Åsa Ericsdotter Epidemie

(36)

Lovelybooks Bewertung

  • 39 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 5 Leser
  • 30 Rezensionen
(25)
(10)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Epidemie“ von Åsa Ericsdotter

»Die Fett-Epidemie ist eine tickende Zeitbombe. Schweden muss sich von Grund auf verändern, um eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu können.« Die ‚Gesundheitspartei‘ hat unter Führung von Johan Svärd die Macht übernommen. Ihr politisches Programm: Das Volk von der Gefahr der Fettsucht zu befreien. Jeder wird nach Gewicht und Fettindikator klassifiziert. So auch Landon, ein junger Forscher, der sich auf die Suche nach seiner Liebe Helena macht. Und dabei ein rasch verändertes Land und eine Spur aus Gewalt vorfindet. Was geschieht mit all den Übergewichtigen – und was steckt hinter jenen ‚Fat Camps‘, die es geben soll?

Nichts für schwache Nerven.

— Linker_Mops

Was für ein unglaubliches Buch! Es wirkt so unbegreiflich realitätsnah, dass einem beim Lesen ein Schauer über den Rücken läuft.

— Lyca

Was für ein erschreckender Gedanke! Eine interessante Abwandlung der Geschichte.

— phi1ostrat

Ein Weckruf! Das Buch lässt einen sprachlos zurück und wirkt noch lange nach.

— MaLaPe

Ein wahrlich verstörendes Debüt dieser Autorin, die eine Zukunft ausmalt, in der dicke Menschen zu Vieh werden und Schlanksein alles ist.

— Betsy

Erschreckender und packender dystopischer Thriller - nichts für schwache Nerven.

— ConnyKathsBooks

Richtig heftig - dass ruft Assoziationen hervor. Nicht für schwache Nerven. Aber auf jeden Fall lesenswert

— Kerstin_KeJasBlog

eine Dystopie, bei der einem der Appetit vergeht...

— emma3210

Spannend, packend, schonungslos, grausam, bedrohlich - ein Buch das eine ungeheure Wucht an Emotionen und Scham für die Menschheit auslöst.

— louella2209

Wahnsinnig spannend, äußerst realistisch geschildert - macht Angst, vor allem, weil solch eine Entwicklung vorstellbar ist.

— SillyT

Stöbern in Krimi & Thriller

Die Rivalin

ein toller Thriller

Engelinschen

Wie Wölfe im Winter

Ein langweiliger Spaziergang durch die Schneelandschaft mit lauwarmer Brühe in den Händen. Viel zu vorhersehbar und ohne Überraschungen!

Schurkenblog

Das Porzellanmädchen

Spannend, fesselnd, nervenaufreibend - rundherum gelungen

Kelo24

TICK TACK - Wie lange kannst Du lügen?

Es ist nicht so verworren, wie viele behaupten, aber leider gibt es Spannung erst auf den letzten Seiten, wenig Thrill. Guter Schreibstil.

Archer

Woman in Cabin 10

Der Anfang war spannend und danach hat es sich nur noch gezogen, geht gar nicht.

AmyJBrown

Die Vergessenen

Glaubhafte Charaktere auf der Suche nach Gerechtigkeit für die Vergessenen.

missmistersland

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Epidemie"

    Epidemie

    Linker_Mops

    16. January 2018 um 10:06

    Das Buch "Epideme" ist definitiv nichts für schwache Nerven. Kommt der Klappentext noch relativ harmlos her, ist das Geschriebene der Autorin wirklich harter Stoff. Zudem schreibt sie so bildhaft, dass ich das Buch mehrmals weglegen musste, weil ich einfach nicht weiterlesen konnte. Diese Bilder und die eigene Erinnerung an die Gräueltaten der Nazis, welche hier sicher als Vorbild dienten, waren dann doch too much.Nichtsdestotrotz empfehle ich dieses Buch dringend weiter. So brutal es ist, so regt es doch auf der anderen Seite zum nachdenken und erinnern an. Zudem hat es eine Sogkraft, der ich mich einfach nicht entziehen konnte. Ich MUSSTE es einfach weiterlesen und erfahren ob Svärd von der Gesundheitspartei mit seiner Doktrie weitermachen kann. Oder ob er gestoppt wird. Auch wenn das Thema "Wie schafft man ein Unterdrücker-Regime ohne dass die Bevölkerung dagegen aufbegehrt" schon oft genutzt wurde, finde ich es hier doch wieder sehr gut umgesetzt. Mein Fazit: Unbedingt lesen. Es lohnt sich.

    Mehr
  • Aufrüttelnd, bewegend und schockierend!

    Epidemie

    Lyca

    09. October 2017 um 00:27

     Der charismatische Ministerpräsident Johan Svärd hat vor den anstehenden Wahlen mit seiner Gesundheitspartei nur ein Ziel, Schweden soll das schlankste Land Europas werden. Er hat dem Land versprochen, dass es gesünder und dünner wird und um dieses Versprechen einhalten zu können lässt er nichts unversucht und greift zu immer schlimmeren Maßnahmen. Bald reichen ihm schon die ganzen vorhandenen Auflagen nicht, es muss schneller gehen, die Fettepidemie in seinem Land muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Unglaublich, dass dieser Roman ein Debüt ist, die Autorin hat mich regelrecht sprachlos zurückgelassen. Ein absolutes Lesehighlight und gehört jetzt schon zu meinen Lieblingsbüchern.Ein Roman, der aus verschiedenen Perspektiven die Grausamkeiten erzählt, die die Gesundheitspartei sich ausdenkt und immer wieder umsetzt ohne, dass irgendjemand etwas dagegen unternimmt. Die Gesellschaft wird manipuliert, es scheint als hätte man sie einer Gehirnwäsche unterzogen, wie die Verrückten feiern sie Johan, ihren gutaussehenden Ministerpräsidenten, der es schafft jeden um den Finger zu wickeln.  Für viele besteht das Leben nur noch aus Kalorienzählen, überall sind Fitnessstudios, es wird nicht davor zurückgeschreckt selbst Normalgewichtigen Diätpräparate zu verabreichen oder gar Baby's und Kinder einer Operation zu unterziehen. Alles für die Gesundheit, wer's glaubt.Es ist unfassbar wie real der Inhalt wirkt, oftmals musste ich das Buch kurz schließen und durchatmen, weil es so unglaublich menschenverachtend ist was hier dargestellt ist und gerade deswegen kommt man nicht umhin Assoziationen zu der Hitler Zeit oder selbst zu Trump zu ziehen. Kann es wirklich so weit kommen fragt man sich und die Antwort ist eindeutig ja, zuzutrauen wäre es. Das was hier beschrieben wird richtet sich zwar gegen die Übergewichtigen aber man könnte sie ganz leicht durch eine andere diskriminierte Gruppe von Menschen ersetzen. Es zeigt auf wie wichtig es ist nicht allem Gesagten zu vertrauen, dass man nicht einfach jemandem folgen sollte nur weil es der leichtere Weg ist. Lasst nicht andere für euch denken. Keiner sollte aus der Gesellschaft ausgeschlossen werden nur weil er kinem perfekten Idealbild entspricht.Die Erzählweise ist brisant, die Autorin beschönigt nichts und dadurch, dass man direkt mitten im Geschehen ist bekommt man einen ziemlich guten Einblick in Schwedens Entwicklung nach nur drei Jahren Amtszeit der Gesundheitspartei. Und wenn man denkt, dass es ja eigentlich kaum schlimmer kommen könnte, geschieht genau das. Mit diesem Roman habe ich alle Emotionen durchgelebt, ich war mich am aufregen, den Tränen nahe, geschockt und fassungslos und einfach nur von tiefer Trauer ergriffen. Dieses Buch ist aufrüttelnd, meisterhaft geschrieben und behandelt ein brisantes Thema. Ich wünschte mir, dass es so viele Menschen wie nur möglich lesen würden. Es ist keine leichte Kost und dennoch ist die dahinter stehende Message immens wichtig. Die Charaktere sind unglaublich gut ausgearbeitet und bis auf Svärd habe ich sie alle nur zu gerne begleitet. Im Gegensatz zu anderen Büchern freut man sich hier auf die Perspektivwechsel, weil man dadurch viel mehr mitbekommt, erlebt und es einfach nötig ist um sich ein besseres Bild machen zu können. Einige Charaktere habe ich wirklich ins Herz geschlossen.Man muss dieses Buch selber lesen um auch nur ansatzweise verstehen zu können wie ich mich beim Lesen gefühlt habe. So realitätsnah und erschütternd, einfach nur unglaublich.

