Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd.31

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Inhaltsangabe zu „Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd.31“ von

Die Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock erscheinen seit 1890 und werden, nach jahrzehntelanger Unterbrechung, seit 1999 wieder regelmäßig herausgegeben. Band 31 widmet sich dem Rostocker Stadtbaudirektor Gustav Wilhelm Berringer, einem Architekten der Moderne, der mit dem Doppelschulkomplex am Goetheplatz und dem Kurhaus in Warnemünde das Gesicht der Stadt in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entscheidend prägte. Weiter bestimmen ein alter Streit um die neue Wasserkunst am Alten Markt, die Lebenswege des bischöflichen Offizials Joachim Michaelis in Rostock, der letzte Ausbruch der Pest in der Stadt, die Biografie Prof. Dr. Albrecht Kossels, des (bisher) einzigen Rostocker Nobelpreisträgers, die Entstehung einer NSDAP-Ortsgruppe sowie die Ereignisse um den sogenannten Rostocker Schülermützenaufstand den Inhalt des neuen Bandes, der traditionell mit einem Bericht über die in den zurückliegenden zwei Jahren erschienene Rostock-Literatur abgerundet wird.

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  • Rezension zu "Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd.31"

    Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock. Bd.31
    Heike110566

    Heike110566

    26. June 2011 um 09:50

    Die Buchreihe "Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock" erscheint seit 1890. Sie wurde damals vom amtierenden Stadtarchivar Dr. Karl Koppmann ins Leben gerufen und enthielt bereits damals jeweils Aufsätze über die Stadtgeschichte Rostocks und belegbare Informationen dazu, die aufgrund von Urkunden und anderen Original-Quellenmaterial, die im Rostocker Stadtarchiv aufbewahrt werden, verfasst wurden. Bis 1941 erschienen 22 Bände. Seit 1999 gibt der Verein für Rostocker Geschichte diese Reihe, beginnend mit Band 23, wieder heraus. Band 31, den ich hier vorstellen möchte, wurde 2011 durch den Hinstorff Verlag Rostock veröffentlicht. In der DDR-Zeit gab es zwischen 1981 und 1990 zwar auch eine Reihe "Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock", die jedoch den Zusatztitel "Neue Folge" trug und inhaltlich weniger sich auf das umfangreiche historische Material des Stadtarchivs stützte, als vielmehr auf Betrachtungsvorgaben von bestimmten Aspekten durch Partei und Kulturführungskader. Sie ist daher eher eine eigenständige Reihe, die man losgelöst von dieser hier vorgestellten Buchreihe betrachten sollte. Der 2011 erschienene Band 31 der Buchreihe enthält mehrere fachlich sehr hochwertige Beiträge aus verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte. Wer denkt, dass Widerstand gegen Großbauprojekte, wie zB Stuttgart 21 oder die Hamburger Elbphilharmonie, ein Phänomen unserer Zeit speziell sind, wird eines besseren belehrt durch den Beitrag von Hanna Haack über die Streitigkeiten wegen der Erbauung einer neuen Wasserkunst in Rostock um 1620. Eine neues Brunnensystem sollte für die Stadt errichtet und dazu Wasser aus der Warnow in die Stadt umgeleitet werden. Das gefiel insbesondere den Müllern vom Mühlendamm nicht sonderlich, da sie darin eine Behinderung ihrer Arbeitsmöglichkeiten sahen. Sie befürchteten, dass das abgezweigte Wasser zu weniger Leistung bei ihren Mühlen führen würde. Auch die Bierbrauer waren gegen das Projekt, da es ihre Wasserversorgung zur Herstellung von Bier ebenfalls beeinträchtigen würde. Und auch die Finanzierung des geplanten Projekts führte immer wieder zu Streit. Erst am 22. Mai 1635, nach über 15 Jahren konfliktreicher Auseinandersetzungen, kam es zu einen Vergleich zwischen den Kontrahenten. In einem Beitrag, der von Carl Christian Wahrmann verfasst wurde, geht es um die Maßnahmen, die Rostock ergriff, damit die Pestepidemie, die im Ostseeraum um 1710 grassierte, von Rostock fern gehalten werde. Besonders interessant macht diesen Artikel, dass dieses Ziel Rostock tatsächlich gelang. Sie war eine der wenigen größeren Städte, die von der Pest verschont blieben, was ja wirklich für eine Handelsstadt, wo Handelsschiffe aus dem gesamten Ostseeraum ankamen, beeindruckend ist. Beeindruckend ist aber auch der Beitrag von Bernfried Lichtnau über Gustav Wilhelm Berringer, der im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts Architekt und Stadtbaumeister in Rostock war und mit seinen modernen, am Bauhaus-Stil orientierten Gebäuden das Stadtbild sehr kreativ und architektonisch modern veränderte. Zu seinen Werken gehören beispielsweise die Doppelschule am Goetheplatz, heute beherbergt sie das Innerstädtische Gymnasium und das Abendgymnasium der Hansestadt Rostock, unweit des Rostocker Hauptbahnhofs, und das Kurhaus in Warnemünde, das sich nahe der Strandpromenade befindet. Beide zeichnen sich dadurch optisch besonders aus, dass sie Flachdächer besitzen, die dem herkömmlichen Dachbaustil jener Zeit noch nicht als typisch entsprachen. Die gesamte Architektur dieser Gebäude ist äußerst modern gestaltet. Mit seinen Stil war Berringer ein Vordenker im Rostock seiner Zeit. Und ein weiterer herausragender Rostocker wird in diesem Band ausführlich vorgestellt: Albrecht Kossel. - Ich muss gestehen, dass ich diesen Mann bislang gar nicht kannte. Dabei ist er der bislang einzige Rostocker, der einen Nobelpreis erhielt. Am 10. Dezember 1910 erhielt er den Nobelpreis für Medizin und Physiologie für seine Beiträge zur Erforschung der Chemie der Zelle. Ein interessanter Bericht über einen interessanten Mann. Neben diesen vier sehr informativen Aufsätzen, die etwa 180 Buchseiten umfassen, bietet der 224 Seiten starke Band noch zwei kürzere Beiträge. Zum einen über Ritter Dietrich Sukow (gest. 1392) und dessen Grabplatte, die sich im Rostocker Kulturhistorischen Museum Kloster "Zum Heiligen Kreuz" befindet und zu dem Dichter Albrecht Wilbrandt, der vor 100 Jahren das erste Doktor-Diplom der Universität Rostock, das in deutscher Sprache ausgestellt wurde, erhielt. Ein wirklich sehr guter Band der Buchreihe, der sicher nicht nur für eingefleischte Rostocker interessant und empfehlenswert ist.

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