Können vorgefertigte Arrangements aus fremder Hand eigene Wohnbedürfnisse langfristig befriedigen? Uwe Linke, Einrichtungscoach und Vertreter der modernen Wohnpsychologie, schreibt hierzu:
„Es entspricht häufig der Praxis, dass Kunden um Ratschläge fragen, und es findet sich immer jemand, der gerne „Rat-Schläge“ erteilt. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass Rat suchende Menschen eher nach einem Leitfaden für die eigene Entscheidungsfähigkeit suchen, als das sie tatsächlich wissen wollen, was andere als gut für sie befinden.“
Das Zitat verweist auf die Grundthese der Wohnpsychologie, welche lautet:
Die Antwort auf die Frage nach dem idealen, weil authentischen Zuhause ruht in einem selbst und wartet darauf, mittels Selbsterforschung aus dem Dornröschenschlaf geweckt zu werden.
Diese Ich-Gerichtetheit verleiht dem Ansatz eine ungeheure Elastizität: Er passt sich dem Ratsuchenden und seinem Kulturkreis, dem konkreten Raumangebot und Geldbeutel an. Zudem verzichtet er gänzlich auf ästhetische Imperative. Konsequenterweise verzichtet der Autor auf effektvolle Aufnahmen durchgestylter Interieurs. Stattdessen bietet er einen Selbsttest und relevante Leitfragen als Inspirationshilfe an.
Hat man sich, seine Träume, Wünsche und aktuelle Wohndefizite kennen gelernt, besteht die realistische Chance, ein glückbringendes, authentisches Zuhause zu schaffen. Es folgt keinen vorgefertigten Konzepten, sondern geht auf die Bedürfnisse des Bewohners ein und respektiert die essenziellen Werte Sicherheit, Nähe, Ruhe und Rückzugsmöglichkeit, die von Person zu Person unterschiedliche Stellenwerte genießen können.
Aus der Orientierung an der individuellen Biografie sowie Präferenzen und Bedürfnissen geht die Maxime der Wohnpsychologie hervor: keine Bewertung, nur Deutung. Wer im Badezimmer Sichtbeton verbaut hat, Laminat dem Teppichboden vorzieht und Holzverkleidungen klasse findet, muss sich vor keinem Einrichtungsguru rechtfertigen, sondern lediglich die Frage nach dem Warum beantworten – im Stillen für sich selbst. Warum habe ich mich ausgerechnet für diese Gestaltungsmöglichkeiten entschieden? Warum habe ich andere Gestaltungsmöglichkeiten verworfen? Und: Was sagt das über mich und meine Bedürfnisse aus?
Fazit: Ein einfühlsamer Begleiter für die Reise zum Selbst. Diese Mini-Einführung in die Wohnpsychologie widmet sich in informativer Kürze allen Einrichtungsaspekten und Räumen – vom Keller, über das Bad bis hin zum Schlafzimmer; von der Farbe, über die Beleuchtung bis hin zum Bodenbelag ...