Das Ende von Eddy

von Édouard Louis 
4,3 Sterne bei68 Bewertungen
Das Ende von Eddy
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Positiv (58):
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Vor sich selber kann man nicht davon laufen.

Kritisch (5):
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Eine einzige Enttäuschung.

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Inhaltsangabe zu "Das Ende von Eddy"

Ein Befreiungsschlag, ein Aufbruch in ein neues Leben – mit unglaublicher Sprachgewalt erzählt der junge französische Autor Édouard Louis die Geschichte einer geglückten Flucht aus einer unerträglichen Kindheit: inspiriert von seiner eigenen. ›Das Ende von Eddy‹ ist sein Debütroman, der zu einem großen Erfolg und einer der meistdiskutierten Veröffentlichungen des Jahres wurde.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596032433
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:208 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:25.05.2016

Rezensionen und Bewertungen

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    Das_Leselebens avatar
    Das_Leselebenvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Berührend, tiefsinnig, erschreckend
    Schon jetzt ein Jahreshighlight

    Ich gebe es zu ich habe sehr drauf hingefiebert das Debüt von Èdouard Louis lesen zu können. Eigentlich wollte ich es schon gleich nach dem Erscheinen im Februar 2015 lesen, aber irgendwie kam immer ein anderes Buch dazwischen. Erst mit dem Erscheinen seines neuen Romans: ‚Im Herzen der Gewalt‘ rückte ‚Das Ende von Eddy‘ wieder in meinen Fokus. Der 208 Seiten starke Roman erschien im Fischer Taschenbuch Verlag.

     

    Inhalt:
    Eddy ist anders als die Jungen in seinem Dorf, mit Mädchen, saufen und Fußball kann er nichts anfangen. Lieber trägt er den Schmuck seiner Schwester und hört Schlager. Überall ist Eddy als „Tunte“ und „Schwuchtel“ verschrien, aber wie soll er aus dem Teufelskreis von Alkoholkonsum, Gewalt, Unterdrückung und veralteten Rollenbildern herauskommen ?

     

    Meine Meinung:
    Beim ersten Eindruck hatte ich, das Gefühl das Buch spielt in den 50er Jahren in einem Dorf in Frankreich. Dabei ist der Autor bei der Veröffentlichung grade mal 24 Jahre, da der Roman autobiografisch spielt er also Anfang der 90er Jahre. Èdouard Luis zeichnet sich beim Schreiben durch seine Beobachtungsgabe und seinen klaren direkten Stil aus.
    Eddy ist ein ganz besonderer Junge, denn früh zeigt sich bei ihm, dass er homosexuell ist und er versucht mit aller Macht dies nicht für sich anzuerkennen, denn sein ganzes Umfeld bringt ihm bei das er kein richtiger Mann ist.
    Offen und Direkt spricht Èdouard Louis über veraltet Rollenbilder und ihre Folgen. Er wächst mit dem Wissen auf das zum ‚richtigen Mann‘ dazu gehört sich zu besaufen, sich zu prügeln und auch mal Hand an die Frau legen. Aber auch die Rolle der Frau beleuchtet Èdouard Louis näher. Respektvoll erzählt er von den wirklich starken Persönlichkeiten seines Dorfes und ihrer gesellschaftlichen Unterdrückung. Es beschäftigt den Jungen sehr warum Frauen dies mit sich machen lassen und dem alltäglichen Sexismus so gelassen gegenüber stehen.
    Die Hoffnungslosigkeit und das Wissen der dem vorgezeichneten Leben nicht entkommen zu können zieht sich durch den gesamten Roman. Und das ist für mich eine Besonderheit dieses Buches, den Eddy kommt sehr lange nicht auf die Idee gegen das Unrecht anzukämpfen bzw einen alternativen Weg für seine eigene Zukunft zu suchen. Mir als Leser zeichnete sich schon sehr deutlich ab welches unglückliche Leben Eddy als Erwachsener hätte führen müssen, wenn es da nicht zu einem Wendepunkt gekommen wäre.
    Gleichzeitig erzählt der Roman die Geschichte einer gebrochenen Gesellschaft, die im Laufe der Zeit durch das Netz der Normen und Werte gefallen ist. Die sich wieder mehr Anerkennung ihr Leistungen wünschst. Die Hoffnung des Dorfes liegen merklich im rechten Bereich der französischen Regierung. Als ich dieses Buch gelesen habe besuchte ich auch meine Familie, ebenfalls Einwohner eines kleinen Dorfes in Deutschland. Obwohl das meine Lieben längst nicht so schlecht gestellt sind, wie Eddy´s Familie, wurde ich an diesem Wochenende mit einigen (für mich unvorstellbaren) Aussagen konfrontiert, die aus dem Buch hätten stammen können. Aber ich muss auch sagen ich habe aus ‚Das Ende von Eddy‘ gelernt die Ängste meiner Lieben gegenüber der aktuellen Situation in Deutschland etwas ernster zu nehmen.
    Edouard Louis Debütroman hält mich immer noch stark beschäftigt, hat einiges in mir ausgelöst und zählt schon jetzt für mich zu meinen besten Büchern 2018.

