Unsere Welt 2050

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Inhaltsangabe zu „Unsere Welt 2050“ von

Ein Verlag macht Schule - Schüler machen ein Buch Werden wir einmal im Eis auf unsere Wiederkehr warten, werden wir auf den Mond oder sogar in die Zukunft reisen? Werden wir uns in Roboter verlieben und von Wackelpudding nur noch träumen können? Werden unsere Kinder dann im Reagenzglas gezeugt und – perfekt designet – in Brutmaschinen heranwachsen? Werden Atombomben unsere Erde erschüttern, oder werden wir unter tropischer Hitze leiden? Werden wir steinalt, oder gar ewig leben? Wachsen dann in Deutschland Zitrusfrüchte und ist unsere Erde 2050 ein Paradies oder die Hölle für uns? 29 Autoren zwischen 16 und 86 Jahren haben einen Blick in die Zukunft gewagt. Begeben sie sich mit ihnen auf eine spannende und phantasievolle Reise in das Jahr 2050. Am Projekt waren folgende Schülerinnen und Schüler der Walther-Groz-Schule Ebingen beteiligt: Katharina Bodmer, Saskia Dett, Ines Dragon, Eva Hausding, Ann-Kathrin Kerst, Stephanie Längl, Franziska Lorch, Marc Mutter, Angelina Narr, Selina Sauter, Jacqueline Sauter, Rebecca Schick, Tobias Schlagenhauf und Anna Tittelbach

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  • Rezension zu "Unsere Welt 2050"

