Åsa Linderborg Ich gehöre keinem

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Inhaltsangabe zu „Ich gehöre keinem“ von Åsa Linderborg

Schweden in den siebziger Jahren. Die kleine Åsa lebt allein mit ihrem Vater, dem Stahlarbeiter Leif, in einer Wohnung im mittelschwedischen Västerås, nachdem die Mutter beide wegen eines anderen Manns verlassen hat. Der Alltag der kleinen Restfamilie gestaltet sich in Folge ziemlich unkonventionell. Die kleine Åsa darf so viele Süßigkeiten essen, wie sie will, überhaupt bleibt es ihr selbst überlassen, sich etwas Essbares zu besorgen. Das Beziehen von Betten hält Vater Leif für überflüssig, auch Körperhygiene ist nicht seine Stärke. Gegessen wird bei den Großeltern, weil das Geld nicht bis zum Monatsende reicht. Der Grund für die Finanzsorgen: Leif ist zwar ein pflichtbewusster und kompetenter Facharbeiter, der gut verdient, aber er ist auch Alkoholiker, der den Großteil seines Geldes in die Sucht steckt.

Mig äger ingen - sehr anrührend, besonders wenn man bedenkt, dass es eine wahre Geschichte ist!

— mjallhvit

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    Ich gehöre keinem

    Herbstrose

    28. May 2017 um 10:23

    Åsa ist gerade vier Jahre alt, als die Mutter die Familie verlässt und das Kind beim Vater zurück lässt. Dieser ist, trotz aller Liebe, unfähig, das Mädchen ordentlich zu erziehen. Leif ist Alkoholiker, ist oft bis zur Bewusstlosigkeit betrunken und erbricht sich vor den Augen des Mädchens ins Spülbecken. Zwar verdient er gut als Metallvergütungsmeister, dennoch ist selten Geld im Haus. So isst man bei den Großeltern und Kleidung bekommt man gespendet. Hygiene ist ein Fremdwort für Vater und Tochter – man wäscht sich nicht, putzt keine Zähne und man schläft in unbezogenen Betten. Aber nach außen hin wird der Schein gewahrt, der Balkon wird jedes Jahr bepflanzt, es gibt Gardinen an den Fenstern und abends brennt immer ein Lämpchen hinter der Fensterscheibe. Erst als Åsa in die Pubertät kommt, ändert sich etwas. Sie zieht zur Mutter – und Vater stürzt völlig ab … Åsa Linderborg wurde 1968 im schwedischen Västerås geboren, ist studierte Historikerin und arbeitet als Kulturredakteurin bei einer schwedischen Zeitung. Seit 1980 ist sie Mitglied der Linken Kommunisten Schwedens und wurde 1987 Ombudsmann der Kommunistischen Jugend. Sie ist Mutter zweier Kinder. Ihre Autobiographie "Ich gehöre keinem" erschien bereits 2007 in Schweden unter dem Titel „Mig äger ingen” und war für den August-Preis (nach August Strindberg) als bester schwedischer Roman des Jahres nominiert. Das Buch war die Basis für einen Film mit demselben Titel. Diese Autobiographie lässt mich sehr zwiespältig zurück. Es ist einerseits eine tief berührende, traurige Geschichte, die von der Autorin völlig unsentimental und ohne Pathos erzählt wird – andererseits drängt sich mir die Frage auf: Warum tut sie das? Des Bucherfolges wegen? Muss es wirklich sein, dass man den (inzwischen toten) Vater so schonungslos bloß stellt? Die ganze Familie wusste Bescheid, aber anstatt den Mann zur Therapie zu schicken wurde seine Sucht ignoriert. Auch die Mutter, die ihr kleines Kind im Stich gelassen hat und später zu einer in Schweden bekannten Politikerin und Mitglied im Parlament der Linken wurde, bekommt von mir keine Sympathiepunkte. Ihre Antwort auf Åsas Frage, warum sie sie nicht mitgenommen habe, „Papa tat mir so leid, dass ich ihm das Schönste schenkte, was ich hatte, dich“, wird auch durch ihr wiederholtes beteuern nicht glaubwürdiger. „Auch ein Alkoholiker kann ein liebevoller Vater sein“ schreibt Åsa Linderborg, was zweifellos stimmt. Sie wurde von Leif geliebt und sie liebte ihn auch, sehr. Sie führten eine liebevolle Beziehung und Åsa fühlte sich als Kind sehr wohl und geborgen bei ihm. Dies änderte sich, als sie älter wurde, das Vertrauensverhältnis schwand. Sie sah ihn plötzlich mit anderen Augen und zog, als sie 14 Jahre alt war, zur Mutter und deren neuer Familie. Zur Abiturfeier wurde Vater noch eingeladen, als sie promovierte war er nicht mehr erwünscht. Dennoch findet sich im ganzen Buch kein Wort der Anklage, weder gegen den Vater, noch gegen die Mutter. Der Schreibstil Linderborgs ist völlig unsentimental, nüchtern und ohne Pathos, klar und deutlich sind ihre Erinnerungen. Der Leser kann nur erahnen, dass die Autorin den vielen verpassten Begegnungen und den versäumten Gesprächen nachtrauert. Fazit: Ein beeindruckendes Buch – ohne zu werten, ohne Anklage, aber dafür mit viel Liebe und Verständnis geschrieben – lesenswert!

