Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe

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Inhaltsangabe zu „Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe“ von

Warum sind in China Mädchen so verhasst? Die Autorin gibt einen erschreckenden Einblick in das Warum und bewegt mit ihren Geschichten.

— Buecherseele79
Buecherseele79

Die Rechtlosigkeit von Frauen und Mädchen in China - authentisch und an manchen Stellen kaum zu ertragen.

— parden
parden
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  • Ein- Kind- Politik und die Mädchen leiden darunter

    Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    23. May 2016 um 16:25

    Die Autorin Xinran ist selbst in China geboren und hat jahrelang dort gelebt, mittlerweile lebt sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in England.Wie die vielen Stimmen und Geschichten in dem Buch von Xinran hat auch sie nie Liebe und Geborgenheit ihrer Eltern fahren, mit ein paar Wochen kam sie zu ihrer Grossmutter und ihren Eltern war die Revolution damals viel wichtiger.Warum sind Mädchen in China so verhasst?Mit diesem Buch bekommt man einen genauen Einblick in die "Ein-Kind-Politik" und den Unterschieden von Menschen die auf dem Dorf leben zu Menschen die in der Stadt leben.Man liest von Frauen die ihre Mädchen ausgesetzt haben, vor Waisenhäuser, Toiletten, Bahnhöfen weil sie "unwertes" Leben geboren haben nur ein Sohn kann die Familie und ihren Erhalt weiterführen, nur Männer bekommen auf dem Land mehr Anbauacker von der Regierung, Mädchen sind nichts Wert.Man erfährt von Hebammen die Mädchen kurz nach der Geburt getötet haben, von Mitarbeiterinnen aus den Waisenhäusern die hauptsächlich Mädchen betreuen, von verzweifelten Müttern die ihre Töchter trotzdem lieben und vermissen, die katastrophalen Zustände in Waisenhäusern.Das Buch lässt einen nicht mehr los und auch sollte man diese Frauen in keinster Weise verurteilen denn sie treffen ein unheimlich schweres Los- wenn sie ihre Töchter nicht töten können versuchen sie das Beste daraus zu machen- die Töchter ins Waisenhaus zu geben und hoffen dass Ausländer ihre Töchter adoptieren und ihnen ein schönes Leben bieten.Und doch bleiben Frauen zurück die unter Schmerzen ein Kind geboren haben und ihr Herz auf immer gebrochen sein wird weil sie ihre Töchter nicht nur lieben sondern nicht vergessen können.Dies war mein erstes Buch von der Autorin Xinran und ich werde auf jeden Fall mehr von ihr lesen.Ich finde China unheimlich interessant und man hört gewiss viele Dinge die Wahrheit aber auch Lügen sind und dadurch dass die Autorin selbst aus China stammt gibt es einen ganz intimen Einblick in das Leben einer chinesischen Frau.Für mich sind diese Frauen dort alle unglaublich stark und  es tut in der Seele weh zu lesen wie sie ein Kind, welches sie über alles lieben möchten, weggeben bzw. töten müssen.Ich zolle der Autorin meinen Respekt und spreche eine klare Leseempfehlung aus :)

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  • Vom harten Schicksal, ein chinesisches Mädchen zu sein

    Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe
    sursulapitschi

    sursulapitschi

    Xinran ist eine chinesische Journalistin, die in den 80er und 90er Jahren in Nanjing als Moderatorin eines Radiosenders arbeitete. Im Zuge diverser Recherchereisen hat sie zahlreiche Menschen verschiedenster Gesellschaftsschichten befragt. Sie hat auch schon mehrere Bücher geschrieben, die sich mit kritischen Themen zu Chinas Gesellschaft, Kultur, Traditionen und deren Auswirkungen beschäftigen. Inzwischen ist sie nach Amerika ausgewandert.In diesem Buch untersucht sie die Gründe, die chinesische Frauen dazu bewegen, ihre Kinder, hauptsächlich Mädchen, zur Adoption freizugeben. Seit 1993 wurden mehr als 120.000 chinesische Mädchen in 27 Länder der Welt adoptiert.Hier liest man wirklich Erschreckendes über das Schicksal unterschiedlichster Frauen. Zum Beispiel die Geschichte der Hebamme, die gezwungen war, massenweise weibliche Neugeborene „zu erledigen“. Das ist unglaublich, aber wohl gerade in ländlichen Gegenden Chinas eine gängige Praxis, wo sich die Landzuteilung an bäuerliche Familien nach der Anzahl ihrer Mitglieder richtet und Mädchen nicht mitgerechnet werden, weil sie nach der Heirat den elterlichen Hof verlassen. Land gibt es nur für Söhne. Außerdem schreibt die Tradition vor, dass man idealerweise einen erstgeborenen Sohn hat, der die Flamme am Schrein der Ahnen hütet, wenn sie erlischt, stirbt die Familie aus. Dazu muss das erste Kind ein Junge sein und wenn das nicht funktioniert, dann muss man eben nachhelfen. Es gilt das Gesicht zu wahren. Oberstes Gebot ist das Ansehen der Familie, zu dem Mädchen nichts beitragen können. Die Geburt einer Tochter ist für die meisten Familien in China eine Katastrophe. Deshalb werden Babys entweder direkt getötet oder ausgesetzt. Wenn sie Glück haben, landen sie in einem Waisenhaus und werden adoptiert. Dazu müssen sie allerdings die Zustände im Waisenhaus überleben, die auch haarsträubend sind, wie hier Bertreuerinnen berichten.Die 1979 eingeführte Ein-Kind-Regel verschärft die Situation noch einmal. Wenn man nur ein Kind haben darf, haben Mädchen gar keine Chance mehr. Selbst bei der aufgeklärteren städtischen Bevölkerung sind Söhne eher erwünscht. Es gibt tatsächlich sogenannte Zusatzkindpartisanen, die mehrere Kinder haben möchten und von Ort zu Ort ziehen, damit sie nicht gefasst werden. Oder es gibt Eltern, die so lange den Wohnort wechseln, bis sie einen Sohn bekommen haben. Die vorher geborenen Töchter werden dann am Bahnhof ausgesetzt.Solche Zustände sind eine Tragödie für die Kinder, aber auch für die Eltern, die die Umstände zu grauenhaften Taten zwingen, die sie ein Leben lang verfolgen. Xinran hat dieses Buch für ins Ausland adoptierte Chinesinnen geschrieben, damit sie besser verstehen können, woher sie kommen und warum ihre Mütter sie nicht haben wollten. Es ist ein erschütternder Bericht über ein Land, dass sich zwischen Politik, Reformen und Traditionen verfangen hat.

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  • Regenbogen-Bücher-Challenge 2016

