Lieber Philip

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(1)
(3)
(1)
(0)

Inhaltsangabe zu „Lieber Philip“ von

Schöner und sensibler Selbstfindungsroman.

— loveisfriendship
loveisfriendship

Der erste Coming-out Roman, den ich gelesen habe ... da war ich 17. Fesselnd!

— claudi_katzenaugen
claudi_katzenaugen
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Schönes Jugendbuch

    Lieber Philip
    Koriko

    Koriko

    25. July 2016 um 12:57

    Story: Philip ist schon von klein auf anders, als andere Jungen. Aus Angst sich lächerlich zu machen oder von seinen Mitschülern und den Erwachsenen verspottet zu werden, hat er nur wenige Freunde und zieht es vor allein zu bleiben. Erst die gleichaltrige Diana sorgt dafür, dass sich Philip öffnet. Er findet Freundinnen, glaubt sogar sich in Diana zu verlieben und reagiert eifersüchtig, als sie mit anderen Jungs anbandelt. Doch erst als er Dianas Cousin Roger kennenlernt und mit diesem zusammen einen alten Trimm-dich-Pfad wieder aufpoliert, blüht Philip auf. Die aufkeimende Freundschaft mit Roger endet jäh, als dieser ihm sagt, dass er homosexuell ist. Für Philip bricht eine Welt zusammen und er meidet ihren gemeinsamen Treffpunkt, wenn er glaubt, dass Roger dort ist. Erst spät in der Nacht traut er sich in den Wald und findet dort regelmäßig Briefe von Roger, in denen er Philip alles erzählt was ihn bewegt und damit Philip zum Nachdenken bringt. Eigene Meinung: Der Jugendroman „Lieber Philip“ stammt von der niederländischen Autorin Imme Dros, die bereits seit den frühen 70er Jahren Kinder- und Jugendbücher schreibt und bereits etliche Preise gewonnen hat. Einige ihrer Werke wurde ins Deutsche übersetzt, der knapp 150-seitige Roman „Lieber Philip“ erschien 2000 beim Middelhauve Verlag und ist inzwischen nur noch gebraucht erhältlich. Imme Dros lässt sich und ihren Figuren nur wenig Zeit – dennoch gelingt es ihr auf wenigen Seiten, viel Handlung unterzubringen und der Geschichte einen gewissen Tiefgang zu verleihen. Thematisch ist „Lieber Philip“ aus heutiger Sicht nicht neues, da das Buch jedoch schon in den 90er Jahren in den Niederlanden erschien, war es damals neben „Bruder“ von Ted van Lieshout eines der ersten Jugendbücher, die sich mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzten. Neben den damit einhergehenden Problemen greift die Autorin auch die Thematik Rassismus auf, denn Diana und Roger stammen aus Afrika. Gerade bei den Dialogen mit Philips Großmutter wird deutlich, wie stark die Hautfarbe für die älteren Generationen der Familie eine Rolle spielt. Ansonsten bekommt der Leser eine angenehm lesbare Geschichte über Selbstfindung, erste Liebe und Coming-Out präsentiert, die an einigen Stellen ruhig etwas mehr in die Tiefe hätte gehen können. So schön und unverblümt Philips Leben und seine Beziehung zu Roger ausgearbeitet ist, hin und wieder wünschte man sich mehr Seiten, um die Figuren noch besser kennenzulernen. Gerade zum Ende hin wirkt „Lieber Philip“ ein wenig gehetzt, da Imme Dros doch recht schnell zu einem zufriedenstellenden Schluss kommt. Die Figuren wirken authentisch und vollkommen realistisch. Gerade Philip, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, lernt man sehr gut kennen. Er ist ein recht naiver Junge, der das Problem hat, nicht ernst genommen zu werden. Seine eigene Unsicherheit sorgt dafür, dass er immer wieder in Fettnäpfchen tritt und sich nur schwer durchsetzen kann. Auch dauert es, bis er versteht, wer er ist und lernt zu sich zu stehen. Im Gegenzug zu Philip weiß Roger bereits, was er will und welche Ziele er verfolgt. Man erfährt ein wenig von ihm und seinen Eltern und auch ihn lernt man im Laufe der Zeit durch Philips Augen besser kennen. Neben den beiden Jungs kann auch Diana Pluspunkte sammeln – sie ist sehr offen, ehrlich und sympathisch. So ist es ein wenig schade, dass sie zum Ende hin kaum noch in Erscheinung tritt, doch da sich Philips Blick auf die Welt ändert, ist das wenig verwunderlich. Stilistisch ist Imme Dros eine Autorin weniger, präziser Worte. Sie bringt ihre Gedanken auf den Punkt und verzichtet dabei auf ausführliche Beschreibungen und sprachliche Schnörkel. „Lieber Philip“ ist meist in Dialogform gehalten, was zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig ist. Erst mit der Zeit gewöhnt man sich an den sachlichen, schlichten Stil der Autorin. Durch die Klarheit ihrer Worte gelingt es ihr viel Inhalt und eine gut nachvollziehbare Charakterentwicklung auf nicht einmal 150 Seiten zu bringen. Zwar vermisst man ein wenig die Ausführlichkeit von Beschreibungen (ganz gleich ob von der Umgebung oder Philips Gefühlswelten), doch das Buch ist dennoch lesenswert. Fazit: „Lieber Philip“ ist ein schönes, wenngleich etwas kurz geratenes Jugendbuch über Akzeptanz, Coming-Out, Selbstvertrauen, Rassismus und Freundschaft. In der heutigen Zeit wirken die Themen ein wenig veraltet, dennoch macht es Spaß Imme Dros‘ Roman über Philips Weg zu sich selbst zu lesen. Wer einen klaren, direkten Stil bevorzugt, der wird mit „Lieber Philip“ nichts verkehrt machen, alle anderen sollten vorab reinlesen, insofern sie das vergriffene Buch irgendwo aufstöbern. Zu empfehlen.

