Der Goldene Kompass
Ich konnte das Buch einfach nicht aus der Hand legen. Die Geschichte beginnt ganz plötzlich, der Leser wird direkt hineingeworfen und muss sich erst einmal zurechtfinden, während er Lyra bei ihrem Versuch, sich in den Ruheraum des Jordan College zu schleichen, beobachtet. Bis ich verstanden habe, was eigentlich die Dæmonen sind und was sie tun, hat es eine Weile gedauert, aber das stört das Leseverständnis nicht weiter. Die Idee hinter den Dæmonen, die einen Teil der Seele ihres Menschen verkörpern, gefällt mir sehr gut. Auch die Panzerbären finde ich sehr gelungen, im Gegensatz zu den Hexen, die auf mich eher desinteressiert, distanziert und ein wenig weltfremd wirken.
Aber worum geht es eigentlich?
Lyra gerät mitten in einen Vortrag ihres Onkels Asriel hinein, der Unterstützung für eine Expedition in den Norden sucht. Kurz darauf verschwinden immer wieder Kinder und gerade als Lyras bester Freund Roger ebenfalls verschwindet, lernt sie Mrs Coulter kennen. Diese geheimnisvolle Frau möchte Lyra zu ihrer Assistentin machen und anschließend mit in den Norden nehmen.
In der Hoffnung dort Roger zu finden und aus den Fängen der „Gobbler“ befreien zu können, beschließt Lyra mit ihr zu gehen. Kurz vor ihrer Abreise erhält sie ein Alethiometer – einen Wahrheitsmesser. Und so stürzt Lyra sich in ein spannendes und gefährliches Abenteuer mit vielen Wendungen, voll Hoffnung und Geheimnissen, dessen atemberaubendes Finale sie und ihren Dæmon Pantalaimon sogar in eine andere Welt führt…
Das Magische Messer
Im zweiten Teil lernen wir Will kennen, der sich um seine kranke Mutter sorgt und seinen Vater nie gekannt hat. Als sie von Männern verfolgt werden, die etwas in ihrem Haus suchen, bringt Will seine Mutter in Sicherheit, findet den gesuchten Gegenstand und beschließt, seinen Vater zu suchen. Dabei gelangt er in eine andere Welt, in der er auch auf Lyra trifft. Die beiden freunden sich an und bestehen gemeinsam ein weiteres, spannendes Abenteuer, in dessen Verlauf Will auf das Magische Messer trifft…
Außerdem wird die Geschichte von Lee Scoresby erzählt, der alles tut, um Lyra zu helfen. Ebenso wie die Hexen, die diesmal besser in die Geschichte passen. Auch Mrs. Coulter taucht wieder auf, noch gerissener als zuvor…
Dieses Buch ist ebenso spannend geschrieben wie der erste Teil, dennoch wirkt es auf mich ein wenig „gezwungen“ – als müsste einfach erzählt werden, was es mit dem Magischen Messer auf sich hat und die Geschichte drum herum wird nur nebenbei erzählt. Es läuft also alles auf den dritten Band hinaus, auf den großen Krieg, in dem über die Zukunft aller Welten entschieden wird.
Das Bernstein-Teleskop
Und das Abenteuer geht weiter! Zunächst steht Will vor der nahezu unlösbaren Aufgabe Lyra zu finden und aus den Fängen von Mrs. Coulter zu befreien. Wir lernen Engel und Mulefa kennen, von denen vor allem die Mulefa liebevoll ausgearbeitet und höchst interessant sind. Wir erfahren, was „präventive Absolution“ bedeutet und welche Interessen die Kirche in dieser Geschichte verfolgt. Und natürlich begleiten wir Will und Lyra auf ihrem gefährlichen Weg durch die Welten zum Land der Toten. Zusammen mit Mary und ihrem Teleskop finden wir außerdem heraus, wie Staub aussieht und sich verhält.
Das Abenteuer läuft am Ende auf die von Lord Asriel geplante große Schlacht hinaus, deren Entwicklung überraschend und eher unerwartet verläuft…
Lyras Geschichte hat mich gefesselt und in ihren Bann gezogen und ich kann sie einfach nur jedem vorbehaltlos empfehlen. Dieses Buch ist wirklich der krönende Abschluss der Trilogie und ich denke, wer ein wenig zwischen den Zeilen liest, kann einige Dinge für sein eigenes Leben lernen…
Und denkt immer daran: Erzähle ihnen Geschichten.