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Mysterylama

vor 1 Jahr

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Zac und Mia lernen sich im Krankenhaus kennen - als Zimmernachbarn, getrennt durch eine sechs Zentimeter dicke Wand, die nicht wirklich Platz für Privatsphäre lässt, sodass sich die beiden ziemlich konträren Charaktere schnell beginnen, kennenzulernen; durch Zettel, Klopfzeichen, Missverständnisse und Lady Gaga. Schon bald ist Zac der einzige, der Mia noch Halt geben kann - vor allem dann, als zwischen ihnen nicht mehr die sechs Zentimeterdicke Wand ist, sondern das Leben und all seine Rückschläge und Widrigkeiten.

Zac selbst ist ein ruhiger, positiver Charakter mit einer Vorliebe für Zahlen, die einen durch das ganze Buch hindurch begleitet. Er hat ein sehr liebevolles Verhältnis zu seiner warmherzigen und sympathischen Familie, außerdem ist er sehr stark, lässt sich nicht unterkriegen.

Mia hingegen ist eine zornige junge Frau, die nichts außer ihren Frust und ihre Wut so richtig an sich heranlässt. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist angespannt, ihren alten Freunden verrät sie nichts von ihrer Erkrankung. Sie ist ziemlich verbittert und rennt weg. Vor allem. In der widersinnigen Hoffnung, dass wenn sie nur weit genug wegrennt, sie auch alles endlich zurücklassen kann. 

Die Geschichte ist in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen jeweils aus der Perspektive von Zac und aus der von Mia geschrieben, was gut war, da die beiden sehr unterschiedliche Arten der Wahrnehmung und des Denkens haben und ihre Kommunikation dadurch häufig nicht ganz glatt läuft.

Die Chemie zwischen den beiden merkt man ganz deutlich, wobei Zac mir an einigen Stellen schon fast zu gut vorkam; Mia verhält sich ihm gegenüber wirklich häufig ziemlich unausstehlich und es ist nicht immer ganz nachvollziehbar, dass er trotzdem so viel für sie tut und ihr nie Gegenwind gibt. 

Das ist auch etwas, was mich stört; Zac bleibt einen Großteil des Buches für meinen Geschmack viel zu glatt, zu fest in den Bahnen des freundlichen, emphatischen Jungens verankert. Ich mag es, wenn Charaktere Ecken und Kanten haben, und die haben mir bei ihm an manchen Stellen leider gefehlt.

Auch Mia bleibt die meiste Zeit in dieser vorgegebenen Spur - bissig, kratzbürstig, verbittert. Sie badet in ihrem Selbstmitleid, bis sie fast daran ertrinkt. 

Dadurch, dass die Charaktere so stereotyp waren, konnte man sich nicht zu 100% mit ihnen identifizieren, sie blieben eben leider immer etwas blass, da war immer noch eine Distanz, die einen daran erinnert hat, dass Zac und Mia fiktive Charaktere sind. 

Zum Ende des Buches kommt dann bei beiden Charakteren eine Art Umschwung, dieser erschien mir allerdings nicht ganz glaubhaft, vor allem bei Mia - hier fehlte mir einfach ein Ereignis, was das ganze rechtfertigte. Bei Zac hätte ich zum Ende hin einfach gerne mehr aus seiner Perspektive gelesen, um auch noch einmal einen Einblick in seine Gedanken zu bekommen. 

Das Ende an sich kam mir dann viel zu plötzlich und früh - ich hätte gerne gewusst, wie es weiter geht oder das ganze zumindest etwas länger gehabt, damit es sich runder und abschlossen anfühlt und man das Buch nicht mit dem Gedanken "Wie jetzt, das war`s?" aus der Hand legt und kontrolliert, ob irgendein Spaßvogel die letzten Seiten rausgerissen hat (hat er nicht). 

Der Roman ist ganz sicher nicht schlecht - er ist gut und fesselnd geschrieben. Gerade die Stimmung hat mir häufig gut gefallen und auch Zacs Familie ist mir sehr ans Herz gewachsen. 

Aber mir hat eben immer das gewisse Etwas gefehlt, etwas Lebendiges, Echtes. Es war mir letzten Endes dann für die Thematik eben doch zu kurzweilig. Natürlich geht einem das Buch ans Herz und fesselt einen - aber von diesen Momenten, bei denen einem dann die Tränen in die Augen steigen, hätte ich mir gerne mehr gewünscht. 

Abschließend lässt sich sagen, dass es in diesem Genre meiner Meinung nach bessere Bücher gibt, "Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe" aber durchaus lesenswert ist.

Autor: A. J. Betts
Buch: Die Unwahrscheinlichkeit von Liebe
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