Zeitdiagnosen im Roman der Gegenwart.

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Inhaltsangabe zu „Zeitdiagnosen im Roman der Gegenwart.“ von

Das Anliegen dieser Untersuchung besteht in einer ersten Annäherung an eine neue, globale Tendenz in der Gegenwartsliteratur, die seit den späten achtziger bzw. den frühen neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Erscheinung tritt. Paradigmatisch für diese Tendenz sind mit Bret Easton Ellis’ American Psycho (1991) und Michel Houellebecqs Elementarteilchen (1998) zunächst die Romane zweier, nicht aus dem deutschsprachigen Raum stammender Autoren. Doch ist die Moderne ja von Anfang an durch internationalen Austausch geprägt. Entsprechend soll die durch Ellis und Houellebecq repräsentierte Strömung als das untersucht werden, was sie ist: Nämlich als eine internationale Bewegung, für die sich bislang insbesondere im amerikanischen bzw. im angelsächsischen, im französischen und im deutschen Sprachraum Belege finden lassen. Von Seiten der Literaturwissenschaft kommt dieser Strömung noch wenig Beachtung zu, sieht man von Moritz Baßlers Untersuchung zum neuen deutschen Pop-Roman einmal ab. Im Feuilleton ist diese Strömung vor allem im Zusammenhang mit Ellis und Houellebecq bereits heftig diskutiert worden. Das scheint insbesondere dem starken Medienbewusstsein der Autoren zu liegen, das in den Medien wiederum auf ein entsprechend großes Echo stößt. Dieses Medienbewusstsein stellt in der Tat eine Parallele zu Baßlers popliterarischem Konzept dar. Dennoch möchte ich mich von Baßler schon insofern deutlich distanzieren, als dass er nicht eigentlich jene Tendenz im Visier hat, die Gegenstand meiner Arbeit ist. Er scheint sich, ungeachtet des Heranziehens teilweise derselben Beispiele, mit etwas anderem zu beschäftigen. Meine These ist, dass Baßlers Pop-Literatur-Konzept die Strömung, deren Galionsfiguren Ellis und Houellebecq sind, nicht hinreichend beschreibt. Es scheint, als habe er eine Begrifflichkeit zur Bezeichnung einer literarischen Bewegung der sechziger Jahre zur Emphase eines Literaturtrends der neunziger Jahre herhalten müssen. Neben der starken Medienaffinität kann als eines der wichtigsten Merkmale dieser neuen Strömung die Beschäftigung mit Gewalt, sexuellen Extremen, Dekadenz, Kommerz, Marken und Massenkultur gelten, an der James Annesley das Konzept der Blank Fictions festmacht. In den durch Annesley herausgestellten Merkmalen spiegelt sich allerdings nur ein Teil dessen, was diese neue Tendenz offensichtlich ausmacht. Sie scheint über ihren Realismus und die genannten thematischen Schwerpunkte hinaus, wesentlich gekennzeichnet durch ihre Gegenwartsfixierung, ihren Post-Nihilismus sowie durch das Anknüpfen an aktuelle Diskurse. Annesley hat die neue Tendenz innerhalb der US-amerikanischen Literatur sehr genau beschrieben. Eine Untersuchung, die sich darüber hinausgehend mit einem Niederschlag dieser neuen Strömung auf die europäische und somit auch auf die deutschsprachige Literatur beschäftigt, steht noch aus. Daher habe ich mich ausgehend von den für die neue Tendenz zentralen Arbeiten Ellis’ und Houellebecqs auch damit beschäftigt, wie diese Literatur im deutschsprachigen Raum bisher in Erscheinung tritt. Meines Erachtens, ist dies insbesondere bei Christian Kracht (Faserland, 1995), Else Buschheuer (Ruf! Mich! An!, 2000), Sibylle Berg (Ende gut, 2004) und Juli Zeh (Spieltrieb, 2004) der Fall. Leitfossil der öffentlichen Debatte ist neben Bret Easton Ellis vor allem Michel Houellebecq. Sein Roman Elementarteilchen ist zugleich wichtigstes Beispiel zur Charakterisierung der Tendenz. In ihm finden sich deren typische Merkmale, allerdings bereits in veränderter Form. Anders als im Fall von American Psycho hat es, meines Erachtens, in Deutschland einen wirklichen Skandal um die Elementarteilchen nie gegeben. Das auf offene Provokation zielende Konzept polarisierte zwar die Rezeptionsseite, doch fielen die Kritiken überwiegend positiv aus. Im Unterschied zu Ellis, der auf den öffentlichen Skandal um American Psycho nicht vorbereitet gewesen ist, deutet einiges darauf hin, dass Houellebecq seine den Zusammenhang zwischen Verlagswesen und Feuilleton betreffenden Kenntnisse bewusst eingesetzt hat, um die Aufmerksamkeit auf die Elementarteilchen zu lenken.

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