A. L. Kennedy Paradies

(17)

Lovelybooks Bewertung

  • 21 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(11)
(2)
(3)
(0)
(1)

Inhaltsangabe zu „Paradies“ von A. L. Kennedy

Trinken ist das Paradies, Trinken ist die Hölle Das Paradies ist Hannah Luckraft nicht fremd: Einen Hauch davon spürt sie auf der Haut ihres Liebhabers und in jedem Drink, den sie zu sich nimmt. Hannah Luckraft ist Ende dreißig und Alkoholikerin. Ihr Leben ist alles andere als eine Erfolgsgeschichte, und es dämmert ihr, dass es so eigentlich nicht weitergehen kann: Die Anzeichen, dass es ihrer Seele nicht gut geht, mehren sich, und auch auf ihren Körper ist kein Verlass mehr. Der Zahnarzt Robert scheint ihr Liebe und Rückhalt zu bieten; vielleicht ist er aber auch nur ein weiteres Symptom jenes Problems, für dessen Beseitigung es höchste Zeit wird.

Stöbern in Romane

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Ziemlich experimenteller französischer Roman mit ernsten Ansätzen, aber mir fehlte die klare Linie und Aussage

vanessabln

Was man von hier aus sehen kann

Wunderbar. Gelacht, geweint und in einem Zug gelesen.

BarbaraWuest

Der Vater, der vom Himmel fiel

Ein "Glücksgriff" in Buchform: Witzig, geistreich, einfach.nur.zum.Brüllen.komisch - und so wahr ;) 5 Sterne reichen hier nicht aus ;))

SigiLovesBooks

Underground Railroad

Eine tolle Heldin, die trotz aller Widrigkeiten nie aufgibt und immer wieder aufsteht, auch wenn es das Schicksal nicht gut mit ihr meint.

Thala

Swing Time

Eine sehr lange, gemächliche Erzählung, der streckenweise der Rote Faden abhanden zu kommen scheint. Interessanter Schmöker.

kalligraphin

Vintage

Überraschend gute und spannende Unterhaltung für jeden Blues- und Rock'n'Roll-Fan und alle die es noch werden wollen!

katzenminze

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Das Paradies ist die Hölle

    Paradies
    RenateBlaes

    RenateBlaes

    30. July 2016 um 09:27

    Hanna denkt den ganzen Tag an nichs anderes: an Alkohol. Sie denkt nicht nur daran, sie trinkt ihn auch. Täglich. Denn dieser Suchtstoff dominiert ihr Leben. Und als Liebhaber hat sie sich ausgerechnet auch einen Alkoholiker ausgesucht. Wie bei vielen anderen Büchern, die ich mit Begeisterung gelesen habe, spielte auch hier die Handlung eine sekundäre Rolle. Und würde A. L. Kennedy nicht so außergewöhnlich gut schreiben, hätte ich die deprimierende Geschichte einer suchtkranken Frau vermutlich nicht zu Ende gelesen. Doch die Autorin versteht es auf eine Weise, Gedanken und Gefühle der Protagonistin zu beschreiben, dass es einem fast den Atem nimmt. Kluge, nachdenklich stimmende Lektüre – höchster Lesegenuss für Menschen, die Wert auf guten, außergewöhlichen Schreibstil legen.

    Mehr
  • Rezension zu "Paradies" von A. L. Kennedy

    Paradies
    emeraldeye

    emeraldeye

    10. January 2011 um 12:08

    Hannah Luckraft ist Ende dreißig, ihr Leben alles andere als eine Erfolgsgeschichte, und es dämmert ihr, daß es so eigentlich nicht weitergehen kann: Die Anzeichen, daß es ihrer Seele nicht gut geht, mehren sich, ihre Familie fühlt sich von ihr verletzt, ihre wenigen Freunde sind eher sonderbare Typen, und auch auf ihren Körper ist kein Verlaß mehr. Der Zahnarzt Robert scheint ihr Liebe und Rückhalt zu bieten, vielleicht ist er aber auch nur ein weiteres Symptom jenes Problems, für dessen Beseitigung es höchste Zeit wird. Hannah begibt sich auf die Reise an die Grenzlinien ihres Ichs und auf die Suche nach einem Ort, an dem sie glücklich sein kann: ihrem Paradies. Dies ist der zweite Roman von A.L.Kennedy, "die führende Stimme der britischen Gegenwartsliteratur", den ich gelesen habe. Aber ich warte immer noch auf den Kick, der mir die einhellig überschwenglichen Kritiken, die sie stets bekommt, bestätigt. Kein Zweifel, ihre Sprache ist unglaublich kreativ, sie ist mit keiner anderen zu vergleichen. Und doch ist sie nicht sympathisch, sie hinterläßt kein Gefühl, dass es wichtig gewesen ist, gerade sie zu lesen. Ich denke, das liegt daran, dass sie zu seltsam indifferenten, irgendwie unangenehmen Protagonisten gehört. Ich verwende bewußt das Wort "irgendwie", weil ich auch "Paradies" nur "irgendwie" finde. Es wird nie klar, warum Hannah eigentlich Alkoholikerin ist. Sie scheint in einer gut situierten, liebevollen Familie aufgewachsen zu sein und alle Chancen gehabt zu haben, etwas aus ihrem Lleben zu machen. Statt dessen hat sie schon als Teenager mit dem Trinken angefangen. Ich könnte natürlich versuchen, es mit einigen psychologischen Banalitäten zu erklären: die schöne, perfekte Mutter, der schwache, aber freundliche Vater, beide verzeihen ihr immer wieder, der erfolgreiche Bruder, zu dem sie vor ihrer Trinkerei eine sehr enge Bindung hatte, ihren scheinbar grundlosen Selbsthaß, die Flucht aus einer "grauen" Welt. Aber irgendwie (da ist es wieder, dieses Unwort) paßt das alles nicht. Offensichtlich will Hannah einfach nur trinken. Punkt! Robert dagegen wird ein Grund zugestanden, ein traumatisches Kindheitserlebnis. Etwas zum Festhalten, ein Aha-Erlebnis in einer ansonsten mäandernden Handlung. Erst ganz am Ende des Romans entwickelt Hannah eine Art Zielstrebigkeit, weil sie feststellt, dass sie tiefere Gefühle für Robert entwickelt, vielleicht nur, weil es sich mit ihm zusammen besser trinken läßt als allein, vielleicht aber, weil sie in ihm den Menschen sieht, den sie für länger in ihrem Leben haben möchte, dem sie eine Art Vorbildfunktion zugesteht. Als sie erfährt, dass er sich zum Entzug entschlossen hat und deswegen nach Kanada gereist ist, folgt sie ihm. Sie bietet alles auf, was sie an Entschlossenheit und Geld noch übrig hat und überwindet jedes Hindernis (nur sich selbst nicht immer!), um ihr Paradies zu finden. Doch ob es funktioniert, bleibt irgendwie unklar, geht unter in immer verworreneren Fantasien (unter Alkohol? Man weiß es nicht!). Eine anstrengende, unbefriedigende Leseerfahrung!

    Mehr
  • Rezension zu "Paradies" von A. L. Kennedy

    Paradies
    Thaila

    Thaila

    23. March 2010 um 11:11

    Am Anfang von A.L. Kennedys Roman "Paradies" begegnet man einer Ich-Erzählerin, die weder weiß wo sie ist, noch wie sie dort hingekommen ist. Und dann muss man erstmal eine Menge Geduld mitbringen, um ihr auf ihrem Weg durch eine namenlose Stadt zu folgen, in der sie eine Reihe merkwürdige Menschen trifft. Weder die Handlungen der Hauptpersonen, noch die der Nebenpersonen werden dabei so recht schlüssig. Der Erzählfluss wird ständig abgebrochen. Erst nach und nach schällen sich die Konturen der Hauptperson heraus. Hannah ist schwere Alkoholikerin, sie hat gerade ihren Job verloren. der Kontak zu ihrer Familie ist brüchig. Ihr Bruder gibt sie als hoffnungslosen Fall auf, ihre Eltern sind zutiefst verletzt von ihrem Verhalten. Hannah ist geprägt vom Gefühl des Versagens. Ihr gesamtes Leben konzentriert sich auf den Alkohol. Sie lernt Robert kennen, ein ebenfalls alkoholkranker Zahnarzt, aber ob diese Beziehung ihr wirklich gut tut, ist fraglich. "Paradies" ist sicherlich nichts für Leser, die eine abgerundete Geschichte bevorzugen. Die Erzählung folgt Hannah wirren Gedanken, unterbrochen von den Gedächnislücken des Alkoholrausches. Auf eine ungeschminkte, oft brutale Weise ohne Sozialkitsch wird Hannahs Lebensgeschichte erzählt. Kein einfaches Buch, aber sicher lesenswert!