    Regenbogentänzer
    BlueSunset

    BlueSunset

    Regenbogen-Bücher-Challenge 2016 Hallo liebe Lesebegeisterte! Euch ist die Buchwelt zu trist? Kein Problem, wir helfen euch! Lest zusammen mit uns einen Regenbogen, damit das Jahr 2016 bunt und fröhlich wird! Ihr wollt dem Regenbogen noch einen Topf voll Gold verpassen? Das ist eine Herausforderung, aber auch die kann gemeistert werden!Wie auch in den vergangenen Jahren findet die Regenbogen-Challenge hier auf Lovelybooks statt. Das Besondere an dieser Challenge ist, dass wir hier nicht nur Bücher mit bestimmten Farben lesen, sondern auch die Herausforderung suchen und zusätzliche Aufgaben bearbeiten. Neugierig? Es gibt keine Anmeldefrist und ihr könnt jederzeit einsteigen! Allerdings wird nur die aktuelle Monatsaufgabe bearbeitet. Ihr braucht euch nicht über das Bewerbungsformular hier anzumelden. Erstellt einfach einen Sammelbeitrag in dem zugehörigen Unterthema.  Die Regeln Jeden Monat steht eine andere Farbe im Zentrum. Lest ein Buch dessen Cover zu mehr als 2/3 aus dieser Farbe besteht. Es gibt zudem noch Jahresaufgaben: Für diese Aufgaben habt ihr das ganze Jahr Zeit. Diese Aufgaben können nur mit Büchern der Monatsfarbe gelöst werden. Pro Buch kann eine Jahresaufgabe bearbeitet werden. Jeder der 6 Aufgaben sollte EINMAL gelöst werden (mehrfach gibt keine Punkte).Dann gibt es auch noch die Herausforderung!Jeden Monat gibt es eine Herausforderung, die gelöst werden sollte. Die Aufgabe wird einen Monat vorher angekündigt, sodass ihr Zeit habt ein passendes Buch zu finden. Die Herausforderung kann nur im jeweiligen Monat erfüllt werden! Eine Besonderheit ist, dass ihr diese Aufgabe auch mit einem zusätzlichen Buch, das nicht der Monatsfarbe entspricht, lösen könnt. Bitte verlinkt in eurem Sammelbeitrag auch eure Rezension oder den Lesestatus (mit Kurzmeinung). Es besteht keine Rezensionspflicht, aber ich möchte gerne einen "Nachweis" sehen, dass ihr das Buch gelesen habt. Eine Kurzmeinung reicht da. Es dürfen alle Bücher gelesen werden: vom SuB, neu gekauft, ausgeliehen, eBook und auch Hörbücher. Allerdings sollten die Bücher eine Mindestlänge von 80 Seiten haben! Manga, Comic und Graphic Novels zählen nicht! Die Aufgaben Monatsfarben:Januar: SchwarzFebruar: BraunMärz: Gelb April: OrangeMai: RotJuni: Lila / Rosa / PinkJuli: BlauAugust: Metallic / Gold / Silbern / GlitzerSeptember: WeißOktober: TürkisNovember: GrünDezember: BuntJahresaufgaben (nur mit dem Buch der richtigen Farbe zu erfüllen! Und jeweils nur 1x)Lese ein Buch, ……des Genres Fantasy oder Historisch oder Krimi....des Genres Liebesroman oder Thriller oder Dystopie…von einem Debütautor…das verfilmt wurde…das weniger als 300 Seiten hat…das mehr als 500 Seiten hat.► Hinweis zu "Debütautor": Hierbei beziehen wir uns auf den Autor und nicht auf das Buch. Das heißt der Autor hat zu dem Zeitpunkt, wenn ihr das Buch lest, nur dieses eine Buch veröffentlicht. Es darf sich auch nicht um ein Pseudonym eines Autors handeln, der bereits Bücher veröffentlicht hat. Sollte ein weiteres Buch des Autor bereits angekündigt sein, so kann dieser trotzdem gezählt werden, solange ihr das Buch tatsächlich vor dem Erscheinungstermin seines zweiten Buches erscheint. ► Hinweis zu Verfilmungen: Es zählen alle Bücher, die bereits als Serie oder Film verfilmt wurden oder 2016 ausgestrahlt werden (also so wie z.B. "ein ganzes halbes Jahr", "Girl on the Train", "Die Bestimmung 3", ...) . Bitte das Erscheinungsdatum angeben!Hier werden nach und nach die Monatsaufgaben/Herausforderungen gepostet:Januar: Lese ein Buch mit einer Stadt oder einem Haus auf dem CoverFebruar: Lese ein Buch mit 4 oder mehr Wörtern im Titel. Untertitel zählen auch. März: Lese ein Buch mit Blumen oder Blüten auf dem Cover.April: Lese ein Buch, dessen Titel kursiv oder in GROßSCHRIFT ist. Mai: Lese ein Buch, dessen Handlung außerhalb Deutschlands, den USA und Großbritannien stattfindet.  