    Mehr
  • So grauenvoll, dass man sich weigern will, an die Möglichkeit dessen zu glauben

    Epidemie

    HibiscusFlower

    12. July 2017 um 20:53

    Klappentext des Verlages:»Die Fett-Epidemie ist eine tickende Zeitbombe. Schweden muss sich von Grund auf verändern, um eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu können.« Die ‚Gesundheitspartei‘ hat unter Führung von Johan Svärd die Macht übernommen. Ihr politisches Programm: Das Volk von der Gefahr der Fettsucht zu befreien. Jeder wird nach Gewicht und Fettindikator klassifiziert. So auch Landon, ein junger Forscher, der sich auf die Suche nach seiner Liebe Helena macht. Und dabei ein rasch verändertes Land und eine Spur aus Gewalt vorfindet. Was geschieht mit all den Übergewichtigen – und was steckt hinter jenen ‚Fat Camps‘, die es geben soll?"Die Fettepidemie ist alles andere als eine gewöhnliche Krankheit. Sie ist eine umfassende Bedrohung. Sie bedroht die physische und psychische Gesundheit eines jeden Einzelnen von uns."(Johan Svärd - S.43)In jeglicher Form ERSCHRECKEND - so lässt sich das Geschehen in Åsa Ericsdotters ersten Roman - der durchaus als Thriller durchgehen kann - kurz und knapp zusammenfassen.Durch eine Bloggerin und ihre sehr ansprechende Rezension wurde meine Aufmerksamkeit auf das Buch gelenkt, denn Übergewicht als Kernpunkt habe ich als sehr ungewöhnlich empfunden. Und obwohl ihre Meinung erkennen lässt, dass dieses Buch aufwühlt, hätte ich nicht damit gerechnet, dass die Thematik mit solch einer Heftigkeit behandelt wird.Mit stets gerunzelter Stirn habe ich die anfänglichen Schilderungen von zugestellten Ernährungsplänen, Empfehlungen für Operationen, gewichtsbedingten Kündigungen, fanatischen Schönheitswahn oder der Umsetzung von fettfreiem Wohnen verfolgt.Während ich bis dahin von einer leichter Gänsehaut überzogen war, legte die Autorin noch eine Schippe drauf und sorgte mit der Steigerung des Unfassbaren für Entsetzen bei mir, durch das ich das Lesen immer wieder unterbrechen musste.Unvorstellbar, fern jeglicher Menschenwürde, so grauenvoll, dass man sich weigern will, an die Möglichkeit dessen zu glauben - diese Punkte fielen mir als erstes zu diesem Buch ein.Doch die politische Geschichte der Welt zeigt, mit welcher Verachtung Menschen ausgegrenzt, behandelt und deren Leben ausgelöscht werden können. Somit hat die Autorin einen Nerv getroffen, bei dem man sich durchaus dessen bewusst ist, dass dieser vorhanden ist, aber bei dem man hofft, dass er nie wieder qualvolles Leid auslöst möge.Was nach dem Beenden dieses Buches bleibt, ist die Hoffnung darauf, dieser oder ähnlicher Manipulationen nicht begegnen zu müssen und falls doch, das Geschehen rechtzeitig zu hinterfragen und diesem entgegenwirken zu können.Åsa Ericsdotters `Epidemie´ konfrontiert die LeserInnen schonungslos mit einer Thematik, die sich ohne weiteres durch eine andere ersetzen lässt und dennoch ebenso erschütternd wirken würde. Wer nur einen Moment vergessen hat, zu welcher Grausamkeit, Verachtung und zu welchem Hass Menschen fähig sind, dem wird es nach diesem Buch nicht so schnell entfallen.

    Mehr
    • 2
  • schockierend, ergreifend und dabei richtig gut

    Epidemie

    Normal-ist-langweilig

    17. June 2017 um 18:43

    Meine Meinung: „Epidemie“ ist ein wahrlich grandioses Buch, das Thriller mit Politik und Gesellschaftskritik verknüpft. Die Geschichte ist von Anfang an so spannend, dass ich das Buch nur schlecht aus den Händen legen konnte. Ich wollte immer weiterlesen und erfahren, wie es mit dem größenwahnsinnigen Johan Svärd und seiner Gesundheitspartei weiter geht. Innerhalb des Buches gibt es verschiedene Geschichten, die letztendlich am Ende zusammenlaufen. Jede Geschichte eines anderen Charakters zeigt, wie allumfassend die Maßnahmen der Partei sind und wie sie dessen Leben beeinflussen. Für mich eine schlimmer als die andere. Auch der Fädenzieher, Svärd, berichtet in einzelnen Kapiteln, was er plant und warum. Hier bekommt man einen guten Einblick in den Geist eines (harmlos ausgedrückt) sehr verwirrten und vom Weg abgekommenen Mannes! Die eigentliche Geschichte selbst hat mich emotional sehr mitgenommen und mich teilweise regelrecht geflasht. Meine Entrüstung und meine Bestürzung waren so gr0ß, dass ich während des Lesens auf keinen Fall mehr etwas essen konnte. Ich kam mir gleich beobachtet vor. Wie hoch wäre eigentlich mein Fettindikator? Hoch genug, um in ein Fat Camp zu kommen, meinen Job zu verlieren oder Angst vor der Partei zu haben? Da schmeckt doch trotz der hohen Temperaturen kein Eis mehr!  Aber daran merkt man, wie gut das Buch geschrieben ist, wie eingängig und realistisch! Die Dinge, die sich die Gesundheitspartei ausdenkt, sind schon irre und in meinen Augen völlig übergeschnappt. Das Schreckliche aber an der Sache ist die, dass so viele Menschen diese Maßnahmen mittragen, die ihre Augen, Münder und Ohren vor der Realität verschließen und denken, dass es sie nichts angeht. Ebenso schlimm fand ich beim Lesen die Erkenntnis, wie schnell man Menschen einschüchtern  und ihnen Angst einjagen kann, wie leicht es ist, Menschen zu bestechen und sie nur das sehen zu lassen, was sie wollen. Die Parallelen zu Hitler und seinen Schergen zu ziehen, fällt hier nicht schwer. Die Geschichte hinterlässt einen massiv faden Beigeschmack und mehr als einmal hätte ich vor Wut und Fassungslosigkeit weinen können. Das Buch hat das Zeug zum Bestseller! Und als Schullektüre, da das hier gewählte Thema doch für Jugendliche unserer Zeit ebenfalls sehr greifbar ist! Das Ende ist für mich absolut gelungen. Alles andere wäre unrealistisch gewesen und unpassend. Absolut verdiente (5 / 5)!

