A.E. Vogt

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A.E. VogtDie Expedition der Space Beagle
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Die Expedition der Space Beagle
Die Expedition der Space Beagle
 (3)
Erschienen am 09.07.2018

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Rezension zu "Die Expedition der Space Beagle" von A.E. Vogt

A.E. van Vogt - Die Expedition der Space Beagle
einz1975vor 15 Tagen

Die Zukunft: Längst haben die Menschen die Erde hinter sich gelassen und sich aufgemacht, neue Welten zu entdecken. So in etwa der Anfang auf dem man erst einmal gestoßen wird und man auch gleich in das erste Abenteuer springt. Die Space Beagle als Schiff, ist bewohnt von etwa eintausend Forschern, Sicherheitspersonal und Technikern, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, innerhalb von fünf Jahren den Weltraum zu erforschen. Wie schon viele Schiffe zuvor, stoßen sie dabei auf unheimliche Wesen. Den Anfang macht ein katzenartiges Wesen, welches sich selbst Coeurl nennt. Als Leser sieht man die Dinge aus der Sicht des Wesens und auch aus der Sicht der Crew. Dabei ist ein Besatzungsmitglied besonders interessant - Dr. Elliott Grosvenor.

Er selbst bezeichnet sich als Nexialist, was man als Universalgelehrter übersetzen könnte. Egal auf welchem Gebiet, ob Chemie, Physik, Mathematik, Biologie, etc. - er kennt sich überall aus und lässt sich durch Implantate sein Wissen stetig erweitern. Kommen wir zurück zu diesem Alien, welches sich als intelligent herausstellt, aber auch einen Hunger verspürt, welcher zu einigen tödlichen Zwischenfällen führt. Hier hat die Besatzung wirklich sehr blauäugig gehandelt, was wohl nicht ganz nachzuvollziehen ist und nicht wirklich daraus lernt. Denn die Reise geht weiter und es folgt eine seltsame vogelähnliche Art, welche mit der Space Beagle kommunizieren will. Leider auf eine Weise, welche die Menschen noch nicht nachvollziehen können und es eher für einen Angriff, als für den friedlichen Versuch eines Erstkontaktes halten.

Da auch hier die Crew sich zu wehren weiß, kann man auf die nächste Geschichte warten, welche nicht lange auf sich warten lässt. Ein seltsames rotes Wesen wird schwebend im All gefunden. Bis hier hin nicht so ungewöhnlich, doch dann kommt es zu einigen Zwischenfällen, welche euch doch recht bekannt vorkommen könnten. Am Ende des Buches wird auch noch einmal deutlicher auf diese Passage eingegangen, denn kein geringerer Film als „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ hat sich dieser grundlegenden Story angenommen. Am Ende kämpft die Crew noch gegen einen kosmischen Staub und verfängt sich mehr als einmal in Diskussionen, wie das Schiff eigentlich zu führen sei.

Besonders diese Stellen hindern den Roman manchmal daran, dass eigentliche Abenteuer immer spannend erzählt zu bekommen. Erstaunlich wiederum, dass Vogt es geschafft hat, in so wenig Text so viele Abenteuer zu packen und bedenkt man, dass dieses Buch in den 50er Jahren entstanden ist, war er mit seinen Ideen wirklich sehr sehr weit. Allein die Arbeit mit den Computern oder auch die Implantate und selbst das Reisen zwischen den Sternen und die Fähigkeiten der Wesen. Es ist wirklich beeindruckend zu sehen, wie weit sein Horizont schon damals war. Von der Crew selbst sticht nur Elliott Grosvenor heraus, welcher bis zum Ende an die positive Entwicklung der Menschheit glaubt und weiß, dass seine Entwicklung nie zu Ende sein wird.