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  • Rezension zu "Ich gehöre keinem" von Åsa Linderborg

    Ich gehöre keinem

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. April 2012 um 19:05

    "Ich fragte Mama, warum ich an jenem Abend, als sie uns verließ, nicht hatte mitgehen dürfen. Sie gab mir immer die gleiche Antwort: Papa tat ihr so leid, dass sie ihm das Schönste schenkte, was sie hatte." Als Asa drei Jahre alt ist, verlässt ihre Mutter die Familie und lässt Asa beim Vater zurück. In diesem Buch beschreibt Asa Linderborg ohne Beschönigungen ihre Kindeheit beim Vater, für die der bester Vater ist, den gibt. Der aber auch ein Alkholiker ist, der fast immer pleite ist, obwohl er eigentlich gut verdient. Der seine Wohnung penibel sauber und nach seinen Begriffen schön eingerichtet hält, aber im Bad keine Handtücher hat und der das Bett nicht bezieht. Der morgens in die Spüle erbricht und Asa soviel Süßigkeiten essen lässt wie sie will. 4,5 von 5 Sternen

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  • Rezension zu "Ich gehöre keinem" von Åsa Linderborg

    Ich gehöre keinem

    sabatayn76

    06. April 2012 um 18:49

    'Ich gehöre keinem, nicht einmal mir selbst.' Inhalt: Noch vor Åsas 4. Geburtstag verlässt ihre Mutter Åsas Vater und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Åsa bleibt bei ihrem Vater, einem Alkoholiker, der seinen Lohn meistens direkt in Alkohol umsetzt. Warmes Essen gibt es bei Åsas Großeltern. Åsas Kindheit ist geprägt von unkonventioneller Erziehung: Regeln und Verbote gibt es nicht, Grundzüge von Hygiene oder gesunder Ernährung werden vom Vater nicht vermittelt. Mein Eindruck: Åsa Linderborg erzählt in 'Ich gehöre keinem' von ihrer eigenen Kindheit, vom Leben mit ihrem und ohne ihren Vater, von Liebe, Scham und Traurigkeit. Dabei berichtet sie sachlich und nüchtern von den schlimmen Zuständen, in denen sie aufwuchs. Als Leser wird man bisweilen wütend ob des Verhaltens des Vaters, doch man ist auch berührt von seinem Bemühen, das Leben irgendwie zu meistern und für seine Tochter da zu sein. So entsteht ein komplexes Bild einer Beziehung und keine simple Schwarz-Weiß-Malerei der Kindheit und des Vaters. Durch die kurzen Kapitel, die einfache Sprache und den flüssigen Schreibstil Linderborgs lässt sich 'Ich gehöre keinem' schnell lesen und bietet zudem tiefe Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt sowie das Verhalten von (alkohol-)abhängigen Personen. Mein Resümee: Mich hat das Buch sehr berührt, und ich kann es vorbehaltlos empfehlen. Meine Empfehlung: Für Leser von 'Schloss aus Glas' (Jeannette Walls), 'Die Asche meiner Mutter' (Frank McCourt) und 'Als der Tag begann' (Liz Murray).

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  • Rezension zu "Ich gehöre keinem" von Åsa Linderborg

    Ich gehöre keinem

    stories!

    02. November 2009 um 17:58

    Asa Linderborg ist vier Jahre alt als ihre Mutter sie und ihren alkoholkranken Vater verlässt. Dieser Roman, über eine Vater-Tochter-Beziehung, die atemlos macht und nicht nur durch einen einzigartigen Erzählton zutiefst berührt, gehört zu einem der Favoriten für den Herbst.

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