    Mehr
  • Ein fettfreies Schweden um jeden Preis?

    Epidemie

    Betsy

    04. June 2017 um 16:34

    "Die Fettepidemie ist eine tickende Zeitbombe. Schweden muss sich von Grund auf verändern, um eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu können."In Schweden ist die Gesundheitspartei (GP) unter Ministerpräsident Johan Svärd seit 4 Jahren an der Macht, deren Ziel es ist das Land von seinen Problemen zu heilen, indem sie dafür sorgen, dass seine Bewohner gesünder werden. Deshalb wird erst mal ordentlich abspeckt, um die ausbreitende Fettepidemie zu stoppen und so auf lange Sicht die Kosten zu senken. Die Umsetzungen werden rasch durchgeführt und der FMQ (Fett-Muskel-Quotient) bestimmt das Leben aller. Wer einen zu hohen FMQ hat, bekommt Verwarnungen und verliert im schlimmsten Fall sogar seinen Job, wenn er nicht in einer bestimmten Frist radikal abnimmt. Wir erleben die Maßnahmen und das Alltagsleben anhand verschiedenster Personen und erfahren wie schwer es ist weiterhin als Übergewichtiger zu leben und wie fatal dieses System selbst für Normalgewichtige sein kann.„Die GP hatte die Wahl nicht nur gewonnen, weil die Schlanken die Übergewichtigen hassten; sie hatten gewonnen, weil die Übergewichtigen sich selbst hassten.“Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven geschildert und vermittelt deshalb sehr gut wie sich alles letztendlich entwickelt und was es heißt in so einer Gesellschaft zu leben bzw. aufzuwachsen. Da gibt es natürlich Johan Svärd, den Ministerpräsidenten, der die GP präsentiert und von dem man nach und nach erfährt wie es dazu kam, dann Landon, einen Wissenschaftler, der kurz davor ist eine Verwarnung zu bekommen und damit seinen Job zu verlieren, wenn er sich nicht zusammenreißt, Rita, seine Exfreundin, die nur noch ein Schatten ihrer Selbst ist und sich dennoch immer noch zu dick findet, Gloria, eine bekannte Autorin, die sich mittlerweile regelrecht in ihrer Wohnung versteckt und sich ihres Gewichts schämt, ihre Nachbarin Bibi, die selbst dem süßen Genuss nicht abschwört und Helena mit ihrer Tochter Molly, die beide übergewichtig sind und die letztendlich in ein Ferienhäuschen flüchten, weil Helena ihre Tochter vor dem Wahn der GP und den Methoden der Ärzten schützen will.„Die Gesundheitsideologie war ein Glaube ohne Erlösung. Das Versprechen eines schlankeren und glücklicheren Lebens. Eine oberflächliche Hülle, die so stark glänzte, dass man schnell vergaß, dass nichts dahinter war.“Natürlich kommt es immer stärker zur Diskriminierung gegen Übergewichtige. Man wird schief angesehen, verliert seine Arbeit, traut sich nicht einmal mehr vor die Türe, muss mehr Steuern zahlen, schämt sich, weil man es selbst mit all der Hilfe nicht schafft abzunehmen und gerade durch diesen Druck werden diese Menschen oftmals noch dicker. Es gibt aber auch diejenigen, die kein Interesse daran haben sich einer Radikalkur zu unterziehen oder sich aufschneiden zu lassen und voller Sorge an die Zukunft denken, da selbst vor Kindern und Baby nicht mehr haltgemacht wird um zu verhindern, dass sie einmal dick werden.„Wenn sie nicht ununterbrochen davon geredet hätten, dass man abnehmen soll, wäre ich niemals auch nur in die Nähe meines jetzigen Körperumfangs gekommen. Erst durch die Diät wurde ich so hungrig. Je weniger ich essen durfte, desto mehr hab ich in mich hineingestopft.“Die Zeitungen werden so gut wie komplett von der GP kontrolliert und alles was nicht gefällt wird zensiert. Obwohl es skeptische Stimmen gibt verhallt dies, denn die Scham hält die Übergewichtigen zurück und der Großteil begrüßt die neuen Entwicklungen und auch die anderen Länder blicken interessiert auf Schweden und seine Gesundheitspolitik. Um auch weiterhin an der Macht zu bleiben, wird natürlich versucht dieses Problem, nämlich die restlichen scheinbar unkooperativen Übergewichtigen, in den Griff zu bekommen, damit bei der Wiederwahl niemand einen Grund hat gegen die GP, und damit Johan Svärd, zu stimmen. Es folgt die Idee der sogenannten “Fatcamps“ in die alle mit einem FMQ über 50 gebracht werden, doch was dort tatsächlich vor sich geht, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und erinnert stark an andere historische Ereignisse.Die Botschaft der GP klingt durchaus plausibel, wenn alle gesund sind, dann geht’s auch der Wirtschaft gut und es gibt weniger Kosten hinsichtlich Krankheiten, die mit der Fettepidemie einhergehen, folglich weniger Krankenstände und weniger Pflegekosten. Ein löblicher Ansatz, der allerdings sehr schnell eine Eigendynamik bekommt und alles ins Extreme ausufern lässt. Es wird Sport betrieben bis an die körperlichen Grenzen, die Ärzte machen selbst mit OPs vor Babys nicht halt, in den Medien und auch überall sonst ist die GP ist allgegenwärtig und sammelt fleißig die Daten ihrer MitbürgerInnen. Die Leute sind letztendlich schlanker, aber auch unzufriedener und unfreundlicher, matt, lustlos und haben das Lächeln scheinbar vergessen, so fokussiert sind sie auf ihr Gewicht und die Angst zuzunehmen. Kein geselliges Kaffeetrinken oder Essen mehr, da alle auf ihr Gewicht achten und dabei voller Verachtung auf diejenigen herabblicken, die sich scheinbar weiterhin gehen lassen.Sehr eindringlich geschrieben und eine Zukunftsvision die nicht umsonst so realistisch wirkt, da das Thema Fett und Zucker überall präsent ist und deren Folgen für die Weltbevölkerung. Wer hat letztendlich nicht schon Probleme mit seinem Gewicht gehabt und sich durch Diäten gequält? Hier wird eine Zukunft aufgezeigt, die es einem scheinbar einfach macht endlich abzunehmen. Vieles wird vom Staat gefördert, wie neuartige Medikamente, SchönheitsOPs, und Ernährungsprogramme. Kirchen werden zu Fitnessstudios umfunktioniert, ungesunde Lebensmittel werden höher besteuert oder verboten, an Kindern wird im Zweifelsfall eine Magenoperation durchgeführt und selbst Schwangeren wird schon geraten wie sie vorbeugen können ein übergewichtiges Kind zu bekommen, doch der gesunde Menschenverstand scheint ausgeschaltet worden zu sein.Als Leser selbst kann man nur den Kopf schütteln und ist fassungslos wie sich alles entwickelt. Es reißt einen mit und obwohl es nicht gerade eine leichte Kost ist und man mit Entsetzen weiterliest, kann man nicht aufhören damit, da sich wieder einmal zu bestätigen scheint, nur der Mensch kann anderen Menschen etwas so schreckliches antun.Fazit: Ein schlichtes Cover, aber ein Inhalt, der einen so schnell nicht mehr loslässt! Zwar ist der Einstieg in die Geschichte etwas unglücklich gewählt, weil er nicht wirklich stimmig zum Rest passt, allerdings bekommt man nach diesem Prolog schnell einen Einblick davon wie die GP in Schweden agiert und sämtliche Hindernisse, die der baldigen Wiederwahl im Weg stehen, letztendlich aus dem Weg räumt. Eindringlich und verstörend, gibt es hier etliche historische Parallelen und es zeigt sich, dass nicht immer die Religion jemanden ausgrenzt, sondern, dass es nur darum geht wie man etwas präsentiert und verkauft, um die Mehrheit der Bevölkerung auf seine Seite zu ziehen. Diskriminierung gegenüber Übergewichtigen im großen Stil, die sich selbst dafür verachten, beschämt sind, in ihrer Verzweiflung noch mehr essen als vorher und letztendlich für andere keine Menschen mehr sind, sondern Vieh, das es gilt loszuwerden. Nichts für schwache Nerven und dennoch ein Buch, das man unbedingt lesen sollte! Großteils wirkt es wirklich verstörend realistisch und zeigt gekonnt wie schnell politische Ambitionen außer Kontrolle geraten können. Man erlebt hier Menschen, die nicht glauben wollen was hier passiert, Menschen, die versuchen die Wahrheit herauszufinden, Menschen, die für das höhere Ziel geopfert werden, Menschen, die einfach die Augen davor verschließen was vor ihnen passiert und Menschen, die einfach mitmachen. Ein spannendes und mitreißendes Buch für alle mit starken Nerven!

