Rezension vom 12.05.2013
(1)
...tatsächlich ein Perpetuum Mobile erfunden wurde?
Robert Weber, ein gerade arbeitslos gewordener Patentanwalt, bekommt von einem Unbekannten gravierte Druckplatten zugespielt. Die Platten stammen von Johannes Bessler, einem Mühlenbauer und Erfinder, der Anfang des 18. Jahrhunderts lebte und sich selbst Orffyreus nannte. Orffyreus hatte zeitlebens behauptet, ein funktionierendes Perpetuum Mobile, sein "Bessler-Rad" erfunden zu haben. Damit zog er sich den Zorn einer Vereinigung von Wissenschaftlern zu, der Royal Society unter Vorsitz von Isaac Newton. Da das Rad allen physikalischen Regeln widersprach, setzte die Royal Society alles daran, das Rad zu verunglimpfen und Orffyreus zu verleumden. Robert wendet sich an die Buchrestauratorin Julia Wall, zusammen recherchieren sie die Herkunft der Druckplatten und das Geheimnis, das dahintersteckt. Sie bringen damit eine Maschinerie ins Rollen, die sie in lebensgefährliche Situationen bringt. Denn noch immer ist die Royal Society aktiv und wartet nur darauf, dass der Name Orffyreus fällt.
Der Autor erzählt die Geschichte um Robert und Orffyreus in zwei Zeitebenen und aus unterschiedlichen Sichtweisen, was der Handlung nicht nur Abwechslung, sondern auch Tempo verleiht. Dabei ist der Schreibstil flüssig zu lesen, bildhaft und anspruchsvoll. Beide Stränge, sowohl der des Orffyreus 1714 und auch der Strang in der Gegenwart sind spannend. Nicht nur durch die Handlung, sondern das Thema an sich. Geht es doch um nicht weniger als den Menschheitstraum schlechthin, ein funktionierendes Perpetuum Mobile zu bauen.
Um die Person Orffyreus baut Tibor Rode seine fiktive Geschichte in der Gegenwart auf. Besonders interessant sind die historischen Fakten und Persönlichkeiten, die tatsächlich existierten, was die Geschichte so lebendig werden lässt. Die Geschichte ist logisch aufgebaut, nicht vorhersehbar und wartet mit immer neuen und überraschenden Wendungen auf.
Mein Fazit: "Das Rad der Ewigkeit" ist ein anspruchsvoller, gut recherchierter, spannender Roman um eine groß angelegte Verschwörungstheorie, der mich fasziniert und von der ersten Seite an gefesselt hat. Es ist aber auch eine Geschichte, die zu zum nachdenken anregt. Ein gelungenes Debüt und die perfekte Vorlage für eine Verfilmung. 6 von 5 Sternen!
Mehr
Weniger
0 Kommentare