     

    Mehr Infos: https://das-leseleben.webnode.com/news/das-ende-von-eddy-von-edouard-louis/

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    L
    lectorvor einem Jahr
    Eribon - die nächste Generation

    Second Generation: Das Buch "Rückkehr nach Reims" von Eribon noch einmal von einem Autor der nächsten Generation. Auf alle Fälle lesenswert!

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    TinaLiests avatar
    TinaLiestvor einem Jahr
    Die französische Provinz & das Anderssein

    Viel zu lange habe ich damit gewartet, diesen Roman von knapp über 200 Seiten zu lesen. 2015 erschienen, gammelte er auch seitdem in meinem Regal herum. Dass der spontane Griff ins Bücherregal oft der beste ist, wurde mir dann hier wieder einmal bewiesen.

    In „Das Ende von Eddy“ erzählt der Jung-Autor Édouard Louis in Romanform von seiner Kindheit und Jugend im Hinterland Nordfrankreichs, von Gewalt und Hass, von den eingeengten und vorgeschriebenen Geschlechterrollen, von dem verzweifelten Versuch, so zu werden, wie er laut der Dorfgesellschaft sein muss: Er soll Frauen begehren, Fußball schauen, „ein echter Kerl“ sein. Er wird verprügelt, gedemütigt, gehasst – dafür, dass er homosexuell ist, einen eher weiblichen Gang hat, eben nicht in das Männerbild der homophoben Dorfbewohner und Mitschüler passt. Er ist der Sündenbock für alles, was im Entferntesten mit Homosexualität zu tun hat, auch wenn ganz andere Jungs im Holzschuppen gewisse Dinge (mit ihm) ausprobieren: „Das Verbrechen besteht nicht darin etwas zu tun, sondern etwas zu sein. Und vor allem auch so auszusehen.“ (S. 154)

    Die Sprache der Eltern, der Brüder, der Dorfbewohner zeugt von Derbheit und Ungebildetheit. Sie sind abgestumpft und festgefahren. Was nicht in ihr Weltbild passt, ist schlecht. Die Wucht dieses Milieus, des Hasses und der Ungerechtigkeit habe ich als Leser sehr eindringlich wahrgenommen. Nicht mal die Gewalt, eher das fehlende Verständnis war es, das bei mir so etwas wie Mitgefühl mit Eddy hervorrief. Kein wirklich Mitgefühl deshalb, weil er selbst nicht wirklich tolerant ist. Er diskriminiert andere Schwule, hetzt gegen Araber im Besonderen und fühlt sich besser als Ausländer im Allgemeinen. Er kommt nicht so recht raus aus seinem Millieu, ist irgendwie eben doch Teil davon. Diese Spannung macht „Das Ende von Eddy“ nicht zu einem gefühlsduseligen Rückblick, sondern zu einem sehr lesenswerten Roman.

    Gewidmet ist das Buch übrigens Didier Eribon, dessen Buch „Rückkehr nach Reims“ ich euch auch sehr empfehlen kann.

    Zum Blogartikel mit noch mehr Buchempfehlungen auf Revolution, Baby, Revolution.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Starke Botschaft, (zu) leise vorgetragen

    „Offenbar bin ich so geboren, niemand hat je die Ursachen erkundet, den Ursprung, die Herkunft jener unbekannten Kraft, die sich meiner bei der Geburt bemächtigt hatte und mich zum Gefangenen meines Körpers machte.“

    Der Erzähler dieses Buches, der junge Eddy Bellegueulle, wächst in einem Dorf im Norden Frankreichs auf und merkt bald, dass sein Wesen dem dort gepflegten normativen Stereotyp von Maskulinität nicht entspricht. Stattdessen fühlt er sich zum Weiblichen hingezogen, verbringt seine Zeit lieber in der Theatergruppe der Schule statt auf dem Bolzplatz oder vor dem Fernseher. Schnell wird klar, dass Eddy anders ist und deshalb in das Gefüge des Dorfes und, was für ihn fast noch schlimmer ist, in das seiner Familie nicht hineinpasst:

    „In ihrer Welt galt Männlichkeit derart unangefochten als das Größte, dass sogar meine Mutter von sich selber sagte Ich lass mir nichts gefallen, ich hab schließlich Eier in der Hose.

    Eddy versucht, sich seiner Umwelt anzupassen, seine Andersartigkeit zu vertuschen und mit typisch männlichen Attributen zu überspielen. Doch ganz gleich, wie groß die Bemühungen auch sind, seine Umgebung nimmt ihn als eine Tussi wahr, als Schwuchtel und lässt ihn ihre Verachtung bei jeder passenden Gelegenheit spüren: in der Schule wird Eddy von zwei Schlägern tyrannisiert, seine Eltern und Geschwister üben permanenten Druck auf ihn aus und zwingen ihn in das von ihnen anerkannte Muster hinein.

