A. L. Kennedy Gleissendes Glück

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Inhaltsangabe zu „Gleissendes Glück“ von A. L. Kennedy

Helen Brindle ist verheiratet mit ihrem Peiniger und hat ein Verhältnis zu Gott, von dem sie sich einen Liebhaber wünscht. Gott hat ein Einsehen und zeigt ihr im nächtlichen Fernsehprogramm Edward E. Gluck, Psychologieprofessor, perfekter Ratgeber im Irrgarten menschlicher Beziehungen und gutaussehend. »Direkt und zugleich entrückt – beides wunderbar balancierend ist A. L. Kennedy ein kleines Meisterwerk gelungen.« [Bernhard Schlink]

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  • Rezension zu "Gleissendes Glück" von A. L. Kennedy

    Gleissendes Glück
    emeraldeye

    emeraldeye

    Und nun habe auch ich einen Roman von A.L.Kennedy gelesen.... Ihre Romane werden stets hymnisch besprochen. Es wurde Zeit, sich selbst ein Bild zu machen. Vielleicht habe ich mit "Gleissendes Glück" ein weniger gelungenes Beispiel ihrer Schreibkunst erwischt. Vielleicht muß ich noch mehr von ihr lesen, um zu verstehen, worin ihre Meisterschaft liegt. "Gleissendes Glück" jedenfalls hat mich meistens kalt gelassen, zeitweilig fühlte ich mich abgestossen. Mitleid mit oder Nähe zu den Protagonisten ist zu keiner Zeit aufgekommen. Zu konstruiert finde ich das Dreiecksverhältnis Brindle, Brindle und Gluck. Zu viele Ungereimtheiten werden benötigt, um die Handlung voranzubringen. Warum läßt Mr.Brindle, der doch offensichtlich die totale Kontrolle über Mrs. Brindle hat, zu, dass sie eine Woche mit ihrer Schwester (eine Lüge!) nach Stuttgart verreist? Warum trifft sich der berühmte und ziemlich eitle "Kybernetiker" Edward Gluck ausgerechnet mit Helen Brindle, die doch ein Niemand ist, zum Essen und dann immer wieder? Und wenn Helen Brindle doch den Glauben an ihren wahren Geliebten, nämlich Gott, verloren hat, warum folgt sie immer noch seinen (doch von Menschen gemachten) Regeln? Warum verläßt sie ihren Mann nicht einfach? Wie kann es sein, dass sie sich in Gluck verliebt, obwohl er eindeutig pervers und sexsüchtig ist? Die Fragen mögen im Hinblick auf die literarische Freiheit, sich die reale Welt auf jede nur mögliche Art zu erklären und/ oder eigene Welten zu schaffen, pingelig sein, aber ich brauche einfach eine gewisse Nachvollziehbarkeit von Begegnungen und Geschehnissen.. In Grunde spielen Perversionen und Sex in "Gleissendes Glück" die Hauptrollen. Mrs. Brindle mit ihrer geradezu selbstmörderischen Suche nach einem Gott, der die Liebe ihres Lebens ist, Mr. Brindle (der als Charakter eher schablonenhaft bleibt) mit seinem Kontrollwahn und seiner Gewalttätigkeit und last but not least Edward Gluck, der sich als Genie bezeichnet (was auch an Perversität grenzt), sich wie eine Jungfrau ziert, wenn es um realen Sex geht, aber ein ganzes Zimmer in seiner Wohnung nur für "schmutzige" Videos, Magazine und Bücher bereithält. Wissen wir nicht ohnehin schon, dass es solche Menschen tatsächlich gibt? Und wissen wir nicht auch, dass sie eigentlich immer die bleiben, die sie sind? Wenn ich an die Zukunft von Mrs. Brindle und Edward E.Gluck denke, sehe ich kein "und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende". Aber vielleicht geht es auch gar nicht darum, vielleicht brauchen die beiden einander nur, damit sie mit und durch den anderen Erlösung von ihren (eingebildeten oder tatsächlichen) Sünden finden können. Phantastisch ist die Sprache von A.L.Kennedy. Fast wie im Märchen läßt sie Dinge eigenständig handeln und reagieren :" Der Spiegel lächelte und schaute dann weg." "Der Morgen erwachte vor ihr, saß aber noch nicht fest im Sattel, war noch ein wenig zart." "Ihre Hand vergaß sich." Schon deshalb ist "Gleissendes Glück" lesenswert.

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  • Rezension zu "Gleissendes Glück" von A. L. Kennedy

    Gleissendes Glück
    Clari

    Clari

    15. June 2010 um 14:07

    A.L.Kennedy, Jahrgang 1965, gilt in Großbritannien lange als herausragende Schriftstellerin. In vielen Rezensionen hochgelobt, ist dieses doch eines der merkwürdigsten Bücher, das ich gelesen habe. Helen Brindle ist mit einem scheinbar annormal veranlagten Mann verheiratet: er neigt zu brutalen Ausschweifungen in der Liebe. Sie spricht mit Gott, von dem sie sich einen Liebhaber wünscht. In Gestalt des Professors Edward E. Gluck begegnet ihr auf einem Psychologenkongress ein Mann, zu dem sie sich hingezogen fühlt, von dem sie aber in erster Linie Hilfe in ihrer Lebenslage erwartet . In sonderlichen, mir etwas künstlich anmutenden Gesprächen, nähern sie sich einander an. Es bleibt eine zarte und nicht zu nahe Beziehung, bis er ihr in einem nächtlichen Telefongespräch beichtet, dass nur pornographische Bilder in ihm Reaktionen auszulösen vermögen. Er fühlt sich schuldig, sagt, dass er nicht in der Lage sei, ihr zu helfen. Man ahnt jedoch , dass er Hilfe von ihr erwartet. Sie besucht ihn in London, wohnt auch bei ihm. Es ereignet sich dann eine Annäherung , die unnatürlich wirkt. Sie geht wieder zurück zu ihrem Mann. Als dieser eine der Postkarten von Edward E. Gluck an sie bei ihr entdeckt, geht er voll Wut auf sie zu und schlägt sie zusammen. Sie landet mit einem Schädelbruch im Krankenhaus. Am Ende genesen, kehrt sie zu Gluck zurück, und es gelingt den beiden, zu einer befriedigenden Erfüllung miteinander zu finden. So weit so gut. Der Inhalt mutet fast banal an. Die Schreibweise ist gekonnt, mal deutlicher , mal mehr verhalten den Inhalt bearbeitend. Was soll das Ziel der ganzen Geschichte sein? Ist es die Banalität des Bösen, die hier Gestalt angenommen hat? Man könnte es so verstehen. Unter der Oberfläche der nach außen in Erscheinung tretenden Normalität lauert das Grauen, die Perversion, die Abgründe des menschlichen Daseins in Form von verborgenen Phantasien, die das Grauen heraufbeschwören. Ja, so kann das Leben auch sein. Ich bin von dieser Autorin fasziniert, wenn ich sie mir auch erst erarbeiten mußte.

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