Fazit:
Gute Klassiker altern selten und die Abenteuer der Space Beagle, zählen dazu. A.E. van Vogt schuf eine Zukunft, in der die Menschen sich gegen unheimliche Wesen erwehren müssen, wovon eines die Menschenheit selbst ist. Kurze Episoden aus dem Leben der Crew lassen uns in eine Zukunft schauen, in der man als Mensch über sich hinauswachsen muss, denn jede Herausforderung bringt neue Probleme mit sich. Nicht immer flüssig zu lesen, aber wenn man weiß, welcher Film hier seine Inspiration hergezogen hat, erkennt man deutlich den Einfallsreichtum des Autors.

Matthias Göbel

Autor: A.E. van Vogt
Übersetzer: Rainer Prof. Dr. Eisfeld
Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungsdatum: 09.07.2018
ISBN: 978-3-453-31952-3

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thursdaynexts avatar

Rezension zu "Die Expedition der Space Beagle" von A.E. Vogt

Die Spacebeagle auf Darwins Spuren
thursdaynextvor einem Monat

Ein SciFi Klassiker, den man und besonders Frau nur unter Beachtung des Erscheinungsjahrs und des Autors Geburtsdatum lesen sollte.

A. E. Van Vogt wurde 1912 geboren, „Die Expedition der Space Beagle“ erschien erstmals 1950 und so weht auch ein wenig muffig prüde Fünfzigerjahre Brise durch den ansonsten humorvollen Roman. Leicht kafkaesk mutet des Autors Beschreibung der Zustände an Bord des riesigen Forschungsraumschiffs an. Es gibt keine einzige Frau an Bord.



Die sozialen Interaktionen sind also sehr eingeschränkt in dieser Männerwelt. Die „Triebe“ werden via Beimengung chemischer Substanzen in der Nahrung unterdrückt und die emotionale Wärme, die der Autor den Frauen zuweist, ist praktisch nicht vorhanden. In dieser reinen Männerwelt prägen Korinthenkackerei und Bürokratie, sowie Machtkämpfe Wissenschaftler versus Militär das Leben an Bord. Der junge Wissenschaftler Elliott Grosvenor, dessen Fachgebiet der Nexialismus ist beobachtet die Situation aufmerksam und sieht sich gezwungen einzugreifen. Die Nexialisten verbinden die einzelnen Wissenschaften und führen sie zusammen um Ergebnisse zu optimieren. Eine Denkweise die den Menschen in A. E. Van Vogts Zeitalter noch neu und daher für die meisten der klassischen Wissenschaftler an Bord des Expeditionsschiffs schwer nachzuvollziehen ist.

Das Fehlen der Frauen erschwert das Lesen zu Beginn, da es wirklich extrem rückständig erscheint. So bleibt die Schilderung der Ereignisse an Bord der Spacebeagle unerquicklich eindimensional, einzig die Gedanken und Handlungen des Nexialisten an Bord weichen von diesem wenig vertieften Bild ab und bringen Witz und Charme in die Geschichte. Weshalb der Autor auf Frauen verzichtete, ob aus Unfähigkeit sich in diese hineinzuversetzen, oder aus welchen Beweggründen auch immer, es ist ein Mangel der unangenehm berührt, gerade im Vergleich mit aktuellen SciFi Romanen oder gar Doris Lessings Zukunftsvisionen. Doris Lessing wurde nur sieben Jahre später geboren als der Autor der Spacebeagle, sicher, auch ihre Romane muten aufgrund der Schreibweise leicht altmodisch an, doch an Komplexität und schriftstellerischem Können übertreffen sie Van Vogt bei weitem.

Trotz all dieser Beschränkungen ist „Die Expedition der Space Beagle“ dennoch beachtenswert. Van Vogt beschreibt anschaulich den Populismus, den sein sympathischer Protagonist Elliott Grosvenor entlarvt, er bedient sich der Wissenschaften und entwickelt sie weiter und dies auf, für den damalige Wissensstand auf hohem Niveau und mit viel Erfindungsgeist. In seinem Erscheinungsjahr war das Buch sicher sensationell und es ist faszinierend, Van Vogts Ideen mit dem IST- Zustand zu vergleichen, an den er des Öfteren nahe herankommt.

