Brockhaus Perspektiv - Vorsicht Höchstspannung!

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Brockhaus Perspektiv - Vorsicht Höchstspannung!
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Inhaltsangabe zu "Brockhaus Perspektiv - Vorsicht Höchstspannung!"

Die Katastrophe im Atomkraftwerk Fukushima, die Verknappung der Rohstoffe weltweit, die Bedrohung durch den Klimawandel, Kriege um Energiequellen – das Thema Energie hält uns in Atem. Welche Risiken müssen wir eingehen, um unsere Energieversorgung zu sichern? Welche Chancen bieten alternative Energien und neue Rohstoffe? Welche Risiken birgt die Energiefrage für die zwischenstaatlichen Beziehungen? Und vor welchen Aufgaben und Herausforderungen steht jeder Einzelne in seinem persönlichen Umfeld? Dieser Band aus der Reihe „Brockhaus Perspektiv“ gibt Raum für kontroverse Meinungen, Sichtweisen und Expertenwissen zum Thema Energie.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783577077699
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:wissenmedia
Erscheinungsdatum:01.03.2012

Rezensionen und Bewertungen

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    WinfriedStanzickvor 6 Jahren
    Rezension zu "Brockhaus Perspektiv - Vorsicht Höchstspannung!"

    Ich kann mich noch gut daran erinnern an die Zeit Ende 1982, als ich zum Pfarrer in Biblis ordiniert wurde und in das nur etwa 1,5 km Luftlinie entfernte Pfarrhaus einzog. Die Planungen für einen dritten Block C warne abgeschlossen, die Maschinen für die Bauarbeiten standen sozusagen schon bereit. Da leitete die damalige politische Situation in Hessen eine Entwicklung ein, die im Nachdenken über die dann folgende Zeit bis heute durchaus als eine der Wurzeln dessen bezeichnet werden kann, was heute die Energiewende genannt wird. Durch die Beteiligung der Grünen in der Landesregierung und dem Umweltminister Joschka Fischer, der damals noch in Turnschuhen zur Vereidigung kam, wurde der weitere Ausbau des AKW Biblis gestoppt.

    Doch das war es dann auch für lange Zeit. All das Engagement der verstreuten Gegner des AKW vor Ort, an dem ich mich von Anfang unter heftigen Anfeindungen beteiligte, konnten die erstrebte Abschaltung nicht erreichen. Auch einem jahrelangen Prozess gegen das RWE, den ich mit einigen Aktivisten aus dem Rhein-Main -Gebiet führte, war lediglich ein Achtungserfolg beschieden. Doch die Hoffnung, dass es irgendwann einmal dazu kommen könnte, dass die beiden Blöcke abgeschaltet werden würden, war nicht auszulöschen. Mit einer allerersten Solaranlage im Dorf 1989 auf dem Dach des Pfarrhauses setzte die Kirche ein deutliches und überregional beachtetes Zeichen.

    Diese Erinnerungen wurden wieder lebendig, als ich die unterschiedlichen Aufsätze des vorliegenden Buches las. Denn bei allen kritischen Analysen und bei aller immer wieder formulierten Skepsis strahlt das Buch doch eine überzeugende Hoffnung aus, dass eine sichere Energieversorgung für die Zukunft allein aus alternativen Energie möglich ist, zeigt die Wege und Pfade auf, die dorthin führen, benennt aber auch die nationalen und internationalen Stolpersteine, die eine solche Entwicklung noch überwinden muss.

    In drei Teilen sind die Aufsätze der Fachautoren gegliedert:

    • Keine Angst vor dem Ende
    • Wohlstand macht erpressbar
    • Und nach der Wende?

    Die Aufsätze sind ausnahmslos verständlich geschrieben und sind hervorragend geeignet, auch junge Menschen anzusprechen, die sich in den letzten Jahren wieder zunehmend über ihre eigene Zukunft Gedanken machen und sich politisch engagieren. Das Buch bietet neben grundlegenden Informationen über die Lebensnotwendigkeit von Energie wichtige Daten zur Ressourcenknappheit, dem Klimawandel und zu den Chancen und Perspektiven der regenerativen Energien.

    Zusammenfassend lässt sich sagen: die Aufsätze bieten profundes Wissen auf hohem Niveau und strahlen eine begründete Hoffnung aus darauf, das nicht nun unsere Gesellschaft es schaffen kann, „sichere Energie für morgen“ bereitzustellen.

    Gute Nachrichten für unser Kinder und Enkelkinder. Hoffentlich gestalten sich die dafür nötigen politischen und gesellschaftlichen Prozesse erfolgreich. Das würde auch der Demokratie in unserem Land nützen.

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    halbbluthobbits avatar
    halbbluthobbitvor 6 Jahren
    Rezension zu "Brockhaus Perspektiv - Vorsicht Höchstspannung!"

    Brockhaus perspektiv ist eine Reihe des renommierten Brockhaus-Verlags, die Werke zu aktuellen Themen in den Blick nimmt und dazu Meinungen verschiedener Autor_innen zu einem informativen Gesamtbündel schnürt. Bereits erschienen ist neben Vorsicht Höchstspannung auch Not für die Welt. Zielgruppe sind vermutlich hauptsächlich Jugendliche, im Prinzip kann die Reihe aber altersunabhängig gelesen werden.

    “Vorsicht, Höchstspannung” deckt drei Hauptaspekte ab, die wiederum vier bis acht Kapiteln beinhalten. Insgesamt haben siebzehn Autor_innen ihre Texte beigetragen (leider davon nur drei Frauen).

