Ich hab nun lange hin und her überlegt, wie ich diese Rezension schreiben soll... Schwierig, schwierig!
Denn, und das vorweg, obwohl das Buch seine berechtigten Kritikpunkte und Schwächen hat, hat es mich einfach mitgenommen, berührt und umgehauen... (Klingt bei SO einem Buch natürlich ganz toll! augenverdreh)
Für all diejenigen, denen die ganze Rezension zu viel ist (sie ist wirklich sehr lang geworden, obwohl ich nicht alles geschrieben habe, was ich wollte), habe ich unten eine Kurzzusammenfassung erstellt.
Einfach runterscrollen! :)
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Zur Story:
Die 21-jährige jungfräuliche und absolut naive Literaturstudentin Ana, trifft bei einem Interview, dass sie für ihre Freundin Kate führt, auf den 27-jährigen mehr als stinkreichen Christian Grey.
Seines Zeichens Boss eines riesigen Unternehmens und, was Anna zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, leidenschaftlich dominanter BDSMler.
In Anna sieht er die perfekte Sub. Und auch wenn sich das als Irrtum entpuppt beginnt eine leidenschaftliche Affäre, bei der man nicht immer so recht weiß, wer jetzt wen unter Kontrolle hat, dominiert und führt.
Wer mehr über die Story wissen will, soll einfach mal in den diversen Zeitungsartikeln nachschauen, die momentan wie Pilze aus dem Boden sprießen.
Denn, wie das nun mal ist, will jeder etwas vom Skandalkuchen abhaben!
Dabei ist daran nicht wirklich etwas Skandalträchtiges! Bücher mit Erotik, Porno oder gar dem "Pfui!Pfui!"-bösen Thema BDSM (was wie ein riesiges Neonschild über der Marketingstrategie des Buches leuchtet) gibt es genug.
Da hab ich persönlich schon "schlimmeres" gelesen!
Und da sind wir auch schon beim Krux der Geschichte. Zumindest bei einem davon!
Die Kritikpunkte die in den ganzen negativ Rezensionen (ob nun bei Ama oder sonst wo) stehen, sind durchaus berechtigt. Aber!
Doch erstmal zum negativen (auch wenn man das so rum normalerweise nicht macht und es meiner ehemaligen Deutschlehrerin vermutlich in den Fingern juckt, wenn sie das liest! ;) ).
Shades of grey ist:
-Schlecht geschrieben?! Ja und nein! Es gibt diese, wirklich, wirklich nervigen ständigen Wiederholungen. Anna wird rot, es zieht ihr irgendwo in der unteren Bauchregion, irgendwem fällt wegen irgendwas die Kinnlade herunter usw. usf.
Dennoch ist ein gewisser Lesefluss da, der einem wirklich teilweise den Atem nimmt, die schlechten Widerholungen überlesen und vergessen läßt und das Buch zu einem wahren Page Turner macht.
Da sind wir dann auch schon an Punkt Nummer 2:
-Das ist doch nur ein Porno?! Wieder ein klares Ja und nein! Tja, da ist man gerade im Lesefluss drin und will unbedingt wissen was Ana nun mit Christian ausdiskutieren will und dann v.. äh haben die beiden schon wieder Sex und vorbei wars mit dem Diskutieren, der Spannung und dem Lesefluss.
Die Sexszenen sind gut ge- und beschrieben und ich kann einige Kritiken nicht nachvollziehen, in denen steht, das die Gespräche wärend dieser Szenen kindisch, jung und naiv wirken... Ja mein Gott! Das Mädchen ist halt bis vor kurzem noch Jungfrau gewesen und er hat auch noch nie "Blümchensex" gehabt!
Mir ist schon klar, dass in einem Erotikbuch Sex ein Thema ist und vorkommt, nur beim 3. mal innerhalb von (gefühlten) 40 Seiten, ist das Limit erreicht.
Ein bisschen wenigere, dafür intensivere Sexszenen hätten das ganze schon gerettet. Oder einfach diese Szenen an Stellen platziert, an denen sie nicht den Lesefluss beeinträchtigen.
Der Sex führt uns auch zu Kritikpunkt Nummer 3:
-BDSM?! - Ja, tja... Leute ich kann euch beruhigen! Das ganze ist, zumindest aus meiner Sicht vollkommen harmlos und "Massen tauglich". Klar, dass musste ja auch für ein breiteres Publikum funktionieren.
Also wird nur ein bisschen viel darüber diskutiert, ein paar Mal Ana angekettet und ein wenig die Peitsche, sorry, Reitgerte geschwungen und schon ist gut! Vom Hintern versohlen mal abgesehen.
