A. A. Reichelt Die Zeitreisen des Bartholomeus von Bennigsbach

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Inhaltsangabe zu „Die Zeitreisen des Bartholomeus von Bennigsbach“ von A. A. Reichelt

Vierzehn Jahre hatte es gedauert. Im Juni 1841 hatte er den Salon von Schloss Bennigsbach einer neuen Bestimmung übergeben. Vierzehn Jahre voller Öl, Fett, Stahl und Rost. Vierzehn lange Jahre des Schraubens und Justierens, des Versuchens und des Scheiterns. Doch nun lag sie vor ihm, die erste Zeitreise eines Menschen. Er würde bei den wichtigsten Ereignissen der Weltgeschichte zugegen sein können. Die Gefahr, dabei sein Leben zu verlieren, hatte er jedoch nicht kalkuliert ...

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  • Rezension: "Die Zeitreisen des Bartholomäus von Bennigsbach" von Andreas A. Reichelt

    Die Zeitreisen des Bartholomeus von Bennigsbach
    MatthiasSD

    MatthiasSD

    15. June 2017 um 21:31

    »Wie wird das Wetter morgen?« »Ach, ich würd`s am liebsten rückgängig machen!« Seit Menschengedenken ist es der Wunsch, so ein bisschen am Rad der Zeit drehen zu können. Dem Fliegen stellten sich lediglich die Gesetze der Schwerkraft und Aerodynamik entgegen. Verglichen damit erreichen die Hindernisse, die sich dem zweiten großen Traum, den Zeitreisen, entgegenstellen, geradezu schwindelerregende Höhen. Immerhin, im Geiste sind diese mühelos überwindbar und in der Literatur auch vielfach bereits bezwungen worden. Man denke nur an die Väter des seinerzeit misstrauisch beäugten neuen Genres Science Fiction vom Schlage eines Jules Verne oder H. G. Wells. Sie erkannten das erzählerische Potenzial, würde man Protagonisten unbegrenzten auf der Zeitleiste agieren lassen können. Das beflügelte ihre Fantasie. Heraus kamen noch heute gern gelesene Klassiker. Reisen in die Vergangenheit bringen uns schnell an logische Grenzen, aus deren Überschreitung sich jedoch kreative Funken schlagen lassen. Ist man als Zeitreisender nur Beobachter oder auch Teilnehmer? Kann man sich selbst begegnen? Und wie wirkt sich eine unvermeidliche Einflussnahme aus? Fragen, die weit ins Philosophische ausgreifen. Doch nun hat es wieder einer gewagt. Allein mit Hilfe von Stahl, Rost und Dampf umgeht der adlige Tüftler Bartholomeus von Bennigsbach die Probleme von Multiversen und Informationsparadoxien. Allerdings, so gibt der Klappentext von Andreas A. Reichelts jüngster Erzählung zu, nach 14 langen Jahren harter Arbeit, nach Jahren des Schraubens und Justierens, des Versuchens und des Scheiterns. Herausgekommen ist eine Zeitmaschine, die morphologisch einer Schnecke gleicht. Bestens ausgestattet ist die Figur, sie besitzt sogar einen ebenfalls dampfbetriebenen Universalübersetzer hinter dem Ohr, und wagt den kleinen Schritt in seine Zeitmaschine, der aber einen Riesenschritt für die Menschheit bedeutet. Bennigsbach, Schloss- und Hirnbesitzer, legt Wert auf ein distinguiertes, gepflegtes Erscheinungsbild. Er begibt sich in dem Bändchen zweimal in die Vergangenheit. Zunächst ins Jahr 1613, um sich im Londoner Globe Theater die Aufführung des Shakespeare-Stückes »Heinrich VIII« anzusehen. Ob es zu einem Rencontre mit dem Dichterfürsten kommen wird, soll an dieser Stelle ebenso wenig verraten werden, wie der Ausgang mit den in flagranti angetroffenen Brandstiftern. In der zweiten Geschichte geht es ins 7. vorchristliche Jahrhundert. Angeregt durch die Aufführung von Robert Schumanns Vertonung des Heine’schen Gedichtes »Belsazar« begibt sich Bennigsbach unmittelbar an den Vorabend einer Zeitenwende, in den königlichen Prunksaal von Babylon. Belsazar feiert ein rauschendes Fest. Er weiß die feindlichen Truppen der Meder und Perser vor der Stadt, vertraut aber auf die eigene Uneinnehmbarkeit. Im weinseligen Übermut macht der selbstgefällige Herrscher den entscheidenden Fehler: er lästert den Gott der Gefangenen Juden Jehova. Was Bennigsbach schon im Konzert hörte, kann er nun mit eigenen Augen beobachten. Die Flammenschrift an der Wand, die Ratlosigkeit der Magier, die das Menetekel jedoch nicht zu lesen verstehen. Bis der alte Prophet Daniel erscheint und die Deutung kundtut. Reichelt ist mit den »Steam Snail’s Tailes« ein durchaus überzeugender Ausflug in den Steampunk gelungen. Mit seiner leichten und lockeren Schreibe versucht er behutsam, sein jüngeres Publikum an ein literarisches Niveau heranzuführen. Wie schrieb Loriot noch einst in seiner Buchkritik: »[...] bei aller Offenheit zeigt das Werk eine ungewöhnliche Reinheit der Sprache, und man sollte nicht zögern, es der heranreifenden Jugend in die Hände zu legen [...]«. Dem möchte ich mich uneingeschränkt anschließen. Matthias Schneider-Dominco

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