    Mehr
  • Erschreckender und packender dystopischer Thriller

    Epidemie

    ConnyKathsBooks

    24. May 2017 um 11:43

    "Die Fettepidemie ist eine tickende Zeitbombe. Schweden muss sich von Grund auf verändern, um eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu können." (S. 42)Ein schlankes und fettfreies Schweden - das ist das erklärte Ziel von Ministerpräsident Johan Svärd, der seit 4 Jahren mit seiner Gesundheitspartei an der Spitze des Landes steht. Seitdem wird eine strikte gesundheitspolitische Linie gefahren, welche die Gesellschaft zunehmend spaltet und Angst verbreitet. Denn wer einen zu hohen Fett-Muskel-Quotient (FMQ) hat, dem drohen Anfeindungen, Sanktionen und Jobverlust. Für die extrem Übergewichtigen brechen bald sogar noch härtere Zeiten an. In sogenannten Fat-Camps sollen sie endlich abnehmen und fitter werden. Da ahnt noch keiner, was wirklich hinter diesen Camps steckt und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt."Epidemie" ist das gelungene Romandebüt der schwedischen Autorin Åsa Ericsdotter. Ein erschreckendes dystopisches Szenario und zugleich ein packender Thriller,  bei dem einem richtig die Lust am Essen vergeht. Denn mit seinen radikalen Methoden will Johan Svärd die Übergewichtigen quasi ausrotten und Schweden zum globalen Leitstern im Bereich Gesundheit machen. Ob Zuckersteuern, Fettghettos, Gewichtsregister, kostenlose Impfungen gegen Fettleibigkeit, spezielle AirFoods oder günstiges Fettabsaugen und Magenband-Ops selbst für kleine Kinder - die Maßnahmen gegen die Fettepidemie sind so zahlreich wie schockierend. Dennoch regt sich in der vom Schlankheitswahn besessenen Bevölkerung kaum Widerstand. Alles dreht sich nur um Kalorientabellen und sogar Kirchen werden zu Fitnesscentern umgebaut. Aber noch immer gibt es zu viele Übergewichtige, was für Svärd, der in 6 Monaten die nächste Wahl gewinnen will, nicht tragbar ist. Und so kommt er auf die Idee der Fat Camps, die für alle Bewohner Schwedens mit einem FMQ über 50 verpflichtend sind. Was es aber tatsächlich damit auf sich hat, das enthüllt sich später auf unfassbare Weise. Besonders gegen Ende spielen sich hier entsetzliche Szenen ab, bei denen man wirklich starke Nerven braucht und die sofort Assoziationen an grauenvolle Ereignisse aus der deutschen Vergangenheit wecken."Das Schlimmste ist, dass man nicht sieht, was geschieht, bevor es geschehen ist." (S. 348)Das Ganze ist flüssig geschrieben und trotz aller Schreckensmomente war ich durchweg fasziniert von der Story, in der mindestens 8 verschiedene Erzählperspektiven für viel Abwechslung sorgen. Da ist zum Beispiel die Autorin Gloria Öster, welche mit einem FMQ von 54 ihren Job an der Uni verlor und nun kaum mehr aus dem Haus geht. Oder Johan Svärds Jugendfreund Hans Christian Mikkelsen, der sich von Svärd und seinen Methoden zunehmend distanziert. Im Mittelpunkt stehen aber Helena Andersson, ihre 8jährige Tochter Molly und Wissenschaftler Landon Thomas-Jæger. Die drei lernen sich auf der Insel Kavarö kennen, wo die "übergewichtigen" Helena und Molly Zuflucht suchen. Doch schon bald geraten alle in große Gefahr, denn Svärd ist skrupellos und Landon ist der Einzige, der ihn noch aufhalten und seine Machenschaften ans Licht bringen kann. Wird es ihm gelingen? Die Spannung steigt immer weiter an und die Seiten fliegen nur so dahin bis zum alles entscheidenden Showdown. Am Ende bleibt viel Stoff zum Nachdenken und die Geschichte klingt noch lange nach.Insgesamt kann ich daher "Epidemie" uneingeschränkt empfehlen. Ein aufwühlender, erschreckender und fesselnder dystopischer Thriller, der mich rundum begeistern konnte. Von mir daher klare 5 Sterne.