Punkte Hast du ein Buch mit der Monatsfarbe gelesen? Ja =1 PunktHast du die Herausforderung erfüllt? Ja, mit dem gleichen Buch, wie die Farbe = 2 Punkte. Ja, aber ich habe ein anderes Buch dafür genommen = 1 PunktHast du eine Jahresaufgabe erfüllt? Ja = 1 Punkt(In manchen Monaten wird es möglich sein zusätzliche Punkte zu sammeln)Am Ende des Jahres wird ein/e Gewinner/in ermittelt.  Teilnehmer:  Neue Regel: Falls ihr in einem Monat die Aufgaben nicht geschafft habt, schreibt das bitte dazu. Sollte ich 2 Monate in Folge keine Änderung eures Beitrages sehen wird in dieser Liste >inaktiv< neben eurem Namen stehen und ich gucke nicht mehr in eure Listen. Solltet ihr trotzdem noch dabei sein, dann schreibt mir bitte eine PN und aktualisiert euren Beitrag. WICHTIG Ihr habt jeweils bis zum 3. des Folgemonats Zeit eure Bücher und Links einzutragen. Anschließend mache ich die Monatsauswertung und trage die Punkte in meine Tabelle ein. Alles was noch später eingetragen wird kann erst bei der nächsten Wertung berücksichtigt werden.  Wichtig bei der Rezension/Lesestatus (inkl. Kurzmeinung) ist mir, dass ich sehe, dass ihr das Buch wirklich gelesen habt, zusätzlich kann ich da sehen, wann das Buch gelesen wurde. Solltet ihr also einen Monat versäumt haben, eure Links einzutragen ist das nicht so wild, solange ich sehen kann, dass das Buch trotzdem im richtigen Monat gelesen wurde.  STAND: JuniAnendien ........................ 14 Annlu  .............................. 24 ban-aislingeach  ............. 18BlueSunset ....................  11BookW0nderland .......... 23Buchgespenst  ............... 21 _Buchliebhaberin_ ......... 12 {INAKTIV} christarira ......12 ChubbChubb  ................. 16Code-between-lines ...... 21 ConnyKathsBooks ......... 19 czytelniczka73 ................ 23 {INAKTIV}DasBuchmonster .....1dia78 ............................... 11 fairybooks ...................... 11 Igela ................................ 16 {INAKTIV}janaka ..............7jenvo82 ........................... 17JuliB ................................. 21LadySamira091062 ....... 16Lesebiene27 ................... 15 Lisa11 .............................. 21{INAKTIV} littlebanshee ... 4Luzi92 .............................. 22louella2209 ..................... 21mabuerele ...................... 15{INAKTIV} MalinaIda ........8mareike91 ....................... 18marpije ............................ 23MissSnorkfraeulein ....... 17Mrs_Nanny_Ogg ............. 17PMelittaM ........................ 20QueenSize ........................ 21rainbowly ......................... 16Sansol ............................... 22schafswolke ..................... 17{INAKTIV} sternblut ..........11SomeBody ....................... 17suggar .............................. 16sursulapitschi ................. 18Tatsu ................................ 11Thalathiel ......................... 13Vucha ................................ 22Wolly ................................. 12

