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Inhaltsangabe zu „12“ von

12 - der sachliche Albumtitel täuscht. Herbert Grönemeyer ist fünf Jahre nach seinem berührenden Album Mensch ein weiterer, großer Wurf gelungen. Nicht altersweise, sondern reif, ernsthaft und doch verspielt, und auch musikalisch sehr unkonventionell. Die Distanz aus der Wahlheimat England tut offenbar sehr gut. Sie verstärkt seine deutschen Sprachbilder, die trotz gewolltem Pathos weder abgegriffen noch akademisch klingen, dafür mitten ins Herz und Gemüt treffen, das Deutsch-Akademische sogar im Lied 7 „Ich Versteh“ auf die Schippe nehmen. Auch deshalb, weil seine quergebügelten Arrangements vom unkonventionellen Spiel mit Gegensätzen leben.
Die Single „Stück vom Himmel“, eine barocke Hymne zum Thema Religion, vereint viele Stilelemente zum Ohrwurm, als elektronischer Kontrast winkt das ironische „ Kopf Hoch, Tanzen“ in Richtung Neue Deutsche Welle, um dann mit der übersteigerten Piano-Ballade „Du Bist Die“ der erwachsenen Liebe ein Denkmal zu setzen. Liebe in Zeiten von Aids als nostalgisches, aber gar nicht sentimentales Trauerlied mit modernsten Einsprengseln ist die „Marlene“, und mit „Ohne Dich“ ist Grönemeyer ein seltener Glücksfall zum Thema Liebe, Trennung, Abschied gelungen. Ein guter Begleiter für einsame, emotionale, persönliche Trauerarbeit. Dazu passt abwechselnd „Liebe Liegt Nicht“ über das Zufallsprinzip Liebe, was Manches zu vehementen Gitarren wieder ins recht Licht rückt, oder „Leb in meiner Welt“ mit einem filmreifen Arrangement-Finale. Auf „Flüsternde Zeit“ vereint Grönemeyer die deutsche WM-Euphorie mit Politikerschelte zu einer nationalen Liebeserklärung in stagnierenden Zeiten.
Da kommt es gut, dass er der jungen Generation mit „Zieh Deinen Weg“ - hat er für seine Kinder geschrieben - statt moralinsaurer Ratschlägen Mut macht, gegen den Strom zu schwimmen - was auch für die musikalische Umsetzung gilt. Leben als Risiko, Risiko als Lebenselixier ist auch das Thema von „Spur, musikalisch wild, wuchtig, ein echter Rocker. Auf der Suche nach einem neuen Konzertrausschmeisser fiel ihm das kinderliederartige Gutenachtlied „Zur Nacht“ ein, nett. Insgesamt sind die kabbalistischen 12 frei von Spekulation sehr menschlich, musikalisch, massentauglich. -- Ingeborg Schober
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    12

    HeikeG

    18. April 2007 um 18:28

    Der Hymnendichter der Nation Herbert Grönemeyer, der Mann aus dem Ruhrpott, ist einer der letzten großen Vertreter der deutschsprachigen Pop-Musik und genau genommen Deutschlands Superstar, auch wenn er in England wohnhaft ist. Grönemeyers Fangemeinde musste rund 5 Jahre auf ein neues Album von Herbert warten. Ich denke das Warten hat sich auf alle Fälle gelohnt. "12" ist zwar nicht durchgehend begeisternd, aber auf alle Fälle gut - für mich klar besser als der hochgelobte Vorgänger "Mensch". Wie so oft bei Grönemeyer, erschließt sich das Album größtenteils nicht beim ersten Durchhören, es wird von Durchlauf zu Durchlauf stärker. Lieder wie "Du bist die", "Leb in meiner Welt" oder "Liebe liegt nicht in der Luft" haben das Potenzial echte Herbert-Klassiker zu werden, da stören schwächere Stücke wie "Spur" oder "Zieh deinen Weg" kaum. Vor allem wirkt das Album rund, es hört sich einfach an, als gehört es zusammen - das Gefühl hatte ich bei "Mensch" nicht. Ich kann für "12" bedenkenlos eine Kaufempfehlung aussprechen, wer deutschen Pop und Rock mag, kann zugreifen - qualitativ gibt es in Deutschland wohl nichts Besseres als Grönemeyer.

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