    Mehr
  • Gesundheitswahn und daraus resultierenden Wahnsinn

    Epidemie

    Kerstin_KeJasBlog

    28. April 2017 um 18:04

    „Wie beschreibt man das Unvorstellbare?“ (S. 365) Das kann nicht sein! So etwas kann niemals geschehen! Die Menschen würden das nicht zulassen! Ein ganzes Land im kollektiven Schweigen, Mitmachen, Wegsehen? Von der Regierung vorgegeben? Eine einzelne Person die solch schauerliche Dinge ‚kreiiert‘ und Gleichgesinnte findet? Wenn Andersartigkeit zum Fluch wird, der Gang auf die Straße zur Qual. Was oder wer ist schlimmer davon? „Epidemie“ hat mich geschockt – zu tiefst sogar, denn direkt mit dem Einstieg in dieses Buch wird bewusst um was es geht, auch wenn es anfänglich gar nicht direkt ausgesprochen wird. Menschen mit Übergewicht, egal welches Geschlecht oder Alter werden diffamiert, ausgegrenzt und letztendlich……nein, dass muss jeder selber lesen. „In diesem Punkt betreiben wir eine Null-Toleranz-Grenze“ (S. 335) Johan Svärd, Vorsitzender der Gesundheitspartei, deren Gründung erst wenige Jahre zurückliegt und die alles und jeden in der Hand hat, hat einen Traum vom schlanken Schweden. Er will die Kosten für Behandlungen der Übergewichtigen senken und mit aller Macht will er vor allem eins – wieder gewählt werden. Aus seiner anfänglich vielleicht eheren Idee wird ein Alptraum. Man erliest sich im Laufe der Geschichte immer wieder wie manipulativ die Menschen letztendlich doch sind und wie der Staat seine Macht gnadenlos ausspielt. Plakate an Autobahnen, Werbung zur besten Sendezeit, in Gyms umgewandelte Kirchen, vergünstige Magenbandoperationen – am besten schon beim Kleinkind. Eine Flut an Gesundheit suggerierenden aber krankmachenden Möglichkeiten für die die unbedingt abnehmen wollen. Wer nicht mitspielt, warum auch immer und mit seinem FMQ (Fett-Muskel-Quotient) eine kritische Zahl übersteigt, wird bestraft. Wir hatten so etwas schon einmal – Arbeitsverbot, Vertreibung aus der Wohnung, Siedlungen für die ‚Betroffenen‘, soziale Ächtung, massive Eingriffe in das tägliche Leben. Überwachung, Registrierung. Die Menschen stehen unter Druck und während die Einen sich in den krankhaften Gesundheitswahn flüchten, fängt für Andere der Wahnsinn erst an.  Diesen Wahnsinn hat Åsa Ericsdotter durch eine ganz gezielte Auswahl der Protagonisten sehr deutlich dargestellt. Landon, eher ein Einzelgänger ist noch nicht so massiv betroffen aber auf dem besten Weg dorthin. Er hat eine große Aufgabe und weiß es nur noch nicht. Obwohl Landon soviel Raum im Buch bekommt blieb er mir etwas farblos, wie eigentlich alle anderen Protagonisten auch. Selbst Helena und ihre Tochter Molly – allesamt Symphatieträger – sind nur eine Art schmückendes Beiwerk. Die Träger der Last sozusagen. Es ist die Geschichte an sich, die einen durch das Buch treibt, dieses absolut Unglaubbare, dieses Grausame und vor allem, für mich ganz wichtig, diese Assoziationen die es aufwirft. Der lockere Schreibstil kann nicht darüber hinwegtäuschen dass es richtig heftig ist. Hätte ich beim Lesen gegessen, wäre es mir mit Sicherheit im Hals stecken geblieben.  „Wir hatten keine Möglichkeit Einspruch zu erheben….Nein, das ist nicht wahr,  natürlich hatten wir das. Wir waren einfach zu feige.“ (S. 284/285) Während man also gemeinsam mit Landon einer so perversen Sache auf die Spur kommt, erfährt man schon einiges über die Einzelnen und so manch einer verschwindet mitten im Buch und wird nie wieder gesehen. Auch das hatten wir schon einmal. Nachbarn, Freunde, Kollegen – weg, verschwunden, in den sogenannten Fat-Camps und niemanden stört es. NIEMANDEN STÖRT ES?  Nur vereinzelter Widerstand, kurz mal angerissen und dann wieder fallen gelassen. Kein Buch über Helden, sondern ausnahmslos über Verlierer. Kein Buch für Sartbesaitete, selbst für Hartgesottene kann es unerträglich sein. Obwohl es kaum bis keine Details gibt, es ist so beschreiben dass es im Kopfkino rund geht, so richtig sogar, und das in Farbe. Definitv wieder ein Buch das nachhallt, das begeistert hat obwohl das Thema gar nicht begeistern darf.  Eine fiktive Geschichte, die aber durchaus Realitätsnähe hat und alleine deswegen gelesene werden sollte. Andersartigkeit spiegelt sich in vielen Variantionen wieder. Sie darf nur nie missbraucht oder zweckentfremdet werden.  „Sind sie der Meinung das es eine absolute Menschenwürde gibt?“ (S. 336) Rezension verfasst von © Kerstin April 2017

    Mehr
  • Schweden in Not

    Epidemie

    SATZZEICHEN

    26. March 2017 um 23:00

    Wer fand, dass 2016 ein schreckliches Jahr war, wird derzeit eines Besseren belehrt. 2017 mausert sich bereits in seinem ersten Viertel zu einem Jahr, das es in sich hat  – und wohl noch weiter spannend bleibt. Donald Trump ist Präsident der USA geworden, in Holland führte bis kurz vor der Wahl gerade noch ein Rechtspopulist, der den Islam verbieten wollte, die Umfragen an, und in Frankreich hat Marine Le Pen angekündigt, im Fall ihres Wahlsiegs, Frankreich aus der EU zu führen. Für Deutschland bleibt abzuwarten, wie die Rechtspopulisten bei der Bundestagswahl im September abschneiden werden. In diesen wirren Zustand der Weltpolitik platzt Åsa Ericsdotter mit ihrem Titel „Epidemie“. Sie entwirft in ihrem Romanerstling ein Szenario, in dem ein paar neue, populistische Ideen durch ein frisches, unverbrauchtes Gesicht präsentiert werden. Ein paar Phrasen werden gedroschen und sie scheinen genug Überzeugungskraft zu haben, um die Masse zu erreichen und damit an die Macht zu kommen. Konkret sieht das so aus: In Schweden hat die „Gesundheitspartei“ unter der Führung des jungen, charismatischen Johan Svärd die Macht übernommen. Seitdem ist das Thema Essen dort verpönt und es ist alles andere als gewöhnlich, sich ungehemmt diesem Genuß hinzugeben. Fitness ist das Maß aller Dinge. Da gibt es Sportkurse mit so charmanten Namen wie „Fit-Or-Die-Bootcamp“. In der Schule wurde die Fächervielfalt auf ein Mimimum zurückgeschnitten. Die Kinder haben nun vor allem Sportunterricht und Gesundheitskunde auf dem Stundenplan stehen. Die Übergewichtigen sollen in spezielle Klassen eingeteilt werden und Sonderunterricht zum Thema Diäten u.ä. bekommen. Helena ist Krankenschwester und lebt mit ihrer Tochter Molly in Gimo. Sie ist bereits seit einem halben Jahr arbeitslos, denn ihr Fett-Muskel-Quotient (FMQ) liegt deutlich über 42. Wer zu viel wiegt, wird entlassen. Und nun wurde auch noch Molly in die „Dicken-Klasse“ eingeteilt. Zu viel des Guten, befindet Helena und beschließt, dass sie mit ihrer Achtjährigen aus diesem kranken Umfeld verschwinden muss. Landon arbeitet an der Universität und ist mit einer Verwarnung der Regierung davongekommen. Sein FMQ von 41 hat ihn gerade noch vor dem Jobverlust gerettet, doch auch so macht das Leben derzeit keinen großen Spaß. Als er Zeuge wird, wie eine weitere Kirche in Uppsala zu einem „Gesundheitszentrum“ mit Fitnessgeräten umgerüstet wird, beschließt er, dass es Zeit ist, abzuhauen. Das elterliche Sommerhaus auf der Insel Kavarö scheint ihm genau der richtige Ort zu sein, um sich wieder besser auf seine Arbeit konzentrieren zu können. Dort treffen er, Helena und Molly aufeinander und werden schnell zu einem eingeschworenen Team gegen den grassierenden Wahnsinn. Und dann gibt es da auch noch die Schriftstellerin Gloria, FMQ 54, neuerdings, man ahnt es, arbeitslos. Doch so geschockt sie auch sein mag durch diese Horrornachricht, Gloria beginnt zu recherchieren. Wie kam es eigentlich zu dieser Fettleibigkeits-Hysterie und was genau ist denn nun so schlimm an übergewichtigen Menschen? Als die Umfragewerte für Johan Svärt und seine Leute zu sinken drohen, überschlagen sich die Ereignisse und Svärt nimmt billigend in Kauf, auch über Leichen gehen zu müssen, um seine Ziele realisieren zu können. Er entwirft einen unfassbaren Plan und seine Anhänger folgen ihm, blindlings und ohne nachzudenken. Nur einer stellt sich ihm in den Weg, ausgerechnet sein ältester Freund. Doch ob das reichen kann? Der Politthriller lässt den Leser wie einen Wirbelsturm über die Seiten fegen und gewährt ihm kaum Zeit, auf Feinheiten zu achten. Man will, verdammt noch mal, endlich wissen, wie dieses Riesenschlamassel sich auflösen wird. Der Plot ist spannend geschildert, die Dramaturgie stimmig. Die Sprache ist hier ein Mittel zum Zweck und kein eigenständiges Kunstwerk. In diesem Thriller werden keine philosophischen Sätze geäußert, hier ist Action angesagt. Doch die Grundidee wirkt stark konstruiert, wenn man sich gegen Ende der Lektüre noch mal die Zeit nimmt, Luft zu holen und all das Geschehene Revue passieren zu lassen. Eine „Gesundheitspartei“, der es gelingt, die große Masse anzusprechen? Müsste sie, um das zu schaffen, nicht die Unterschicht ansprechen?  Und ist es nicht gerade die Unterschicht, die laut Erhebungen den größten Teil der Übergewichtigen darstellt? Kann es tatsächlich gelingen, mit so lapidaren Themen wie „mehr Gesundheit, weniger Dicke“ eine Wahl zu gewinnen? Fettleibige Patienten kosten den schwedischen Staat unglaublich viel Geld, so lässt Ericsdotter ihren Parteichef argumentieren. Erreicht man mit dieser These ein ganzes Volk? Doch dann fällt es einem wieder ein: Donald Trump hat es auch geschafft, 2017 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu werden.

    Mehr
  • Ein erschreckendes Szenario

    Epidemie

    Brunhildi

    20. March 2017 um 17:02

    Meine Meinung:Das Cover hat mich auf Anhieb angesprochen. Es wirkt sehr geheimnisvoll und auch schon ein wenig erschreckend auf mich. Über dem Schriftzug befindet sich eine kleine Sandschicht, weshalb es sich auch richtig gut anfühlt.Der Klappentext hat den Inhalt sehr gut getroffen. In Schweden ist Johan Svärd an die Macht gekommen, der strickt gegen die Fettsucht ist. Deshalb werden die Menschen nicht mehr nach dem ungenauen BMI bemessen, sondern nach Gewicht und Fettindikator. Je höher der Wert ist, umso "schlimmer" werden die Menschen behandelt. Ich möchte nicht zu viel vorweg nehmen, weshalb ich auf den Inhalt nicht weiter eingehen möchte. Wie gesagt, der Klappentext ist sehr gut gewählt.Zu Beginn des Buches bin ich recht schwer reingekommen. Der Schreibstil kam mir ziemlich trocken und nüchtern vor. Aufgrund der vielen verschiedenen Personen, die man begleitet, war es zu Beginn ein wenig verwirrend. Nach und nach hat die Story aber Fahrt aufgenommen. Das Tempo hat sich sehr gesteigert und ich wollte das Buch aufgrund der hohen Spannung und erschreckenden Entwicklung in Schweden nicht aus der Hand legen.Man hat hier viele verschiedene Personen, die man begleitet. Zum einen ist da der Hauptprotagonist Landon, dessen Exfreundin dem Magerwahn verfallen ist. So erhält man auch einen Einblick in den Magerwahn. Wie denken diese Leute und wie können sie abnehmen, obwohl sie bereits dünn sind? Dann trifft Landon noch auf Helena, eine Übergewichtige. So erhält man auch einen Einblick in das Leben dieser. Es ist schlimm zu sehen, wie diese behandelt werden.Man begleitet aber auch den Ministerpräsidenten persönlich, der alles zu verantworten hat. Hier fehlte mir allerdings die Information, warum er das Ziel zu einem fettfreien Schweder verfolgt. Es war erschreckend zu sehen, zu welchen Mitteln er dafür greift.Es gibt noch weitere Charaktere, die ich hier aber nicht extra noch erwähnen möchte. Die Charaktere waren meiner Meinung nach sehr gut ausgearbeitet und authentisch.Wie bereits erwähnt, ist der Spannungsbogen sehr gut. Die ganze Handlung spitzt sich immer weiter zu und zum Schluss kommt das große Finale. Es war erschreckend zu sehen, wie die dickeren Menschen behandelt werden - egal ob Kind oder Erwachsener. Die Story lässt einen auf die deutsche Geschichte zurückblicken und regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.Von mir gibt es hier eine klare Leseempfehlung.FazitDas Buch "Epidemie" hat eine Handlung, welche keine leichte Kost ist. Sie lässt einen in der Geschichte zurückblicken und regt zum Nachdenken an. Die Spannung hat mich das Buch ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen lassen. Es gibt viele Charaktere, die man begleitet. So erhält man den Einblick in alle Ecken des Programms "Ein fettfreies Schweden".4/5 Punkte(Sehr gut!)Vielen Dank an die Netzwerkagentur Bookmark und an den Arctis Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

    Mehr
  • eine Dystopie, bei der einem der Appetit vergeht...

    Epidemie

    emma3210

    20. March 2017 um 15:16

    Inhalt:Der Schwedische Ministerpräsident Johan Svärd hat sich mit seiner Gesundheitspartei das Ziel gesetzt, alle Menschen in Schweden hungern zu lassen. Es soll in Zukunft keine dicken Menschen mehr in diesem Land geben, auch wenn die Regierung dafür alle Register ziehen muss...Cover:Das Cover ist passend zur Stimmung und zum Thema ganz in schwarz gehalten. Der Titel ist weiß und strukturiert, sodass man das Gefühl hat, dass der Schriftzug aus Zucker ist.Rezension:Eine unheimlich spannende Story, die ich in der Form noch nicht gelesen habe. Das Thema Rassismuss ist hier in einer Weise behandelt worden, über die man wirklich noch lange nachdenkt. Der Schreibstil ist seht gut. Es lässt sich flüssig lesen und der Spannungsbogen ist kontinierlich hoch. Besonders im dritten Abschnitt wird es noch einmal richtig spannend. In diesem Roman gibt es keine Stellen, die sich beim Lesen ziehen, oder die ich für überflüssig erachten würde.Die Protagonisten sind ebenfalls sehr gut ausgearbeitet. Den bösen Part nimmt man Johan Svärd total ab. Die größte Sympathie habe ich mit dem Hauptcharackter Landon entwickelt.Das einzige, was ich mir gewünsch hätte, wäre noch ein bisschen mehr Hintergrund über Svärd und seine Verbindung mit Amerika. Außerdem sind manche Sprünge innerhalb der Geschichte nicht ganz nachzuvollziehen. Diese Gaps hätte die Autorin mit mehr Inhalt füllen können.Fazit:Alles in allem ein 5-Sterne Roman, den es sich auf jeden Fall zu lesen lohnt. Danach vergeht einem aber erst einmal der Appetit...

