Der Wille zum Schein: Über Wahrheit und Lüge von Konrad Paul Liessmann (Herausgeber), Simone Dietz (Mitarbeiter), Josef Mitterer (Mitarbeiter), (28. Februar 2005) Broschiert

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Der Wille zum Schein: Über Wahrheit und Lüge von Konrad Paul Liessmann (Herausgeber), Simone Dietz (Mitarbeiter), Josef Mitterer (Mitarbeiter), (28. Februar 2005) Broschiert
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Buchdetails

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ISBN:B010IN8LL8
Sprache:
Ausgabe:Geheftet
Umfang:0 Seiten
Verlag:
Erscheinungsdatum:01.01.1600

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    buchwanderers avatar
    buchwanderervor 2 Jahren
    Über Wahrheit und Lüge - nicht nur aus philosophischer Sicht

    „Das Lügen ist nicht grundsätzlich schlecht, sondern eine moralisch neutrale Fähigkeit, die schlechten Absichten dienen, die aber auch im Dienste guter und gerechtfertigter Absichten stehen kann.“ (S.36)

    Zum Inhalt:

    Nicht nur die Philosophie, vielmehr der Mensch als kulturelles Wesen per se changiert in dem emotional, moralisch geladenen Mienenfeld zwischen der Wahrheit und der Lüge. Nur allzuoft machen wir es uns dabei einfach, bemühen (Vor-)Urteile, gehen ausgetretene Denk-Wege, übernehmen vorbehaltlos Traditionen, scheinbar bewährte Meinungen, allgemein akzeptierte Ansichten, ohne hie und da stehen zu bleiben, einen Gang herunterzuschalten, uns bewusst die Zeit nehmend, über eine Dialektik zu reflektieren, die so selbstverständlich nicht ist.
    Ist Wahrheit stets gut und Lüge durchgehend schlecht? Wie verhält sich das Wertesystem von Religion, Philosophie und Moral in Hinblick auf das Leben in realiter? Kann es lohnend sein, Lüge wider unseren ersten moralisch geeichten Impuls als ein Positivum anzusehen, welches an sich wertneutral ist und erst als Werkzeug in einer spezifischen Situation seinen Wert unter Beweis stellen kann / muss?
    Diesen ebenso vertrackten wie spannenden Fragen gehen die 11 unterschiedlichen Beiträge des 8. Philosophicums Lech nach. Der Leser findet viele in sich schlüssige Denkgebäude, die jeweils einen sehr spezifischen Blickpunkt im Kontext des Autors ausbreiten. Dabei werden Gebiete wie Politik, Pädagogik, Theologie und Erkenntnistheorie ebenso erfasst, wie jenes heikle Thema des Journalismus, respektive der Berichterstattung und der wissenschaftlichen Wissensfindung. In Zeiten in denen Georges Orwells Buch „1984“ die Verkaufsränge erneut stürmt und die offiziellen Vertreter von Supermächten von „alternativen Fakten“ sprechen, stellt das Thema dieses Bandes an Aktualität vieles andere in den Schatten.

    Enthaltene Texte:

    Der Wille zum Schein (Konrad Paul Liessmann)
    Über Wahrheit und Lüge

    Über Wahrheit und Lüge im moralischen Sinn (Simone Dietz)

    Die Beliebigkeit von Wahrheit und Irrtum. (Josef Mitterer)
    Mit einem Exkurs zu Wahr- & Falschnehmung

    Gemeinheit und Gemeinsinn (Georg Kohler)
    Warum Machiavelli manchmal Recht hat. Über Lüge und Wahrheit in der Politik

    Warum lügen und was wissen die Dichter? (Jochen Hörisch)

    Die Lüge als ursprüngliche Endlichkeit von Norm und Autorität oder der Beginn der Poetik (Jürgen Partenheimer)
    Ein Fragment

    Nichts als die Wahrheit… ?! (Ulrike Felt)
    Betrug und Fälschung in der Wissenschaft

    Bildungslügen (Alfred Schirlbauer)
    Über pädagogische Illusionen

    Das Unglaubliche (Robert Pfaller)
    Über Illusionen, Lust und Kultur

    Wahrheit und Lüge – Eine Bewertung aus jüdischer Sicht (Walter Homolka)

    Fazit:

    Provokant im überaus positiven Sinne; so könnte man pointiert den Text für den Konrad Paul Liessmann als Herausgeber firmiert bezeichnen. Die Referenten des Philosophicums Lech stellen einmal mehr unter Beweis, das Philosophie keineswegs eine Beschäftigung für weltfremd vergeistigte Akademikerrandgruppen sein muss. Sie kann – und muss – sich ihrer gesellschaftlichen Aufgabe stellen, alternative, bereichernde Denkformen aufzeigen, Wege abseits der „Das-tut-Mann-so-oder-so“-Lösungen anbieten, durchaus nicht ungefährliche Denkmuster durchbrechen und aufrütteln. Das sind auch die Herausforderungen denen sich die Beitragenden stellen, Denkschemata aufzeigend, welche ein hohes Maß an Reflexion und Flexibilität vom Leser einfordern. Der Lohn ist eine wesentlich freiere, erweiterte Sicht auf die Vielfalt an Denkmöglichem, das uns intellektuelle Werkzeuge für den Alltag zur Verfügung stellt.

    Zum Buch:

    Optisch und haptisch ist dieser 8. Band des „Philosophicum Lech“ bis auf das Titelbild ident mit dem Vorgängerband „Ruhm, Tod und Unsterblichkeit“. Positiv kann man jedoch anmerken, dass die Verleimung dieses Mal wesentlich besser ausgefallen ist, was der Stabilität des Buchblockes zu gute kommt. Die typografische Gestaltung überzeugt durch strukturierte Klarheit, die künstlerische Umschlagsgestaltung durch Offenheit in Form und Farbwahl. Ein sehr schöner und ansprechend gestalteter Band.

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