Kraa

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    Kraa

    antjemue

    08. April 2011 um 21:29

    Die düstere Realität der Goldgräberära Als Ende des vorigen Jahres auf einer meiner Lieblingsseiten im Netz ein Comic -Projekt vorgestellt wurde und ich nach Bewerten der Lese-Schau-Probe ein Freiexemplar gewann, habe ich nach langer Abstinenz in diesem Genre wieder Feuer gefangen. Ich liebe Graphic Novells und leiste mir seit dem auch in diesem Bereich immer wieder mal ein Schmäckerchen. Dabei sind mir immer sowohl die Geschichte, als auch die Zeichnungen wichtig. Nun wurde wieder der erste Teil, einer als bisher 2-teilig geplanten Abenteuer-Graphic-Novell vorgestellt. Ich stürzte mich auf die eher düstere Leseprobe, hinterließ meinen Eindruck und die Glücksfee war mir in Form eines ausgelosten Rezensionsexemplars erneut sehr hold. Vor einigen Tagen traf „Kraa. Das verlorene Tal“ von Benoît Sokal bei mir ein. Benoît Sokal ist ein belgischer Comiczeichner und Autor von Computerspielen. Sokal ist Jahrgang 1954. Er studierte an der Brüsseler Kunsthochschule Saint-Luc und zeichnete danach für die Zeitschrift „à suivre“, ein inzwischen eingestelltes frankobelgisches Comicmagazin, und andere Magazine. Später brachte er dann verschiedene Graphic-Novell-Reihen auf den Markt, die durch verschiedene Verlage herausgegeben wurden. Anfang der 90er Jahre begann er sich mit den Möglichkeiten im Bereich der Computerspiele zu beschäftigen. Im Jahr 2003 gründete er dafür eine eigene Produktionsfirma, die aber im Januar 2011 schließen musste. Sowohl für seine Comics, als auch für seine Computerspiele hat der Autor in der Vergangenheit schon etliche Preise erhalten. (Quelle: wikipedia) Das verlorene Tal Der Jungadler Kraa hat seinen Bruder aus dem Nest gestoßen. Doch seit zwei Tagen sind auch seine Eltern nicht mehr gekommen. Auf sich allein gestellt, muss er nun sein Revier erobern. Ein einsames Tal in der Einöde der Berge, zwischen Alaska und Sibirien. Ein Landstrich, der bis vor kurzem als unbewohnbar galt, welchen sich die Adlerfamilie von Kraa bislang nur mit einem Indianerstamm teilen musste. Doch Vulkane haben das ewige Eis zum Schmelzen gebracht. Und schon machen sich habgierige Menschen daran, das Land von seien Bodenschätzen zu befreien. Dafür gehen sie - im wahrsten Sinne des Wortes - über Leichen. Der Indianerjunge Yuma hatte mitbekommen, dass die Adler ihr Junges nicht mehr füttern und beschlossen, Kraa den Start ins Leben als König der Lüfte zu erleichtern. Anfangs versorgt er ihn mit selbstgejagten Kleintieren. Doch auch als Kraa in der Lage ist, selbst für sein Futter zu sorgen, lässt Yumas Faszination für den Adler nicht nach. Eines Tages beobachtet der, wie der Adler die Weißen, die in sein Revier eingedrungen sind, angreift und daraufhin von ihnen angeschossen wird. Dass sich Yuma um den verletzten Adler kümmert, rettet ihm das Leben. Vorerst. Denn als er nach Hause zurück kehrt, muss er feststellen, dass die Weißen gerade alle Mitglieder seines Stammes bestialisch ermordet haben. In seiner Fassungslosigkeit macht sich Yuma bemerkbar. Doch die Mörder können keinen Zeugen gebrauchen… Jack London lässt grüßen Die Geschichte an sich ist ein Abenteuer, aus der Goldgräberära im Alaska des späten 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Weiße Geschäftsleute und Glücksritter fielen zu Hauf in die bisher unberührte Natur ein und zerstören damit den Lebensraum von Ureinwohnern sowie Flora und Fauna. Wer nicht von selbst weichen möchte, wird getötet. Die Mächtigen machen sich dabei nicht die Hände schmutzig sondern haben ihre Handlanger, die für Gold alles tun. Zuerst lerne ich den Jungadler Kraa kennen. Als Leser nehme ich an seinen Gedanken teil. Auf den ersten Blick scheinen diese ziemlich brutal. Letztendlich spiegeln sie meiner Meinung nach aber nur das Gesetz der Tierwelt wieder: Der Starke überlebt! Untermauert wird dies mit eindrucksvollen Zeichnungen des Jungadlers. Sehr düstere, aber realistisch wirkende Tierzeichnungen, mit vielen Details. Bei den Landschaftszeichnungen aus der Sicht des Adlers beeindruckte mich die fast unendlich wirkende Weite, die teilweise nur durch Andeutungen, die trotzdem erkennen lassen, was gemeint ist, auf kleinstem Raum untergebracht wurde. Obwohl die Landschaftsaufnahmen ein wenig heller wirken, ist die Farbgebung immer noch düster traurig. Eine Art Abschiedsstimmung. Aber auch die Zeichnungen der Menschen sind Sokal gelungen. Den Charakter und die Stimmung kann man ihnen sozusagen bereits am Gesicht ablesen. Den Indianern sieht man das Leben im Einklang mit der Natur an, die meisten der Weißen wirken habgierig, skeptisch oder auch einfach nur fies und brutal. Die Kleidung der Leute, die Stadt mit Häusern etc. sind der Zeit angepasst. Aber auch die blutigen Szenen sind sehr realistisch gezeichnet, genau wie das starre Entsetzen des Indianerjungens als er das Massaker entdeckt. Aber nicht alle Weißen sind grausam. Wie in allen guten Abenteuergeschichten aus dieser Zeit, gibt es auch hier hilfsbereite Menschen, die zwar nach Alaska gekommen sind, um ihr Glück zu machen, aber die Art und Weise wie mit den Ureinwohnern umgegangen wird und überhaupt Brutalität verabscheuen. Solchen verdankt Yuma auch sein Leben. Der fantastische Aspekt der Geschichte, ist die Verbindung, die Yuma bei seiner Nahtoderfahrung mit dem Adler Kraa eingeht. Wenn man diesen allerdings akzeptiert und sich somit voll auf die Geschichte eingelassen hat, fiebert man mit den Beiden, die Rache üben wollen und möchte am Ende des düsteren Werkes eigentlich gleich den zweiten Teil zur Hand nehmen, um zu erfahren, wie die Geschichte letztendlich ausgeht. Mir hat dieses düstere Werk wirklich sehr gut gefallen. Es ist kein Optimismus versprühendes Werk und sollte auch nur von älteren Jugendlichen und Erwachsenen zur Hand genommen werden. Obwohl es in längst vergangener Zeit spielt, ist das Grundthema, die Zerstörung der Natur, noch immer brandaktuell. Daher regt es auch zum Nachdenken an. Das Ende ist natürlich offen. Ich freue mich jedenfalls schon auf den zweiten Teil. Splitter Verlag 2011 Übersetzung Resel Rebiersch 93 Seiten Als gebundene Ausgabe in edler Aufmachung mit foliertem Cover für 19,80 € im deutschen Buchhandel erhältlich. Allerdings wird es kaum in einer Buchhandlung vorrätig sein. Doch es ist auch im Netz beim Verlag bestellbar: http://www.splitter-verlag.eu/kraa-das-verlorene-tal.html Dort findet ihr auch eine Vorschau/Leseprobe.

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