Dieses Buch ist es also (beziehungsweise die Hälfte davon): Alle bisherigen Figuren treffen aufeinander.
Ja, oder auch nicht. Sie kommen zwar alle in diesem Buch vor, aber sie haben so viel miteinander zu tun wie in den vorigen Bänden: Nur am Rande mal. Der Magier trifft auf eine Göttin, der Bogenschütze rekrutiert den Weihnachtsmann, die Piraten suchen nach etwas, was erst ganz am Ende aufgeklärt wird. Das war noch nicht alles, da muss noch der Drache was suchen, die Hexenlady ihre Schwester, der König/Gott alles überwachen und "ganz böse" sein und ein wichtiges Kind gibt es auch noch.
Anfangs dachte ich ja, "Endlich mal mehr als nur so 6 Stunden Hörbuch", aber wirklich genutzt wird die Zeit nicht. Aufgrund der großen Dichte der Figuren und da fast alle unabhängige Abenteuer erleben, bleibt für die einzelnen Figuren und Entwicklungen ähnlich wenig Zeit wie in den vorigen Bänden. Beispiel mit den Piraten: Die haben GAR NICHTS mit der restlichen Haupthandlung zu tun und würde man alle über das Buch verstreuten Kapitel zusammenpacken, bleibt nicht viel mehr als eine (zugegeben spannende) Kurzgeschichte. Ähnlich geht es mit dem Bogenschützen, der eigentlich nur einem Monsterjäger hilft und den dann rekrutiert. Um die Geschichte in seiner Gänze zu verstehen, muss man vermutlich die Nebenreihe rund um den Monsterjäger gelesen haben, aber seis drum.
Nimmt man diese zerstückelten Kurzgeschichten mal für sich, kommt da sogar ab und an was Gutes bei raus. Das mit den Piraten hat mir wieder sehr gefallen, die kleinen Abschnitte, die mit dem Kind und seiner Mutter zu tun haben ebenfalls. Alles andere war zumindest nicht scheiße, aber durch diese ganze Zerstückelung oder dem fehlenden Kontext konnte ich einfach nicht richtig mitgehen.
Am Ende des Tages könnte ich vermutlich noch viel dazu sagen. Aber ich möchte es bei dem einen Gedanken lassen: Dieses Buch ist so deutlich wie nichts anderes, was ich bisher gelesen/gesehen habe, der erste Teil eines Zweiteilers. Ja, Vergleiche zu deutschen Übersetzungen englischer Bücher, die aufgrund der Länge geteilt werden müssen, kommen mir in den Sinn (Game of Thrones oder Die Sturmlicht-Chroniken im deutschen). Der Vergleich hinkt jedoch, da das hier ja 1. eine vom Autor persönlich getroffene Entscheidung ist und er es trotzdem nicht schafft, einen spannenden ersten Teil seines Zweiteilers zu bauen und 2. dieses Ding nicht ansatzweise die Länge hat, dass es nötig gewesen wäre, das zu teilen.
Ich verstehe es bei solchen Schinken wie den genannten Reihen oder um ein filmisches Beispiel zu nennen die beiden Avengers-Filme "Infinity War" und "Endgame", denn das ist wirklich eine große Länge. Gerade den Vergleich zu den Avengers Sachen muss man hier sowieso ziehen, denn so wurde es durchaus auch vom Autor beworben."Infinity War" macht es auch so, dass viele Figuren gar nicht aufeinander treffen. Trotzdem haben ALLE irgendetwas mit der Hauptstory zu tun, treffen irgendwie auf Thanos oder seine Mitstreiter. In diesem Buch hier könnte man viele Punkte einfach rauslassen und es würde nichts ändern. Zeitgleich passiert hier aber auch nichts, die Geschichte findet nicht wirklich ein Ende oder eine Art Finale, auf das im nächsten, letzten Band dann aufgebaut werden kann.
Es ist wirklich schade, dass ich eigentlich nur motzen musste. Denn wie gesagt: ein paar der Geschichten sind eigentlich in Ordnung. Nicht in dieser Art und nicht wie angepriesen als Zusammenkunft aller bisherigen Figuren. Aber ich sehe ja auch Potenzial. Potenzial, das verschenkt wird.
Am Anfang wollte ich noch 3 Sterne (als aufrunden von 2,5 geben) aber als Gesamtkonzept bin ich mit diesem Roman einfach nicht zufrieden. Ich muss dann doch wieder auf die 2 Sterne runter gehen.