Der Populismus hat es ihm angetan, so lässt er den bordeigenen Soziologen Geschichtsvergleiche ziehen und über „Fellachen“ dozieren. So seltsam der Begriff auch erscheinen mag, assoziiert man doch zuerst die ägyptischen Bauern damit, so weitreichend wird er bei Van Vogt ausgedehnt, soziologisch geschichtlich und psychologisch erweitert.

„Der Fellachentypus verwarf Neuerungen und Wandel. Die Dürftigkeit seiner Existenz ließ ihn auf individuelles Leid nicht selten teilnahmslos reagieren.“

Pegida, Wutbürger und Afd in der Masse beschrieben. Elliott Grosvenor kennt dank seiner nexialistischen Ausbildung die Erscheinungsformen des Populismus und er nutzt sie als es darum geht Schiff, Besatzung und Menschheit vor außerirdischen Erscheinungsformen zu bewahren. Das liest sich spannend und clever, auch weil der Held des Buches kein Machtmensch ist, sondern gezwungen ist, zu retten und zu schützen und dazu auf neue, ungewöhnliche Methoden zurückgreift, wie die des Nudging.

So liest sich dieser Ausflug in die klassische, fast möchte ich es altertümliche Science-Fiction nennen, zwar spannend, vermag streckenweise auch zu faszinieren und durch die kafkaesken Bürokratie- und Bürokratenbeschreibungen einen gewissen Humor zu entwickeln. Das Fehlen sämtlicher Frauen, sei es als Wissenschaftlerinnen oder Militärs, es gab hochkarätige Wissenschaftlerinnen bereits zu Lebenszeiten des Autors, wirft ein schwaches Bild auf den Schrifsteller und seine Zukunftsvision der Menschheit, die sich auf den Weg ins All aufmacht. Interessant bleibt es dennoch, besonders im direkten Vergleich mit heutigen Spaceoperas, wie sie zum Beispiel von der großartigen Becky Chambers erdacht wurden, die ihre extraterrestrischen Lebewesen mit erheblich mehr Hintergrund und Tiefe ausstattet. Für Fans von Ridley Scotts Alien ist Van Vogts Werk quasi Pflichtlektüre, da sich Hollywood Drehbuchautor Dan O’Bannon hier seine Idee für das schwachausgeleuchtete Monster holte und so den unvergesslich ekligen Moment des aus dem Körper hervorbrechenden Mistviechs schuf, der sicher noch viele weitere Jahren durch die Köpfe der Zuschauer geistern wird.

Ein SciFi Klassiker, den man und besonders Frau nur unter Beachtung des Erscheinungsjahrs und des Autors Geburtsdatum lesen sollte.

A. E. Van Vogt wurde 1912 geboren, „Die Expedition der Space Beagle“ erschien erstmals 1950 und so weht auch ein wenig muffig prüde Fünfzigerjahre Brise durch den ansonsten humorvollen Roman. Leicht kafkaesk mutet des Autors Beschreibung der Zustände an Bord des riesigen Forschungsraumschiffs an. Es gibt keine einzige Frau an Bord.



Die sozialen Interaktionen sind also sehr eingeschränkt in dieser Männerwelt. Die „Triebe“ werden via Beimengung chemischer Substanzen in der Nahrung unterdrückt und die emotionale Wärme, die der Autor den Frauen zuweist, ist praktisch nicht vorhanden. In dieser reinen Männerwelt prägen Korinthenkackerei und Bürokratie, sowie Machtkämpfe Wissenschaftler versus Militär das Leben an Bord. Der junge Wissenschaftler Elliott Grosvenor, dessen Fachgebiet der Nexialismus ist beobachtet die Situation aufmerksam und sieht sich gezwungen einzugreifen. Die Nexialisten verbinden die einzelnen Wissenschaften und führen sie zusammen um Ergebnisse zu optimieren. Eine Denkweise die den Menschen in A. E. Van Vogts Zeitalter noch neu und daher für die meisten der klassischen Wissenschaftler an Bord des Expeditionsschiffs schwer nachzuvollziehen ist.

