"Das System sagt, wen du lieben sollst- aber was sagt dein Herz?“
Die 17-jährige Cassia lebt in einer Gesellschaft, in der man nicht selbst bestimmen kann, welchen Beruf man erlangen möchte aber auch mit wem man den Rest seines Lebens verbringen möchte. So rückt auch ihr großer Tag näher, der Tag der „Paarung“, an dem sie erfährt, welchen perfekten Partner das System für Cassia ausgewählt hat, den sie dann mit 21 Jahren heiraten soll. Überraschend für alle, wird als Cassias Partner ihr bester Freund Xander ausgewählt. Trotz ihrer Begeisterung, dass es Xander ist, den sie schon ihr ganzes Leben kennt, vermisst Cassia das Gefühl der Neugier. Denn dieses Gefühl erleben die anderen Mädchen in ihrem Alter, die ihre Partner erst kennen lernen.
Trotz dessen möchte sie auf dem Mikrochip, der Cassia nach der Bekanntgabe ihres Partners überreicht wurde, die Informationen über Xander anschauen. Aber dann passiert etwas Merkwürdiges. Auf dem Bildschirm erscheint das Foto eines anderen Jungen. Obwohl das Bild sehr schnell wieder verschwindet, kann sie erkennen, dass es das Gesicht von Ky war, der in der gleichen Straße wie sie wohnt. Cassia ist völlig aufgewühlt, weiß aber nicht, wem sie sich anvertrauen kann. Im Namen des Systems wird ihr versichert, dass es sich um einen Fehler handelt, und Cassia immer noch mit Xander gepaart ist. Doch seit diesem Ereignis sind Cassias Gedanken nur bei Ky. Auch Ky zeigt an Cassia mehr Interesse als vorher. Obwohl beide wissen, dass eine gemeinsame Zukunft höchst unwahrscheinlich ist, kommen sie sich näher. Dabei begeben sie sich beide in Gefahr…
Cassia lebt in einer Welt in, der alles kontrolliert wird, sogar zu Hause kann man sich nicht sicher fühlen. Doch die Menschen glauben, dass die „Gemeinschaft“ nur das Beste für das Volk will. So treffen die Menschen keine eigenen Entscheidungen und gehorchen, oft sogar unbewusst, dem System. Um besser kontrolliert zu werden, trägt jeder Mensch seinen eigenen Behälter mit einer blauen, einer grünen und einer roten Tablette stets bei sich. Damit die Bevölkerung kulturell nicht zu „übersättigt“ ist, existieren nur 100 Gemälde, 100 Lieder und 100 Gedichte, die von der „Gesellschaft“ ausgesucht wurden. Der Rest wurde zerstört. Sogar die Dauer des Lebens der Menschen wird von der Regierung bestimmt. Fast jeder stirbt an seinem achtzigsten Geburtstag. So muss auch Cassias Großvater an seinem letzten Geburtstag sterben. Je mehr man über die „Regeln“ der „Gesellschaft“ erfährt, desto sprachloser wird man. Wie kann jemand so etwas den Menschen antun?
Allmählich bemerkt auch Cassia, dass ihre Welt nicht perfekt ist. Obwohl sie am Anfang einen sehr naiven Eindruck auf den Leser macht, entwickelt sie sich im Laufe der Geschehnisse zu einer starken Persönlichkeit, die versucht das Vorgehen der Gesellschaft zu durchschauen. Aber erst durch Ky fängt Cassia an, die Dinge anders zu sehen. Ky versucht, sich der Gesellschaft anzupassen, und wirkt dadurch auf den Leser sehr zurückhaltend und in sich gekehrt. Doch allmählich entdecken der Leser und Cassia gemeinsam den wahren Ky, dessen Vergangenheit sehr grausam war.
In diesem Roman werden die Gefühle der beiden Hauptpersonen weniger durch Berührungen, Umarmungen und Küsse gezeigt, als vielmehr durch Worte und Gedichte, was vielleicht auf den ersten Blick zu harmlos erscheint. Doch wenn man bedenkt, dass sie Liebe zwischen Cassia und Ky nicht sein darf und sie immer wieder beobachtet werden, haben sie nur diese Möglichkeit, sich so ihre gegenseitige Zuneigung zu zeigen. Zum Ende hin bleiben noch viele Fragen offen. Schließlich ist das Buch erste der erste Band einer Trilogie.
Ich bin rundweg begeistert von diesem Buch. Für mich persönlich ist es nicht so schlimm, dass die Liebesgeschichte nicht so stark vertieft wurde, wie man vielleicht nach dem Lesen des Klappentextes erwartete. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!