ mit allem auf, was das Leserherz höher schlagen lässt. Genau im richtigen Maß wechselt es zwischen Spannung, Witz und Humor und einen guten Maß an Herzschmerz und Romantik, ohne dabei kitschig zu wirken.
Die Autorin schafft es auch noch im dritten Teil den Leser auf eine wunderbare Reise in die Vergangenheit zu entführen. Der Ball im 18. Jahrhundert, ist ein absoluter Höhepunkt. Die Atmosphäre, die Kleider sind wieder sehr detailliert und bildlich beschrieben, dass man am liebsten mittanzen möchte und glaubt sich ebenso in diesem Ballsaal zu befinden.
Gwendolyn und Gideon werden immer mehr ein Team, welches im Laufe der Geschichte noch verstärkt wird durch Gwenys beste Freundin Leslie und Gideons Bruder Raphael. Und gemeinsam gelingt es ihnen, nach und nach den Geheimnissen auf die Spur zu kommen. Mit jeder Seite wird der Spannungsbogen mehr aufgebaut, so dass man das Buch überhaupt nicht mehr aus der Hand legen will. Durch immer wieder neuen Offenbarungen und Überraschungen für den Leser fliegt man nur so durch die Seiten, weil man immer mehr erfahren will. Es wird immer deutlicher, dass der Graf von Saint Germain der Marionettenspieler, der die Fäden in der Hand hat, ist. Immer wieder läuft es auf in heraus. Und es wird deutlich, dass die Geschehnisse, die passiert sind, passieren und passieren werden, von ihm geplant und eingefädelt werden. Nichts ist Zufall, denn er verfolgt ein bestimmtes Ziel. Die Frage ist nur, welches und wird er es erreichen?
Auch bekommt der Untertitel „Liebe geht durch alle Zeiten“ immer weiter an Bedeutung. Und man bekommt endlich die langersehnte Portion an Romantik und Liebe. Es war schön dabei zu zusehen, wie die beiden immer mehr zu einander finden, aber dennoch habe ich bis zum Schluss gebangt, ob Gideon wirklich ehrlich ist oder ob er doch nur ein falsches Spiel mit Gwendolyn treibt.
Bei Gwendolyn ist weiterhin eine Entwicklung in ihrer Persönlichkeit zu erkennen. Gideon bleibt irgendwie bis zum Schluss ein Fragezeichen (oh man habe ich gezittert). Und auch die anderen Charaktere sind wieder beeindruckend in Szene gesetzt. Allem voran Leslie und Raphael, die sich gut ins Geschehen einfügen und für das nötige vorantreiben sorgen. Und nicht zu vergessen Xemerius. Ach habe ich diesen kleinen Wasserspeier Dämon lieb gewonnen. Vielen Dank an die Autorin, dass sie so einen wunderbaren Charakter geschaffen hat und ihn mit so einem einzigartigen Wesen, mit so viel Witz ausgestattet hat. Egal wie heikel oder auch prickeln die Situation gerade war, er hatte immer einen passenden Spruch parat und nicht nur einmal musste ich laut auflachen.
Viel zu schnell waren die 487 Seiten gelesen und es hieß schließlich Abschied nehmen, von den wirklich sympathischen Charakteren der „Edelstein-Trilogie“, die einen wirklich im Laufe der Geschichte einen mehr und mehr zum Freund geworden sind. Trotz eines großartigen Showdowns bleiben am Ende allerdings einige Details / Fragen offen und es bleibt nur sich seine eigene Fantasie in Anspruch zu nehmen. Und dies hinterlässt ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung, dass es vielleicht doch irgendwann ein Wiedersehen mit Gwendolyn, Gideon und Co. geben wird. Ich zumindest würde es begrüßen und mich darüber freuen.
Abschließend ist zu sagen, dass es mir sehr viel Freude gemacht hat, diese Trilogie zu lesen und mit den Protagonisten eine abenteuerliche Reise durch die Zeit zu erleben und dabei zu erleben, wie zwei Menschen, die scheinbar füreinander geschaffen sind, zu einander finden. Und das Ganze auf eine charmante und witzige Art. Jede einzelne Seite zu lesen hat viel Freude bereitet und es hätte gern noch ein bisschen mehr sein können.
Rezension vom 28.01.2013 (7)
Für manche ist das ewige Leben, der lang ersehnte Wunsch. Für manch andere ist es eine Qual. So auch für Leona. Eine Vampirin, die in sieben Tagen ihren 2000. Geburtstag feiern wird und der sogleich ihr Todestag sein soll.
Doch was nützt es, wenn man seinen Tod bis aufs kleinste Detail plant, wenn das Schicksal seine eigenen Pläne schmiedet?!