Das Fehlen der Frauen erschwert das Lesen zu Beginn, da es wirklich extrem rückständig erscheint. So bleibt die Schilderung der Ereignisse an Bord der Spacebeagle unerquicklich eindimensional, einzig die Gedanken und Handlungen des Nexialisten an Bord weichen von diesem wenig vertieften Bild ab und bringen Witz und Charme in die Geschichte. Weshalb der Autor auf Frauen verzichtete, ob aus Unfähigkeit sich in diese hineinzuversetzen, oder aus welchen Beweggründen auch immer, es ist ein Mangel der unangenehm berührt, gerade im Vergleich mit aktuellen SciFi Romanen oder gar Doris Lessings Zukunftsvisionen. Doris Lessing wurde nur sieben Jahre später geboren als der Autor der Spacebeagle, sicher, auch ihre Romane muten aufgrund der Schreibweise leicht altmodisch an, doch an Komplexität und schriftstellerischem Können übertreffen sie Van Vogt bei weitem.

Trotz all dieser Beschränkungen ist „Die Expedition der Space Beagle“ dennoch beachtenswert. Van Vogt beschreibt anschaulich den Populismus, den sein sympathischer Protagonist Elliott Grosvenor entlarvt, er bedient sich der Wissenschaften und entwickelt sie weiter und dies auf, für den damalige Wissensstand auf hohem Niveau und mit viel Erfindungsgeist. In seinem Erscheinungsjahr war das Buch sicher sensationell und es ist faszinierend, Van Vogts Ideen mit dem IST- Zustand zu vergleichen, an den er des Öfteren nahe herankommt.

Der Populismus hat es ihm angetan, so lässt er den bordeigenen Soziologen Geschichtsvergleiche ziehen und über „Fellachen“ dozieren. So seltsam der Begriff auch erscheinen mag, assoziiert man doch zuerst die ägyptischen Bauern damit, so weitreichend wird er bei Van Vogt ausgedehnt, soziologisch geschichtlich und psychologisch erweitert.

„Der Fellachentypus verwarf Neuerungen und Wandel. Die Dürftigkeit seiner Existenz ließ ihn auf individuelles Leid nicht selten teilnahmslos reagieren.“

Pegida, Wutbürger und Afd in der Masse beschrieben. Elliott Grosvenor kennt dank seiner nexialistischen Ausbildung die Erscheinungsformen des Populismus und er nutzt sie als es darum geht Schiff, Besatzung und Menschheit vor außerirdischen Erscheinungsformen zu bewahren. Das liest sich spannend und clever, auch weil der Held des Buches kein Machtmensch ist, sondern gezwungen ist, zu retten und zu schützen und dazu auf neue, ungewöhnliche Methoden zurückgreift, wie die des Nudging.

So liest sich dieser Ausflug in die klassische, fast möchte ich es altertümliche Science-Fiction nennen, zwar spannend, vermag streckenweise auch zu faszinieren und durch die kafkaesken Bürokratie- und Bürokratenbeschreibungen einen gewissen Humor zu entwickeln. Das Fehlen sämtlicher Frauen, sei es als Wissenschaftlerinnen oder Militärs, es gab hochkarätige Wissenschaftlerinnen bereits zu Lebenszeiten des Autors, wirft ein schwaches Bild auf den Schrifsteller und seine Zukunftsvision der Menschheit, die sich auf den Weg ins All aufmacht. Interessant bleibt es dennoch, besonders im direkten Vergleich mit heutigen Spaceoperas, wie sie zum Beispiel von der großartigen Becky Chambers erdacht wurden, die ihre extraterrestrischen Lebewesen mit erheblich mehr Hintergrund und Tiefe ausstattet. Für Fans von Ridley Scotts Alien ist Van Vogts Werk quasi Pflichtlektüre, da sich Hollywood Drehbuchautor Dan O’Bannon hier seine Idee für das schwachausgeleuchtete Monster holte und so den unvergesslich ekligen Moment des aus dem Körper hervorbrechenden Mistviechs schuf, der sicher noch viele weitere Jahren durch die Köpfe der Zuschauer geistern wird.

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