    „Ich durfte mich nicht mehr so verhalten wie bisher. Ich musste meine Gestik beim Sprechen unter Kontrolle bekommen, musste lernen, mit tieferer Stimme zu reden, und ausschließlich männertypische Freizeitbeschäftigungen nachzugehen. Mehr Fußball spielen, keine Schlagersendungen mehr sehen, andere Schallplatten hören.“

    Dass er trotzdem der Außenseiter der Dorfgemeinschaft bleibt, lässt Eddy an seiner Persönlichkeit und seinem Charakter zweifeln. Jeder Versuch der Anpassung schlägt fehl, jedes Leugnen zieht neue Kränkungen und Erniedrigungen nach sich. Was bleibt, sind Fragen von existenzieller Bedeutung, deren Antworten aber die Enge des Dorfes und dessen überkommene Wertevorstellungen nicht liefern können:

    „Warum war ich kein richtiger kleiner Junge, eigentlich war ich doch ein Junge? […] Ich wusste nicht, woher mein Anderssein kam, und dieses Nichtwissen kränkte mich.“

    Eddy muss weg, er muss aus dem Dorf fliehen, um seiner Bestimmung näher zu kommen und seine eigene Wahrheit nicht nur zu finden, sondern sie, ohne Rücksicht nehmen zu müssen, leben zu können. Das Ende von Eddy zeigt den Kampf dieses jungen Mannes gegen die dörfliche Borniertheit, die jede Abweichung von der Norm schlichtweg ablehnt und sich ein Leben außerhalb der eingefahrenen Bahnen und Muster nicht vorstellen kann.

    Ähnlichkeit besitzt dieser kurze Text mit Szilárd Borbélys Die Mittellosen. Ist der Messias schon weg? Auch hier wird das Schicksal einer Kindheit in einer dörflichen Umgebung (diesmal im Ungarn der 1960er Jahre) geschildert, die der Erzähler als ihm gegenüber feindlich und unerbittlich gesonnen wahrnimmt. Mögen sich die Beweggründe auch unterscheiden (Eddy ist homosexuell, Borbély Nachfahre von Großgrundbesitzern mit mutmaßlich jüdischen Wurzeln), so sind die Erfahrungen, die die beiden Protagonisten machen, doch von großen Überschneidungen gekennzeichnet. Auch Borbély erfährt Ausgrenzung, bittere Armut und den Hass des Dorfes, das ihn und seine Familie bei jeder sich bietenden Gelegenheit schneidet und erniedrigt. Der Wunsch, aus dieser Hölle auszubrechen, ist hier ebenso stark ausgeprägt, wie es bei Eddy Bellegueulle der Fall ist.

    Ausgehend hiervon liest sich Das Ende von Eddy gegenüber den Mittellosen aber fast brav, sprachlich zurückhaltend und weniger eindringlich. Borbély reizt das Maß des Erträglichen in seinen Schilderungen weit aus, stellt das Leben im Dorf im Speziellen und auf dem Land im Allgemeinen in seiner ganzen Härte und Unerbittlichkeit dar. Sprachlich und stilistisch ist Die Mittellosen von einer anderen Tragweite, als Das Ende von Eddy.
    Möglicherweise ist dieser Vergleich ungerecht, da es sich bei Borbély um einen Autor mit jahrzehntelanger Erfahrung gehandelt hat, der aus einer sehr depressiven Stimmung heraus schrieb, die ihn letztlich sogar in den Selbstmord trieb. Édouard Louis steht noch am Anfang seines Schaffens (Das Ende von Eddy ist sein Debütroman) und es ist ihm zu wünschen, dass er in kommenden Texten eben diese Zurückhaltung ablegt.

    Das mediale Echo auf dieses Buch suggeriert einen Text von epochaler Bedeutung („Ein beeindruckender Roman“, FAZ; „Édouard Louis ist ein seltener Glücksfall für sich, die Sprache, die Gesellschaft, Tagesspiegel), der jedoch meiner Meinung nach an eben dieser Haltung, wenn nicht scheitert, dann doch wenigstens hinter den Erwartungen zurückbleibt.

    Dieser Roman wird vielen Menschen Kraft geben, die sich in einer ähnlichen Situation wie der junge Erzähler befinden. Die Anerkennung von Andersartigkeit ist heute wahrscheinlich so weit fortgeschritten wie noch nie in der Sozialgeschichte. Das dennoch immer wieder Anfeindungen, Übergriffe und Unterdrückung stattfinden, zeigt die Notwendigkeit solcher Texte wie Das Ende von Eddy umso deutlicher. Thematisch stelle ich mich vollkommen hinter dieses Buch, stilistisch und formal-ästhetisch aber ist sicher noch Luft nach oben.