    Mehr
  • Schöner und sensibler Selbstfindungsroman

    Lieber Philip
    loveisfriendship

    loveisfriendship

    20. June 2016 um 15:59

    Ein sensibel-zartes Büchlein über Freundschaft, Liebe und die möglichen Schwierigkeiten sich seine Gefühle einzugestehen und sie auszuleben. „Wie fühlt sich Liebe an?“, fragt sich der sensible Philip. Für seine beste Freundin Diana empfindet er solche Gefühle nicht. Dann lernt er Dianas Cousin Roger kennenlernen und die beiden verbringen jede freie Minute miteinander. Bis ihm Roger seine Homosexualität eröffnet und Philip damit nicht umgehen kann. Die Freundschaft wird auf eine Zerreißprobe gestellt … Dros zeichnet ein zartes Porträt eines anfangs von seinen Gefühlen überforderten Jungen, der sich entwickelt, wandelt, seine Identität finden muss und sich selbst akzeptieren. Ohne zu urteilen zeigt sie seine widersprüchlichen inneren Konflikte. Viele homosexuelle Menschen sind selbst homophob und entwickeln einen Hass gegen ihre Neigungen und versuchen sie zu unterdrücken, weil sie negative Reaktionen von ihrem Umfeld erwarten und sich deren Vorurteile eingefressen haben. Der innere Kampf, den sie ausfechten, äußert sich in diesem Hass oder Angst. Diese interessante Problematik greift Dros auf stille und entspannend unkomplizierte Weise auf. Fazit: In „Lieber Philip“ beleuchtet Imme Dros auf einfühlsame Weise vor allem das innere Coming-Out eines unsicheren Jungen, der mit den Vorurteilen seiner Umgebung erst aufräumen muss. Ein kurzes Buch, das sich angenehm unproblematisch auflöst und somit eine Abwechslung zu vielen pseudo-anspruchsvollen Werken zum Thema darstellt. Dennoch werden natürlich auch hier interessante Fragen aufgeworfen rund um Homophobie und auch Rassismus. Ein Zeichen für Einfühlungsvermögen und Offenheit.   Auch zu lesen unter: https://jubiwi.wordpress.com/2016/06/20/buchvorstellung-lieber-philip/

    Mehr