Rezension vom 21.02.2011
(7)
Der Debütroman der Autorin führt den Leser auf spannende Weise in den Alltag der Bauern des späten 18. Jahrhunderts. Bittere Armut herrscht im Herzogtum Westfalen, der Adel lebt in Saus und Braus. Kasper Baumann, der älteste Sohn einer Bauernfamilie aus Attendorn, muss sich dem Willen des Vaters beugen, das Kloster, seine wahre Heimat, verlassen und die Familie ins Ungewisse begleiten, die dem Aufruf Maria Theresias auf ein gutes Leben ins ferne Österreich folgt. Nach Wochen voller Leid, Krankheit und Tod erreichen sie Wien. Dort erfährt die Familie, dass sie noch lange nicht am Ziel ist. Ausgemergelt, schmutzig und voller Hoffnung erreichen sie nach weiteren Wochen ihre neue Heimat, die Stadt Simeria an den Ufern des Mures. Dort müssen sie feststellen, dass sie nichts als einem leeren Versprechen der Regentin von Österreich und Ungarn gefolgt sind. Ein bitterer Kampf ums Überleben beginnt.
Der historische Hintergrund ist sehr gut recherchiert.
Die Autorin versteht es, den Leser auf unnachahmliche Weise in den Bann des Geschehens zu ziehen, ihre Charakter sind lebensnah gezeichnet, durch ihre bildlreiche Sprache erweckt sie Schauplätze und Begebnheiten in den schillerndsten Farben zum Leben.
Ich kann diesen historischen Roman, der sich auf angenehme Weise von den abgenutzten weiblichen Helden abhebt, nicht nur den Historik-Freunden empfehlen.
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