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    LillianMcCarthys avatar
    LillianMcCarthyvor 2 Jahren
    En finir avec Eddy Bellegueule

    Inhalt: Ein Befreiungsschlag, ein Aufbruch in ein neues Leben – mit unglaublicher Sprachgewalt erzählt der junge französische Autor Édouard Louis die Geschichte einer geglückten Flucht aus einer unerträglichen Kindheit: inspiriert von seiner eigenen. ›Das Ende von Eddy‹ ist sein Debütroman, der zu einem großen Erfolg und einer der meistdiskutierten Veröffentlichungen des Jahres wurde. (Quelle: Verlag)

    Meine Meinung: Leider gibt der Klappentext nicht allzu viel vom Inhalt Preis, weshalb ich euch zunächst noch einmal aus inhaltlicher Seite mehr vom Buch berichten möchte. Eddy Bellegeule lebt in einem kleinen Dorf in Frankreich, das ganz der dörflichen Lebensgemeinschaft verschrieben ist. Man heiratet innerhalb des Dorfes oder der Gemeinde und zieht nicht weiter als bis zum nächsten Dorf, man hat eine festgefahrene Meinung darüber, was normal ist und alles, was nicht in dieses Schema passt, wird gnadenlos verachtet und ausgegrenzt. So geht es Eddy. Eddy, der seit seiner Kindheit weiß, dass er anders ist. Noch bevor er überhaupt weiß, was das eigentlich ist, bekommt er zu hören, er sein schwul und erst viel später merkt er, dass er das wirklich ist. 

    Edouard Louis Name ist eigentlich Eddy Bellegeule und, obwohl ich das nicht gerne mache, ist es hier durchaus notwendig den Autoren direkt mit seinem Werk zu verbinden, Protagonist und ihn als ein und die selbe Person zu sehen, denn er erzählt hier tatsächlich von seiner Vergangenheit. Hier kommt er ohne viel Handlung du Spannung aus. In vielen kleinen Episoden erzählt er von seinem Leben, seiner Familie, seinen Freunden und der Schule. Schnell wird klar, Eddy passt nicht in das Bild dieses kleinen Dorfes und sein großer Traum ist die Flucht. Doch es ist nicht so, als sei das schon immer so gewesen. Nein, Eddy versucht sehr lange in diese Gesellschaft hineinzupassen, seiner Familie zu gefallen, unauffällig zu sein doch das gelingt kaum.

    Für mich war dieses Buch etwas ganz besonderes. Ich habe mich beim Lesen sehr wohl gefühlt, obwohl weite Teile des Buches mehr erschreckend und traurig waren. Trotzdem schwang in allem eine ganze Menge Hoffnung mit, die schnell klar werden lies: Dieses Buch endet positiv. Was ich sehr schön fand war, dass Eddys Homosexualität zwar der Hauptauslöser für die ganze Geschichte war, es eigentlich jedoch um etwas ganz anderes geht. Etwas, was man gar nicht wirklich in Worte fassen kann aber unzureichend vielleicht mit Flucht, Ausbruch und Lebenswandel beschreiben könnte. Ich habe mir die Frage gestellt, was wäre wenn Eddy nicht homosexuell wäre? Hätte er es geschafft aus der Enge dieses kleinen Dorfes herauszukommen? Meine Antwort darauf antwortet ganz klar nein. Hätte er nicht. 

    Für mich war die Homosexualität im Buch etwas sehr positives. Meiner Meinung nach wird sie hier nicht als Problem aufgefasst sondern mehr als Lösung eines solchen. Während in vielen Büchern die Homosexualität des Protagonisten oder der Protagonistin als etwas aufgefasst wird, das es zu lösen gilt (sei es durch das Outing oder durch den Versuch, Akzeptanz bei den Mitmenschen zu schaffen) stellt sie hier die Lösung für Eddys Problem dar und gibt im die nötige Kraft einen Ausbruch aus dem Alltagstrott dieses kleinen Dorfes zu schaffen. Auch aus diesem Blickwinkel ist es keinesfalls verkehrt mich all denen anzuschließen die sagen, dass Edouard Louis mit seinem Buch einen großen Schritt hin zu mehr Akzeptanz geschaffen hat. 

    Bewertung: Das Ende von Eddy hat nicht nur stark autobiografische Züge, die mich sehr faszinieren. Edouard Louis erzählt vordergründig nicht die Geschichte eines homosexuellen Jungen in der Gesellschaft, sondern einfach nur die Geschichte einer geglückten Flucht. Homosexualität ist hier nicht das Problem sondern die Lösung und trotz all des Schreckens, den das Buch teilweise verbreitet, schwingt eine enorme Hoffnung mit. Ich bin begeistert.

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    MelEs avatar
    MelEvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Abgestempelt, frustriert und dennoch voller Lebensfreude in einer außergewöhnlichen Sprache begegnen wir Eddy.
    Diskriminierend und innere Zerrissenheit


