Americanah by Adichie, Chimamanda Ngozi (2014) Paperback

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Inhaltsangabe zu „Americanah by Adichie, Chimamanda Ngozi (2014) Paperback“ von

Interessantes Thema, stilistisch gut verpackt

— ichundelaine
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  • The different meanings of colored

    Americanah by Adichie, Chimamanda Ngozi (2014) Paperback

    ichundelaine

    21. July 2017 um 09:22

    "They would not understand why people like him (...) were now resolved to do dangerous things, illegal things, so as to leave none of the, starving or raped, or from burned villages, but merely hungry for choice and certainty."Habe insgesamt vier Tage für den 600 seitigen Schinken gebraucht, dabei ist Americanah definitiv kein Buch, das nebenher gelesen werden sollte, aber hinterher ist man immer schlauer. Das Buch spielt sowohl in Nigeria als auch in den USA und England und erzählt die Geschichte zweier Nigerianer (Ifemelu und Obinze) aus der oberen Mittelschicht, die während der Diktatur auswandern und später wieder in ihr Land zurückkehren. Der Roman thematisiert sehr stark die Frage nach Heimat und Herkunft, aber auch Rassismus. Denn die Protagonistin Ifemelu fühlt sich erst "farbig" als sie in den USA studiert und sich hier mit dem Thema Rassismus und seiner sozialpolitischen Bedeutung zum ersten Mal auseinandersetzen muss. Nebenher verbindet Ifemelu und Obinze noch eine Liebesgeschichte, die gottseidank nicht zu prominent ist. Das Thema Rassismus wird hier analytisch und interessant angegangen, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, der Leser wird zum selber Nachdenken angeregt. Ferner ist das Buch sehr stimmig und flüssig geschrieben, zu keiner Zeit hat es mich gelangweilt und die Geschichte entfaltet sich in einem angemessenen Tempo und es entstehen keine Längen. Die eingeschobenen Blogeinträge von Ifemelu lockern das Leseerlebnis noch zusätzlich auf und ihre teilweise bissige, immer mutige und provokative Sicht der Dinge ist überaus erfrischend. Was mich persönlich sehr zum Nachdenken gebracht hat, war der Umstand, dass zwei Menschen, denen es im Heimatland mehr oder weniger gut geht, dieses verlassen, weil sie (wirtschaftliche) Sicherheit fernab eines korrupten suchen. Die Protagonisten sind keine Flüchtlinge im herkömmlichen Grund und doch kann ich ihre Motivation, dem Heimatland den Rücken zu kehren, nun besser verstehen.Ein kleiner Minuspunkt für mich war allerdings, dass mit Ifemelu sehr fern blieb, weshalb mich die Liebesgeschichte zwischen ihr und Obinze auch völlig kalt ließ.Nichtsdestotrotz war dies mit sehr großer Sicherheit NICHT mein letztes Buch der Autorin!

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  • Rassismus in den USA

    Americanah by Adichie, Chimamanda Ngozi (2014) Paperback

    wandablue

    30. May 2016 um 21:59

    Rassismus in den USA. Wer kennt sie nicht, die Schlagzeilen, wenn in den Staaten schon wieder ein Mann mit schwarzer Hautfarbe „versehentlich“ von Polizisten erschossen wurde? „Americanah“ ist folgerichtig ein notwendiger Roman über Rassismus. C.N. Adichie widmet sich indess, jenseits der großen Linien, vor allem einer Spielart des Rassismus, der mittels penetranter Nadelstiche den Alltag schwarzer Menschen durchsetzt. Warum muss Rassimus überhaupt ein Thema sein? fragt sie empört. Die Bitte, einfach einmal zuzuhören, geht zu Herzen. Die Protagonistin Ifemelu kommt aus Nigeria, um in den Staaten fertig zu studieren und erleidet in den USA einen Kulturschock. Selbst in den Kreisen, in denen sie eigentlich akzeptiert ist, wird sie als arme Verwandte gehandelt, von der man Dankbarkeit erwartet oder dass sie sich ihrer privilegierten Stellung wenigstens bewusst sein soll, daher rührend, dass sie im Ausland leben und studieren kann. Andere Demütigungen, als sie sich auf Arbeitssuche gibt, sind nicht so subtil. „Americanah“ ist sicherlich ein wichtiges Buch, einfach, weil es klar macht, dass Rassismus uns noch lange beschäftigen wird. Rassismus wird besonders bei den liberalen Demokraten der USA immer wieder heiß diskutiert. Dennoch ist sein allgegenwärtiges subtiles Vorhandensein in gewisser Weise in der westlichen Hemisphäre ein Tabu und Reizthema geblieben. Trotz des brisanten Sujets weist „Americanah“ jedoch auch Schwächen auf. Ein spät fallender Schlüsselsatz dient als entsprechender Hinweis: „I don’t want to explain, I want to observe”. Mit der Weigerung, Erklärungen bzw. Diskussionen aufzunehmen, geht eine gewisse Weinerlichkeit einher, die besonders durch die Inanspruchnahme auf Exklusivität betont wird: Niemand wird so sehr diskriminiert wie die Schwarzen, weder die Frauen in Indien, noch die vergasten Juden im Nationalsozialismus, noch die ebenfalls stets verfolgten und gesellschaftlich ausgeschlossenen Romas und Sintis, etc. etc. Wenn die Autorin lamentiert, die millionenfache Verfolgung/Ermordung der Juden durch die Jahrhunderte hindurch, geschähe wenigstens aus Neid auf deren Geschäftstüchtigkeit, also Diskriminierung aus „positiven Gründen“, die Schwarzen aber würden verachtet, also Diskriminierung aus „negativen Gründen, dann ist die Autorin in meinen Augen total drüber, m.a.W. das ist grotesk. Das reine Beobachtungselement bedeutet auch, dass der Roman an der Oberfläche bleiben will und sich eben nicht auseinandersetzt, er will sich beklagen und dabei bleibt er stehen. Genau wie seine Hauptfigur. Nicht einmal wird der bedeutsame Unterschied zwischen Schamkultur (Nigeria) und Schuldkultur (USA) angedeutet, obwohl doch dieses Element ursächlich für das Scheitern von Ifemelus Partnerschaften in den USA ist, einen anderen kann ich jedenfalls nicht erkennen. Was den Hauptcharakter des Romans betrifft: Ifemelu ist selbstzentriert und deshalb fällt es schwer, sich empathisch auf sie einzulassen. Ich erwarte von einem Autoren jedoch nicht, dass ich seine Figuren mag. Die Sprache der Autorin ist einfach und eingängig, angenehm, doch gibt es kaum Sätze, die man sich notieren möchte. Hin und wieder holt sie zu weit aus, und diese Langatmigkeit ist nicht immer verzeihbar. Über Nigeria erfährt man kaum etwas. Über die Dramaturgie und Struktur des Romans kann man sich streiten, was heißt, man kann es besser machen. The Lovestory? The Lovestory is good. Fazit: "Americanah" bringt den Rassimus als äusserst wichtiges Thema wieder aufs Tapet, ein gesellschaftliches Verdienst, aber ein brisantes Tabuthema aufzulegen allein, reicht nicht aus, große Literatur zu schaffen. Kategorie: In: Anspruchsvolle Literatur: 2 Punkte In : Gute Unterhaltung: 4 Punkte Verlag: Anchor Books bei Random House, N.Y., 2014

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