Im Schatten der goldenen Moschee

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Im Schatten der goldenen Moschee
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Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:B002FDKCQM
Sprache:
Ausgabe:Sonstige Formate
Umfang:0 Seiten
Verlag:Augsburg, Weltbild, 1997
Erscheinungsdatum:01.01.1997

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    esmerabelles avatar
    esmerabellevor 2 Jahren
    Maria Laufenberg - Im Schatten der goldenen Moschee

    Als Susanne 1975 ihrem Mann nach fünf Jahren Eheleben in Deutschland in dessen Heimat, den Irak, folgt, ist sie wenig auf das konservative Familienleben, das sie in seiner gläubigen und traditionsbewussten Familie erwartet, vorbereitet. Ihr Leben wird ein ständiger Kampf um Anerkennung, ihre Freiheiten und gegen die Entfremdung von ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Doch als erst der Krieg gegen den Iran und kurz darauf der 1. Golfkrieg ausbrechen, verlieren kulturelle Unterschiede und die versteiften Positionen auf beiden Seiten ihre Bedeutung. Aber Kriegszeiten sind Zeiten, die Familien zusammenschweißen, oder auch zerbrechen können. 
     
    "Im Schatten der goldenen Moschee" von Maria Laufenberg ist kein literarisches Meisterwerk. Der Roman ähnelt eher einem dieser Autobiographien, deren Verfasser zwar Spannendes erlebt haben mögen, trotzdem aber das Schreiben besser jemand anderem hätten überlassen sollen, leicht kitschig, überladen mit überflüssigen Adjektiven und Dialoge, die unnatürlich und hölzern anmuten. Ein Leser, der Wert auf exzellenten Stil legt, wird vermutlich leiden. 

    Trotzdem fand ich das Buch lesenswert, aus dem einfach Grund, dass es nicht das übliche Klischee von der armen Deutschen bedient, dessen arabischer Mann sich plötzlich in ein Ungeheuer verwandelt, das seine Frau schlägt, einsperrt und ihr die Kinder wegnimmt. Karim, Susannes Mann, ist ein offener, liebenswürdiger Mensch, der sich der Probleme seiner Frau vollauf bewusst ist, oft für sie einsteht und versucht, ihre Lage zu verbessern, wo es ihm möglich ist. Ja, in einigen Punkten nimmt er wieder die in seiner Heimat und seinem Elternhaus üblichen Rollenverteilung an, aber man merkt, dass er bemüht ist, Kompromisse zu finden, die für alle Beteiligten erträglich sind. 

    Überhaupt ist die ganze Familie Karims keine Sippe unterdrückender Bösewichte. Nein, sie sind nicht glücklich über die Wahl ihres ältesten Sohnes, eine deutsche Christin zu ehelichen, und ja, ihnen sind ihre Traditionen und der Ruf im Viertel wichtiger, als die westlichen Werte ihrer Schwiegertochter, aber sie hören zu, sie versuchen zu verstehen und Lösungen zu finden, die mit ihren Werten übereinstimmen. 

    Was schwer verwundert, ist, wie unvorbereitet Susanne auf ihr neues Leben ist. Man sollte meinen, dass  man nach fünf Jahren Ehe mit einem Iraker, fünf Jahren, in denen immer klar war, dass man nach deren Ablauf in den Irak übersiedeln möchte, Zeit genug hatte, nicht nur die Sprache zu lernen, sondern sich auch auf das vorzubereiten, was einen in der neuen Heimat erwartet. Susanne scheint das nicht für nötig gehalten zu haben, rennt munter in ihren schulterfreien Sommerkleidern durch Stadtteile, in denen sich die Frauen voll verschleiern, setzt sich zum Essen zu den Männern an den Tisch und versteht nicht, warum niemand davon begeistert ist, wenn sie ein Bier in einer Bar trinken gehen oder Weihnachten groß im Wohnzimmer feiern möchte. Für die teilweise durchaus liebenswerten Traditionen der Familie, z. B. die Angewohnheit, bis zum Nachmittag, wenn die Gäste kommen, im Nachthemd zu bleiben, hat sie hingegen wenig Verständnis und möchte am liebsten alles so haben, wie es in ihrem eigenen Elternhaus war. Ich denke nicht, dass es gewollt war, aber Susanne hat zumindest bei mir des öfteren ziemlich an Sympathie verloren. 

    Neben dem Einblick, den man in das irakische Leben bekommt, sind aber auch die geschichtlichen Hintergründe interessant und zwar in zweierlei Hinsicht. Einmal auf der rein historischen Ebene, geschildert aus der Sicht jener, die diese Zeit in Bagdad miterleben mussten, aber auch wegen der Einsicht, wie unwichtig unsere kulturellen Wurzeln und Einstellungen werden, wenn wir in Situationen geraten, in denen es nur noch um Menschlichkeit gehen kann, oder zumindest sollte. 

    Eine klare Leseempfehlung kann ich nicht aussprechen, aber zumindest ich habe die Lektüre gut verkraftet (abgesehen von ein paar innere Verkrampfungen an extrem schlecht geschriebenen Stellen) und nicht bereut. 

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    buchfeemelanies avatar
    buchfeemelanievor 5 Jahren
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    Nadyvor 6 Jahren
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    renatchenvor 7 Jahren

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