    Homosexualität ist heute scheinbar normal, aber in früheren Zeiten, war es sehr schwer sich in seiner Andersartigkeit zu behaupten. Eddy wurde schon früh als "Schwul" abgestempelt, da er eine recht hohe Stimme aufweist und auch sein Gang eigentümlich wirkt. Eddy gehört auch nicht zu den Menschen, die sich mit Armut zufrieden geben wollen, denn die meisten jungen Menschen in seinem Dorf heiraten früh und bekommen einen Stall voll Kinder. Dieses Leben scheint wenig attraktiv und daher bricht Eddy aus. Es scheint als würden wir an einer Millieustudie teilnehmen und nur vereinzelnd andere als diejenigen, die die Armut betrifft kennen lernen.  "Das Ende von Eddy" steckt voll von autobiographischen Zügen. Es kam mir vor, als würde der Autor seine eigenen Erfahrungen in diesem Roman verweben. Nicht immer ist "Das Ende von Eddy" leicht zu lesen, denn die Sprache ist recht schwer und manchmal las ich die Seiten auch sehr widerwillig. Der Sinn echter Kerle, die saufen und sich prügeln und ihre Frauen abhängig von sich machen und diese regelrecht als Gebärmaschinen missbrauchen, bekam einen bitteren Nachgeschmack, obwohl dieses natürlich Tatsachen sind, die in Büchern immer wieder verarbeitet werden. Mich stört dieses Frauenbild ganz gewaltig und ich bin froh, dass wir heute ein Mitspracherecht haben und unseren Körper nicht missbrauchen lassen müssen, um uns versorgt zu wissen."Das Ende von Eddy" ist wertvoll, wenn man sich als Leser darauf einlassen kann. Es fiel mir wie gesagt nicht immer leicht, ungesagtes aus den Zeilen herauszulesen und Verständnis zu entwickeln. Es ist oft Brutal und bis Eddy den Kreislauf seines vorgeschriebenen Lebens durchbrechen kann, vergeht einiges an Zeit. Man leidet mit Eddy, schüttelt den Kopf über den Wahnsinn, den er erleben muss und hat immerzu Hoffnung auf Veränderungen.
    Gerne eine Leseempfehlung für ein äußerst authentisches Buch, welches vor Sprachgewalt und Wahrheiten überzeugen konnte.

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    Korikos avatar
    Korikovor 3 Jahren
    Sprachgewaltiges Meisterwerk

    Story:
    Schon von klein auf ist Eddy anders als die übrigen Kinder des ärmlichen Dorfes in der Picardie, in der echte Männer von der Schule abgehen, Frauen abschleppen und saufen. Er hat nicht nur eine hohe Stimme, sondern auch einen tänzelnden Gang und ist es gewohnt seine Worte mit ausholenden Gesten zu unterstreichen. Bereits in der Schule wird ihm dies zu Verhängnis, denn er ist schnell zum Schwulen degradiert – lange bevor er überhaupt weiß, was dieses Wort bedeutet. Die Auswirkungen bekommt er direkt zu spüren, mal in verbaler, mal in körperlicher Gewalt. Für ihn steht fest, dass er alles daran setzen will, um nicht schwul zu sein – lieber arbeitsloser Fabrikarbeiter mit krankem Rücken und Alkoholproblem, als der Außenseiter des Dorfes zu sein. Doch so leicht lässt sie seine Natur nicht abändern …

    Eigene Meinung:
    Mit „Das Ende von Eddy“ erschien 2013 das Debüt des damals erst 20-jährigen Édouard Louis, das deutliche autobiografische Züge aufweist. Bis heute verkaufte sich der Bestseller über 200.000 mal in Frankreich, in Deutschland erschien der Roman bei Fischer. Auf sehr direkte und unverblümte Art und Weise berichtet der Autor von seiner Kindheit in der französischen Provinz und was es heißt dort als homosexueller Junge zu leben.

    Die Geschichte des jungen Eddy nimmt einen schon auf den ersten Seiten gefangen – schon früh in die Rolle des Außenseiters gedrängt, versucht er sein Leben auf verschiedene Weisen zu meistern: Anpassung an das Leben der übrigen Menschen eines Dorfes, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Männer gehen frühzeitig von der Schule ab, arbeiten in der Fabrik, heiraten und produzieren einen Stall Kinder; Frauen werden Verkäuferinnen, Friseure oder Altenpflegerinnen, heiraten möglichst jung und bringen die Kinder zu Welt, um nicht als frigide oder lesbisch zu gelten. So sehr man die Gutbürgerlichen um ihr Geld beneidet, so sehr verachtet man sie; Armut ist der ewige Begleiter, zusammen mit Gewalt und Brutalität, die erschreckend alltäglich daherkommt und ebenso akzeptiert und toleriert wird wie Rassismus und Fremdenhass.
    Das Eddy allein wegen seiner hohen Stimme, seiner Mimik und Gestik kaum eine Chance hat, wird schnell deutlich: in den Augen seiner Familie und der übrigen Bewohner ist er schwul, weil er sich auffallend weiblich verhält und heult, sobald man ihn schlägt. Es braucht lange bis Eddy erkennt, dass er sich nicht anpassen kann und lieber aus diesem Leben fliehen möchte, um anderswo sein Glück zu suchen. Bis es soweit ist durchlebt der Leser zusammen mit Eddy die Hölle, denn die gesamte Kindheit und Jugend von Angst, Selbsthass und Abneigung geprägt, die ihm von allen Seiten entgegenschlägt. Hinzukommt die Armut, in der die Familie lebt und die zeigt, wie schlecht es mitunter einigen Menschen heute noch geht: teils gibt es nichts zu essen, Ärzte sind verpönt und wer in der Schule mitarbeitet, degradiert sich selbst zum Außenseiter. Das Leben des einfachen Arbeiters ist hart, der Weg jedoch vorherbestimmt, sobald man in die Provinz hineingeboren wird: es ist ein beständiger Kreislauf, den man kaum durchbrechen kann.

