William Carlos Williams: Eine Nacht im Juni - Arztgeschichten

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Inhaltsangabe zu „William Carlos Williams: Eine Nacht im Juni - Arztgeschichten“ von

Geschichten aus dem Arbeitsalltag des gefeierten Dichters der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Gute Storys, zweifelhafte Message

— Fritz_Nitzsch
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  • 10 Kurzgeschichten eines Arztes, der zugleich ein herausragender Lyriker ist

    William Carlos Williams: Eine Nacht im Juni - Arztgeschichten

    Fritz_Nitzsch

    23. April 2017 um 14:23

    10 Kurzgeschichten aus dem Arbeitsalltag des Arztes (und Lyrikers) William Carlos Williams. 10 Kurzgeschichten über Leid, Vorurteil, Vernachlässigung und die soziale Frage im wirtschaftskrisengeplagten Osten der USA um die 30er Jahre. Rutherford. New Jersey. Die meisten Patienten stammen aus Osteuropa und Italien. Und sie sind bettelarm. Also eine Milieustudie. Der Duktus impliziert zugleich Nähe und Empathie. William Carlos Williams inszeniert sich als einen von „ihnen“. Er blickt jedoch herab vom Elfenbeinturm. Das weiß er auch und sieht er auch ein. Er ist kein Gerechter unter den Gerechten unter der Armutsgrenze. Er möchte auch kein Sprachrohr für die Unterdrückten sein. Er ist ihr Berichterstatter. Und sich seiner Rolle durchaus bewusst. Einer der gefeierten Lyriker der Avantgarde zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die nachfolgende Generation von Lyrikern um die Beat-Generation, aber auch Größen wie Bob Dylan berufen sich allesamt auf ihn. In dieser Kurzgeschichtensammlung berichtet er von seinem Arbeitsalltag als Kinder- und Frauenarzt. Zwar schildert er den Verlust eines Neugeborenen, die fehlerhaften Diagnosen, die zum Tod eines kleines Mädchens führen und den Kampf mit den widerspenstigen Patienten (groß und klein) präzise und authentisch, was sich in Sprache und Form niederschlägt, allerdings ist die Konsequenz und die Aussage auf moralischer Ebene zweifelhaft. Denn: „Ihr gehört zu mir, weil ich es zulasse, dass ihr zu mir gehört“. Ansonsten sind die Storys gut, aber nicht besonders.

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