    Das Ende eines Zeitalters

    Was sind fossile Brennstoffe? Wo kommen sie her und wie ist es um ihre Ressourcen bestellt?

    Der Einstieg bietet eine kurze, klare Übersicht über die wesentlichen fossilen Energiequellen, die wir hauptsächlich nutzen – Öl, Erdgas, Kohle – und in welchem Maß sie verbraucht werden. Mit reichlich Zahlen und Statistiken untermauert, deren Dimension man sich allerdings oft nicht vorstellen kann, wird erst einmal konstatiert, wie der Status Quo zu verstehen ist. Im Gegenzug dazu erfolgt eine ebenso ausführliche Vorstellung der Erneuerbaren Energien, sowohl der aktuell genutzten als auch der Quellen, die der Menschheit noch offenstehen könnten. Viele Projekte und Bauvorhaben, die den Weg in die Medien gar nicht erst geschafft haben, werden ebenfalls einbezogen, womit sich das Bild der de facto existenten alternativen Energiequellen schon sehr erweitert.

    Der Atomenergie als meistgenutzter und meistdiskutierter Energiequelle kommt besondere Aufmerksamkeit zu: im zweiten Weltkrieg zuerst als Waffe gegen Zivilisten verwandt, sollte sie nun friedlichen Zwecken zu Gute kommen. Vor allem in Deutschland herrscht eine Aufbruchstimmung ohnegleichen. Die Geschichte der Atomenergie der letzten 50 Jahre erklärt vieles, was einem als moderner Konsument mit gesellschaftlich akzeptierter Anti-Atom-Meinung häufig nicht klar ist, ohne dass das Buch eine Lanze für diese Form der Energiegewinnung bricht. Es lässt befürwortende Aspekte der Atomenergie zu Wort kommen, ohne eine all zu deutliche Position einzunehmen.

    Die Abhängigkeit des Westens

    “Erneuerbare Energie funktioniert nur dezentral.”

    Zwar ist Deutschland mit etwa 20 % Anteil erneuerbarer Energien am bundesweiten Gesamstromverbrauch international im Mittelfeld. Dennoch sind wir noch immer von externen und vor allem sehr einseitigen Quellen abhängig: das z.B. noch immer großanteilig verbrauchte Gas wird via Pipelines aus Russland eingespeist, während im nahen Osten mit Iran und Irak die Haupversorgungsquelle für Öl liegt. Welche Auswirkungen das auf das internationale politische Parkett hat (und auf die Europäische Union im Besonderen), wird ebenfalls sehr detailiert aufgezeigt. Die Zukunft erneuerbarer Energien liegt effektiv in der Erschließung und Nutzung weiträumig gestreuter Quellen, wenn nicht in der Unabhängigkeit durch komplette Energieversorgung im eigenen Land.

    Angeführte Beispiele der Versorgung mit erneuerbaren Energien aus anderen/dezentralen Quellen sind unter anderem das Projekt Desertec sowie das Projekt der österreichischen Stadt Güssing (Links finden sich am Ende der Rezension).

    Perspektiven der erneuerbaren Energien

    Während laut Umfragen etwa 90% der Deutschen die Energiewende wollen und fordern, bleiben viele Aspekte gar nicht oder nur unzureichend beleuchtet. Denn eine Energiewende lässt sich nicht umsonst schaffen. Unter anderem mit dem heiklen Aspekt des Geldes beschäftigt sich der dritte Teil. Auch die Frage, inwiefern erneuerbare Energien den Schwankungen im Netz oder einem eventuellenVersorgungseinbruch standhalten können, wird hier fachlich fundiert und nachvollziehbar beantwortet. Es spricht für das Buch, sich neben dem konstant befürwortenden Grundtenor auch mit berechtigten Kritikpunkten und der politischen sowie finanziellen Realität einer Umstellung auf erneuerbare Energien auseinanderzusetzen, was dem Leserfazit, dass konventionelle Versorgungswege nur noch eine vorrübergehende Lösung sein können, keinen Abbruch tut.

    Den Abschluss des Buches bildet ein Interview mit dem Europäischen Energiekommissar Günther Oettinger.

    Zum Allgemeinen: das Thema der erneuerbaren Energien ist nicht selten mit Zahlen, Fakten und generell wenig leicht zu lesenden Inhalten verknüpft. Auf eine unnötige Überschwemmung mit Daten und Fakten wurde hier aber dankenswerterweise verzichtet.
    Es wechseln sich wissenschaftliche, politische und journalistische Texte ab, das Layout ist mit Bildern, Textkästen, Abbildungen und Tabellen aufgelockert. Am Ende eines jeden Textes finden sich ein Bild und eine Kurzvita desder Autorin.

    So oder so ist es kein Buch, dass mensch abends im Bett liest, um zu entspannen. Aber es fesselt und vermittelt Informationen kompakt, ohne zu erschlagen. Ich habe es selber reichlich mit einem Textmarker traktiert und Notizen an den Rand gekritzelt.
    Bei anderen Werken dieser Art ist der Inhalt ein paar Jahre später oft überholt. Das trifft auch auf das Brockausexemplar zu. Die Hintergrundinformationen sowie politischen und geschichtlichen Aspekte machen es aber zu einem guten Nachschlagewerk, das sein Geld auch auf lange Sicht wert ist.

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