Wer da mehr will, soll genretypische Bücher lesen. Ich denke, bei einem solchen Erfolgsroman sollte klar sein, dass das nichts allzu Heftiges sein kann!
Daher ist das auch nicht wirklich ein Kritikpunkt!
So viel zu der Kritik und nun kommt das, für mich, sehr überraschende:
ICH LIEBE DIESES BUCH!
Ja, ich oute mich!
Die Beziehung zwischen Christian und Ana ist einfach so fesselnd (was ein Wortspiel), spannend und genial, dass ich dieses Buch am liebsten in einem durchgelesen hätte.
Wenn ich grad nicht lesen konnte (Arbeit, Essen, Schlafen, Leben halt...) musste ich darüber nachdenken, wie es wohl weitergeht und was die beiden als nächstes machen.
Mit Christian Grey hat E.L. James einen Helden erschaffen, der den meisten Frauen gefallen wird!
Er ist so kaputt, dass er automatisch diesen Wunsch weckt: "Komm her! Ich nehm dich in den Arm! Dann wird das schon wieder! Alles wird gut! Ich kann dich ins Licht führen!" ;) Was bei Ana ja auch genau so wirkt. Die Figur spricht den Beschützer bzw. "Mutterinstinkt" in uns an.
Dazu ist er dann dominant genug um als richtiger Kerl durchzugehen und die Frau zu führen. Er ist dann aber doch an den richtigen Stellen einfach nur einfühlend und süß.
Hald 50 verschiedene Facetten (auch wenn ich jetzt beim Lesen nicht ganz so viele an ihm entdecken konnte! Kommen ja auch noch 2 Bücher!)...
Ana ist lieb, erst ein bisschen und zum Ende hin wirklich sehr naiv und ein Gutmensch wie sie im Buche steht... (Was hab ich heute tolle Wortspiele ;) )
Die Leser erleben die Geschichte ja auch komplett aus ihrer Ich-Perpektive (auch wenn diverse Unterbewustsein und innere Göttinnen, da noch ein Wörtchen mit zu reden haben).
Und auch wenn man einige äh viele Sachen vermutlich vollkommen anders gemacht hätte, kann man ihre Handlungen nachvollziehen. Wenn auch mit einem Augenverdrehen ;)
Die beiden ergeben einfach ein hochexplosive Mischung!
Da es in dem Buch wirklich nur um die beiden geht, bleibt dabei nicht mehr zu sagen!
Ich habe beim Lesen wirklich mitgefiebert, mitgefühlt und mit Ana geweint. Das Buch hat mich emotional vollkommen mit auf seine Achterbahnfahrt genommen und beschäftigt mich selbst jetzt noch sehr stark!
Und eben das macht für mich ein richtig gutes Buch aus. Da sehe ich auch gerne mal über diverse Kritikpunkte hinweg.
Denn das können so nur wenige Bücher.
Ich habe direkt den Schuber mit allen 3 englischen Ausgaben bestellt, um zu wissen wie es mit Christian und Ana weitergeht!
Wer sich also auch auf ein Buch einlassen kann, wenn es diverse Kritikpunkte gibt und einfach nur gut unterhalten werden möchte, sollte dieses Buch lesen. Vorausgesetzt ihr habt nichts gegen explizit beschriebenen Sex in Büchern.
Wer das ganze als Tabubruch sieht oder einfach "hohe" Literatur lesen will, sollte die Finger davon lassen. Denn ganz ehrlich hohe Literatur ist es nicht!!!
Ich muss trotz der, eigentlich vielen Kritikpunkte
5+/5 Sterne
geben.
Für weniger hat mich das Buch einfach zu sehr mitgenommen und beschäftigt. Auch wenn ich jetzt leicht das Gefühl habe "oversexed" zu sein... :)
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Kurz und Gut (für alle die nicht die ganze Rezension lesen wollen):
Shades of grey hat defintiv seine Schwächen. Es gibt ständige Wiederholungen in der Wortwahl, zu viel Sex und für die Werbung zu wenig BDSM, aber es ist, für diejenigen, die sich drauf einlassen wollen, eine Achterbahnfahrt der Gefühle.
Man leidet mit, man fiebert mit, man freut sich mit und man verliebt sich auch ein Stück weit mit in diesen sympathisch-kaputten Mr. Grey.
Die Charaktere sprühen vielleicht nicht gerade vor Orginalität, sind dennoch definitv liebenswert.
Die Geschichte beschäftigt einen auch über die letzte Seite hinaus und wenn ich es mal weg gelegt habe, konnte ich doch nur an das Buch denken.
Und das alles macht ein gutes Buch aus, ob da nun Fehler drin sind oder nicht!
Wirklich zu empfehlen!