Eine Geschichte mit einer schönen Grundidee, jedoch mit einer nicht so tollen Umsetzung. Bereits am Anfang war ich von der Protagonistin genervt, die in ihrem Selbstmitleid zerfließt und nur den einen Gedanken hat zu sterben. Allerdings ist mir schleierhaft, warum ich meinen Tod explizit auf einen bestimmten Tag legen muss, wenn ich mein Leben doch so hasse. Die Protagonistin Leona ist mir unsympathisch und in meinen Augen schwach. Man kann auch keine Entwicklung ihres Charakters erkennen. Auch fast alle anderen Nebencharaktere bleiben undurchsichtig – ihre Persönlichkeit wird nur angekratzt und man kann sich kein eigenes Bild von denen machen. Es gab nur eine einzige Person, die es geschafft hatte, mein Interesse zu wecken und die wirklich interessant dargestellt wurde. Und das ist leider zu wenig.
Die Geschichte an sich ist sehr oberflächlich und die Autorin fliegt nur so durch das Geschehen. Zwischendurch wurde die Geschichte spannend, aber leider konnte die Autorin auch hier den Spannungsbogen nicht ausreichen aufbauen und vor allem nicht halten. So blieben am Ende Details und Fragen offen und es scheint so, als wenn sie unbedingt zum Abschluss kommen wollte, denn das Ende ist plötzlich und abrupt.
Abschließend muss ich wirklich sagen, dass ich es schade finde, denn die Geschichte hat wirklich potenzial. Und ich würde mir wünschen, dass die Autorin ihre Überlegungen in die Tat umsetzt und ihre Geschichte noch einmal überarbeitet.
Rezension vom 21.01.2013 (13)
Absolut nahtlos grenzt „Saphirblau“, der zweite Teil der Edelstein-Trilogie, an „Rubinrot an. Schweren Herzens müssen sich die Wächter damit abfinden, dass die ach so perfekte Charlotte nicht ihr Rubin ist, sondern Gwendolyn. Und so müssen sie wohl oder übel ihren Plan mit Gwen durchziehen. Jedoch vermeiden sie es weiterhin ihr irgendwelche Interna zu verraten. Zu groß ist ihr Misstrauen. Allein und ausgegrenzt vertieft Gwen ihre Recherchen und kommt dabei ziemlich gut voran und findet schnell einen Verbündeten aus der Vergangenheit.
Auch trifft sie zum ersten Mal auf den geheimnisvollen Grafen von Saint Germain. Und es wird klar, dass er derjenige ist der die Fäden in der Hand hat, obwohl er schon einige Jahrhunderte tot ist. In Vorbereitung auf eine Soiree und einem Ball im 18. Jahrhundert bleibt es Gwendolyn nicht erspart, dass sie ausgerechnet von Charlotte unterrichtet wird.
Auch die angedeutete Liebesgeschichte kommt in diesen Band voran. Nachdem Gideon Gwen einfach geküsst hat, behandelt er sich im nächsten Moment wieder kühl und herablassend. Und so wechseln sich sein Verhalten ihr Gegenüber immer ab: Zärtlich und vertraut und dann wieder abweisend und kühl.
Im zweiten Teil gelingt es Kerstin Gier den Spannungsbogen hoch zu halten. Es macht einfach Spaß zusammen mit Gwendolyn in die Mysterien der Geheimnisse der Zeitreisen abzutauchen und diese mit ihr gemeinsam aufzudecken. Auch wenn man den ersten Teil gelesen haben sollte, werden einige Details, wenn sie angerissen werden immer noch einmal erklärt, so dass man weiß wovon die Rede ist. Diese kleinen Rückblenden sind wunderbar in den Textfluß eingebaut und zerreißen somit nicht die Gesamtheit.
Man fliegt nur durch die Seiten, taucht immer wieder ab in längst vergangene Zeiten und erlebt ein unvergessliches Kostümfest. Madam Rossini, die französische Schneiderin, entwirft mit voller Hingabe und Leidenschaft immer wieder wunderbare Kostüme, die sehr detailliert und bildlich dargestellt sind, so dass man sich wünscht, einmal Gwen zu sein. Diese Passagen im Schneiderzimmer sind immer wieder erfrischend. Hier kommt eines der Besonderheiten der Bücher zu Tage. Die „Ich-Form“ ermöglicht, dass man oft die ungefilterten Gedanken von Gwen erfährt. Und Gwen ist stets amüsiert über den wunderbaren Akzent von Madam Rossini und so wird immer wieder aufgezeigt, dass man Madam Rossini nicht etwa „Schwanenhälschen“, sondern „Schwanen’älschen“ sagt oder Gwen nicht etwa den „Hut“ aufsetzt, sondern den „üt‘“. Solche Einbringungen sind wunderbar erheitern und erfrischen. Und führen dazu, dass man sich wieder neu sammeln kann, bevor man wieder abtaucht in die komplizierte Zeitreisegeschichte. Auch wenn es sehr gut beschrieben und erklärt hat, ist manchmal doch schwer nachvollziehbar, was geschehen ist und noch geschehen wird.