    Mehr
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 80 PunkteSandkuchen                              ---   300 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   209 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   361 Punkte SomeBody                                ---   207,5 Punkte Sommerleser                           ---   244 Punkte StefanieFreigericht                  ---   263,5 Punkte tlow                                            ---   178 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   147 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   202 Punkte Yolande                                       --   233 Punkte

    Mehr
    • 2656
  • Schonungslos, grausam, beängstigend

    Epidemie

    louella2209

    16. March 2017 um 10:32

    „Die Fett-Epidemie“ ist eine tickende Zeitbombe. Schweden muss sich von Grund auf verändern, um eine Katastrophe dieses Ausmaßes bewältigen zu können.“ (Zitat Klappentext) Die Gesundheitspartei um Ministerpräsident Johan Svärd ist auf dem Vormarsch und übernimmt die Macht in Schweden. Er macht die Fett-Epidemie zu einem großen Thema im Land und setzt es sich zum Ziel das Land „fettfrei“ und somit gesünder zu machen. Dabei trifft er wohl den Nerv der Zeit, denn die Menschen folgen ihm. Bald gibt es subventionierte OP`s und die Fitnesscenter schießen wie Pilze aus dem Boden. Schon in der Schule werden die Jüngsten zum schlank sein gedrillt und ganz Schweden befindet sich bald im Diätwahn. Die ersten Todesopfer lassen nicht lange auf sich warten. Durch den selbst erfundenen Fettmuskel-Quotient, kurz FMQ, wird die Spreu vom Weizen getrennt. Wer den zulässigen FMQ überschreitet verliert seinen Job und bald auch die Wohnung. Essen in der Öffentlichkeit wird verpöhnt und die Leute lassen sich die Lebensmittel ins Haus liefern, um nicht der Häme der Bevölkerung ausgesetzt zu sein. Der Erfolg, wie ihn sich Johan Svärd vorstellt, bleibt trotz aller Maßnahmen aus. Die Dünnen werden zwar immer dünner, aber die meisten Übergewichtigen bleiben uneinsichtig. Die Regierung greift zu drastischen Mitteln, um die Städte von den „Dicken“ zu säubern. In all den Wirren versucht der junge Forscher Landon seine Liebe Helena zu retten und die Machenschaften der Partei aufzudecken. Wird es ihm gelingen bevor die Katastrophe unweigerlich ihren Lauf nimmt? Asa Ericsdotter hat in „Epidemie“ ein äußerst ungewöhnliches Thema für ihre Dystopie verwendet. Dennoch hat sie einen sensationellen Roman geschaffen, der eine Wucht an Emotionen beim Leser auslöst. Erschreckend, wütend, traurig bis hin zum blanken Entsetzen, man kann während dem Lesen kaum fassen, was man da vor sich hat. Dabei verwendet die Autorin sehr raffiniert Stilwechsel beim Erzählen. Sie erfasst die chronologischen Ereignissen in kurzen und knappen Sätzen, nüchtern und objektiv und sorgt damit für eine dichte intensive Atmosphäre. Erzählt sie aus der Sicht ihrer Protagonisten wechselt die Perspektive in Subjektivität mit geballten Emotionen. Man spürt die Angst, die Verunsicherung, die Verzweiflung, aber auch die Hoffnung auf Besserung der Lage. Die Einzelschicksale berühren zutiefst und bringen einen schier aus der Fassung. Zum Ende hin wechseln die Settings und Perspektiven immer schneller und schrauben die Spannung in ungeahnte Höhen. Spätestens wenn man die Hälfte der Lektüre erreicht hat, erscheint es unmöglich das Buch aus der Hand zu legen. Asa Ericsdotter wird mir mit ihrem Roman noch lange in Erinnerung bleiben. Die Aspekte und Thesen in dieser Story regen zum Nachdenken an und es erscheint unglaublich, zu was Menschen fähig sind. Wenn man sich so umsieht, muss man sich eingestehen, das solch ein Szenario in vielen Regierungen möglich ist und es bleibt nur die Hoffnung das dies eine Dystopie bleiben wird. 5 Sterne für dieses beängstigende, aber grandiose Debüt

    Mehr
    • 2
  • Erschütternd, schonungslos und furchterregend!

    Epidemie

    Pearsson

    13. March 2017 um 09:01

    Zitate:"Der Fett-Muskel-Quotient war zur besten Waffe der Gesundheitspartei geworden. Er entschied über die berufliche Eignung." Seite 12"Das bunte Papier glänzte im Licht der Küchenlampe. Die Zeichnung auf der Vorderseite stellte ein rosa Schweinchen dar, das mit einem weißen Verband um den Bauch in einem Krankenhausbett lag.WER SCHÖN SEIN WILL, MUSS LEIDEN." Seite 20"Das war also das Ergebnis von vier Jahren unter Johan Svärd. Eine Halle voller Menschen, deren Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl systematisch zerstört worden waren." Seite 124 Meinung: Sowohl das Vorwort als auch die ersten Seiten lassen erahnen, dass es sich bei "Epidemie" wortwörtlich nicht um leichte Kost handeln wird. Bereits hier ist erkennbar, dass wir es mit einer ernsten, bedrückenden Thematik zu tun haben werden und die Autorin schafft es auch, diese Stimmung über die gesamte Geschichte aufrecht zu erhalten.Alles beginnt damit, dass die neue Regierung -allen voran deren Vorsitz Johan Svärd- äußerst vehement etwas gegen die dort grassierende Fettsucht unternehmen will, da diese sich auf Gesundheit, Lebensalter und Staatskasse auswirkt.Erste Maßnahmen wurden zu diesem Zeitpunkt bereits umgesetzt, so erfahren wir auch direkt die ersten Auswirkungen. Überall schlägt der Diäten- und Fitnesswahn um sich, es ist so gut wie nirgends mehr möglich, eine normale Mahlzeit einzunehmen, ohne sich ernsten Blicken, Getuschel oder sogar Pöbeleien auszusetzen. Das geht so weit, dass dicke Menschen auf Grund eines zu hohen "Fett-Muskel-Quotienten" entlassen werden können, Kinder sich Magenverkleinerungen unterziehen und es nicht selten zu Magersucht oder Tablettenmissbrauch kommt. Auch Todesfälle konnten bereits verzeichnet werden. Aber was wäre, wenn diese Maßnahmen noch nicht ausreichend wären?!Das erste, was mir auffiel, ist der von der Autorin gewählte Schreibstil. Die Sätze sind knapp gehalten, ja es handelt sich -gerade zu Beginn der Geschichte, in dem wir die Thematik und Schicksale unsere Hauptcharaktere erfahren- um einen nahezu berichthaften Schreibstil. Er lässt die Geschichte wie eine Dokumentation oder nachrichtentechnische Berichterstattung erscheinen. Ich empfand dies als sehr gut gewählt! Es lässt alles bedrückender und offizieller erscheinen. Das weitere Geschehen wird danach aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Unter anderem aus Sicht eines beleibteren jungen Mannes, einer Mutter, die ihre Tochter schützen will und einer Frau, die vom Schlankheitswahn bereits voll infiziert ist. Hier wird der Schreibstil dann natürlich persönlicher.Aber es ist nicht nur die Tatsache, dass man ziemlich nah an den Schicksalen dran ist, die eine absolut gelungene Stimmung erschaffen, sondern auch die Tatsache, dass die staatlichen Maßnahmen langsam aber kontinuierlich härter werden und einen stellenweise das blanke Entsetzen packt. Diskriminierung, Mobbing, Selbsthass. Die Folgen einer solchen Gesellschaft sind verheerend! Ihr könnt euch sicher vorstellen, wie düster und beklemmend dieses Setting auf den Leser wirkt! Man verfolgt atemlos (und vor allem sprachlos!), was als nächstes passieren wird. Auf jeden Fall handelt es sich um ein absolut beängstigendes Szenario, von dem man nur hoffen kann, dass es reine Fiktion bleiben und niemals auch nur ansatzweise möglich sein wird. Das Einzige, was ich etwas vermisst habe, ist zumindest eine ansatzweise Erklärung, WARUM Johan seine Ziele derart fanatisch verfolgt. Die Geschichte an sich weist zwar einen runden Schluss auf, mit dem ich persönlich als Leser gut leben kann, aber zu dieser Thematik hätte ich mir ebenfalls ein paar Worte gewünscht, dann wäre es perfekt gewesen ;)Alles in allem kann ich nur sagen, dass "Epidemie" mich wirklich mitreißen konnte. Erschütternd, schonungslos und absolut furchterregend handelt es sich für mich definitiv um ein Werk, dass einen bleibenden Eindruck hinterlassen wird!

