Rezension vom 26.01.2013
(8)
Nachkriegsgeschichten find ich persönlich immer sehr interessant. Zu sehen und zu erleben, wie die Menschen nach den schrecklichen Ereignissen wieder aufstanden und begannen, sich ein neues Leben aufzubauen.
Brombeersommer geht aber noch tiefer und uns lässt uns hautnah dieses Lebensgefühl nach dem Krieg erleben.
Dörthe Binkert bringt uns diese Geschichte aus der jeweiligen Sicht der drei Hauptprotagonisten nahe.
Theo, welcher nach Vorne schaut und vorankommen möchte. Der sich was leisten will, da er der Meinung ist, im und nach dem Krieg hat man genug leiden und darben müssen. Er lebt meist schon in der Zukunft.
Dann ist da Viola, Theos Frau, die lebenslustige, die das Leben genießt, sich ausleben möchte und sich doch immer wieder fragt,ob das, was sie tut, auch das ist, was sie tun möchte. Sie lebt im Hier und Jetzt.
Und dann ist da noch Karl, welcher nicht vergessen kann, den immer noch Visionen des Krieges plagen und der gesundheitlich angeschlagen ist. Er lebt noch oft in der Vergangenheit, kann die Schrecken schlecht vergessen und zieht sich oft in die Einsamkeit zurück.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach, aber nicht langweilig.
Die Protagonisten sind alle klar gezeichnet und kommen sehr authentisch rüber! Das macht sie sympathisch.
Mein Fazit
Langsam und vorallem leise kommt diese Geschichte daher, packt den Leser und lässt ihn nicht mehr los.
Mit Leichtigkeit verschwand ich in diesem Buch und tauchte erst am Ende wieder auf.
Es war wie eine Reise in eine andere Zeit, wie ein Film aus alten Zeiten.
Dörthe Binkert ist hier ein bemerkenswert trauriges und zugleich lebensbejahendes Buch gelungen.
Ein Buch wie Bombeersommertag, süß und leuchtend, mit ernsten Tönen in seiner Melodie. Einer Melodie unterlegt mit den Schreckens des Todes und den Grauen des Krieges!
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