    Unsere Welt 2050
    Ati

    Ati

    30. March 2011 um 19:25

    Christine Brendle (Hg.) Unsere Welt 2050 C. M. Brendle Verlag ISBN 9783981249750 ISBN 3981249755 Zeitgenössische Literatur, Anthologie Erste Auflage 2011 Umschlaggestaltung Gute Aussicht Kommunikations GmbH Taschenbuch, 165 Seiten [D] 12,50 € Verlagsseite http://www.brendle-verlag.de War es das Cover, das mich neugierig machte, oder eher die Zeile „Ein Verlag macht Schule – Schüler machen ein Buch“? Ich weiß es nicht. Vielleicht war es auch die Mischung aus beidem. Manchmal genügen Kleinigkeiten um meine Neugier zu wecken und bei Unsere Welt 2050 wurde sie geweckt und das, obwohl das matt glänzend gehaltene Cover in dunkelblau mit der gewählten (überwiegend) grünen Schrift etwas trocken und fachbuchartig wirkt. Das Motiv vorne zeigt eine Weltkugel, deren Ozeane und Länder mit Worten ausgefüllt ist, die bereits einen ersten kleinen Einblick auf das bieten, was im Buch kommt. Zusammen mit der Verlegerin Christine Brendle haben der Lehrer Bertram Weber und vierzehn Schülerinnen und Schüler der Walther-Groz-Schule in Ebingen die Idee zu diesem Buchprojekt verwirklicht. Was 2010 begann, liegt nun vor und kann im Buchhandel bezogen werden. Bücher sind nicht nur etwas Kostbares und Wundervolles, sie verlangen auch einiges an Herzblut und innerer Überzeugung, wenn sie je fertig werden sollen. Die Schüler und Schülerinnen haben beides bewiesen. Sie haben das Projekt mit geplant, aktiv daran gearbeitet und alles umgesetzt. Sie dürften heute neben einer entsprechend erhaltenen positiven Bewertung für ihr Abitur ein Buch auch mit anderen Augen als noch vor ein paar Monaten betrachten. Es finden sich kleinere Anfängerfehler (eine Geschichte wird etwa wiederholt, was vermutlich kein Stilmittel des Autors ist) darin, doch angesichts der Tatsache, dass vorwiegend Laien beteiligt waren, ist die Umsetzung gut gelungen; vor allem, wenn man den Zeitrahmen betrachtet, in dem das Projekt verwirklicht wurde. Aber zum Inhalt. Mit seinen 175 Seiten im A5-Format hält man ein Buch, dass schnell gelesen sein müsste, zumal die Kapitel nur wenige Seiten, einmal gar nur zwei Absätze umfassen. Doch die gewählte Thematik macht es zu einem Buch, das man zwischendurch immer wieder weglegt, um nachzudenken. Schülerinnen und Schüler haben nicht nur zur Veröffentlichung der achtundzwanzig darin enthaltenen Geschichten und eines Gedichtes beigetragen – ein Teil wurde auch von Schülern geschrieben. Neben ihnen kommen auch andere, bekannte oder weniger bekannte Autoren zu Wort. Dazu gehören, außer Politikern und einer Bankerin, beispielsweise auch eine Hotelfachfrau oder ein Pfarrer a. D, Neulinge wie solche, die schon Veröffentlichungen vorweisen können. Doch ob nun Frischling oder Profi, ob nun sechzehn oder sechsundachtzig – alle Autoren beschäftigt ein Thema: Unsere Welt 2050. Nicht einmal mehr ganze neununddreißig Jahre trennen uns momentan noch davon. Und in Anbetracht der Tatsache, wie rasant sich die Welt innerhalb der letzten 40 Jahre verändert hat, stellt sich berechtigterweise die Frage, wie die Welt 2050 gestaltet sein wird. Bunt oder farblos, trostlos oder hoffnungsvoll, brutal oder friedlich? Die Art und Weise wie etwa der 1991 geborene Keith Petri darüber denkt, dürfte dem einen oder anderen älteren Leser kleinere Schluckbeschwerden verursachen. Seine Vision sieht düster und dystopisch aus; ist eine kleine Ohrfeige für die ignorante Gesellschaft im Hier und Jetzt; artikuliert eher eine Zukunftsangst, als eine Vision. Es gibt Science-Fiction, weitere Dystopien und fantastische Geschichten, wie die von Kristina Kesselring, in