Four Weeks in the Trenches; the War Story of a Violinist

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Inhaltsangabe zu „Four Weeks in the Trenches; the War Story of a Violinist“ von

Ein Geigenvirtuose als Kanonenfutter - ein Einblick in ein Soldatenleben im 1. Weltkrieg

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis
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  • vier lange Monate im Schützengraben ..

    Four Weeks in the Trenches; the War Story of a Violinist
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    08. March 2016 um 17:10

    “Four Weeks in the Trenches The War Story of a Violinist”/Fritz Kreisler Dieses schmale Buch schildert auf beeindruckende Weise die vier Wochen Kriegsdienst des Geigenvirtuosen Fritz Kreisler. Autor Kreisler, ein Kind aus gut bürgerlichem, jüdischem Haus wird bereits im zarten Alter von sieben Jahren im Konservatorium der „Gesellschaft der Musikfreunde“ (heute Wiener Philharmoniker) als Schüler aufgenommen. Niemand geringerer als Joseph Hellmesberger und Anton Bruckner unterrichteten das Wunderkind. Kreisler dient, wie jeder gut Bürgerliche in der k. und k. Armee, und wird nachdem ihm seine Konzertreisen wenig Zeit für die Karriere als Militär lassen, vorerst als Reservist geführt. Im August 1914, er ist bereits seit Jahren mit Harriet Lies verheiratet, meldet er sich freiwillig und rückt abermals ein. Der Weg seines Bataillons führt in direkt nach Lemberg. Lemberg ist jene Stadt in Galizien, die von der russischen Armee mehrmals eingenommen und von den Österreichern wieder zurückerobert wurde. Kreisler schildert seine Erlebnisse in beinahe poetischen Worten, spart aber Tod und Grauen nicht aus. Noch ist der Krieg frisch und die Begeisterung spürbar. Noch glauben die Soldaten „zu Weihnachten sind wir wieder zuhause“. Welch tragischem Irrtum sie hier aufsitzen, erkennen sie erst viel später. Besonders beeindruckend finde ich die Sequenz, in der „sein“ Brigadier den eigenen Sohn sterben sieht und sich nach außen hin nichts anmerken lässt, um die Truppe nicht zu demoralisieren. Nächtens, im eigenen Zelt wird dieser Mann von Weinkrämpfen geschüttelt. Kreisler berichtet über Versorgungsengpässe und über hungernde, frierende Soldaten. Er schreibt aber auch, dass sich an manchen Tagen ebenso so ausgehungerte Russen wie Österreicher still gegenüberstanden und auch das eine oder andere Lebensmittel austauschten. „Privater“ Waffenstillstand im Kleinen, also. Interessant liest sich auch seine Schilderung, dass er – als Musiker mit einem beinahe absoluten Gehör ausgestattet – hören kann, ob die feuernden Kanonen der eigenen oder fremden Armee angehören und ob die Granaten steigen oder fallen. Er spricht sogar mit seinem Vorgesetzten darüber. Letztendlich wird er nach nur vier Wochen Fronteinsatz schwer verwundet. Er wird als kampfuntauglich aus der Armee ehrenvoll entlassen. Sobald es ihm möglich ist, nimmt er seine Konzertreisen wieder auf und unterstützt viele Kriegswaisen. Dieses soziale Engagement wird ihm in den USA übel genommen, da er natürlich auch deutschen und österreichischen Kindern hilft. Soviel zur Doppelmoral. Zum englischen Titel: „trenches“ sind die Schützengräben. Der heißgeliebte „Trenchcoat“ ist jener wasserabweisende Militärmantel, den die Soldaten in den Schützengräben trugen. Erfunden von Thomas Burberry Ende des 19.Jahrhunderts. Der deutsche Titel ist nicht minder beeindruckend “Trotz des Tosens der Kanonen”. Ich finde dieses Buch großartig. Die erklärenden Worte von Clemens Hellsberg (ehemaliger Vorstand der Wiener Philharmoniker) und Oliver Rathkolb (österr. Militärhistoriker) ergänzen Kreisler Text.

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