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    • 1392
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Geschichten von Liebe und Verlust

    Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe
    ConnyKathsBooks

    ConnyKathsBooks

    09. March 2016 um 11:19

    "Die Mütter von Mädchen haben alle ein gebrochenes Herz." (Zitat S. 53) In ihrem Buch "Wolkentöchter" erzählt die Radiojournalistin Xinran 10 bewegende und auch sehr erschreckende Geschichten von chinesischen Frauen, die ihre Töchter verloren; sei es durch Adoption, durch Aussetzen oder durch eigenhändige Tötung. Die Autorin bereiste dafür ganz China und interviewte Mütter verschiedenster Herkunft. Durch Zufallsbegegnungen entsteht dabei ein sehr ehrliches Porträt des entbehrungsreichen Lebens und Leidens dieser Mütter. Denn in China gilt, dass eine gute Frau unbedingt einen Sohn gebären sollte, ansonsten ist man nichts wert. Daher ist auch die Selbstmordrate von Frauen in China am höchsten. Weibliche Babys werden meist abgelehnt, besonders in ländlichen Gebieten, wo diese oft gleich nach der Geburt getötet werden. Erschwerend dabei wirken nicht nur alte Traditionen und Tabus, sondern auch ungerechte Landverteilungsgesetze und vor allem die 1979 beschlossene chinesische Ein-Kind-Politik. Da ist zum Beispiel Kumei, die als Tellerwäscherin in einem Restaurant arbeitet und sich mehrmals versucht selbst umzubringen, weil Geburtstagsfeiern sie an ihre eigenen Töchter erinnern, die sie kurz nach der Geburt ertränken musste. Kumei kann einfach nicht verstehen, warum ihre Mädchen nicht leben durften. Oder ein Vater, der schon seine vierte Tochter aussetzt, weil er unbedingt noch einen Sohn haben möchte; die Ein-Kind-Politik aber mehrere Kinder nicht erlaubt. Selbst die Autorin Xinran erfährt die ganze Härte der chinesischen Bevölkerungsrevolution, denn sie darf ihr kleines Pflegekind Kleiner Schnee nicht behalten und muss es ins Waisenhaus abgeben, wo es später von Unbekannten adoptiert wird. Bis heute hat sie die geliebte Pflegetochter nicht wiedergefunden. Insgesamt wurden seit 1993 wurden mehr als 120.000 chinesische Mädchen in 27 Länder der Welt adoptiert. Daher hat Xinran 2004 eine Stiftung ins Leben gerufen, die Mother's Bridge of Love, als eine Brücke zwischen China und den überall verstreuten chinesischen Töchtern und ihren Adoptionsfamilien. Kontaktinfos und weitere interessante Hintergründe zu den Adoptionsgesetzen, der Landverteilung und der Bevölkerungsrevolution finden sich am Schluss. "Wolkentöchter" ist ein sehr berührendes und langes nachklingendes Buch, welches eine Welt beschreibt, die man sich als westlich aufgeklärter Mensch nicht vorstellen kann. Gut, dass die chinesische Regierung die Ein-Kind-Politik 2015 endlich aufhob; ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung für alle Familien und besonders für Frauen. Doch es wird sicher noch sehr lange dauern, bis weibliche Nachkommen wirklich überall in China geschätzt und anerkannt werden.

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  • Warum hat meine Mutter mich nicht gewollt?