    Mit einer enormen sprachlichen Wucht und eine unverblümten, verbalen Brutalität erzählt der Autor die Geschichte von Eddy. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, scheut sich nicht vor intimen Details aus seinem Leben und schont den Leser in keiner Weise. Man ist gleichermaßen schockiert, getroffen und berührt, denn Édouard Louis gibt Einblicke in die vollkommen fremde Welt der tiefsten Provinz. Positiv ist, dass er den Dialekt und die Sprache der Arbeiter perfekt wiedergibt, was den Unterschied zwischen den Menschen der Picardie und dem Ich-Erzähler deutlich macht. So sind die Worte seiner Eltern zumeist kursiv gehalten, ebenso die Dialoge der übrigen Bewohner des Dorfes. Schon optisch hebt sich die Sprache der Arbeiterklasse dem von Eddy bzw. dem Erzähler ab, der sich wesentlich besser und gepflegter auszudrücken vermag. Dennoch geling es dem Autoren vollkommen neutral und wertungsfrei zu beschreiben: so schrecklich und brutal die Schüler, Bewohner und Menschen auch sind, die Eddy zusetzen, sie wirken realistisch und sind nicht übertrieben bösartig. Auch verzichtet er auf versteckte Anklagen und greift niemanden direkt an, was auch nicht zu „Das Ende von Eddy“ gepasst hätte. Édouard Louis trifft die richtigen Töne und überzeugt mit sprachlicher Genauigkeit, einem direkten Stil und einer erschütternden Direktheit, was Erniedrigung, Gewalt und Brutalität betrifft.

    Fazit:
    Édouard Louis‘ „Das Ende von Eddy“ ist ein sprachgewaltiges, fesselndes Meisterwerk, das zu Recht den Pierre Guénin-Preis, der besonderes Engagement gegen Homophobie auszeichnet, erhalten hat. Mit klaren Worten und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen erzählt der Autor von einer Kindheit, die durch Intoleranz, Hass und Angst geprägt ist, und zeichnet eine Gesellschaft, die für viele kaum mehr existiert. Ein Muss für anspruchsvolle Leser, die nach Lektüre fernab von Romantik und Beziehungsklischees suchen. Zu empfehlen.

    Kommentare: 1
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    Lilli33s avatar
    Lilli33vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Fesselnde Milieustudie eines jungen Debütautors.
    Milieustudie in Romanform

    Gebundene Ausgabe: 206 Seiten

    Verlag: S. FISCHER; Auflage: 3 (12. Februar 2015)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-13: 978-3100022776  

    Originaltitel: En finir avec Eddy Bellegueule

    Preis: 18,99 €

     

    Milieustudie in Romanform

     

    Inhalt:

    Eddy lebt mit seiner Familie in einem kleinen Dorf im Norden Frankreichs. Hier regiert die Armut. Die Männer arbeiten in der Fabrik, die Frauen als Kassiererin oder Putzfrau, wenn sie überhaupt eine Arbeit haben. Ein Mann hat kräftig und trinkfest zu sein und darf sich nichts gefallen lassen, wenn er nicht zum Gespött der Leute werden will.

    Schon früh bemerkt der kleine Eddy, dass er anders ist. Er spielt gerne mit Puppen und fühlt sich in Kleidern pudelwohl.  In der Schule und in der Familie wird er als Schwuchtel beschimpft, verhöhnt und geschlagen. Mit aller Macht versucht der Junge, so zu werden wie die anderen, um ihre Anerkennung zu gewinnen.

     

    Meine Meinung:

    „Das Ende von Eddy“ ist der Debütroman des jungen Autors Édouard Louis, in dem er seine eigene Lebensgeschichte einfließen lässt. Mit seiner präzisen, treffenden Sprache konnte er mich von der ersten Seite an fesseln. Es lässt sich sehr gut nachvollziehen, was der Protagonist Eddy durchmacht, wie er gedemütigt und ausgegrenzt wird und wie er dabei immer mehr zu sich selbst findet.

    Eddy ist homosexuell und damit ein gefundenes Opfer in dieser Gesellschaft, in der es auch den anderen nicht gutgeht. Und wo es einem nicht gutgeht, sucht man sich ein Opfer, damit man sich selbst besser fühlen kann, damit man Macht ausüben kann. Und man sucht einen Sündenbock für sein eigenes Elend. Erschreckend finde ich es, dass noch in der heutigen Zeit (Eddy wurde Anfang der neunziger Jahre geboren) ein solcher Hass auf Homosexuelle besteht, aber auch auf Fremde. Alles was anders ist, steht im Verdacht, schlecht zu sein.

    Mich hat Louis‘ exakte Beobachtungsgabe stark beeindruckt. Seine Figuren wirken sehr plastisch, selbst die Nebenfiguren. Man kann sich ein gutes Bild von ihnen machen.