    Mehr
  • Trotz schwachem Start ein Highlight

    Epidemie

    denise7xy

    08. March 2017 um 13:06

    Erster SatzEs geschieht in Rammstein.MeinungIn Schweden hat die Gesundheitspartei das Regime übernommen, ihr Wahlversprechen: Wir machen Schweden wieder schlank und besiegen die „Fett-Epidemie“. Nach und nach wird der Abnehmwahn immer größer und Diätpräparate, Magen-Op’s und Gesundheitszentren werden zum Alltag vieler Menschen. Um diesem Wirbel zu entfliehen nimmt Landon sich eine Auszeit im Sommerhaus seiner Eltern und trifft dort auf Helena und ihre Tochter Molly, die vor den Abnehmforderungen des Staates geflohen sind. Keiner der drei ahnt, wie schlimm sich die Situation im Land noch zuspitzen soll.Auf dem Cover ist eine feine weiße Sandschicht, die aussieht wie Zucker und ein absoluter Hingucker ist. Die Geschichte ist aus der Sicht eines Erzählers geschrieben, dieser folgt in kurzen Kapiteln den unterschiedlichsten Personen. Meistens dem Protagonisten Landon, doch auch verschiedenen Nebencharakteren oder dem Antagonisten.Der Anfang des Buches konnte mich irgendwie nicht so erreichen und fesseln. Es war nicht schlecht, aber auch nicht spannend. Als dann aber die eigentliche Handlung mit den „Fat-Camps“ und dem Verschwinden der Leute begann, war ich hin und weg und konnte teils gar nicht mehr aufhören zu lesen. Die Autorin hat die Panik und den Hass sehr gut eingefangen und an die Leser rübergebracht, mit vielen Beweggründen und plausiblen Erklärungen bekräftigt.Die Charaktere waren nichts besonderes oder stachen aus der Menge heraus, allerdings mache gerade dies sie authentisch und sympathisch. Der Protagonist Landon, der eher schüchtern und zurückhaltender auf seine Mitmenschen reagiert und von seiner langwierigen Freundin gerade erst getrennt ist, möchte am liebsten gar nichts von dieser Gesundheitspartei wissen oder gar damit zu tun haben. Doch gegen seine Gefühle für Helena wagt er nicht sich zu stellen und so macht er sich auf, diese zu retten und die Verantwortung für sie und Molly zu übernehmen. Er wächst bei seiner Suche über sich hinaus.Mutter und Tochter sind herzallerliebst und würden keiner Fliege etwas antun, trotzdem sind beide sehr direkt und keineswegs zurückhaltend. Johan Svärd ist, wie ich finde, kein typischer Antagonist in dem Sinne. So hat er nichts direkt gegen bestimmte Personen, sondern gegen eine Menschengruppe. Sein Antrieb und der Auslöser für diesen Hass sitzen anscheinend sehr tief, bleiben jedoch ungeklärt. Für sein Ziel geht er auch über Leichen.FazitBis auf den etwas schwachen Start, ein wirklich gutes Buch, dass zum Nachdenken anregt. Für einige könnte es vielleicht etwas zu brutal sein. 4/5 Sternen

    Mehr
  • Unglaublich

    Epidemie

    Blacksally

    07. March 2017 um 16:34

    Mich hat das Buch wegen des Klappentextes sehr angesprochen, als es bei mir ankam war ich erfreut das der Zucker den man auf dem Cover sieht wirklich auch kleinen, rauen Kristallen zu bestehen scheint. Ich mag solche ungewöhnlichen Cover sehr gerne.Ich glaube mich hat eine Geschichte noch nie so sehr geschockt wie diese.Das Buch war einfach nervenaufreibend, schockierend und macht dem Leser Angst. Denn wer weiß schon ob es uns nicht wirklich irgendwann so, oder so ähnlich gehen wird.Das Buch wird aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben. Wir haben zum einen Landon, der mir von Anfang an unglaublich sympathisch war. Er hat sich nicht beeinflussen lassen und blieb seinen Prinzipien treu. Ich würde ihn auch als Hauptcharakter bezeichnen, da wir ihm am meisten gefolgt sind.Dann gibt es noch Helena, sie verliert ihren Job, weil sie zu dick ist und später nimmt sie ihre kleine Tochter Molly von der Schule, denn Molly soll sich einer Magenbandoperation stellen, da sie für die Schule ebenfalls zu dick ist. Das will Helena aber nicht zulassen und flüchtet in ein Sommerhaus nach Kavarö um sich dem allem mehr oder weniger zu entziehen. Dort treffen sich auch die Handlungsstränge von Landon und Helena. Gloria hat ebenfalls ihren Job verloren, da sie zu dick ist. Sie macht sich jedoch als Autorin von zu Hause aus selbstständig und verlässt die Wohnung nicht mehr. Bis zu einem Schicksalshaften Abend, an dem sie zu einer Veranstaltung geht um sich zum Thema Arbeit beraten zu lassen. Doch was dort passiert wird sie nie vergessen.Der Schreibstil und der Plot des Buches sind atemberaubend. Ich habe selten ein Buch in der Hand gehabt das mich so schockiert und gleichzeitig gefesselt hat. Es ist wie ein Unfall: erst will man nicht hinschauen und dann kann man nicht mehr wegschauen.Unglaublich wie gut die Autorin mit der Angst des Lesers spielen kann und wie echt alles wirkt an der Geschichte. Als ich mit dem Buch durch war musste ich das ganze erstmal sacken lassen, denn es ist schon verstörend was dort alles passiert.Meiner Meinung nach ist das der beste Debütroman den ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich freue mich schon auf weiteres von dieser Autorin.Die Autorin:Leider habe ich zu ihr im Internet nichts finden können, ich denke aber das dort bald mehr über sie zu finden sein wird.Fazit:Das Buch lässt sich mit einem Wort beschreiben: Wow! Bitte mehr von dieser Autorin!

    Mehr
  • weitere
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks