Émile Zola Thérèse Raquin

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Inhaltsangabe zu „Thérèse Raquin“ von Émile Zola

Aus der Reihe »Weltliteratur für Anspruchsvolle«

»Ein bemerkenswertes Werk, das in der Geschichte des zeitgenössischen Romans Epoche machen wird.« Charles-Augustin Sainte-Beuve
Voller unbefriedigter Wünsche vegetiert die verschlossene, aber sinnliche Thérèse an der Seite eines kränklichen und törichten Ehemannes dahin. Als ihr dieser eines Tages seinen alten Schulfreund Laurent vorstellt, kommt es zu einer unerwarteten Entwicklung. Im Aufeinanderprall zweier zügelloser Temperamente entfesselt sich ein Drama von Ehebruch, Mord und Hysterie. Für die Zeitgenossen war Zolas »Studie menschlicher Triebhaftigkeit« skandalös und faszinierend zugleich. Sie gilt heute als erster naturalistischer Roman, als Beginn einer neuen Epoche.

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  • Thérèse Raquin

    Thérèse Raquin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. May 2014 um 23:56

    Zwei unmoralische Menschen, deren Existenzen umeinander kreisen und die ihren innersten Begierden wie Lust, Leidenschaft, Gier und Neid nachgeben, dabei ein unvorstellbares Verbrechen begehen und mit den Konsequenzen dieser Tat nicht leben können. Zugegeben, dieses Buch ist keine Sonntagsabendunterhaltung à la Pilcher oder Lindström. „Thérèse Raquin“ ist in jeder Hinsicht ein düsteres und deprimierendes Buch, welches mir aber richtig gut gefallen hat.  Dies ist hauptsächlich dem Schreibstil Zolas geschuldet, der mich förmlich an dieses Buch gefesselt hat. Es zieht sich eine bedrohliche, düstere und bedrückende Atmosphäre durch das ganze Buch, welche in der Szene im Pariser Leichenschauhaus und im Schlafzimmer von Therese und ihrem Mann ihren Höhepunkt findet. Diesen subtilen Horror, den Zola hier verbreitet, finde ich großartig. Kleine Abstriche muss ich jedoch machen. Zum einen hat es richtig viele Wortwiederholungen gegeben, dies kann jedoch der Übersetzung, die ich gelesen habe, geschuldet sein. Und zum anderen hat mir das Ende nicht sonderlich gefallen, da dieses einfach zu gehetzt war. Hier hatte ich das Gefühl, dass Zola keine Lust oder keine Zeit mehr hatte, seinem Buch ein etwas ausführlicheres Ende zu geben.  

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  • Rezension zu "Therese Raquin" von Émile Zola

    Thérèse Raquin

    Sokrates

    10. July 2012 um 08:36

    Zola zählt zum Dreigestirn der großen französischen Erzähler des 19. Jahrhunderts. Und: Therese Raquin erschien bereits 1867, also noch weit vor den ersten Bänden des Rougon-Maquart-Zyklus (enthalten u.a. Nana oder Germinal), mit dem Zola heute in der Regel verknüpft wird. - Das Buch hat mich restlos begeistert. Es war auch mein erster Zola, und dafür, dass es ein Frühwerk ist, sind die Raffinessen der Erzählkunst, der Ironie und der Mehrdeutigkeiten bereits bis zur Perfektion ausgearbeitet. Der Roman erzählt die traurige Geschichte der Thérèse Raquin, die in ärmlichen Verhältnissen als Ziehkind aufwächst. Der Stiefbruder ist etwas kränklich, weswegen die Mutter zeit ihres Lebens den Jungen aufs Unmöglichste zu hätscheln beginnt. Sie bestimmt nicht nur seine Beschäftigungen und Neigungen, sondern auch seine berufliche "Karriere" und seine Partnerwahl. Die passende Frau soll Thérèse werden, da so das Peppeln des "kranken" Sohnes für die Mutter realisierbar bleibt. Doch Thérèse bricht aus, nachdem bereits ihr Mann mehrmals versucht, den Fängen der übermächtigen Mutter zu entfliehen. Die Geschichte endet tragisch - alles was man sich nur denken kann, geschieht: Ehebruch, Mord, Selbstmord. Diese ältere, im dtv-Verlag erschienene Ausgabe zitiert Eingangs die Reaktionen der damaligen Leserschaft: " [...] 'Der Verfasser von Thérèse Raquin ist ein jämmerlicher Hysteriker, der sich darin gefällt, Zoten zu schreiben', der dem Leser statt eines Kunstwerks 'eine Kloake, einen Kehrichshaufen, eine Schmutz- und Blutpfütze' geboten hat." - Das soll nicht vom Lesen abschrecken, aber demonstrieren wie die Zeitgenossen die Geballtheit an Extremen menschlichen Handelns und Schicksals aufgefasst haben; doch auch Flauberts Madama Bouvary wurde in dieser Art kommentiert. Heute erscheint der Roman realistisch, ein mannigfaltiges Sittengemälde, mit viel Ironie und Sarkasmus, meist versteckt zwischen den Zeilen. Farbig, abwechslungsreich und mit einer unglaublich lebendigen Sprache, dass man ohne viel Mühe über die Seiten rutscht. Absolut empfehlenswert.