Zu Beginn des zweitens Band kommt ein neuer – sehr bedeutender – Charakter ins Geschehen. Xemerius ist der Geist eines Wasserspeierdämons. Auch wenn er – nach eigenen Aussagen – ein gefährlicher Dämon und kein Haustier ist, ist er es nicht. Wenn Gwen auch zu Beginn genervt von ihm ist, entwickelt er sich schließlich zu einem treuen Freund. Mit seinen oft unangemessenen Einwürfen, kann man einfach nicht anders, als zu schmunzeln. Er ist immer wieder erheitern, sowie für Gwendolyn, als auch für den Leser. Er gibt den ganzen noch eine große extra Portion an Pepp.
Auch Band zwei ist absolut gelungen. Es sprüht nur so vor Spannung, Witz und auch ein bisschen Herzschmerz. Ich finde Gwendolyn auf der einen Seite großartig, wie sie immer wieder aus der Reihe tanzt, sich nicht unterordnen kann und/oder will. Aber auf der anderen Seite lässt sie sich immer wieder erniedrigen: „Du dummes Ding“ und ihr wird immer wieder vor Augen gehalten, dass sie eine mehr als schlechte Zweitbesetzung ist. Ich hatte gehofft, dass Gwen sich in diesen Teil endlich mehr wehrt, denn dass sie durch aus nicht das Dummerchen ist, für was sie gehalten hat, beweist sie schließlich, wenn auch in Geheimen. Ich hoffe wirklich für sie, dass sich dies im dritten Band ändert.
Enden tut dieser Teil, ebenso wie Bad eins sehr plötzlich und im Epilog wird wieder die Brücke zu Lucy und Paul geschlagen. Ich bin sehr gespannt auf das Finale. Darauf ob all die Geheimnisse gelüftet werden, die im Raum stehen. Wie die Gefühle von Gideon für Gwendolyn wirklich sind und welche Rolle der Graf von Saint Germain wirklich spielt.
Dieser Teil war ebenso spannend und unterhaltend wie der erste. Es fällt schwer, es aus der Hand zu legen. Absolut empfehlenswert.
Rezension vom 21.01.2013 (14)
Was gibt es schöneres als gemeinsam mit der besten Freundin über den neusten Klatsch und Tratsch zu diskutieren – stundenlang vor dem Fernseher zu sitzen und die neusten Filme anzusehen – oder über andere aus ihrem Jahrgang zu lästern. Und genau das ist es womit sich Gwendolyn und ihre bester Freundin Leslie am liebsten beschäftigen. Alles scheint normal, bis auf die klitzekleine Tatsache, dass zu Gwendolyns Freunden auch ein Geist namens James zählt. Denn ihre Familie ist alles andere als „normal“. Über Jahrhundert hinweg wird in ihrer Familie das Zeitreise-Gen vererbt. Während Gwendolyn ihre Jugend wie ein Teenager verbringen kann, wird dagegen ihre Cousine Charlotte seit ihrem elften Lebensjahr darauf vorbereitet, dieses Erbe anzutreten, denn für alle steht ausser Frage, dass die zwölfte und damit letzte Zeitreisende ist. Während Charlotte sich auf ihren ersten Zeitsprung vorbereitet, passiert das schlechthin unmögliche. Denn nicht Charlotte hat das Gen geerbt, sondern Gwendolyn. Und mit dieser Offenbarung beginnt eine abenteuerliche Reise zwischen den Zeiten.
„Rubinrot“ ist der Auftakt der „Edelstein-Trilogie“ von Kerstin Gier. Lange habe ich damit gehadert, diese Bücher zu lesen. Stets war ich unentschlossen. doch dann hat mir eine Freundin einfach ihr Bücher, zum Lesen geschickt und so bin ich nun in den Genuss gekommen, diese Trilogie zu lesen. Und nach Abschluss des ersten Teils frag ich mich, wieso habe ich so lange gewartet.
„Rubinrot“ fesselt auf eine ganz spezielle Art und Weise. Es überzeugt mit klaren und knappen Sätzen. Beim Lesen merkt man, dass es sich um ein Jugendbuch handelt. Aber ich finde es nicht störend, sondern finde es passend und es erhält seinen ganz besonderen Esprit.
