In diesem Gruppe diskutieren die Testleser über das Buch "Das Gegenteil von oben von Oliver Uschmann".
Ordnung muss sein, sagt Dennis’ Mutter. Ordnung muss sein, denkt sich Dennis, aber was ist schon in Ordnung im Leben eines Fünfzehnjährigen? Sein Vater hat sich vor zwölf Jahren aus dem Staub gemacht, das Mädchen, das er liebt, ist für ihn unerreichbar und sein bester Freund hat nichts Besseres zu tun, als ihn immer wieder vor der ganzen Klasse zu blamieren. Als wäre das nicht schlimm genug, fühlt Dennis sich seit einiger Zeit beobachtet. Auf dem Dach des Hochhauses gegenüber steht er, der Fremde, nachts, und tastet Dennis’ Zimmer durch die Linsen seines Fernglases ab.
Dennis weiß das, denn er ist selbst ein Beobachter. Er schaut hin und schenkt einer gelangweilten Oma Sudokus, schreibt einem depressiven Single aufmunternde Briefe und schlichtet den Zank eines jungen Paares. Alles aus dem Verborgenen. Ordnung muss sein.
Gar nicht in Ordnung findet Dennis, dass sich plötzlich sogar Familie Tange streitet, sein liebstes Beobachtungsobjekt. Kann denn nicht wenigstens da alles gut sein? Als dann der Sohn des Tanges weg ist, kommt Dennis ein übler Verdacht: Hat der Fremde auf dem Dach etwas mit dem Verschwinden des Jungen zu tun?
Der Gedanke lässt Dennis nicht mehr los. Er weiß, er kann nicht abwarten, ob der Junge wieder auftaucht. Er muss etwas tun, und zwar sofort. Dennis gibt seinen Beobachterposten auf und wird zum Handelnden. Wie die Helden seiner Videospiele nimmt er die Fährte auf und findet im Keller des Hochhauses Hinweise, die das Grauen in sein Leben einbrechen lassen. Doch warum ist er der Einzige, der das Offensichtliche erkennt? Warum sieht niemand sonst hin?
Als selbst seine Mutter und seine Freunde beginnen, ihn für verrückt zu halten, taucht Dennis unter: Um sein Leben wieder in Ordnung zu bringen, muss er sich dem, was ihn im Keller erwartet, allein stellen. Was er entdeckt, bringt seine ganze Welt ins Wanken. Am Ende wird nichts mehr so sein wie zuvor.