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  • Rezension zu "Thérèse Raquin" von Émile Zola

    Thérèse Raquin

    Anja_Lev

    30. November 2009 um 13:57

    Therese Raquin, gefangen in einer Heirat mit ihrem Cousin Camille, der sie rein aus Bequemlichkeit zugestimmt hat, verliebt sich in dessen Schulfreund Laurent. Nach einer leidenschaftlichen Affäre beschließen die beiden Liebenden, den störenden Ehemann umzubringen und stürzen ihn in die Seine. Doch dieser Mord macht sie nicht glücklich, vielmehr ersticken sie nahezu an ihren Schuldgefühlen und steigern sich in Panik und Verzweiflung. Zola widmet in dieser Erzählung einen Großteil der Seiten dem genauen Studium der Schuldgefühle von Therese und Laurent und dem daraus entstehenden Unglück. Das macht die an sich spannende Geschichte leider in der zweiten Hälfte etwas langatmig, dennoch bietet das Buch eine interessante Studie zweier verweifelter Mörder und zeigt deutlich Zolas Intention und die Entwicklung des naturalistischen Romans, der mit dieser Erzählung seinen Ausgang nahm.

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  • Rezension zu "Thérèse Raquin" von Émile Zola

    Thérèse Raquin

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. June 2009 um 16:38

    Thérèse Raquin war Zolas erster naturalistischer Roman. Um ihn zu schreiben, studierte er die Naturwissenschaften seiner Zeit, kehrte der Romantik den Rücken zu und zeichnete ein neues distanziert soziobiologisches Menschenbild. Heute steht Thérèse Raquin zwar etwas im Schatten des großen Romanzyklus "Die Rougon-Macquart". Dennoch beinhaltet dieser dieser frühe Roman alles, was den späteren Zola auszeichnet: Spannung, Detailgenauigkeit und einen schonungslosen, fast schon zynischen Blick auf die Welt seiner Zeit.

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  • Rezension zu "Thérèse Raquin" von Émile Zola

    Thérèse Raquin

    SagMal

    07. May 2009 um 10:24

    "Thérèse Raquin" reicht für mich nicht ganz an Werke wie Zolas "Nana" oder "Germinal" heran. Zwar seziert Zola förmlich das Verhalten zweier Menschen, die durch den Mord an einem unerwünschten Dritten alle Hindernisse ihrer Liebe aus dem Weg zu räumen glauben (und an dieser Tat schlussendlich zerbrechen). Doch gerade diese penible Sezierung der Handlung, die den Stoff auszeichnen soll, und die Darstellung der gegenseitigen Selbstzerstörung der Protagonisten, empfand ich mit der Zeit als langatmig. Das Ende war vorhersehbar, zumal die zentralen Figuren über einen langen Zeitraum und darüber hinaus mit solch hoher Intensität litten, dass ich mich wirklich fragte, warum das Ende nicht schon viel früher über beide kam.

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