    Die Geschichte wird in der Ich-Form von Eddy erzählt. Er schaut dabei aus der Gegenwart zurück in die Vergangenheit. Viele Begebenheiten lässt er sich von der Familie erzählen, weil er sich selbst nicht mehr daran erinnern kann oder nicht dabei war. Diese sind nicht durch Anführungszeichen als wörtliche Rede gekennzeichnet, sondern durch Kursivschrift, was für mich hier sehr gut passte, da es oft nur kurze Einschübe, Zitate der jeweiligen Person sind.

    Mit 206 Seiten ist der Roman zwar eher kurz und damit auch schnell gelesen, doch im Prinzip ist alles gesagt. Insofern ist das absolut in Ordnung.

     

    ★★★★★

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    Isadors avatar
    Isadorvor 3 Jahren
    Harte Kost

    Ich habe die französische Originalausgabe dieses Buches, "En finir avec Eddy Bellegueule" von Edouard Louis gelesen.

    Eddy ist eines von mehreren Geschwistern in einer sehr einfachen Familie in Nordfrankreich. Er spürt recht schnell, das er irgendwie anders ist als die anderen Familienmitglieder und die anderen Menschen in seiner Umgebung. Er empfindet seine Kindheit durchweg als sehr schwierig, und so beschließt er eines Tages, zu flüchten...

    Der Autor beschreibt sehr ausführlich, wie sich das Umfeld seiner Kindheit gestaltet hat und gibt dem Leser einen mehr als umfangreichen und schonungslosen Einblick in die Umstände und Erlebnisse, die sein Leben als Kind und Jugendlicher begleitet haben. Jedem Thema, das ihm wichtig war, widmet er ein eigenes Kapitel, so zum Beispiel seinem Vater oder seinem Cousin. Der Leser wird vor nichts verschont und erhält einen schockierend offenen Einblick in ein Leben, das man in dieser Form kaum für möglich hält.

    Bei dieser Lektüre handelt es sich wirklich nicht um leichte Kost und man sollte sich vorher gut überlegen, ob man wirklich so genau über diese entsetzlichen Lebensumstände informiert werden möchte. Mich hat dieser Roman sehr zum Nachdenken angeregt - manchmal wurde es mir auch fast zuviel und ich musste erst einmal die eine oder andere Pause einlegen - aber ich freue mich sehr, dass der Autor es am Ende geschafft hat, dieser Trostlosigkeit zu entkommen.

    Den Abschnitt nach Eddys Flucht fand ich entschieden zu kurz im Verhältnis zu den Beschreibungen seines vorherigen Lebens; ich hätte gerne mehr über Eddys neues Leben erfahren.

    Es ist mir nicht schwer gefallen, die französische Sprache zu verstehen, und abgesehen von dem schwierigen Inhalt hat mir das Lesen in dieser Fremdsprache große Freude bereitet.

    Das Buch finde ich eingeschränkt empfehlenswert - es ist wirklich nichts für zwischendurch zum Entspannen, sondern eher geeignet, wenn man das soziale Niveau studieren möchte.

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    Orishas avatar
    Orishavor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Erschreckendes Portrait einer Dorfjugend, dass einmal mehr zeigt, wie schwer es sein kann, anders zu sein. Empfehlenswert!
    Der Kampf der Eddy

    "So wurde ich der beste Verbündete im Verschweigen und gewissermaßen der Komplize ihrer Gewalt […]" (Louis, S. 35)

    Eddy wächst im ländlichen Norden Frankreichs auf, dort wo noch "echte Kerle" leben. Echte Kerle, die mit 18 Vater werden, ihre Jugend an der Bushaltestelle saufend verbringen und die die Schule schmeißen, um in der örtlichen Fabrik malochen zu gehen, so wie es schon ihre Väter und die Väter ihrer Väter getan haben. Doch Eddy ist nicht wie die anderen. Eddy interessiert sich für Theater, spricht etwas feminin und hat Freundinnen als beste Freunde. Und Eddy steht auf Jungs. 

    Édourd Louis hat in diesem eindrücklichen autobiographischen Buch, die Geschichte einer Jugend niedergeschrieben, die so vermutlich niemand erleben möchte. Nicht nur der trostlose Alltag, die Ausweglosigkeit diesen Teufelskreis zu durchbrechen, auch die gewalttätigen Übergriffe seines Andersseins, prägen Eddy und diese Geschichte. 

    Zugeben, die Geschichte ist nicht schön, aber sie ist wichtig. Und ich kann vor Édouard Louis nur den Hut ziehen, dass er den Mut gefunden hat seine Geschichte niederzuschreiben und mit der Welt zu teilen. Es ist nicht leicht anders zu sein, anders sind wir aber nun einmal alle irgendwie, der eine mehr, der andere weniger. Dieses Buch zeigt, wie sehr jene leiden, die wegen ihres anderen Wesens gemobbt werden und wie verzweifelt sie versuchen, sich den anderen anzupassen - fast um jeden Preis.

    Fazit: Eine Geschichte, die nicht schön ist, aber die zum Denken anregt. Empfehlenswert.

