Rezension vom 22.09.2012
(9)
Irgendwie wurde ich von Anfang an in die Handlung hineingesaugt, gefesselt, wie auch immer. Der Autor macht es einem mit Erzähltrick zumindest dann nicht leicht, wenn man stückchenweise in der Straßenbahn lesen möchte. Dann fragt man sich verwirrt, wo man denn gerade ist. Ich habe mir also den Spaß geleistet, die Fäden, die der Roman aufnimmt, einmal zu sammeln:
Die wichtigsten sind die des verwöhnten Teenies Uljana und ihrer jugendlichen Freunde. Durch einen Computerfehler anfangs auf sich allein gestellt, müssen sie ein Verhältnis zu einem fremden Planeten und den Wesen und Verhältnissen darauf finden. Ihr zweifelhaftes Glück: Sie geraten früh in Gefangenschaft.
Dann ist da die Jugendbande um das im Krieg geschändete Eingeborenenmädchen Onja. Mit irgendwelchem Grün bewachsen sind sie unbekleidet nicht nackt und kämpfen für die Freiheit der Koom, eines idyllischen Volksteils der Pondos.
Der andere Volksteil, die Weih, wird „repräsentiert“ durch einen Geheimdienstler namens „Breckoro“, dessen Ziel die Macht auf dem ganzen Planeten ist, der dazu ein Massaker unter den eigenen Leuten unter falscher Fahne organisiert, damit er Krieg führen kann und oberster Herrscher im bisherigen Koom-Land wird, sekundiert von einem besonders schleimigen Stellvertreter.
Breckoro „verliebt“ sich dort in Uljanas Mutter, die es immer allen recht machen möchte.
Dann sind da die Kari, intelligente Riesenameisen, die sowohl auf einem Himmelskörper in der Nähe als auch in einem militärischen Sperrgebiet zwischen den bisherigen Koom- und Weih-Ländern siedelten. Diese Wesen funktionieren nur als Gruppe / Schwarm und brauchen das Raumschiff zur Erhaltung der eigenen Art.
Dann handelt noch die Masse der erwachsenen Menschen, die eigentlich von der Erde geflüchtet waren, weil sie die unbewohnbar gemacht hatten, unter Führung des besitz- und machthungrigen George Maratin auf dem neuen Planeten aber so weiter machen, wie sie es gewohnt waren. Dem kommt Breckoros Absicht, jemanden zu finden, der die Schweinereien im frisch eroberten Koom-Land verantworten muss und den Zorn deren Einwohner auf sich zieht.
Dazu kommen natürlich die kleinen Eifersüchteleien, wer wo Chef sein darf.
Na, die Familie von Onja hätte ich fast vegessen. Irgendwie liebe Leute, die nicht damit zurecht kommen, plötzlich in eine Welt von Gewalt gerissen worden zu sein.
Damit alles SF-mäßig ablaufen kann, sind die Menschen mit Replikatoren ausgestattet, die auch Waffen herstellen können, und mit Translatoren, die nur den Sprachschatz der Fremden analysieren müssen, um ihn danach zu übersetzen …
Habe ich wen oder was vergessen? Bestimmt. Na, erwähn ich noch den Rauschwasser-See, den man auf dem Cover erahnt, der für spannende und heitere Szenen sorgt … einschließlich einer Massenverbrüderung.
Bürgerkrieg in einer fernen abe irgendwie vertraut erscheinenden Welt.
Nur so viel: Teile der Jugendlichen müssen die „Guten“ abgeben … und sie tun da auf sehr eigene Weise …
Was aus den einzelnen Fäden wird, darf ich wohl nicht verraten. Höchstens, dass ich bei dem „Ende“ eine Fortsetzung wünschte. Langweilig würde auch die bestimmt nicht ...
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