🌪🌩🌧Kurzrezi🌪🌩🌧
Elisabeth Filhol "Doggerland". Gelesen als Hardcover mit Schutzumschlag (272 Seiten) Aus dem Französischen übersetzt von Cornelia Wend und herausgegeben von Edition Nautilus 2020.
🌪🌧Darum geht es:
Margaret, Geologin aus Aberdeen, erforscht das Doggerland seit dem Ende der achtziger Jahre. Marc hingegen hat den Fachbereich Geologie an der Universität St. Andrews und seine damalige Freundin Margaret gleichermaßen abrupt verlassen und gegen ein abenteuerliches Leben als Ingenieur auf den Bohrinseln der Welt eingetauscht. Im Dezember 2013 sind beide zu einem Kongress in Dänemark eingeladen. Sie könnten sich dort wiedersehen. Doch am Vorabend ihrer Anreise wird in Großbritannien Warnstufe Rot ausgerufen: Orkan Xavier nähert sich Nordeuropa. Der Roman folgt dem Weg des Sturms und seiner zunehmenden Stärke voller Faszination; Xavier erweckt die Geister des Doggerlandes zum Leben, genauso wie die Erinnerungen der beiden an ihre gemeinsame Zeit, er fördert alte Bruchlinien zutage und wirft die Frage auf, was das Vergangene für die Gegenwart bedeuten kann
🌪🌩Meine Meinung:
Es ist ein sehr spezielles Buch. Kühl und erklärend im Stil, mit viel Information angereichert. Der große Sturm Xavier ist allgegenwärtig und für mich persönlich kam das Doggerland und die Geschichte von Margaret und Marc, dabei zu kurz. In vielen Passagen hat man das Gefühl, statt eines erzählenden Romans ein Sachbuch randvoll mit Fakten und Ideen zu lesen. Leider sprechen auch die Figuren in diesem Roman beständig, als würden sie Dialoge für eine Dokumentation aufsagen. Sie findet kein rechtes Maß für die Fakteneinschiebetei, die ihre eigentliche Geschichte an die Wand drückt.
Um ehrlich zu sprechen, habe ich mir unter diesem Buch etwas anderes vorgestellt. Trotzdem habe ich einiges gelernt, was ja auch immer gut ist.
Gebe diesem Buch, trotz nichterfüllter Erwartung ⭐️⭐️⭐️⭐️/5 Sterne. Manchmal muss man beim Lesen auch seine eigenen Prioritäten überarbeiten.
Behalte mir aber vor, dieses Buch nicht als allgemeine Empfehlung zu handeln, sondern nur an meteorologisch zugewandt Menschen.


