Ensel und Krete ist ein zamonisches Märchen, geschrieben von Hildegunst von Mythenmetz und von Walter Moers aus dem Zamonischen übersetzt.
Trotz Anlehnung an das bekannte Märchen Hänsel und Gretel, hat es damit natürlich nicht so viel zu tun.
Ensel und Krete sind zwei kleine Fhernhachenkinder, die mit ihren Eltern Urlaub im Großen Wald machen (Diejenigen, die Käpt’n Blaubär gelesen haben, erkennen hier die Verbindung). Trotz großer Warnungen und strenger Vorschriften die vorgegebenen Wege nicht zu verlassen, da sonst tödliche Gefahren lauern, verlaufen die beiden sich im Wald und finden so schnell auch nicht mehr zurück.
In diesem Buch werden also die Abenteuer beschrieben, die Ensel und Krete im Großen Wald erleben. Begeistert haben mich auch hier wieder die wundervollen Illustrationen, die einem helfen sich die seltsamsten Wesen vorstellen zu können und auch die Tatsache, dass Moers diese neuartigen Pflanzen und Tiere so genau beschreibt, dass man denken könnte, es gäbe sie wirklich.
Hildegunst von Mythenmetz, der Autor dieser Geschichte, hat in diesem Werk ein neues Stilmittel einfließen lassen. „Die Mythenmetz’sche Abschweifung“ erlaubt es dem Autor zwischendurch Smalltalk mit dem Leser zu halten. Hier kann er sich von der Seele reden, was er schon immer mal loswerden wollte und so kommt es, dass wir als Leser Einblick in sein Arbeitszimmer haben (detailgetreue Beschreibung seines Schreibtisches und der Umgebung), Gewohnheiten oder politische Einstellungen und Meinungen werden hier ebenso kundgetan. Es irritiert, da man ab und zu den roten Faden verliert. Der Fluss der Geschichte wird immer wieder unterbrochen, auch gerne an ungünstigen Stellen. Ich musste mich doch ab und zu zusammenreißen um diese Abschweifungen nicht zu überblättern.
Die Geschichte ist so sehr schön geschrieben, nicht zu vergleichen mit Käpt’n Blaubär oder Die Stadt der Träumenden Bücher, aber doch recht schön.
Viel enttäuschender fand ich den Teil nach dem Ende. Hier findet man als Leser eine Kurzbiografie des Autors, also Hildegunst von Mythenmetz. Da ich Die Stadt der Träumenden Bücher gelesen habe, in der Mythenmetz den Protagonisten spielt, war ich eigentlich Fan von ihm. Irgendwie hat sich mein Bild ins Negative verrückt, was ich sehr schade finde. Seine Abenteuer in den Katakomben von Buchhaim werden hier gar nicht erst erwähnt, sehr schade.
Insgesamt finde ich 4 Sterne eigentlich zu viel, aber 3 zu wenig, schließlich habe ich es an nur zwei Abenden durchgelesen. Das Buch ist wohl doch Geschmackssache.