    Wolkentöchter von Xinran (2. November 2011) Gebundene Ausgabe
    parden

    parden

    WARUM HAT MEINE MUTTER MICH NICHT GEWOLLT? Warum hat meine Mutter mich nicht gewollt? Diese Frage stellen in China vor allem Mädchen, denn sie werden häufig von ihren Müttern verlassen. Nicht freiwillig, wie die zehn bewegenden Geschichten, die Xinran zusammengetragen hat, beweisen: Alle erzählen von dem schmerzlichen Verlust der eigenen Tochter. Keiner, der diese Geschichten liest, wird sie je vergessen. Chinesische Frauen wünschten sich nur zwei Dinge: in diesem Leben keine Töchter zu gebären und im nächsten Leben nicht als Frau wiedergeboren zu werden. Einen atemberaubenden Aufschwung hat die Volksrepublik China hinter sich. Das Land gehört mittlerweile zu den wirtschaftlich einflussreichsten der Welt. Doch wie sieht es hinter der Fassade aus? Da verbergen sich nach wie vor alte Werte... Besonders auf dem Land ist das Familienleben noch von diesen alten Vorstellungen geprägt. Dieses Buch vermittelt eine Ahnung vom schier grenzenlosen Leid, das die 1979/80 verordnete Ein-Kind-Politik, aber auch uralte Denkmuster und sexuelle Unaufgeklärtheit über chinesische Kinder und ihre Eltern gebracht haben. "Ihr Leute in der Stadt, ihr bekommt Essen vom Staat. Hier bei uns richten sich die Getreiderationen danach, wie viele Köpfe eine Familie hat. Mädchen zählen nicht. Die zuständigen Beamten geben uns kein zusätzliches Land, wenn ein Mädchen geboren wird und so knapp, wie das Ackerland ist, würden die Mädchen sowieso verhungern." Dies ist kein Buch, das man mal einfach so runterliest. Nicht nur weil es eher eine Dokumentation ist und damit nicht unter die übliche Belletristik fällt. Sondern vor allem, weil der Inhalt erst einmal verkraftet sein will - und zwar Stück für Stück. So manches Mal musste ich beim Lesen nicht nur kräftig schlucken, sondern konnte dann einfach nicht mehr weiterlesen - trotz des eher sachlichen Stils, den die Autorin hier gewählt hat. Un-vor-stell-bar, was man hier zu lesen bekommt - und doch millionenfacher Alltag chinesischer Mädchen und Frauen, auch heute noch. Jede Frau, die ein Kind geboren hat, musste Schmerzen erleiden, aber die Mütter von Mädchen haben alle ein gebrochenes Herz. Xinran, 1958 in Beijing geboren, arbeitete jahrelang als Radiojournalistin. Ihre Sendung "Words on the Night Breeze" war in ganz China bekannt und berühmt. In dieser riefen Mütter an, die ihre traurigen und ergreifenden Schicksale schilderten. Xinran interviewte außerdem auf ihren Reisen durch China viele Frauen und Mädchen und erzählt uns in ihrem Buch von deren Geschichten. Schon in ihrer Kindheit hatte sie die Erwachsenen sagen hören, dass das erste Enkelkind, so es ein Mädchen war, nicht überleben durfte. Falls doch, zerstöre es die Wurzeln der Familie. Das erste überlebende Baby musste ein Junge sein. Zehn Geschichten präsentiert Xinan in diesem Buch, schildert wie es zu den Begegnungen kam und wie bewegt und fassungslos sie selbst oftmals war bei dem, was sie da zu hören bekam. Als ihr immer deutlicher wurde, dass ein rigides politisches System, erlernte Traditionen und Werte die Menschlichkeit und den natürlichen Mutterinstinkt offensichtlich zu unterdrücken vermögen - aber um welchen Preis? China war laut einem Bericht der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2002 war das Land mit der höchsten Selbstmordrate bei Frauen. Der gemeinsame Tenor der Geschichten: Mädchen und Frauen sind nichts wert... "Machen sie sich keine Sorgen darüber, was den Mädchen alles passieren könnte?" - "Was nützt es, sich Sorgen zu machen? Wenn sie Glück haben, überleben sie. Wenn nicht... Mädchen sind dazu geboren zu leiden. Es ist furchtbar, dass sie keine Jungen sind." Und die Bevölkerung Chinas hat viele Wege gefunden, um mit dem Problem umzugehen, wenn ein Mädchen geboren wird. Vielerorts, gerade im ländlichen Bereich, überleben die Kleinen die Geburt nur um Minuten - werden mit der Nabelschnur erdrosselt, unter Wasser getaucht oder lebendig in den Toiletteneimer gesteckt, sich selbst überlassen. ...und bis dahin hatte ich nicht gewusst, dass ein zweitausend Jahre altes Landverteilungssystem in chinesischen Dörfern noch im ausgehenden 20. Jhd. angewendet wurde. Und ich