A. F. Th. van der Heijden Das Biest

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Inhaltsangabe zu „Das Biest“ von A. F. Th. van der Heijden

Knallgelb ist das Staubtuch, das Tante Tiny stets mit sich führt, um es bei Bedarf blitzschnell und ungeniert zu zücken – gern auch, wenn sie bei anderen zu Gast ist. Tientje Putz nennt man sie in der Familie, vorsichtshalber jedoch nur hinter ihrem Rücken. Denn so weich ihr Staubtuch ist, so scharf und verletzend kann ihre Zunge sein, mit der sie über Leichen geht. Ihr Neffe Albert Egberts – den wir aus van der Heijdens schon fast sagenhaftem Zyklus Die zahnlose Zeit kennen – verfolgt das Treiben seiner jungen, attraktiven Tante aus nächster Nähe, befremdet und gleichzeitig fasziniert. Es dauert Jahre, bis er entdeckt, was sie ein Leben lang antreibt, was in stillschweigender familiärer Übereinkunft geheim gehalten wird. Das Biest ist ein grandioses Frauenporträt, von Adri van der Heijden, dem »Saft- und Kraftgenie« (Tagesspiegel) der zeitgenössischen niederländischen Literatur, gezeichnet bis in die feinsten Verästelungen, liebevoll, beklemmend und absolut komisch.

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  • Bösartig und bissig mit Grund

    Das Biest
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    14. October 2016 um 14:25

    Bösartig und bissig mit GrundTante Tientje, mit dem (wenig freundlich gemeinten) Beinamen „Putz“ ist gegenüber ihrem Umfeld eine bissige, bösartige, zumindest aber harte Frau.Mit Grund, wie sich langsam herausstellen wird, wenn ihr Neffe, Albert Egberts, die Geschichte aus seiner Sicht erzählt.Ein Lebensweg, auf dem, auch das nach längerem Anlauf, mehreren Bemühungen und nicht in dauerhaft sonderlich harmonischer Weise, ein Ehemann an Tientjes Seite trat. Die Eltern „den Daumen draufhielten“ und schon früh bei der jungen Tientje erkennbar war, dass diese weder klein beigeben würde noch je bereit gewesen wäre, „den Blick zu senken“.Zudem belastet mit einem ominösen Brief eines Krankenhauses mit dem Ergebnis einer besonderen Untersuchung, der auch so manch „Happy End“ verhindern wird.Eine Geschichte, auf der eine „Mordexpedition zur Hundepension“ Bedeutung haben wird. Auf diesem „langen, ausholenden entlang den Stationen der Rache“. Auf dem der Vater gedemütigt, die Mutter „in den Tod getrieben“ und auch die Schwester keinesfalls verschont bleiben wird.Ein Weg, der sich phasenweise überaus intensiv liest, auf dem der Leser mit Staunen diesen tiefsitzenden Zorn und die unerbittlichen Handlungen der Tientje verfolgt.Wobei, bedauerlicherweise, auch wenn die genauen Umstände und „Täter“ länger nicht klar sind, schon früh zu ahnen ist, was denn dieser „Vorfall“ im Leben der Familie und vor allem im Leben Tietjes sein könnte.Dennoch gelingt es van der Heijden fast spielerisch, auch wenn diese konkrete Spannung nicht allzu lange trägt, die Enge des Lebens in den kleinen Häusern in Holland, die verschiedenen und teils verschrobenen Beziehungen, dieses „sich nicht ausweichen können“ (und irgendwann auch nicht mehr wollen), präzise und nachfühlbar in Worte zu bannen.Eine enge Atmosphäre, in der viele der Handlungen auch symbolischen Charakter in sich tragen. Wenn die parkinsongeschüttelte Schwester dennoch mit einem nassen Taschentuch wieder und wieder geschlagen wird, das ist wie das Austreiben von Dämonen, das Wegschlagen von all dem, wofür die Schwester nicht unbedingt „was kann“, an dem sie aber dennoch beteiligt war. Vor allem später, was den Ehemann Tietjes angehen wird, Koos.Wobei Albert wohl (und fast) der einzige Mensch ist, der seine Tante von ganz anderen Seiten kennengelernt hat (bei den „Fortsetzungsgeschichten aus Neuguinea“) und den gesamten Weg am Ende vor sich liegen sieht, denn Tietje gegangen ist. Und der ihre Neigung zum „Putztuch“ überaus deutlich erklärt. Denn „um sich herum zu säubern“, das war zwischenmenschlich lange Zeit Tietjes Lebenselexir und blieb es dann ganz einfach im wörtlichen Sinne.Sprachlich anregend, atmosphärisch treffend, aber auch in einigem sehr vorhersehbar, bietet sich im gesamten und muntere, misanthropische Lektüre eines Weges mit am Ende sehr verständlicher „Bösartigkeit“.

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