    Kommentare: 3
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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Hermanes avatar

    Herzlich willkommen und bienvenue à tous! 

    Je m'appelle Hermine et je suis française. J'ai le plaisir de travailler depuis deux mois chez LovelyBooks et d'organiser cette semaine un challenge littéraire franco-allemand!

    Du kennst wahrscheinlich schon Gustave Flaubert und seine "Madame Bovary" oder Marcel Proust und seine "Suche nach der verlorenen Zeit". Diese Woche wollen wir dich bei LovelyBooks  andere Teile der französischen Literatur entdecken lassen.
    Wir schlagen dir vor, an unserer deutsch-französischen Leserunde teilzunehmen und ein Buch auf Deutsch oder auf Französisch gemeinsam mit mir und anderen Lesern zu lesen und anschließend zu rezensieren. Dafür habe ich mir ein ganz besonderes Buch ausgesucht, das vor allem in Frankreich für Furore sorgte: "Das Ende von Eddy" oder "En finir avec Eddy Bellegueule" von Édouard Louis!

    An meine Kindheit habe ich keine einzige glückliche Erinnerung“

    So beginnt das autobiografische Debüt des 22-jährigen Autors Édouard Louis. Bereits im Alter von 18 Jahren begann er "En finir avec Eddy Bellegueule" zu schreiben, das 2014 ein großer Erfolg in Frankreich war: Ein Buch, das sowohl eine scharfe Abrechnung mit seiner Herkunft ist, als auch eine Beschreibung von einer besonderen ländlichen Gesellschaft.

    Mehr zum Inhalt:

    "Ich rannte weg, ganz auf einmal. Gerade hörte ich meine Mutter noch sagen ›Was soll der Scheiß jetzt wieder?‹. Aber ich wollte nicht bei ihnen bleiben, ich weigerte mich, diesen Moment mit ihnen zu teilen. Ich war schon weit weg, ich gehörte nicht mehr zu ihrer Welt, der Brief besagte es. Ich kam zu den Feldern und wanderte einen Großteil der Nacht herum, auf den Feldwegen, in der Kühle Nordfrankreichs, in dem zu dieser Jahreszeit so intensiven Geruch der Rapsfelder. Die ganze Nacht über entwarf ich mein neues Leben fern von hier.

    Über den Autor:
    Édouard Louis wurde am 30. Oktober 1992 in Hallencourt in Picardie, Nordfrankreich, geboren. Sein richtiger Name ist Eddy Bellegueule. Seit 2011 studiert er Soziologie an der École Normale Supérieure in Paris, die als eine der angesehensten Privatschulen Frankreichs gilt. Mit 21 Jahren schreibt er seinen autobiographischen Debütroman "En finir avec Eddy Bellegueule", der Nr.1-Besteller in Frankreich wird und in 18 Sprachen veröffentlicht wurde. Im März 2014 bekam er für sein Engagement gegen Homophobie den Pierre Guénin-Preis. Heute wohnt er in Paris, wo er an seinen nächsten Roman arbeitet.

    Gemeinsam mit dem S. Fischer Verlag und mit dem französischen Verlag Seuil verlosen wir für diese besondere zweisprachige Leserunde 10 Exemplare von "En finir avec Eddy Bellegueule" und 15 Exemplare von "Das Ende von Eddy". In deinen Beiträgen sollst du genau angeben, ob du das Buch auf Deutsch oder auf Französisch bekommen willst und einfach auf diese Fragen antworten:

    Hast du bereits ein Buch auf Französisch gelesen? Wenn ja, welche ist es? Und hast du vielleicht einen französischen Lieblingsautor?

    As-tu déjà lu un livre en français? Si oui, lequel? Quel est, si tu en as un, ton auteur français préféré?

    Ich freu mich auf eure Kommentare auf Deutsch oder auf Französisch! Ich drücke euch die Daumen oder wie wir in Frankreich sagen: „Je croise les doigts pour vous !“

    J'ai hâte de lire vos réponses! Bonne chance à tous!

    * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen und aktiven Teilnahme am Austausch in allen Unterthemen der Leserunde sowie zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Leserunde schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben.

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    Letzter Beitrag von  Nachtschwärmervor 3 Jahren
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    Pressestimmen

    Wie er seine Geschichte aufschreibt, wie er kühl und genau auf sein Unglück blickt, das nimmt einem tatsächlich den Atem.

    Eine Sensation.

    Eine präzise und absolut literarisch zu nennende Auseinandersetzung mit der Sprache.

    Dass er dies nicht als Geschichte eines Thriumphs erzählt, sondern der Verlust spürbar bleibt, verleiht dem Buch seine ergreifende, traurige Poesie.

    Mit einer Sprache, die so brutal und gewaltig ist wie seine Erlebnisse, erzählt Frankreichs 22-jähriger Shootingstar Edouard Louis von seiner Befreiung.

    Ein starker Roman, weil die Hauptfigur von herzzerreißender Entschlossenheit ist.

    Edouard Louis ist ein seltener Glücksfall für sich, die Sprache, die Gesellschaft.

    Ein beeindruckender Roman

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