wusste erst recht nicht, dass so viele neugeborene Mädchen aufgrund dieses Systems ihr Recht auf Leben verloren hatten. Andere setzen die weiblichen Säuglinge einfach aus, hoffen, dass sie gefunden und gut versorgt werden. Tausendfach trifft man quer durch China auf 'Zusatzkind-Partisanen' - Paare, die auf dem Land das Weite suchen und oftmals mit dem Zug, falls sie es sich leisten können, durch China fahren oder gar ins Ausland reisen, damit die Frau fernab von ihrem eingetragenen Wohnsitz schwanger werden und gebären kann. Xinran traf auf einer Zugfahrt auf eine kleine Familie mit einem kleinen Mädchen, die Mutter erneut hochschwanger. Während der Fahrt setzten sie das Mädchen neben dem Stand eines Imbissverkäufers aus und hofften, dass der es zukünftig gut versorgen würde. Xinran erfuhr, dass die Familie bereits seit 7 1/2 Jahren mit dem Zug durch China reiste, dabei bereits vier Töchter geboren und ausgesetzt hat und erst wieder nach Hause zurückkehren würde, wenn endlich der ersehnte Sohn geboren wurde. Unterwegs trifft man viele Leute wie unsereins. Da lernt man schnell alle Kniffe und Tricks. Und an den Strommasten neben den Gleisen hängen Listen mit Leuten, die bereit sind, Babys auf die Welt zu holen und Abtreibungen zu machen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts etablierten westliche Missionare die ersten Waisenhäuser - doch waren diese bis in die 90er Jahre von der Gesellschaft vergessene Einrichtungen. Für die Offiziellen galten Waisenhäuser als nationale Schande, für die Bevölkerung waren sie Müllhalden. Erst mit der Änderung des Adoptionsgesetzes und der zunehmenden Anzahl ausländischer Adoptionen änderte sich dieser Zustand ein wenig. Allerdings nur hinsichtlich der materiellen Ausstattung, keineswegs hinsichtlich eines adäquaten Umgangs mit den Kindern - fast ausschließlich Mädchen. Hier steht allein der wirtschaftliche Faktor im Vordergrund. Unser Krankenhaus ist verpflichtet, in Übereinstimmung mit der staatlichen Ein-Kind-Politik zu arbeiten... Letztlich mussten wir dafür sorgen, dass hier keine Babys mehr ausgesetzt werden. Xinran legt plausibel dar, dass die staatliche Ein-Kind-Politik sicher noch einmal zu einer Verschärfung der Situation für Mädchen und Frauen geführt hat - dass aber die alten Traditionen und Werte gerade in der ländlichen Bevölkerung noch einen viel größeren Anteil daran hat, wie mit Mädchen umgegangen wird. Für diese Menschen ist es unabdingbar, dass das Erstgeborene ein Junge ist - mag es auch noch so viele Mädchenleben kosten. Gerade auf dem Land wird die Ein-Kind-Vorgabe oftmals nicht eingehalten - nach dem Jungen darf also auch ein Mädchen überleben. Die Kontrollmöglichkeiten der Umsetzung der staatlichen Vorgabe sind in der Stadt viel eher gegeben. Ich möchte sie in die Arme schließen. Ich möchte, dass die kleine Xinxin, die ich in Erinnerung habe, zu einer erwachsenen Tochter wird... Viele der ungewollten Mädchen sind in den vergangenen Jahren von ausländischen Familien adoptiert worden. Und doch bleibt da die Suche, die Sehnsucht nach den Wurzeln. Die von Xinran gegründete Stiftung 'The Mothers' Bridge of Love' hat sich zum Ziel gesetzt, Adoptivfamilien zu hlefen, mehr über das Leben der leiblichen Mütter, über chinesische Geschichte und Kultur zu erfahren. Aber es ist kaum möglich, etwas über die leiblichen Mütter zu erfahren: zu viel geschieht heimlich, im Verborgenen, anonym. Und doch hat Xinran von den Müttern, die bereit waren, über ihre Geschichte zu reden, erfahren, wie sehr sie dauerhaft unter der Trennung leiden, die Ungewissheit über das Schicksal ihres Kindes kaum ertragend. Für mich ein überaus interessantes Buch, das mir einen kleinen Einblick in die Traditionen und Denkmuster der chinesischen Bevölkerung gab, etwas das wohl nur einem Menschen gelingen kann, der selbst aus diesem Land stammt. Es war berührend und bewegend, hat wütend gemacht, aber auch Verständnis geweckt. Ein Buch, das nachhallt und nicht mit dem Zuschlagen der letzten Seite aus den Gedanken verschwindet. Gerade wenn man einmal über den Tellerrand hinausschaut, wird deutlich, wieviel Glück man als Frau letztlich hatte, in dieser westlichen Kultur aufzuwachsen. © Parden

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