Der Bürgerkrieg. Von Lukan. Lateinisch und deutsch von Georg Luck. (= Schriften und Quellen der alten Welt, Band 34).

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Inhaltsangabe zu „Der Bürgerkrieg. Von Lukan. Lateinisch und deutsch von Georg Luck. (= Schriften und Quellen der alten Welt, Band 34).“ von

Eine passable Einführung mit recht gut lesbarem Schreibstil.

— Admiral
Admiral
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  • Lucan: eine Einführung.

    Der Bürgerkrieg. Von Lukan. Lateinisch und deutsch von Georg Luck. (= Schriften und Quellen der alten Welt, Band 34).
    Admiral

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    Tatsächlich ist das Buch "Lukan. Der Bürgerkrieg" (1985) von Luck eine halbtextkritische Edition mit Übersetzung, die die Seiten 72-505 der insgesamt 564 einnimmt. Das ist also der absolute Großteil. Die letzten 60 Seiten enthalten knappe Erläuterungen und ein Register. Die ersten 70 Seiten gebühren einer Einführung.Eine ziemlich schematische, bis langweilige Einleitung für meinen Kommentar, oder ? Tja, was soll ich machen. Mir fiel sonst nichts besseres ein. ;DJedenfalls hatte diese schematische Einleitung einen Zweck: falls das hier überhaupt jemand liest, soll er wissen, wie das Buch aufgebaut ist und worüber ich GENAU sprechen werde. Ich spreche nämich nur über die ersten 70 Seiten. Die Textedition, die Übersetzung und die Anhänge hinten habe ich höchstens rudimentär gelesen. Mir ging es lediglich um die Einführung zum Thema "Lucan".Tja, das Thema "Lucan" ist schon so ein Thema für sich: römisch-aristokratischer Dicher des 1. Jh., von dem FAST ALLES im Laufe der letzten 2000 Jahre verloren gegangen ist. Nur dieses eine Werk "Pharsalia" (es ist nicht ganz klar, ob das der richtige Titel ist. Es könnte auch "Der Bürgerkrieg" sein) ist heute noch erhalten. Und das ist unvollendet, da Lukan wahrscheinlich noch während des Schreibprozesses den kaiserlichen Befehl zum Selbstmord erhielt und diesen auch umsetzte (es gibt einen Aufsatz von Berthe Marti, in dem dieses Werk Lucans in vielerlei Hinsicht als "Fehlschlag" bezeichnet wird). Über Lucan an sich ist ziemlich wenig bekannt. Es gibt wohl ein kleines biographisches Gedicht von Statius, einem Zeitgenossen Lucans (von dem ich noch nie was gehört habe und den ich eben auch erstmal googlen musste), eine Biographie eines gewissen Vacca (zu dem ich mit einer kurzen Recherche über das Internet nicht finden konnte) und verteilte Notizen. Viele Informationen über Lucan werden auch aus seinem Werk selbst herausinterpretiert, soweit ich das richtig verstanden habe.Lucan soll (ich benutze weiterhin Konjunktive und Modalverben, da vieles umstritten ist) eine politische Karriere BEGONNEN haben. Aber er habe sich dann doch unter der Gönnerschaft Neros (den werdet ihr vllt. kennen ? ;> ) und mit seinem eigenem Reichtum (röm. Aristokrat !) der Dichtung gewidmet. Mit 26 sei dann gestorben.Personell war er ein Freund (?) des Kaisers Nero, mit dem er sich aber wegen eines umstrittenen Ereignisses zerworfen habe: vllt. weil Lucan ein besserer Künstler war oder vvlt. auch weil Lucan in die Opposition trat oder etwas ganz anderes. Das ist bis heute völlig unklar, was eigentlich passierte. Ideell war er evtl. ein Republikaner /Anhänger der alten republikanisch/oligarchischen Idee der aristokratischen Freiheit, wie man sie evtl. noch stärker bei dem Historiker Tacitus 50 Jahre später findet) und evtl. ein Stoiker (eine antike Philosophie für das Verstehen der Welt und zum ethisch richtig Handeln ? Mit Philosophie habe ich mich nie wirklich auseinandergesetzt).Die 70seitige Einführung hier von Luck thematisiert viele verschiedene Aspekte, die Lucan betreffen: seine Rezeption in späteren Jahrhunderten, die Zeitgeschichte seiner Person, seine Person selbst, sprachliche und literarische Aspekte seiner "Pharsalia" (ihr erinnert euch: der eventuelle Titel seines riesigen Gedichts), stoische, rhetorische und politische Einflüsse auf ihn udn sein Werk, die Zeitgeschichte seines Gedichts (der Bürgerkrieg zw. Caesar udn Pompeius, der etwa 100 Jahre vorher stattfand und schließlich einen Kommentar zur handschriftlichen Kommentar (wie das Werk bis heute überliefert wurde).Lucks (der Autor/Hérausgeber) Darstellung zu Lucans Leben bleibt ziemlich vage. Das ist natürlich gut zu verstehen, erklärt allerdings noch nicht so gut, wieso die zeitgenössische/kontextbezogene Darstellung so zusammenhanglos nebendransteht. Der Teil über Lucans Zeitgeschichte bezieht sich ziemlich selten auf die Person Lucans. Hier wäre bestimmt trotz der wenigen Quellen mehr darstellerische Verquickung möglich gewesen. Auch die ereignishistorische Darstellung des caesarisch-pompeianischen Bürgerkriegs beschränkt sich zum Großteil auf in Klammern gesetzte Querverweise zum Gedicht Lucans, wo dieses Thema angesprochen wird. Das macht alles in der Hinsicht Sinn (wie Luck selbst sagt), dass der Leser der "Pharsalia" viel Kontextwissen benötigt, um Lucans Werk zu verstehen. Das rechtfertigt mMn aber nur wenig diese Einführung. Für das reine ereignishist. Faktenwissen gibt es andere, längere und ausführlichere, aber auch kürzere und pointiertere Darstellungen. Was meiner Meinung nach aber sehr wissenswert udn gelungen ist, ist der sehr pointierte und einführende Abschnitt zur Rezeption (wenn auch evtl. etwas verschönt, was wäre wohl sonst der Sinn einer Lucan-Ausgabe ?) und das Kapitel zu den Handschriften.Sprachl. und informativ ist diese Einführung aber sonst ganz okay.

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