Neuer Beitrag

Apfelgruen

vor 6 Monaten

Herzlich willkommen zur nächsten Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Im November wollen wir zusammen Ödön von Horváths "Jugend ohne Gott" lesen.

Klappentext:
»Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld! Der Name auf einem Kriegerdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.« Sie ist verroht, gefühlskalt, unmoralisch jene »Jugend ohne Gott«, die Ödön von Horváth (1901-1938) von seinem Ich-Erzähler, einem namenlosen Lehrer, beschreiben lässt. Eingebettet in die Geschichte eines Mordes zeichnet Horváth gekonnt das verstörend eindrückliche Bild einer gedankenlosen, ideologisch verblendeten Jugend am Beginn des NS-Regimes. Der szenisch komponierte Roman erschien erstmals 1937 in Amsterdam und wurde schon kurz danach in acht weitere Sprachen übersetzt. Trotz des 1938 folgenden Verbots durch die Nationalsozialisten machte er seinen Autor schnell international bekannt.

Die Leserunde beginnt am 1. November und wir freuen uns über jeden, der mit uns liest

Autor: Ödön von Horvath
Buch: Jugend ohne Gott

Tinken

vor 6 Monaten

Ich lese mit/Meine Ausgabe

Ich weiß nicht, ob ich es zeitlich schaffen werde, mitzulesen. Aber organisiert habe ich mir das Buch schon 😊.

unknown-reader

vor 6 Monaten

Ich lese mit/Meine Ausgabe

Ich hätte auch Lust, daran teilzunehmen. Ich habe das Buch vor vielen Jahren als Schullektüre gelesen und fand es damals schon beeindruckend. Die alte Ausgabe mit den Anmerkungen und Unterstreichungen habe ich immer noch und werde mit ihr dann mitlesen.
Ich freue mich auf einen spannenden Austausch mit Euch.

Beiträge danach
101 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

Schmiesen

vor 5 Monaten

"Die Neger" bis "Der Dreck"
@Sonnenschein12

Für mich klingt das nach einem Altgedienten des Ersten Weltkrieges, den man nun noch einmal für den Zweiten heranzieht (im Buch zwar im Miniaturformat Zeltlager, aber doch als Allegorie auf die kriegsmüde alte Generation, die schon im 1.WK an der Front stand). Das zeigt sich in seiner Schlappheit, seiner Verletzung und seiner Ausgelaugtheit.

Schmiesen

vor 5 Monaten

"Die Neger" bis "Der Dreck"

Simon_liest schreibt:
Allerdings wird auch klar, warum es der Autor nie in die Riege der ganz Großen geschafft hat: S.23: Tempiwechsel: ... 'sie kamen' Präteritum statt Präsens, S.25 Wiederholungen: ›schwärmen in Schwarmlinien‹

Das fällt mir ständig auf, der Wechsel zwischen Präsens und Präteritum. Ich weiß allerdings nicht, ob das nicht stilistische Bewandnis hat. Ich kann mir akum vorstellen, dass es sich hierbei um "Leichtigkeitsfehler" handelt. Allerdings katapultiert es mich schon ab und zu aus dem Lesefluss.

Schmiesen

vor 5 Monaten

"Z und N" bis "Vertrieben aus dem Paradies"
Beitrag einblenden

"Richtig, auch ich bin schuld. [...] Ich wollte mich nicht unschuldig verurteilen lassen und schlief, statt mich zu verteidigen. Mit meinem freien Willen wollte ich einen dicken Strich durch eine Rechnung machen, aber diese Rechnung war bereits längst bezahlt. Ich wollte uns alle retten, aber wir waren bereits ertrunken. [...] Die Pfade der Schuld berühren sich, kreuzen, verwickeln sich." (aus dem Kapitel "Der vorletzte Tag")

Diese Stelle enthält für mich die Quintessenz des Buches. Es geht hier um einiges mehr als "nur" um den Mordfall N/Z, nämlich um die Haltung einer Generation und eines Einzelnen und das Verschlafen der Möglichkeit, einzugreifen. Dass der Lehrer im Prozess gesteht fand ich unerwartet, es zeugt von mehr Stärke, als ich ihm zuvor zugetraut hatte. Doch wer war nun wirklich Ns Mörder? Und liest sich diese Mordgeschichte nur als solche, oder steckt auch dahinter eine große Allegorie, die ich noch nicht durchblicke? Jeden Satz hinterfrage ich in diesem Buch und überlege, wie er sich wohl zu einer Metapher ummünzen ließe. Vielleicht ist das die falsche Herangehensweise?

Abgestoßen hat mich der Voyeurismus des Lehrers, der gar seinem Pflichtgefühl im Wege steht. Eva (aus dem Paradies? Eva Braun? Alles erscheint doppelt und dreifach belegt...) wirkt einen ungemeinen Reiz auf ihn aus - das Verbotene, in allen Bereichen.

Doch um was geht es nun konkret in "Jugend ohne Gott"? Immer wieder die Frage nach der Schuld, die Verrohung der Jugend (die der Lehrer öffentlich plötzlich vehement bestreitet), die Suche nach Gott, das Innenleben eines hin- und hergerissenen Lehrers mit angeblich humanistischen Idealen, Opportunismus, ein Kriminalfall. Einiges häuft sich da an auf diesen wenigen Seiten, und es fällt mir noch schwer, all die Verknüpfungen zu sehen und das Bild dahinter zu verstehen. Die ersten beiden Abschnitte muss ich jetzt erst sacken lassen, heute werde ich nicht mehr weiterlesen, auch wenn es sehr spannend ist und ich gerne noch mehr Input hätte.

JoBerlin

vor 5 Monaten

"Die Neger" bis "Der Dreck"

Ich habe heute erst angefangen und mir gefällt das Buch supergut, so dass ich es jetzt kaum aus der Hand legen kann. Mir gefällt der etwas lakonisch Stil ausgesprochen gut und ich hatte auch vor etlichen Wochen die neue Verfilmung im Kino gesehen, der Plot ist hier aber in ganz ganz groben Zügen zu erkennen. Jetzt muss ich eure Anmerkungen noch abarbeiten, aber darauf freue ich mich jetzt ---und dann schnell zurück zum Buch!

JoBerlin

vor 5 Monaten

"Z und N" bis "Vertrieben aus dem Paradies"
Beitrag einblenden
@Schmiesen

Mir scheint es so, als gehe es um die Generation junger Menschen, die zwischen zwei Kriegen aufwachsen, eine Art löst Generation sozusagen. Bei den Vätern und / oder im Gottesglauben finden Sie keinen rechten Halt, sie sehnen sich nach Aktion und wollen selbst hinaus aufs Kriegsfeld. Und der Lehrer, kann er Vorbild sein? Er ist ein etwas zynischer Nihilist, finde ich. Wir müssen sehen, inwieweit er sich als Orientierung für die Jugend dich noch eignet.

JoBerlin

vor 5 Monaten

"Die Neger" bis "Der Dreck"
@Schmiesen

Mir fällt das gar nicht auf, wie kann das sein? Könnt ihr noch ein Beispiel mit Kapitelangabe machen bitte. Ich lese Ebook und ich glaube, da ist es schwer mit den Seitenzahlen aus der Buchversion.

JoBerlin

vor 5 Monaten

"Der Fisch" bis "Über den Wassern"

Konnte das Buch nicht mehr weglegen, sicherlich das Beste, was ich seit längerer Zeit gelesen habe,

Neuer Beitrag

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks