My Sister’s Keeper
Anna ist 13 Jahre alt, als sie sich dazu entscheidet ihre eigenen Eltern zu verklagen. Wieso? Weil sie über ihren eigenen Körper entscheiden möchte.
Ihre Eltern sind aufgebracht, denn nicht umsonst gibt es Anna. Sie war kein „Unfall-Kind“, aber auch kein Wunschkind in dem Sinne: Anna ist geplant und ausgesucht, um ihrer großen Schwester, die an einer seltenen Leukämieart erkrankt ist, als Spender zu dienen und ihr das Leben somit zu retten. Zuletzt soll sie ihrer Schwester eine Niere spenden, doch das möchte Anna nicht… sie möchte nicht mehr das „Ersatzteillager“ ihrer Schwester sein.
Der Anwalt Campbell Alexander will ihr, trotz erster Zweifel, helfen und leitet ein Verfahren gegen Annas Eltern ein. Damit beginnt das emotionale Hin und Her. War es richtig von Annas Eltern? Oder war es egoistisch? Wie würde man selbst in diesem Fall handeln, als Elternteil, aber auch in Annas Situation?
Genau das behandelt dieses Buch, was ist richtig, was ist falsch… und wie schwer es ist genau das zu entscheiden. Es gibt in unserer Welt kein Schwarz und Weiß und was passiert ist, ist passiert.
Es stellt eine Familie in einer ständigen Ausnahmesituation da: Kate, Annas ältere Schwester, die um ihr Leben kämpft und ohne Anna schon im Kindesalter verloren hätte. Jesse, der aufgrund der Krankheit seiner Schwester völlig untergeht und kriminell wird, um die Aufmerksamkeit seiner Eltern zu bekommen. Und Anna, die so gerne einfach ein normales Leben hätte, in dem sie keine Rücksicht auf ihre Schwester nehmen muss. So merkt man schnell, dass sich in dieser Familie alles um Kate dreht, obwohl auf sie selbst sich nichts anderes als Normalität wünscht.
Die Autorin weiß es gut diese Missstände aus jeder Perspektive dazustellen, indem sie immer zwischen den Akteure hin und her springt. Schade nur, dass dabei Kate wenig zu erzählen hat, hätte mich sehr interessiert, wie sie ihre Situation schildert.
Dafür haben Champell und Julia, die Annas Vormund während des Prozesses ist, eine große Bedeutung aufgrund ihrer Vorgeschichte, die neben der eigentlichen Geschichte mitläuft, um schlussendlich auch zu erklären, warum Champell sich dazu bereit erklärt hat Annas Fall zu übernehmen.
Ich mochte das Buch, es war spannend und gefühlvoll. Die Charaktere hätten etwas besser ausgearbeitet sein können, so war mir z.B. Anna manchmal für eine 13-jährige doch etwas zu erwachsen, aber gut. Das, was das Buch ausdrücken sollte, kam auf jeden Fall rüber: Für Eltern ist es manchmal extrem schwer zu unterscheiden, vor allem wenn es eben um solch moralischen Dinge geht, entscheiden Eltern doch eher nach ihrem Gefühl. Die überraschende Wendung am Schluss hat mir nicht so sehr gefallen, aber es war in Ordnung (das Ende im Film war besser, muss ich gestehen… realistischer irgendwie).
4 Punkte – Für Gefühl. Und weil es zum Nachdenken anregt. Für die gute Beschreibung von Kates Krankheit und all die Probleme, die es mit sich bringt (Krankenkassen, Ärzte etc.).
Habe das Buch auf Englisch gelesen und kann es auch auf Englisch weiterempfehlen.