Man muss ein Spiel auch lesen können: Ein schwarzgelbes Jahr

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Inhaltsangabe zu „Man muss ein Spiel auch lesen können: Ein schwarzgelbes Jahr“ von

Live aus dem schwarzgelben Herzen des Fußballs:

Glänzende Champions-League-Abende und unerklärliche Bundesliga-

Niederlagen, der Traum vom Borsigplatz und die Abschiede des Trainers

und des langjährigen Kapitäns – die dramatischste Saison von Borussia

Dortmund, erzählt von den namhaftesten Ball- und Wortspielern

der deutschen Literatur. Mit Gastbeiträgen von Jürgen Klopp,

Sebastian Kehl und Oliver Kirch.

In der Wand, die gelb ist und schwarz, die laut ist und heiß,

da hast du keinen Nachnamen.

Du heißt Manne.

Du heißt Zwerch, Moppel oder Bäuerchen.

Du heißt Furzer, Blockwart oder Nullneun.

Mehr muss die Wand nicht wissen.

Und wenn du doch einen Nachnamen tragen willst,

Dann trag ihn auf dem Rücken.

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  • Faszination Fankurve

    Man muss ein Spiel auch lesen können: Ein schwarzgelbes Jahr

    rkuehne

    18. April 2017 um 20:38

    Eine Horde Schriftsteller, dabei niemand geringeren als die Autorennationalmannschaft, für ein Jahr ins Westfalenstadion zur schicken um die Faszination Borussia Dortmund zu ergründen, ist erstmal keine schlechte Idee. Dass es dann genau die Saison wird, die sich sportlich zum Existenzkampf entwickelt und mit dem Abschied von Übertrainer Jürgen Klopp endet ist Zufall, gibt dem ganzen aber eine enorme zusätzliche Dramatik. Da die Texte von vielen unterschiedlichen Autoren sind, fand ich sie dementsprechend auch unterschiedlich gut – manche sehr stark, andere eher durchschnittlich. Hinzu kommt, dass viele der Autoren ihr Herz längst an andere Vereine vergeben haben, was die persönliche Begeisterung nachvollziehbar eingrenzt. Trotzdem, entstanden ist ein Buch über die Liebe zum Fußball, über die Faszination Fankurve am Beispiel einer sehr besonderen.

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  • Schwarzgelbes Leiden

    Man muss ein Spiel auch lesen können: Ein schwarzgelbes Jahr

    rallus

    Borussia Dortmund ist der Verein in der Bundesliga, welcher den zweitgrößten Marktwert der Spieler besitzt (Stand heute) und auch im Ranking der Etats regelmäßig vorne liegt. Dortmund hat das größte Stadion in der Bundesliga (81.359 Zuschauer) und ist seit Jahren in der Championsleague vertreten. Demzufolge sind die Erwartungen der Fans gestiegen und seit Jürgen Klopp Trainer bei Borussia Dortmund war, ist der ‘Spaßfaktor’ bei Spielen enorm gestiegen. Doch was ist plötzlich in der Saison 2014/15 mit dem Traditionsverein los? Gerade noch Supercupsieger gegen Bayern München, aber in dem darauffolgenden ersten Teil der neuen Spielzeit klebt das Pech an den Fußballerstiefeln. Zufällig fiel diese Spielzeit mit einem interessanten Buchprojekt zusammen. Die Autoren der Autorennationalmannschaft (ja so etwas gibt es tatsächlich und die haben auch die Europameisterschaft gegen die Türkei gewonnen) sollen bei jedem Heimspiel der Borussen dabei sein und einen kurzen Text schreiben. Das Resultat liest sich wie ein Leidensweg, diese verrückte Saison, die ihren Tiefpunkt mit der Heimniederlage gegen Augsburg (Platz achtzehn – Letzter!) hat und mit einem doch letztendlich glücklichen Ausgang die Borussen Herzen weiterschlagen lässt. Nicht dass jetzt jeder Autor Borussen-Fan ist, nein, die ganze Liga ist vertreten in ihren Autoren-Fußballerherzen, aber alle spüren, was diesen Verein so ausmacht: “Und weil die [die Pfiffe] für ein paar grundsätzliche Werte stehen, die in der heutigen Fußballwelt mit ihren Beratern, Lobbyisten, globalen Konzernstrukturen, obszönen Transfersummen und zynischen Spielergehältern mindestens so viele Tritte abbekommen wie die Sterne auf Dortmunds Walk of Fame. Ich meine, und hier abschließend mal den Pathosregel auf Orkanniveau hochgezogen: Traditionsbewusstsein, Vereinsverbundenheit, Treue.” Die gelbe Wand (wie die Kurve der Borussenfans auch genannt wird) verzeiht ihren Lieblingen vieles, kein böswilliges Zischen, Pfeifen oder andere Missfallbekundungen ertönen, als die Borussia ihren Gang in den Tabellenkeller antritt, der echte Borussenfan leidet still und geht das nächste Mal wieder ins Stadion. Borussia Dortmund ist anders: “Die Fans standen zu ihrem Team. Das ist insofern bemerkenswert, als es in Hamburg, Schalke, Stuttgart, Nürnberg, Frankfurt, Köln und anderswo bei Krisen immer wieder zu Fanprotesten kommt und ein neuer Präsident Trainer, Manager, Koch, Busfahrer, Zeugwart gefordert wird. Es macht sich eine Mentalität breit, in der Fans glauben, sie hätten ein verbrieftes Recht auf Siege. Dir gefällt dein Tabellenplatz nicht? Na, dann beschwer dich!” Auch wenn so manche kleine psychologischen Tricks sich nicht von anderen Mannschaften unterschieden: “In der Kabine des Gegners steht dafür die Null. Kein Fön.” Die glorreiche Vergangenheit wird natürlich auch gewürdigt. Ein Museum gibt es auch! “Das Borusseum ist ein solch ‘berührender’ Ort, an dem man stundenlang Vitrinen streicheln könnte. In Dortmund lebt die ganze Stadt den Fußball – hier schlägt das Herz der Menschen scharzgelb. Logisch, dass es für die Geschichte des BVB ein eigenes Museum geben muss!” Und der Borussenfan kann sich an viele bewegende Momente erinnern, wie z.B. 1966 der Gewinn des Europapokal der Pokalsieger gegen den FC Liverpool durch ein kurioses Bogenlampen-Abprall-Tor von Stan Libuda. Dabei hatte die Gründung des Vereins 1909 der Kirche nicht gefallen: “Am 19. Dezember 1909 treffen sich mehr als 40 Mitglieder einer katholischen Jugendgruppe in der Kneipe ‘Zum Wildschütz’. Von der Kirche wurde ihnen das Fußballspielen untersagt, so dass sie zur offiziellen Ausübung ihrer Leidenschaft einen Verein gründen wollen. Bis zuletzt versucht ein katholischer Kaplan dies zu verhinden – aber will ihm in ‘tumultartiger Szene’ der Zutritt zur Versammlung verwehrt werden kann, gelingt die Vereinsgründung. Was für eine Geburt.” Die Autoren der Texte hatten Einblick in viele internas des Vereins und haben dies dem Leser nähergebracht. Der schwarzgelbe Verein, der eine schwere Saison hinter sich gebracht und einen strahlenden Helden verloren hat. Der Abschied von ‘Kloppo’ war dann eine der berührendsten Momente dieses Jahres. Ein auch optisch gelungenes Fußballbuch mit vielen Zeichnungen und unterschiedlichen Texten, die alle aber das große Herz dieses Fußballvereines würdigen. Nicht nur für Fans!

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    MissNorge

    18. November 2015 um 09:57
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