Lateinisches Unterrichtswerk, 1 Übungsbuch Teil 1, Ausgabe A - Linnenkugel

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Inhaltsangabe zu „Lateinisches Unterrichtswerk, 1 Übungsbuch Teil 1, Ausgabe A - Linnenkugel“ von

Dieses Buch beweist, dass "alt" nicht immer "veraltet" bedeutet.

— Admiral
Admiral
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  • Ein altes, aber gutes Unterrichtswerk.

    Lateinisches Unterrichtswerk, 1 Übungsbuch Teil 1, Ausgabe A - Linnenkugel
    Admiral

    Admiral

    19. March 2016 um 16:35

    Ein Blick auf meine Ausgabe, die hier gerade vor mir liegt, sagt schon recht viel aus. Der Einband ist einfarbig, einfach gestaltet und stark abgenutzt. Die Seiten sind vergilbt und viele Worte muten ziemlich altertümlich an. zB übersetzt heute keiner mehr "puer" mit "Knabe". Dennoch ist dieses Lehrbuch einen genaueren Blick wert.Ich rede hier vom "Linnenkugel", einer Schulbuchausgabe aus Paderborn 1975, verfasst von Albert Linnenkugel. Es gibt mindestens 2 Teile und ich will Euch exemplarisch den 1. Teil vorstellen. Denn mMn ist das ein recht gutes Lehrbuch. Es hat einige Elemente, die zum Lernen hervorragend taugen, die aber heute bei neueren Lehrbüchern fehlen, trotz aller reflektierter Methodik und aller bunter Farbgestaltung. Die Kapitel sind kurz und behandeln sehr exklusiv 1-2 Themen. Dieses Buch hat lediglich 182 Seiten und hat trotzdem erstaunlich viel in sich stehen. An den Innenseiten des Buchdeckels und des Buchrückens sind die obligatorischen 2 Karten, die fast jedes lateinische Lehrbuch hat. Hier jedoch ohne eine Gesamtansicht des Römischen Imperiums, sondern "nur" 1. Italien, 2. Stadt Rom. Die Seiten 1-51 sind 41 Lektionen gewidmet. Da es auch mehrere Bilder gibt, besteht 1 Kapitel in der Regel aus 1 Seite. Über jeder neuen Lektion ist nochmal in einem Kasten das gramm. Thema abgedruckt, sodass man stets vor Augen hat, um was es eigentlich nochmal geht. Die Lektionen sind meistens 2 geteilt: 1. Einzelsätze, in denen allesamt das neue gramm. Thema (hervorgehoben) vorkommt und 2. der typische Lektionstext. Hin und wieder gibt es noch spezielle gramm. Vorübungen (zB Vergleiche mit der engl. Sprache) und oft enden die Lektionen mit Zitaten oder Redewendungen auf Latein. Die Seiten 52-80 sind den "Übungen" vorenthalten: Deklinationen, Konjugationen, Einsetzen von Kasus- oder Personalendungen, Übersetzungen D => L und mehr kommt hier vor. Manche Übungen sind etwas seltsam, doch die meisten sind wirklich hilfreich und gut. Denn auch hier gilt: es orientiert sich fast ausschließlich am neuen Thema der jeweiligen Lektion.Mit den letzten 100 Seiten habe ich mich nur sporadisch (wenn überhaupt) auseinander gesetzt: Vokabeln (S. 81-127); 2sprachiges Wortverzeichnis (S. 128-141), das leider nicht so gut gelungen ist, da das Nachschlagen der Vokabeln viel zu umständlich ist; Grammatikteil (S. 142-182).Von diesem Buch halte ich ziemlich viel, da es eine Methodik hat, die heutige Lateinlehrbücher leider Gottes haben fallen gelassen. Neue Themen werden mMn in vielen neuen Lehrbüchern schlecht eingeführt. Die Lektionen heute sind lang und das erste, was man als Schüler zu einer Lektion bearbeitet. Das Problem dabei ist, dass in diesem Lektionstext das neue Thema selten vorkommt oder in komplizierten Sätzen untergeht. Im Linnenkugel sind speziell die Vorübungen sehr simpel gehalten, sodass in jedem Satz der Fokus stärker auf dem Neuen liegt. Auch die gramm. Übungen haben es zwar echt in sich, sind aber vielen neuen Grammatikteilen haushoch überlegen (Ostia, Salvete, Lumina zB), während andere Lehrbücher jedoch auch heute noch gute Grammatikübungen produzieren (Cursus Continuus, Felix zB).Zusätzlich finde ich auch sehr gelungen, dass durch die kurzen und knappen Lektionen ermöglicht wird, die Grammatiken sehr intensiv zu entzerren. Allein der Konsonantischen Deklinationen sind 3 (!) Lektionen zugeteilt (25-27).Ebenfalls anmerkenswert ist, dass es keinen Schnickschnack aufweist, wie zahllose Querverweise zu anderen Kulturen/Zeiten, oder Kreuzworträtsel hat oder Spiele beschreibt etc., wie das zB im "Cursus Continuus" der Fall ist. Evtl. eine kompetenzwahnorientierte Entwicklung unserer Tage.Ein optisch veraltetes, methodisch aber sehr aktuelles Buch.

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