Zwei Schwestern

von Åsne Seierstad 
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Zwei Schwestern
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Ein wichtiges Buch.

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Inhaltsangabe zu "Zwei Schwestern"

An einem Nachmittag im Oktober 2013 kommen die zwei Teenagerschwestern Ayan und Leila nach der Schule nicht wie gewohnt nach Hause. Stattdessen schicken sie eine E-Mail – mit einer Nachricht, die ihren Eltern und Geschwistern schier die Luft zum Atmen nimmt: Die beiden Schwestern befinden sich auf der Reise nach Syrien, um sich dort dem Islamischen Staat anzuschließen.
Sofort begibt sich ihr Vater auf die Suche nach ihnen mitten hinein ins Kriegsgebiet. Auf seiner verzweifelten und lebensgefährlichen Odyssee kooperiert er mit Schmugglern, Geheimdiensten und Terrormilizen. Wieso haben seine Töchter freiwillig ihr sicheres Leben aufgegeben? Wieso wurden im Vorfeld die Zeichen nicht richtig gedeutet? Und wie schafft er es, sie wieder zurückzuholen, notfalls auch gegen ihren Willen?
Åsne Seierstad beleuchtet das Thema in seiner gesamten Komplexität. Sie deckt nicht nur die Hintergründe der Radikalisierung sowie die Auswirkungen auf die Hinterbliebenen auf, sondern gewährt auch dramatische Einsichten in das Leben und Überleben im Terrorstaat.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783036957746
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:Kein & Aber
Erscheinungsdatum:27.09.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    jamal_tuschickvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein wichtiges Buch.
    Sadiqs Töchter

    Die Radikalisierung der Schwestern vollzieht sich weder unter Ausschluss der Öffentlichkeit noch in schleichenden Prozessen. Ihre Verwandlungen von (nach westlichen Maßstäben) normal krass Pubertierenden in Dschihadistinnen flankieren Ayan und Leila mit offensiven Statusmeldungen. Sie machen sich so auffällig, dass sie ins Visier eines Geheimdienstes geraten. Da melden sich zwei ab von der Gesellschaft, in der sie als Flüchtlingskinder Aufnahme fanden, um in Syrien den Tod zu suchen. Sie kehren in den Krieg zurück, als sei dies ihr Schicksal. Zugleich wähnen sich die Schwestern auf einem Gipfel der Selbstbestimmung.
    „Nach Syrien geht man, um dort zu sterben“
    Asne Seierstad, die in „Einer von uns“ Anders Breivik aufschloss, dokumentiert in „Zwei Schwestern“ die Lebensläufe von Ayan und Leila Juma. Vater Sadiq schaufelte den Weg von Somalia zu einem besseren Leben in Norwegen frei. Mutter Sara existiert in einem Kokon der Unselbständigkeit. Ihr Heimweh lässt kein Angebot des Gastlandes gelten. Sadiq dolmetscht nach allen Richtungen. Die Ansichten des liberalen Moslems stoßen in der somalischen Gemeinde von Bærum auf Kritik. Die Töchter ignorieren die moderate religiöse Praxis im Elternhaus. Für sie bedeutet Islam Identität ohne Zusatzstoffe. Er erfüllt ihre Sehnsucht nach Reinheit. Er liefert dem Wunsch nach Abgrenzung Argumente. Der Islam löst Differenzerfahrungen in universellen Erklärungen auf. Ayan und Leila erleben ihn gleichermaßen als Jugendkultur und Exklusivitätsformat. Sie erschaffen sich neu in Gegenbildern zum skandinavischen Standard. Sie verschleiern sich exzessiv und provozieren so. Sie suchen die Konfrontation. Sie setzen islamische Vorschriften als Brechmittel gegen die Floskelwälle der norwegischen Mediationsgesellschaft ein. Sie fahren ab auf Facebook Präsentationen von Horror und Terror. Sie verlieben sich in kriegerische Prediger, die oft in Jugendbanden sozialisiert wurden und im Extremismus eine globale Heimat gefunden haben.
    Seierstad folgt den Ausstiegen in triste Winkel. Sie beleuchtet ein weltweit vernetztes Milieu mit mittelalterlichen Rechtsbegriffen. Für die Sorge der Eltern um ihre ab Oktober 2013 abgängigen Töchter gibt es in Norwegen keinen Rahmen. Nach dem Sittlichkeitsverständnis der diasporischen Umma haben die Eltern versagt. Der Staat zuckt mit den Achseln.
    Sadiq erkundet das türkisch-syrische Grenzland auf der Suche nach den Töchtern. Alles hat seinen Preis in den Lagern der Milizen und Schmuggler. Der Vater will Ayan und Leila zurückkaufen.
    Seierstad schildert wie Sadiq in die Mühlen des Islamischen Staates gerät und in einer Todeszelle knapp überlebt. Sie erzählt die Geschichte einer Gewaltherrschaft, die nicht zuletzt von ehemaligen Geheimdienstoffizieren des Saddam Hussein Regimes garantiert wird.
    Die Schwestern landen in einer Stadt, die seit Jahren Schlagzeilen macht. In ar-Raqqa spielt der Islamische Staat nun keine kraftvolle Rolle mehr. Eine Allianz unter dem Kommando der Kurdin Rojda Felat hat den Kampf mit amerikanischer Luftunterstützung für sich entschieden. Ayan und Leila könnten sich immer noch in der Stadt aufhalten.

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    Kaivaivor 3 Monaten
    andrea1978s avatar
    andrea1978vor 5 Monaten
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    anushkavor 7 Monaten
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    bucherleservor 10 Monaten

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