der die Menschen der Zukunft ihre Natur anderen Wesen angleichen können. Es gibt trotz der bedenklichen Vision eher Ironisch-Heiteres, wie das Gespräch zwischen einer Großmutter und ihrer Enkelin von Simone Föhl. Dagegen wirkt die Geschichte der 17jährigen Jasmin Loose, die ihre Protagonistin gegen die Unsterblichkeit kämpfen lässt, durchweg kritisch. Und Kimmelmann macht mit Leuten, die nichts können, kurzen Prozess. Er zeigt mit dem ausgestreckten Zeigefinger im Ausklang seiner Agenda 2050 trotz der deutlich gemachten Gefahr auf die mangelnde Fähigkeit zur Veränderung – stellvertretend für all das, was man tagtäglich ändern könnte. Das sind nur ein paar der Beiträge der Anthologie. Alle daraus auch nur kurz anzuschneiden, würde den Rahmen einer Buchbesprechung sprengen. Alle zu lesen, empfiehlt sich jedoch eindeutig. Die Geschichten zeigen, dass die Autoren sich ihrer Aufgabe mit Ideenreichtum gestellt und sie teilweise komplex umgesetzt haben. Einige Ideen bieten Raum für einen Roman. Manche Beiträge sind eher philosophisch, manche wirken hoffnungsvoll geträumt, andere kritisch und bestürzend. Es geht um das Leben nach einem Nuklearkrieg, um Reisen in die Zukunft; um Unsterblichkeit, Ressourcenverschwendung und Ressourcenknappheit; um Mangel und Überfluss; um perfekte Menschen und solche, wie die Natur sie geschaffen hat; um Überlebenstaktiken und Exodus; um Bildung, Freizeitgestaltung, Ängste und Nöte, kleine Freuden und Liebe. Mal blickt der Leser zurück in die Gegenwart, mal wirft er einen Blick in die Zukunft. Mal wirkt diese Zukunft real, mal wie ein schwer realisierbarer aber erstrebenswerter Wunsch, mal fiktiv. Die damit hervorgerufenen Emotionen sind genauso vielfältig, wie die Ansätze, die die Autoren verfolgen. Die aktuellen Bezüge zu einigen Beiträgen genauso erschreckend wie der stete Hinweis auf durchaus bekanntes, doch gern verleugnetes oder ignoriertes Wissen, weil bis jetzt immer alles doch irgendwie funktioniert hat. Damit ist den Autoren zusammen mit den an der Verwirklichung des Projekts arbeitenden Schülerinnen und Schülern, ihrem Projektleiter und der Herausgeberin eine Mischung gelungen, die einerseits tatsächlich überraschend kurzweilig unterhält, andererseits zum Nachdenken anregt. Es ist eines der Bücher gelungen, die man durchaus schnell lesen kann, das aber mit Sicherheit wert ist, öfter in die Hand genommen und auch weitergereicht zu werden. Eines der Bücher, die man nicht einfach schnell wieder vergisst. Was vielleicht am meisten betroffen macht, sind die Geschichten der jüngsten Autoren. Der Umstand, wie viel Hoffnung die Welt im Heute ihnen offenkundig schon genommen zu haben scheint. Eine Welt, mit der die Menschheit nicht nur heute viel zu sorglos umgeht. Tatsache ist, dass unser Verhalten sich ändern muss und Unsere Welt 2050 zeigt sehr deutlich warum. Nicht nur, um die darin angedeuteten Horrorszenarien noch irgendwie abzuwenden, sondern um Hoffnung in unseren Kindern zu erhalten, zu schüren oder gar wiederzuerwecken. Veränderung kann und muss im Kleinen beginnen. Vielleicht mit einer Geschichte aus diesem Buch. Fazit Ein schwieriges Thema sehr gut umgesetzt. Geschichten/Gedichte, die den Leser in eigenen Gedankengängen bestätigen und unterstützen, Widerworte hervorrufen und – das ist das Wichtigste – nachdenklich stimmen. Die gelungene Verwirklichung dieser Idee lässt auf weitere Projekte dieser Art hoffen. Für Unsere Welt 2050 möchte ich trotz der kleinen Anfängerfehler, die volle Punktzahl vergeben, da diese hier nicht ins Gewicht fallen (und selbst bei Vollprofis vorkommen können). Copyright © 2011 by Antje Jürgens (AJ)

