Rezension vom 24.04.2013
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Brandon Tolliver’s Abenteuer beginnt, als er einer Nachbarin zu Hilfe eilt, deren Replikant außer Kontrolle gerät. Ein Haushaltshelfer, dem Brandon zuvor schon begegnete und den er absolut widerwärtig findet. Ein künstlicher Zwerg, bei dem er nur zu gern heldenhaft die Notabschaltung betätigt. Hätte die alte Dame den scheußlichen Zwerg danach einfach im Schrank gelassen, wären die Dinge vielleicht anders gekommen.
Als er ihr das nächste Mal begegnet ist der Replikant wieder aktiv, wurde vom Hersteller UMC repariert, doch das ist nicht alles – auch der Körper der Nachbarin wurde offensichtlich modifiziert. Wer sind die weißen Männer, die nun Jagd auf ihn machen? Was hat seine Freundin Sooka mit ihnen zu schaffen? Und wer, verdammt noch mal, wird ihm aus diesem Schlamassel in den er da geraten ist, wieder heraushelfen?
Arthur Gordon Wolf zeichnet ein düsteres, aber vorstellbares Bild einer Zukunft, in der Kommerz, Geld und absolute Überwachung das Leben bestimmen. Sprachlich gekonnt nimmt er mit auf eine düstere Reise. Eine Welt, die wir so vielleicht sogar im Ansatz schon erleben:
„Vorbei waren die Zeiten. In denen Menschen mit versteckten Kameras beobachtet wurden, heutzutage offenbarte man ganz freimütig seine intimsten Geheimnisse, die „Beichtmutter“ musste nur statt eines verstaubten Talars, Dessous von Victora’s Secret tragen“ (S.82)
Der Verkaufspreis von 9,95 für dieses doch relativ schmale Büchlein ließ mich im ersten Moment schlucken. Doch rückblickend habe ich die Anschaffung nicht bereut.
Die weißen Männer ist Teil an einer Reihe, an der der Autor arbeitet und relativ kurz. Man könnte diesen Teil als einzelnes Serial betrachten, oder als lange, auch eigenständig lesbare Kurzgeschichte. Einen Blick drauf zu werfen lohnt sich definitiv, auch wenn die Geschichte einen am Ende nicht ganz zufrieden zurücklässt. Das liegt jedoch nur daran, dass man gerne noch viel weiter lesen würde, um zu erfahren, wie Brandons Story ausgeht.
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