Sind es die Bilder oder die Bilder im Kopf, die einen mehr berühren? Wahrlich kann ein Bild mehr als tausend Worte sagen und doch, ohne Zusammenhang und in einer schieren Reizüberflutung können Bilder einen Film hinterlassen, der die Grausamkeit des Krieges verschleiert. Zudem ist es nicht ungewohnt, dass man bei täglicher Auseinandersetzung abstumpft, doch wo endet die Wahrheit und wo beginnt die Mutmaßung?
Lea reist mit mehreren Journalisten und Fotografen nach Syrien. Noch scheint es alles ruhig, doch der Druckkessel ist zum Bersten gefüllt. Zu viele Interessen prallen auf dem nahezu kleinen Gebiet aufeinander. So dauert es nicht lange, bis die Reporter neben der Berichterstattung immer wieder um ihre Existenz fürchten müssen, wenn sie sich auf die Straßen begeben, um mit den Menschen zu sprechen oder sie durch Fotos am Leben zu erhalten. Doch wer erzählt was, wer hat welches Interesse? Werden sie auf Dauer geduldet oder ist es gar auf Dauer schlicht zu gefährlich?
Doch wo das Gefühl der Angst sich umtreibt, ist auch das Gefühl nach Nähe und so treibt es Lea immer wieder zu dem Mann, der eigentlich nicht der Richtige für sie zu sein scheint. Denn ein Immortal War Baby ist ein Leben lang gezeichnet.
Selbst jetzt da ich das Buch beendet und zur Seite gelegt habe, spüre ich noch diesen Druck auf der Brust. Man weiß um die Kriege und um seine Schrecken. Man kennt die Bilder und Videos. Man weiß, was Menschen anderen Menschen antun können.
Doch ist es für das Format eines Buches, dass die Schmerzen und Leiden spürbarer macht, den Schrecken näher rückt, der die Gedanken für die Ursachen des Krieges befeuert. Das nachdenklich stimmt und gleichzeitig die Geschehnisse par absurdum führt.
Alle Gefühle, die vermeintlich kleinen, wie das Betrunken sein vor der Fahrt ins Ungewisse, oder die großen wie zum einen Liebe und zum anderen Hass, vereinigt das Buch in sich, was es zeitweilig nahezu unerträglich macht es weiter zu lesen.
Dabei ist das Schlimme: Es ist nicht wirklich eine Geschichte - es ist ein Spiegel der Realität.
4 von 5 Zigaretten
A. K. Grundig

Lebenslauf
Quelle: Verlag / vlb
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Ich rette die Welt - aber erst mal eine rauchen
Neue Rezensionen zu A. K. Grundig
Das Cover und der witzige Titel sind mal etwas ganz anderes und machen das Buch sehr interessant, sodass ich es unbedingt lesen wollte. Das Rezensionsexemplar habe ich auch schon länger, tatsächlich habe ich aber wirklich lange dafür gebraucht, da es kein Buch für zwischendurch ist. Immer wieder habe ich Häppchen dieses gut geschrieben aber anspruchsvollen Buches gelesen und es nun endlich beendet. Dabei ist es noch nicht das Ende der Geschichte; mindestens ein Teil wird noch folgen.
Im Mittelpunkt steht Protagonistin Lea, eine junge deutsche Journalistin, die im Syrienkrieg mit guten Freunden und ihrem Vertrauten, dem Fotograf Nathan, unterwegs ist. Seit sie dort „hineingeraten“ ist, lässt der Krieg im Land und das Leid dort sie nicht mehr los. Nathan und Lea sind stets auf der Suche nach dem passenden Foto bzw. der Schlagzeile, die die Welt vielleicht ein bisschen besser machen könnte. Die Geschichte ist dabei aus der Sicht Leas geschrieben, deren persönliche Meinung sich immer wieder in kleinen Essays widerspiegelt. Gleichzeitig passiert in der Geschichte aber auch relativ viel (und es gibt eine kleine Liebesgeschichte): Lea und Nathan stolpern von einer Explosion in die nächste.
Gegen Ende des Buches wird es sogar hochdramatisch. Gleichzeitig erscheint alles aber ziemlich authentisch und eben das ist das erschreckende. Ich muss zugeben, dass ich mich wirklich schlecht über den dortigen Krieg auskannte (und immer noch auskenne) und mich die Darstellung mitgenommen hat. Also definitiv keine leichte Lektüre. Aber ich habe es geliebt, berührt zu werden. Es ist vielleicht nicht mein Lieblingsbuch, aber auf jeden Fall ein ganz besonderes, das mir lange im Kopf bleiben wird.
Mein Fazit: Eine wirklich aufwühlende Geschichte über eine junge Journalistin im Syrien-Krieg. Definitiv keine leichte Lektüre für zwischendurch und schon harter Stoff, aber mal etwas ganz Neues und allein wegen der vielen Infos und der Aufmerksamkeit für das Thema ein Buchtipp wert!
Journalistin Lea und Fotograf Nathan, beide von einem unbändigen Bedürfnis getrieben die Welt zu retten, finden sich mitten im Syrien wieder, praktisch mitten im Krieg zwischen Bomben, Leichen und unendlich viel Armut und Trauer. Weg könnten sie.. aber eigentlich nicht. Was tust du.. wenn deine Seele und der Schmerz darin dich so sehr an einen Ort gefangen hält, der dich jedoch jederzeit töten könnte?
Um mich hier zu outen.. dieses Buch verursacht absoluten Weltschmerz, schafft es jedoch „Politik“ in einen Kontext einzubetten, der sehr verständnisvoll vermittelt wird.
Die Motive der Protagonistin sind in den meisten Fällen für den Leser absolut nachvollziehbar. Trotz des gesellschaftskritischen Kontext des Buches ist Handlung spannend gestaltet. Ich finde, die Autorin hat es geschafft, den Figuren eine unheimliche Tiefe zu geben, was nicht einfach ist, wenn man die Geschichte auf 244 Seiten erzählt. Vor allem die Geschichte von Nathan war dermaßen spannend und traurig, dass ich ein einigen Stellen einfach mit den Tränen kämpfen musste.
Besonders gerne mochte ich aber einfach den Schreibstil. Das Wortbuilding ist grandios und vor allem muss man einfach die Recherchearbeit der Autorin loben. Dermaßen authentisch und realitätnah Situationen zu schildern ist absolut beeindruckend. Vor allem die arabischen Worte zu lesen hat mich irgendwie total gefreut. Bisschen traurig hat mich jedoch gemacht, dass sie eine Figur, die so heißt wie ich, einfach in den ersten Seiten sterben lässt.
Zusammenfassend wirklich ein unglaublich großartiges und authentisches Buch, was einen absolut zum Nachdenken anregt und viel mehr Aufmerksamkeit verdient. Ich kanns kaum erwarten den zweiten Teil zu lesen.
Gespräche aus der Community

Zum Jahresende noch eben schnell die Welt retten ...?
Wir verlosen 10 Ebooks von A. K. Grundigs Debüt-Roman (erschienen in überarbeiteter Neuauflage beim Hybrid Verlag). Einem Politthriller über die Kriegsreporterin Lea und ihrem Begleiter, dem Fotografen Nathan, in Syrien. Begleitet die beiden auf eine nicht ganz gewöhnliche Reise durch das Kriegsgebiet.

Hier eine Rezension von Christian Milkus: http://www.christian-milkus.de/
Und weitere Information gibt´s hier: https://www.facebook.com/buchichrettediewelt
http://www.annegrundig.de/
Ich verlose 4 Printausgaben und ziehe am 30. Juni die Gewinner.
Viel Glück an alle ;)



