Ásgeir Jónsson Der Fall Island

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Inhaltsangabe zu „Der Fall Island“ von Ásgeir Jónsson

Island ist das bisher prominenteste Opfer der globalen Wirtschaftskrise. Die 300.000 Einwohner zählende Insel wurde wie kein anderes europäisches Land in den Finanzstrudel gerissen. Innerhalb von nur einer Woche zerfiel annähernd der gesamte Bankensektor des Landes.
Doch ist Island wirklich ein Opfer der Finanzkrise? Oder brachte ein gezielter Angriff von internationalen Hedge-Fonds die Währung, das Bankensystem sowie den Aktienmarkt des Inselstaates zum Einsturz? Das behauptet nämlich Ásgeir Jónsson, der Chefvolkswirt der Kaupthing Bank. Er liefert in diesem Buch den Nachweis, dass Island Opfer eines internationalen Coups war. Für seine provokante These hat er eine Fülle brisanter und unwiderlegbarer Fakten und Beweise gesammelt, die nur einen Schluss zulassen: Island war der Verlierer, große Hedge-Fonds die Gewinner.

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    Der Fall Island

    R_Manthey

    26. June 2015 um 11:11

    Am 6. Oktober 2008 verkündete Islands Premierminister Geir Hilmar Haarde in einer dürren Rede den faktischen Staatsbankrott des Landes. Im vorliegenden Buch versucht einer der an dieser Kapitalvernichtungsorgie beteiligten Isländer deren Verlauf und ihre Hintergründe zu erklären. Bereits der Untertitel enthält eine klare und genauso falsche einseitige Schuldzuweisung an die internationalen Spekulanten. Denn leider verwechselt der Autor hier Ursache und Wirkung. Wären die drei isländischen Banken nämlich nicht größenwahnsinnig geworden und hätten sie einfach nur ihre Aufgabe im isländischen Wirtschaftskreislauf erfüllt, dann wären sie und Island niemals ins Visier irgendeiner Spekulation geraten. Im Jahre 2003 waren die Vermögenswerte isländischer Banken auf das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts des Landes angestiegen. Das heißt doch nichts anderes, als dass bereits die Insolvenz nur einer seiner drei Banken Island mit seinen gerade einmal 320000 Einwohnern schon zu dieser Zeit oder noch früher mit in den Abgrund gerissen hätte. Fünf Jahre später war der Faktor von drei auf acht angestiegen. Im ersten Kapitel befasst sich der Autor mit der Geschichte Islands und der Mentalität seiner Menschen. Dort lesen wir folgende nette Selbsteinschätzung: "Die Erfahrung Islands unterscheidet sich ganz erheblich von der anderer europäischer Nationen, von denen viele (besonders die skandinavischen Anverwandten) das Selbstvertrauen der Isländer entweder als kindisch oder als unerträglich arrogant betrachten. Sowohl aus historischer Perspektive als auch hinsichtlich der Einstellung der Isländer lassen sich leicht Ähnlichkeiten zwischen Isländern und Amerikanern erkennen." Das zweite Kapitel erklärt uns die Geschichte des isländischen Bankenwesens aus der Sicht des Autors. Wir lernen, dass dieses System bis zum letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts wesentlich staatlich dominiert war. Dann aber wurde dieses Monopol gebrochen. Gleichzeitig vollzog sich in den Banken ein radikaler Generationenwechsel bei der Führungselite. Eine Jugendbrigade ohne schmerzliche Erfahrungen begann das Geschehen zu dominieren. Im vierten Kapitel erfahren wir, wie der isländische Staat um die Jahrhundertwende seine Anteile an den staatlichen isländischen Banken an windige Landsleute verscherbelte und dadurch zwei weitere Investmentbanken (Landsbanki und Glitnir) neben der Kaupthing-Bank schuf. Die Kaupthing-Bank verdoppelte übrigens zwischen 1995 und 2006 jedes Jahr ihre Größe. Auch eine solche Entwicklung ist ein klarer Hinweis auf eine kommende Katastrophe, die offenbar kein Isländer im nordischen Erfolgsrausch für möglich hielt. Die isländischen Banken warben in England und Kontinentaleuropa mit aggressiven Zins- und Renditeversprechen um Kunden. Und sie hatten Erfolg. Doch hohe Zinsen