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  • Rezension zu "Unsere Welt 2050"

    Unsere Welt 2050
    Arethelya

    Arethelya

    03. March 2011 um 20:32

    "Unsere Welt 2050" ist eine Anthologie, die Essays, Kurzgeschichten und Gedichte enthält, die über das Jahr 2050 reflektieren. Eine Schülergruppe, diverse Lehrer und der Brendle-Verlag haben sich im Jahr 2010 zusammen gesetzt und es sich zur Aufgabe gemacht, zu beurteilen, wie unser Leben in 40 Jahren aussehen könnte. Dabei sind sehr viele verschiedene Ansätze herausgekommen. Das Buch ist von sechzehn- bis sechsundachzigjährigen gestaltet worden, die verschieden lange und sehr unterschiedliche Textbeiträge geliefert haben. Diese Anthologie umfasst positive Zukunftsausblicke über spannende Science-Fiction-Geschichten, neutrale Betrachtungen aus der Gegenwart bis hin zu düsteren Zukunftsvisionen, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen, was sie in dem Hier und Jetzt verändern können, um die Realität der Geschichte nicht Wirklichkeit werden zu lassen. In vielen Essays deuten sich altbekannte Schematas an, das die Zukunft technologisiert sein wird, überbevölkert und mit den Problemen des Klimas und der allgemeinen Versorgung zu kämpfen hat. Insbesondere die Schüler haben versucht, darzustellen, wie sich das Bildungssystem zukünftig wandeln könnte. Dabei scheiden sich die Geister. Ein unmenschliches Auswahlverfahren (Andreas Kimmelmann - "Agenda 2050") konkurriert mit der Hoffnung, dass sich nichts ändert, von Marc Mutter. Während des Lesens ist man selbst gezwungen, sich mit den Vorstellungen dieser verschiedenen Personen unterschiedlichen Alters auseinanderzusetzen. Ich bemerkte immer wieder, dass ich ihnen entweder zustimmen könnte oder eine vollkommen andere Sicht auf die Zukunft habe. Es regt sehr zum Nachdenken und eigener kreativen Arbeit an. Die Kurzgeschichten bieten oftmals Potential für längere Romangeschichten und wenn man als Leser gerade nicht versucht, sein eigenes Essay über die Zukunft gedanklich zu strukturieren, so ersinnt man die ersponnene Welt aus der Kurzgeschichte eines beliebigen Autors weiter. Diese Mischung aus Essay, Prosa und Lyrik ist eine gelungene Kombination, um den Leser dieses schwer verdauliche Thema schmackhaft zu machen und ihn bei Laune zu halten. Es würde den Rahmen sprengen, zu jedem einzelnen Schriftsteller etwas zu sagen, auch wenn es verdient gewesen wäre. Ich möchte hier gern aber bekunden, dass ich die Texte "Kitty", "Agenda 50" und "N.S." sehr gut konzipiert fand. Sie zeugten von einem gewaltigen Ideenreichtum und dass die einzelnen Autoren sich sehr stark mit der Aufgabe auseinander gesetzt haben. Speziell diese Texte würde ich gern jedem ans Herz legen. Die Einstiegsgeschichte "85 Jahre Eis" erinnert mich an den Film "Idiocrisy". Beide behandeln das Thema der möglichen Verdummung der Menschheit und eines einsamen Helden, der in der Vergangenheit eingefroren wurde, sodass er zum klügsten Menschen der Zukunft avanciert. Die Parallelen lassen den Rückschluss zu, dass sich der Autor von dem FIlm inspirieren ließ. Ein wenig gemindert wird der positive Gesamteindruck des Buches durch die mangelnde Korrektur der Texte. Man stolpert leider sehr oft über unnötige Komma- und Rechtschreibfehler, die den Lesefluss doch stören. Zudem ist der Text "Zukunftstraum" zweimal hintereinander abgedruckt, ohne dass ein stilistisches Ziel zu erkennen wäre. Ein unschöner Fehler für den Gesamteindruck. Eine sehr anregende Lektüre, die sich mit einer Thematik auseinandersetzt, die uns alle betrifft.

