Wölfe in der Nacht

von Ángel Santiesteban 
5,0 Sterne bei1 Bewertungen
Wölfe in der Nacht
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Inhaltsangabe zu "Wölfe in der Nacht"

Der Erzählungsband 'Wölfe in der Nacht' des kubanischen Autors Ángel Santiesteban erzählt von einem anderen Kuba, fern der Postkartenidylle und des scheinbar so karibisch-leichten Lebensflairs: verstörend, eindringlich, hochpolitisch.

Unbeirrbar erhebt der Kubaner Ángel Santiesteban seine Stimme gegen Willkür und Unterdrückung. Seine Erzählungen sind durchwebt von eigenen Erfahrungen, ihr Spektrum reicht von phantastisch bis zu erschütternd real: Da verschwindet eine Figur aus ihrem Roman, um der Zensur zu entgehen; eine hungrige Meute Männer zieht im Dunkel der Nacht los, um das Fleisch toter Rinder zu stehlen; inmitten einer ausgelassenen Feier suchen einen Soldaten Erinnerungen an den Angola-Krieg heim.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783103973082
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:272 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:26.10.2017

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor einem Monat
    ‚Bis es weh tut.‘


    ‚Wie lange muss man geben?‘

    ‚Bis es weh tut.‘> (Seite 47)

    Der kubanische Autor Ángel Santiesteban - einst vom kommunistischen Regime Kubas gefeiert und gefördert, dann der Selbstzensur unterworfen, schließlich verboten und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt - erzählt in ‚Wölfe in der Nacht‘ von Hunger, Polizeiwillkür, Bestechung, Denunziation, Militärdienst, Tod, Gefängnis, Einsamkeit, Geheimpolizei, Folter, Prostitution und Gewalt, aber auch von Kameradschaft, Beistand, Freundschaft, Liebe, Rückhalt, Mitgefühl und Menschlichkeit.

    In anspruchsvoller, aber schnörkelloser und klarer Sprache bietet Santiesteban Einblicke ins Leben und die politische Situation in Kuba, vermag es dabei, den Leser zu fesseln und zu bewegen, auch wenn seine bisweilen allzu detaillierten Beschreibungen oft schockieren und dazu führen, dass man sich bei den beschriebenen Grausamkeiten in den Gefängnissen, bei den geschilderten Verhöhnungen, Beleidigungen und Abwertungen angeekelt abwenden möchte.

    Santiestebans Erzählungen, die aufgrund des Publikationsverbots in Kuba zu einem großen Teil auf Spanisch unveröffentlicht sind und mit ‚Wölfe in der Nacht‘ erstmals auf Deutsch erschienen, sind durchweg düster und unheilvoll. Santiesteban berichtet hier vom Leben und Überleben in Kuba, wobei er sowohl Alltagssituationen wie den tagtäglichen Hunger und die damit verbundene Verzweiflung der Menschen als auch Ausnahmesituationen wie Gefängnisaufenthalte thematisiert. Eines haben alle Erzählungen gemeinsam: Man liest hier nichts, was man normalerweise mit Kuba assoziiert, sondern erfährt von den dunklen Momenten, von Willkür und Brutalität.

    Mich haben diese Geschichten aus literarischer Sicht sehr beeindruckt und emotional sehr aufgewühlt. Ich wünsche ‚Wölfe in der Nacht‘ viele Leser und hoffe, dass ich in Zukunft noch mehr von Santiesteban lesen darf, der seine Heimat Kuba trotz aller Widrigkeiten nicht verlassen hat und auch nicht verlassen möchte.

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    die existentielle, auch sprachliche Härte dieser Prosa kann man nur bewundern […] Man muss […] von allen Illusionen lassen. Literarisch wird man dafür aufs erstaunlichste belohnt.

    Es gibt keinen schwachen Text in dieser Sammlung, nichts Flaues, Bequemes. […] Er ist ein Künstler, der bereit ist, über sich selbst herzufallen.

    Mit bitterem, jedoch verhaltenem Humor verhandelt der kubanische Schriftsteller Wut und und Ohnmacht gegenüber der staatlichen Zensur.

    Die grandiosen Erzählungen des Kubaners Ángel Santiesteban erschüttern bis ins Mark […] das seit langem beste Buch aus und über Kuba.

    So eindringlich wie Angel Santiesteban erzählt in Kuba niemand sonst […] von einer existenziellen Verlorenheit.

    Diese Geschichten sind wie ein Schlag in den Magen, brutal und direkt.

    […] ein Erzählband, dem man viele Leser wünscht, weil er nüchtern und präzis verstörende Lebenswelten beschreibt ohne sie resigniert zu akzeptieren.

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