Die Geschichte wird aus der Sicht von Gwendolyn in der „Ich-Form“ erzählt und kommt witzig und spritzig rüber. Es macht einfach Spaß gemeinsam mit der Protagonistin auf eine außergewöhnliche Reise zu gehen. Durch die Erzählperspektive bekommt man einen wunderschönen Einblick in die Gefühls- und Gedankenwelt von Gwendolyn. Die Erzählungen sind einfach frei heraus und man erkennt sich selbst wieder, wie man das eine oder andere Mal denkt. Dadurch wirkt die Protagonistin sehr charmant und man kann sich sofort mit ihr identifizieren.
Während Charlotte absolut perfekt gewesen ist in ihren Verhalten, in ihren Fähigkeiten, ist Gwendolyn das genaue Gegenteil. Und mit ihrer Art, die Dinge weniger ernst zu nehmen und ihrem Mangel an allgemeinen und insbesondere geschichtlichen Wissen, bringt sie die Mitglieder der Geheimgesellschaft schier zum Verzweifeln. Keiner glaubt an Gwendolyn und vor allem vertraut ihr keiner und auch Gwendolyn weiß nicht wen sie trauen kann und wenn nicht. Bewusst wird sie im Dunkeln gelassen. Doch damit will sie sich nicht abspeisen lassen und beginnt zusammen mit ihrer Freundin auf eigene Faust zu recherchieren. Die zeigt ihren außergewöhnlichen Charakter, denn Regeln existieren nicht für sie und schon gar nicht die seltsamen Regeln der Wächter. Sie will nicht einfach eine Marionette in irgendeinem Spiel sein, in dem sie noch nicht einmal die Spielregeln kennt. Umso verwunderlicher ist es, dass sie sich immer wieder ohne Gegenwehr beleidigen und erniedrigen lässt. Für mich passt es nicht und oft genug, hatte ich das Bedürfnis sie zu schütteln, nur damit sie etwas unternimmt. Aber vielleicht entwickelt sich dies noch in den Folgebänden.
Neben Gwendolyn ist Gideon der männliche Zeitreisende – ein gut aussehender und talentierter Junge. Das genaue Gegenteil von Gwendolyn. Und da bekommt man einen kleinen ersten Geschmack auf den Beinamen "Liebe bis in alle Zeiten". Gwendolyn ist absolut begeistert von Gideon. Auch wenn es in diesem Teil keine großen romantischen Gefühle und Offenbarungen gibt, kann man erahnen, dass es zwischen diesen beiden Menschen nicht nur bei einfacherer Freundschaft bleibt. Allerdings bleibt Gideon bis zum Ende des Buches eine zwielichtige Gestalt. Seine Handlungen sind einfach zu schwankend und wankelmütig und widersprechen sich teilweise selbst.
Neben diesen Charakteren gibt es noch zahlreich andere Charaktere, die eine große oder auch kleine Rolle spielen. Bedingt durch den Sprung in diverse Zeitalter und den Geheimnis um die Zeitreisenden begegnet man eine Vielzahl an Personen. Auch wenn es manchmal unübersichtlich scheint, ist es doch nicht verwirrend, da die Autorin den Leser ganz langsam in die Handlung und die bevorstehenden Ereignisse einführt. Verstärkt wird das Verständnis auch durch die diversen Berichte, Übersichten aus den „Chroniken der Wächter“, welche man immer zwischen den einzelnen Kapiteln findet.
Erwartet man eine spannungsgeladene Geschichte, in der ein Ereignis das andere jagt, wird man enttäuscht. Vielmehr gleicht dieser Teil eher einer Ouvertüre, die auf das weitere Geschehen vorbereitet und die Neugier erwecken soll. Und genau dies ist der Autorin auf eine wunderbare Art und Weise gelungen. Umso weiter man durch die Seiten fliegt, umso mehr Dinge werden offenbart, die dennoch nur an der Oberfläche angekratzt werden, um den Spannungsbogen zu erhalten und letztlich diesen weiter aufzubauen. Kerstin Gier hat einen wirklich wunderbaren und doch recht komplexen Roman verfasst. In dem den Leser nach und nach viele Dinge offenbart werden, so das man zu keiner Zeit den Überblick verliert oder man zu sehr mit neuen Informationen bombardiert wird und einem dadurch die Lust am Weiterlesen vergeht. Grund hierfür ist die Tatsache, dass die junge Gwendolyn, genau wie auch der Leser nicht in all die Geheimnisse um die Zeitreisen eingeweiht ist und sie dadurch ebenso brennt, endlich die Wahrheit zu erfahren, wie auch der Leser. Und so geht man gemeinsam mit ihr auf eine recht spannende und beeindruckende Reise.
Schlussendlich kann ich sagen, dass es ein absolut gelungener Auftakt eines Abenteuers, zwischen den Zeiten, ist, der es schafft den Leser schnell mit seiner witzigen und charmanten Protagonisten in den Bann zu ziehen und Lust auf viel mehr macht.