    Mehr
  • Rezension zu "Paradies" von A. L. Kennedy

    Paradies
    landunter

    landunter

    04. December 2008 um 14:36

    »Was voll ist, wird geleert werden.« - Ja, dieser Satz ist wohl so etwas wie der Dreh- und Angelpunkt, um den alles kreist: »Paradies« ist nicht nur ein erschütternder Roman über ein Leben im Alkohol, sondern gleichzeitig etwas noch viel Größeres von derartiger (Wort)Kraft, dass es einen umwirft. Kennedy erzählt in erster Linie Hannahs Geschichte: Die Mittdreißigerin ist seit der Schulzeit dem Alkohol verfallen und wacht eines Morgens in irgendeinem Hotelzimmer auf, mit einer ganzen Menge Restalkohol im Blut und nur sehr bruchstückhaften Erinnerungen an die letzte Nacht. Nach und nach kehren die Einzelheiten zurück, und Hannahs Gedanken machen sich auf die Reise – zu ihrem geliebten Bruder und dessen Frau, die sich um Hannah kümmern, zu ihren Eltern, die Hannah am liebsten nie mehr wieder sehen würden, weil die Tochter der Mutter- und Vaterliebe nicht genügen kann und mehr zerstört, als es ihr lieb ist. Hannah erzählt von der Zeit in der Ausnüchterungsklinik, aus der sie geflohen ist – und sie erzählt von Robert, dem Zahnarzt, von dem man nie so recht weiß, ob er nun Hannahs Rettung oder ihr endgültiges Verderben bedeutet: Eine rücksichtslose Zuneigung zueinander und der Alkohol lassen die beiden nicht voneinander loskommen. [i]So enden viele meiner Geschichten, sie versanden einfach in immer längeren Aufzählungen, und ich merke, dass ich viel zu oft oder sage und denke, dass ein Leben voller Möglichkeiten in mancher Hinsicht nicht immer nur erfreulich ist.[/i] Hannah ist keine typische Trinkerin, sondern vielmehr eine bissige, intelligente und vermutlich auch nicht unattraktive Frau, deren Gedanken die meiste Zeit über bestechend frei sind. A. L. Kennedy nimmt diese Gedanken und lässt sie umherwirbeln, sät grundexistenzielle Wahrheiten, und zwar stellenweise mit einer Brutalität, der man sich nicht in den Weg zu stellen wagt: Während Hannah auf Händen und Knien darum kämpft, ihr Leben nicht völlig aus den Augen zu verlieren, brennt die Autorin ein regelrechtes menschliches Feuerwerk ab und rührt dabei immer wieder an unserer aller Grundwerte. Funken sprüht auch die Sprache: Virtuos und mit einer bewundernswerten Mischung aus trockenem Realitätssinn, bitterstem Humor und beinahe zerbrechlicher Poesie wird da erzählt und geschildert, die Beschreibungen sind unglaublich facettenreich und lassen die Worte sich zu regelrechten Sprachgranaten entladen. Jede einzelne Seite ist ein hochgradig sinnliches Erlebnis. [i]»Wir sind im Krieg?« Und du kannst dir nicht vorstellen, wie etwas so Großes sich unbemerkt ereignen konnte, ein ganzer Krieg ohne dein Wissen, und deine Nachbarin reicht dir ihre Zeitung, schaut dich an, als wärst du tot und leer, und du kannst die Schrift und die Bilder nicht sehen, weil sie sich bewegen, dich farbenblind, stockblind machen, und nichts in der Kabine ist mehr sicher, und alles riecht nach Bomben, und du gleitest in ein ruheloses Dunkel, wo du schwebend treibst, wo du nackt wie die Sünde bist, unter dir ist nichts als heiße, feuchte Erde, kein Zeichen menschlicher Vergangenheit außer diesem Schlachthausgestank, der dich einfängt, dich sinken lässt, dich hinüberzieht, bis du ihn berührst, bis du über klebrig glitschigen roten Schlamm rutschst, und hier und dort zuckt er unter dir, und das hat etwas zu bedeuten, du begreifst es – dass die Toten nach oben treten, dass sie sich deiner erinnern, dich hören, schmecken, dass du da bist. Sie wollen dich dirt unten haben. Sie wollen dich bei sich begraben haben.[/i] (viele weitere Rezensionen gibt's auf www.aufgelesen.org)

    Mehr
  • Rezension zu "Paradies" von A. L. Kennedy

    Paradies
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. October 2008 um 21:02

    Ein wahrlich abgefahrenes Buch, kein 08/15-Schreibstil ... die Ebenen vermischen sich und halten den Leser gut auf Trab. Das Erzählte ist skurril, makaber, herzzerreißend, wahnsinnskomisch ... z.T. krank und zerstörerisch. Ein Sog in die tiefsten Abgründe einer Existenz ohne Sinn und Ziel, ohne Halt und Kraft. Aber auch voller Hoffnung, Liebe und tragischkomischem Überlebenswillen. Das in letzter Zeit verwirrendste und ergreifendste Buch, das ich gelesen habe.

    Mehr