Rezension vom 27.12.2011
(5)
Red Riding Hood wurde von der Autorin nach dem gleichnamigen Film geschrieben. Das merkt man auch manchmal im Verlauf der Geschichte. An manchen Stellen kommt man sich vor, als liest man in einem Drehbuch. Trotzdem ist Red Riding Hood ein bezauberndes Märchen, eine etwas andere Rotkäppchen Geschichte, wenn man so will.
Die Story dreht sich um Valerie, die mit ihrer Familie in dem Dorf Daggerhorn wohnt. Dort kommt es schon seit vielen Jahren zu regelmäßigen Wolfsangriffen. Die Bewohner versuchen, den Wolf mit Opfergaben zu besänftigen und das geht auch lange Zeit gut. Doch dann greift der Wolf einen Menschen an, Valeries Schwester Lucie.
Valerie ist im Gegensatz zu ihrer braven und gehorsamen Schwester Lucie oft ungehorsam und störrisch, sie sucht die Einsamkeit. Nach dem Tod ihrer Schwester ist sie sehr niedergeschlagen und traurig. Dann muss sie auch noch erfahren, dass sie mit Henry verheiratet werden soll, dem Sohn des reichen Schmieds, den sie überhaupt nicht liebt. Sie ist in Peter verliebt, einen Freund aus Kindertagen, den sie allerdings schon einige Jahre nicht mehr gesehen hat. Peter taucht dann plötzlich wieder auf und schon flammen Valeries Gefühle für ihn wieder auf, denn er ist gutaussehend und geheimnisvoll.
In der englischen Version des Buches sind hin und wieder einzelne Gedanken der Protagonisten kursiv abgedruckt. Sie geben dem Leser einen kurzen Einblick in die Gedanken des jeweiligen Protagonisten. Trotzdem hatte ich oft den Eindruck, dass die Gefühle der einzelnen Personen oft nicht immer spürbar sind.
Red Riding Hood ist eine spannende und mitreißende Story. Ständig ist man am rätseln, wer denn nun der Wolf sein könnte. Hat man einen Verdächtigen gefunden, stellt man kurz später fest, dass man sich doch geirrt hat. Leider lässt die Autorin ihre Leser im Unklaren über die Identität des Wolfs. Auch nach Beenden des Buchs kann man nur Vermutungen anstellen.
Nachdem ich das Buch gelesen hatte, habe ich mir auch den Film dazu angeschaut. Ich fand ihn ganz gut umgesetzt, allerdings ist der Anfang sehr unterschiedlich zu dem Buch. Im Gegensatz dazu erfährt man im Film wenigstens, wer denn eigentlich der Wolf ist…
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