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  • Rezension zu "Unsere Welt 2050"

    Unsere Welt 2050
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. October 2010 um 09:28

    Sie grinst, denn sie ist von ihrer "neugewonnenen Unmenschlichkeit" begeistert, ja geradezu ergriffen. Ihre Eltern waren damals entsetzt, als sie von ihrem Vorhaben erfuhren. Etwas ungewohnt ist es ja schon, als ihre Zunge zum ersten Mal die neuen spitzen Zähne spürt. Schmerzen hat sie keine. Da ist nur dieses Gefühl, dass ihr Körper an unzähligen Stellen seine Form verändert hat. Der Eingriff ist inzwischen Routine, denn nicht wenige folgen inzwischen diesem Schönheitsideal, wenn auch aus anderen Gründen ...! Langsam werden ihr unter Aufsicht eines Arztes alle Verbände abgenommen. Das Gehör würde sich in den nächsten Tagen noch wesentlich verbessern, meint er. Ihre Hände stecken noch in den "postoperativen Gelhandschuhen", bevor sie vom Arzt geöffnet werden. Zunächst ist nichts Ungewöhnliches zu entdecken. Die Nägel sind sogar noch etwas kürzer geschnitten als vorher. Doch als der Arzt mit seinem Daumen zwischen Elle und Speiche drückt, fahren ihr hellbraune Krallen aus den Fingerspitzen! Ihre Mutter darf dabei sein und sie gerät in Verzückung. Sie bewundert die Schönheit ihrer Tochter, und vor allem gefallen ihr die Schnurrhaare ... "Kitty" ist eine von jenen Geschichten, die im wahsten Sinne des Wortes unter die Haut gehen. Auf diesen wenigen Seiten (die das Potential für einen Roman besitzen!) lässt Kristina Kesselring eine sehr eindringliche Zukunftsvision entstehen. Diese wirkt keinesfalls statisch kühl, sondern beängstigend realistisch. Kitty ist nicht nur technisch-utopische Fiktion, sondern wirkt wie der winzige Ausschnitt einer "real existierenden" Zukunft. Die Autorin beschreibt die Situation in einer natürlichen Selbstverständlichkeit und über jeden Zweifel erhaben. Es scheint also gar keine Geschichte zu sein, sondern Wahrheit in einer gar nicht mal so weit entfernten Realität! Einer überaus düsteren und beängstigenden Vision begegnen wir in "Morgen bist du ein anderer", dem Gedicht von Dr. Klaus-Peter Walter. Da liegt es, "das Ding". An Maschinen angeschlossen. Es lebt noch, das Gehirn in der Salzlösung ...! Wer vermag sich dieses entsetzliche Grauen auch nur annähernd vorstellen? Nichts hören, nichts sehen, nichts fühlen ... ja nicht einmal schreien können? Nur noch "Sein" und einem wissenschaftlichen Zweck dienlich sein? Auch Rebecca Schick sieht mit Sorge in die Zukunft. Jede Individualität wird durch Technologie vernichtet. Die durchschnittliche Lebenserwartung steigt auf 115 Jahre. Unsere Nahrung wird von Computern zusammengestellt und optimiert. Krankheiten treten eher selten auf. Wir sind alle topfit ... doch haben nichts mehr zu tun, da uns Maschinen alles abnehmen. Selbst Reisen entfällt, weil man sich an jeden beliebigen Ort "beamen" lassen kann. Den Menschen geht es "körperlich" gut, doch eigentlich sind sie in so einer Welt komplett überflüssig. Es bleibt nur noch die systematische Verblödung ... ...welche Stephanie Längl in ihrer Geschichte "85 Jahre Eis" auf die Spitze treibt! Sean wacht nach 85 Jahren Kälteschlaf auf. Niemand scheint im Labor zu sein. Er flüchtet, denn schnellstens möchte er in die Zivilisation zurück. Doch eine solche scheint es nicht mehr zu geben. Seine Stadt erstickt im Müll und die Bewohner in geistiger Umnachtung! Noch negativer sieht Keith Petri mit "Wie wird es den Menschen im Jahr 2050 gehen" in die Zukunft ... Auch die anderen Autorinnen und Autoren haben eine Menge zu bieten und beschäftigen sich auf sehr kreative Art und Weise mit dem gegebenen Thema. Manchmal mehr, manchmal weniger komplex. "Miteinander" von Brigitte Rippe spendet Hoffnung auf eine positive Entwicklung, Gernot Erler weiß in "Poesie 2050" über die künftige Bedeutung von Poesiealben zu berichten, andere erzählen über die längst realisierte Stromerzeugung in der afrikanischen Wüste, erklären was ein Internet-Psychiater ist, wie Finnisch zur Weltsprache wurde oder stellen uns eine Oma vor, die ihrer Enkelin beibringen will, was ein Buch ist! Der Rezensent bedauert ausdrücklich, nicht jeder einzelnen Autorin und jedem einzelnen Autor die notwendige Erwähnung schenken zu können. Doch niemand geht in dieser außerordentlich lebendigen Anthologie unter, dem gemeinschaftlichen Projekt von Verlegerin Christine Brendle und Lehrer Bertram Weber sowie seinen 14 Schülern des Seminarkurses 2010 an der Walter-Groz-Schule Ebingen. Unzählige Arbeitsstunden und viel Herzblut haben die hochmotivierten Schülerinnen und Schüler schon in der Planungsphase des Projektes investiert und waren somit von der Idee bis zum fertigen Buch aktiv in den Entstehungsprozess eingebunden. So teilten sie sich nicht nur Zuständigkeitsbereiche für Werbung/Akquisition, Texte sowie Druck-Buchblock-Layout, sondern auch für Kalkulation und PR-Arbeit! Schade nur, dass am Ende die Zeit nicht reichte, und somit einige Fehler, typografische Schnitzer und ein doppelter Text ("Zukunftstraum" gibt es gleich zweimal!) übersehen wurden. Allerspätestens hätte dies bei der Kontrolle der letzten Korrekturfahnen kurz vor Drucklegung auffallen müssen! Diese zweifellos sehr unerfreulichen Tatsachen können mir aber das Gesamtbild nicht wesentlich trüben. Aus Fehlern soll man ja bekanntlich lernen, und die erste Auflage ist ja nicht die letzte Auflage! Ich würde in diesem Fall den Spieß sogar umdrehen und aus der Not eine Tugend machen, denn bevor die zweite Auflage erscheint, sollten sich alle Büchernarren einmal überlegen, ob sie mit dem Kauf eines Buches aus der ersten Auflage nicht eventuell ein wertvolles Unikat erwerben! Wer weiß, was ein Sammler für die Erstausgabe von "Unsere Welt 2050" in vierzig Jahren zahlen würde! "Unsere Welt 2050" macht eines klar. Die Zukunft kann niemals bereist werden. Expeditionen in diese Richtung werden immer theoretisch bleiben, obwohl auch und gerade ich diese Gedankenexperimente immer wieder gerne durchgespielt habe. Doch etwas, was noch nicht existiert, kann nicht besucht werden. Die Zukunft ist noch nicht da, sie existiert noch nicht. Es sind wir Menschen, die sie erst noch gestalten und bauen müssen, und auf welch grundverschiedene Wege dies führen kann, zeigt dieses Buch. Trotz unterschiedlichster Ansätze stehen die Arbeiten in einem unsichtbaren Zusammenhang und bilden somit eine untrennbare Einheit. Sehr deutlich werden Ängste, aber auch Hoffnungen der Autorinnen und Autoren. Boris Palmer sieht es positiv. Der "grüne" Oberbürgermeister von Tübingen, Sohn des legendären "Remstalrebells" Helmut Palmer, benötigt für seinen Ausblick lediglich eine halbe Seite. Dennoch sind seine Worte für ein Fazit in dieser Sache geradezu prädestiniert. 2050 würden ganz sicher sehr viele Windräder auf der Schwäbischen Alb stehen. Autos gäbe es keine mehr und die "Regionalstadtbahn" würde im Zehn-Minuten-Takt fahren. Überall an den Bahnhöfen würden Leih-Farräder stehen. Ab 2010 seien die Erfolge im Klimaschutz sehr erfolgreich gewesen. Sehr glücklich wären darüber auch die Enkel der ehemaligen Schülerinnen und Schüler der Walther-Groz-Schule in Ebingen ... "... die 40 Jahre zuvor die gute Idee hatten, eine zukunftsweisende Vision für die Welt im Jahr 2050 zu entwerfen und zu leben." © Thomas Lawall - www.querblatt.com

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