und Renditen müssen erwirtschaftet oder refinanziert werden. Das so nach Island gelockte Geld erhöhte die Kreditwürdigkeit der isländischen Banken, die wiederum nach skandinavischen Konkurrenten griffen und dadurch noch größer wurden. An diesem Beispiel sieht man hervorragend, wie Rückkoppelungen einen einmal eingeleiteten Prozess - egal wie irrsinnig er auch sein mag - zunächst verstärken. Eine Umkehr aus Vernunftgründen wird unmöglich, weil die Tatsachen scheinbar der Unvernunft Recht geben. Jeder einsame Rufer würde von der Herde niedergetrampelt werden. Da die Besonnenen das wissen, schweigen sie lieber. Natürlich sahen außerhalb Islands viele das sich abzeichnende Unheil. Es kam zu ersten kleineren Hedgefond-Angriffen auf die völlig überbewertete isländische Krone und die drei börsennotierten isländischen Banken. Diese Angriffe konnten 2006 in der so genannten Geysir-Krise (Kapitel 4) noch abgewehrt werden. Üblicherweise werden Übertreibungen an den Finanzmärkten erst durch ein unvorhersehbares externes Ereignis beseitigt, das dann zu Kettenreaktionen führt. Kapitel 5 schildert die bis dahin noch verbliebene Zeit, in der die isländische Finanzblase noch größer wurde. Im Frühjahr 2008 kam der nächste, diesmal viel intensivere Angriff von Hedgefonds auf die isländischen Banken. Durch deren expansive Politik und das durch die hohen Zinsen angelockte Geld war Island mit dem Fünffachen seines BIPs verschuldet und hatte nur 15% seines BIPs an Währungsreserven. Im 6. Kapitel erfahren wir, wie die Isländer versuchten ihre Währungsreserven aufzufüllen. Doch sie hatten den Bogen so weit überspannt, dass die FED, die EZB und auch die Bank von England nicht mehr helfen wollten. Angesichts der fehlenden Bereitschaft der Isländer, ihre eigenen Probleme an der Wurzel anzupacken, war das nur logisch. Der Autor spekuliert am Ende des 6. Kapitels darüber, ob das Fiasko durch die isländischen Behörden zu verhindern gewesen wäre. Wahrscheinlich nicht, denn der spekulative Höhenflug hatte auch sie erfasst. Man war plötzlich wer, wenn auch kreditfinanziert. Das 7. Kapitel schildert ausführlich den vollständigen Zusammenbruch des isländischen Finanzsektors und den faktischen Bankrott des Landes im Oktober 2008. Das unerwartete externe Ereignis war eingetreten: Die amerikanische Regierung hatte Lehman Brothers zusammenbrechen lassen, damit den Interbankenhandel zum Erliegen gebracht und so eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. Besonders rabiat ging es zwischen Großbritannien und Island in dieser Zeit zu. Die Briten beschlagnahmten und verkauften isländisches Eigentum nach ihren Anti-Terrorgesetzen (was nebenbei aufzeigt, wozu solche Gesetze wirklich gut sind), um Ersatz für ihre von den Isländern verzockten Vermögenswerte zu erhalten. Im abschließenden Kapitel weist der Autor sicher zu Recht daraufhin, dass es in Europa noch einige andere Beispiele für bankrotte Staaten gibt, die allerdings durch die EU scheinbar geschützt sind. Islands plötzlicher Wunsch auch zu diesem Klub gehören zu wollen, lässt nichts Gutes ahnen. Fazit. Wer den finanziellen Kollaps Islands verstehen möchte, findet in diesem Buch genug Erklärungen. Leider kann man zwischen den Zeilen wenig Schuldgefühle und Einsichten erkennen. Der Chefvolkswirt der Kaupthing-Bank zeigt lieber auf andere, anstatt den ursächlichen ökonomischen Irrsinn beim Namen zu nennen. Nicht nur isländische Banken glaubten (und glauben wohl auch jetzt noch), sie seien eine eigenständige Industrie, die abgehoben von der Realwirtschaft ihre neue Rolle gefunden hat. Am isländischen Beispiel wird das in diesem Buch sehr gut erläutert. Der Ton und die Argumentation in diesem Buch zeigen, dass man in Island (und anderswo in der Bankenwelt) bisher nicht wirklich gewillt ist, Lehren aus der Katastrophe zu ziehen. Insofern ist dieses Buch auch ungewollt eine Offenbarung.

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