1966> Football World Championship <8 , Dieter Buchspiess Fussball-Weltmeisterschaft England 1966

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Inhaltsangabe zu „Fussball-Weltmeisterschaft England 1966“ von 1966> Football World Championship <8

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    Fussball-Weltmeisterschaft England 1966
    BRB-Jörg

    BRB-Jörg

    04. December 2009 um 11:48

    In den 80er Jahren, als ich ein kleiner Junge war, kam ich mit dem Fußball in Berührung. In meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel gab es kaum ein anderes Thema, seit unsere BSG Stahl in der DDR-Oberliga spielte und 1986 sogar am UEFA-Cup teilnahm. Oftmals ging ich mit meinem Opa hin. Auch bei ihm zu Hause war ich gern - nicht zuletzt wegen der zahlreichen Bücher über vergangene Fußballgroßereignisse. Am meisten fasziniert hat mich meist ein Buch von der WM 1966, noch im selben Jahr im Sportverlag Berlin der DDR erschienen. Von dieser WM sprach mein Opa oft. Und ich erlebte sie anhand des Buches mit. Jedes Mal, wenn ich bei ihm war, durfte ich darin lesen. Nur nach Hause mitnehmen durfte ich es nie. So dauerte die WM 1966 für mich bestimmt zwei Jahre. Das Internet gab es damals noch nicht, und so freute ich mich immer besonders auf die nächste Familienfeier, um endlich herauszufinden, wie weit es die Nordkoreaner oder die Portugiesen um Eusebio schaffen sollten. Und am Ende des Lesens war ich ganz stolzer DDR-Bürger, weil ich erfreut miterleben durfte, wie Westdeutschland (so wurde die Mannschaft in dem Buch tatsächlich genannt) gegen England verdient verlor. Das Ergebnis freilich wusste ich schon, denn die Weltmeister bzw. Endspiele konnte man ja schon damals überall nachlesen, mehr aber auch nicht. / 2004 ist mein Opa gestorben. Beim letzten Besuch in seiner Wohnung hatte ich ein beklemmendes Gefühl, erstmals wusste ich, was mit dem Wort "Leichenfledderei" gemeint war. Seine Besitztümer unter vier Brüdern und meinem Vater aufzuteilen, fiel mir schwer, nur zwei Sachen wollte ich unbedingt haben: Die Bücher von der WM 1966 und 1978. Wenn ich heute in den grünen Schmöker aus dem Jahr 1966 schaue, dann tue ich das selten ohne Wehmut, zumal mein Opa die Eigenschaft hatte, in jedes Buch zwei oder drei Mal seinen Adress-Stempel zu hinterlassen und ich so jedes Mal an ihn erinnert werde. Vom Emotionalen mal abgesehen, lese ich Berichte und sehe Fotos (Natürlich ausschließlich in Schwarz-Weiß) aus einer vollkommen anderen Zeit. Als Fußball noch ein gesellschaftliches Ereignis war, das Familien vor den Fernsehern zusammen führte, und das noch nicht von Geld und Einschaltqouten getrieben war. Die Berichte sind in einem teils hölzernen, aber stets auch sehr warmen und sehr detaillgetreuen Stil geschrieben. Damals war es schließlich noch die Aufgabe von Journalisten, das Geschehen auf dem Platz möglichst bildhaft zu beschreiben, denn längst nicht jeder hatte bereits einen Fernseher und die Bilder schon in dutzendfachen Wiederholungen gesehen. Ebenso sind die Berichte auf der einen Seite sehr sachlich und unspektakulär, auf der anderen Seite aber auch teilweise unterschwellig tendenziös gegen den Klassenfeind verfasst. Und auch das Wembley-Tor wird in lediglich fünf Zeilen thematisiert: Es gab eben zunächst Zweifel, dann eine kurze Diskussion zwischen Schieds- und Linienrichter, und schließlich wurde auf Tor entschieden, mehr nicht. Alles in allem also ein Buch, das heute so überhaupt nicht mehr möglich wäre. Das für mich aber eine Hommage an ein ohne Zweifel bedeutsames Turnier ist, und noch mehr eine Erinnerung an meinen Großvater.

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