Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners

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Inhaltsangabe zu „Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“ von

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  • Rezension zu "Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners"

    Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners
    damentennis

    damentennis

    22. January 2010 um 23:07

    heinz von foerster lebte bis zu seinem tod auf dem rattlesnake hill in kalifornien. das wusste ich nicht und weiß es jetzt, nachdem ich das buch gelesen habe. das ist nicht nur ein wissensgewinn, sondern das nimmt mich auch stark für den autor ein, denn ich selber würde da auch gerne leben: rattlesnake hill, unter der heißen sonne kaliforniens, wie das schon klingt! "fantastisches wetter", sagt heinz von foerster zu bernhard poerksen. poerksen fragt etwas, dann erzählt von foerster eine geschichte. so lernt der leser die gedanken kennen, von beiden. interessant sind aber nur die von von foerster. der sagt zum beispiel so prima dinge wie: "meine lehre ist, dass man von mir nichts lernen kann". oder das hier: "wenn die menschen etwas über die welt sagen, dann sagt das weniger über die welt, als über die leute selber aus." das sind jetzt zitate aus dem kopf, ich übernehme dafür keine haftung, dass die exakt so auch in dem buch stehen. von foerster schlägt vor, aus den schulen enttrivialisierungsanstalten zu machen und weiß auch viel z.b. über den beruf des lehrers zu sagen, nur um dann am ende seiner gedanken wieder zu bermerken, dass er all das ja immer nur sich selber sagen kann, niemals aber der "welt" oder der "öffentlichkeit" oder anderen größen, mit denen kluge menschen andauernd hantieren. durch die dialogstruktur dieses buches (poerksen stellt eine simple frage, von foerster erzählt ein märchen) können selbst hochgradig begriffstutzige menschen wie ich dem verlauf den gedanken ganz ordentlich folgen und weil von foerster ja ohnehin alle fachworte ablehnt und auch gar nicht braucht, für das bisschen, was er zu sagen hat, ist das ein ganz einfaches buch, das da auf dem rattlesnake hill handelt. am ende gibt es dann noch schicke schwarz-weiß-fotos von dem macys-konferenzen, auf denen menschen wie margaret mead oder ernst von glasersfeld zu sehen sind. alle sind tadellos gekleidet, die großen köpfe der kybernetik, außerdem gibt es eine witzige zeichnung von gordon pask gleich zu beginn des buchs, über die ich etwas lachen musste. denn sozialtheorie ist ja immer auch große unterhaltung, gerade wenn menschen wie heinz von foerster da mitspielen. und genau das ist es ja, die sozialtheorie: menschen, die auf einer ganz bestimmten strecke unterwegs sind. die eben das sagen, und nicht etwas anderes. mehr nicht. weniger auch nicht. irgendwann sagt heinz von foerster dann (das zitat ist wieder nur erinnert und daher vielleicht falsch): "heinz, dein ziel ist es, mit deinen handlungen die optionen in der welt zu erhöhen." sollte ich das zitat hier falsch wiedergegeben haben, wäre das bestimmt in von foersters sinne, denn er war ja ein großer freund davon, selber entscheidungen zu treffen, wie z.b. "2 mal 2 gleich grün". weil er ja weiß: "die einzigen fragen, die wir entscheiden können, sind die prinzipiell unentscheidbaren." (und dieses zitat ist jetzt richtig wiedergegeben, ehrenwort)

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